Organspende als Verpflichtung, eure Meinung.

EutinOH

unregistriert
Mitglied seit
07.09.2007
Beiträge
3.695
Dann wärst du auch mit einem Verkauf der Organe einverstanden?
Rhetorische Frage ...

Wie so oft wird auch zu diesem Thema ein Fass aufgemacht, das eigentlich überflüssig ist. Der Tote hat eben keine Kontrolle mehr, was nach seinem Tod mit seinen Organen geschieht. Er hat sich vorher entschieden, zu spenden und Punkt.

Ich finde es eher pervers, vorher zu sagen: Ok, ich spende, aber nur an einen “Nichtraucher/Fahrradfahrer/ÖkoAktivisten/usw.“
Persönlich habe ich mich dazu entschieden, zu spenden. Ich akzeptiere auch jeden, der nicht spenden möchte, aus welchen Gründen auch immer.
Ich denke, hier geht es, wie in den meisten Fällen, um Aufklärung/Information.

Sorry, Wollmac, das ich Dich hier als Beispiel zitiere, aber Du hast es ja selber erlebt ...
Wenn Du z.B. in Deinem Aikido Verein sagst: hier bin ich, Dank einer Organspende, wer hat Interesse, darüber zu diskutieren, usw. usf. ...
bietest selber noch Deine Hilfe für Informationen oder das Ausfüllen eines Organspender Ausweises an, denke ich, das so etwas auch auf (positive!) Resonanz stösst.

Wenn diese Gespräche in jeder Familie/Freundschaftskreis/Verein/ geführt werden würden, hätten wir eventuell auch mehr Organspender.
Scheint allerdings immer noch ein Tabuthema zu sein, kocht gerade nur politisch wieder einmal hoch.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Berlinmensch, Elvisthegreat und Mythbuster

WollMac

Aktives Mitglied
Mitglied seit
18.06.2012
Beiträge
8.846
Sorry, Wollmac, das ich Dich hier als Beispiel zitiere, aber Du hast es ja selber erlebt ...
Wenn Du z.B. in Deinem Aikido Verein sagst: hier bin ich, Dank einer Organspende, wer hat Interesse, darüber zu diskutieren, usw. usf. ...
bietest selber noch Deine Hilfe für Informationen oder das Ausfüllen eines Organspender Ausweises an, denke ich, das so etwas auch auf (positive!) Resonanz stösst.

Wenn diese Gespräche in jeder Familie/Freundschaftskreis/Verein/ geführt werden würden, hätten wir eventuell auch mehr Organspender.
Scheint allerdings immer noch ein Tabuthema zu sein, kocht gerade nur politisch wieder einmal hoch.
Vollkommen OK, dass du mich hier erwähnst. Diese Gespräche haben ich schon mit vielen Leuten geführt, wenn auch nicht ganz so plakativ. Ich habe auch immer ein paar Ausweise dabei und bin auch schon einige losgeworden.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Berlinmensch, Mythbuster, magfoo und eine weitere Person

magfoo

Aktives Mitglied
Mitglied seit
20.10.2019
Beiträge
1.858
Ich verstehe halt nicht warum alle anderen Mitgliedsländer von Eurotransplant die Wiederspruchslösung haben, nur bei uns geht das nicht. Was macht uns bei dem Thema so anders?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: MrBaud

magfoo

Aktives Mitglied
Mitglied seit
20.10.2019
Beiträge
1.858
Eutin: ge au das was du pervers findest finde ich auch so.
Ich will aber eben schon halbwegs sicher sein, daß meine Organe nach medizinischer Notwendigkeit verteilt werden und nicht nach beliebigen Kriterien. Genau wie ich hoffe im Fall der Fälle als Empfänger genauso viel zu zählen wie jeder andere auch. Dazu haben wir Eurotransplant.
Was machen wir wenn die uns rausschmeißen?
 

EutinOH

unregistriert
Mitglied seit
07.09.2007
Beiträge
3.695
Was machen wir wenn die uns rausschmeißen?
Wir haben es hier mit zwei unterschiedlichen Sachen zu tun.
Zum ersten die persönliche Entscheidung zu spenden, die jeder Einzelne nur alleine fällen kann.
Zum zweiten die politischen Konsequenzen/Entscheidungen/Gesetze, auf die wir nur einen sehr geringen Einfluss haben, da diese, auch nach unserem Tod, jederzeit änderbar sind.
Wie soll man das vereinbaren?
Ich denke, das meine Organe trotzdem ein Leben retten können, auch wenn wir bei Eurotransplant (oder sonst wo!) rausfliegen.
Sonst hätte ich mich gar nicht erst dafür entschieden ... erfahren werde ich es sicherlich nicht mehr ;)
 

lulesi

Aktives Mitglied
Mitglied seit
25.10.2010
Beiträge
5.660
Steht in der von Olivetti verlinkten Statistik. Es waren wirklich 975 Organe, die 2019 in Deutschland gespendet wurden.
Da wäre ich mir nicht sicher.
Entweder Du oder ich interpretieren die Statistik falsch.
Da steht nur dass "Any Organ" 975 Stck gewesen sein.

Da aber in den Spalten darüber 904 Nieren, 433 Herzen, 530 Lungen, 944 Lebern und 271 Bauspeicheldrüsen aufgeführt wurden,
können es auf gar keinen 975 Organe zusammen gewesen sein, da deren Addition bereits 3082 Organe sind.

Ich vermute dass es sich bei "Any Organ" um andere Organe handelt, die nicht zu den oben angeführten Hauptgruppen gehörten.

In der Summe komme ich auf 4057 Organe, wovon natürlich mehrere von einem Spender gekommen sein werden.
 

WollMac

Aktives Mitglied
Mitglied seit
18.06.2012
Beiträge
8.846
Da wäre ich mir nicht sicher.
Entweder Du oder ich interpretieren die Statistik falsch.
Da steht nur dass "Any Organ" 975 Stck gewesen sein.

Da aber in den Spalten darüber 904 Nieren, 433 Herzen, 530 Lungen, 944 Lebern und 271 Bauspeicheldrüsen aufgeführt wurden,
können es auf gar keinen 975 Organe zusammen gewesen sein, da deren Addition bereits 3082 Organe sind.

Ich vermute dass es sich bei "Any Organ" um andere Organe handelt, die nicht zu den oben angeführten Hauptgruppen gehörten.

In der Summe komme ich auf 4057 Organe, wovon natürlich mehrere von einem Spender gekommen sein werden.
Du hast recht...
 

magfoo

Aktives Mitglied
Mitglied seit
20.10.2019
Beiträge
1.858
Da wäre ich mir nicht sicher.
Entweder Du oder ich interpretieren die Statistik falsch.
Da steht nur dass "Any Organ" 975 Stck gewesen sein.

Da aber in den Spalten darüber 904 Nieren, 433 Herzen, 530 Lungen, 944 Lebern und 271 Bauspeicheldrüsen aufgeführt wurden,
können es auf gar keinen 975 Organe zusammen gewesen sein, da deren Addition bereits 3082 Organe sind.

Ich vermute dass es sich bei "Any Organ" um andere Organe handelt, die nicht zu den oben angeführten Hauptgruppen gehörten.

In der Summe komme ich auf 4057 Organe, wovon natürlich mehrere von einem Spender gekommen sein werden.
Die anderen links sprechen aber eine andere Sprache. Von der Größenordnung her würde es auch passen. 975 Leute haben demnach "any Organ" gespendet. Da pro Spender mehr als 3 Organe anfallen ist die Summe der einzelnen Organe um den Faktor größer.
 

Prinz Herbert

Aktives Mitglied
Mitglied seit
02.06.2013
Beiträge
1.304
Woher kommt nur diese ständige unbegründete Skepsis gegen alles ?
Gegen Windräder, Impfen, 5G, Organspende.....usw...man greift sich an den Kopf
Ist das die berühmte "German Angst" ????
Ne, das ist die German politische Kultur, die aufgrund der deutschen Geschichte den anderen westlichen Industrieländern immer noch einen Schritt hinterherhinkt, was das Ersetzen von Debatten durch lärmende, hemdsärmelige, Zwischentöne nicht mehr duldende "So machen wir das"-Politik betrifft.

Wobei man natürlich differenzieren muss.

Windräder finden fast alle gut. Nur nicht im Einzelfalle vor der eigenen Haustür - das wird in anderen Ländern nicht anders sein.

Impfen und Organspende sind Dinge, die diskutiert gehören - wenn es darum geht, sie zur Pflicht zu machen bzw. zur Norm zu erklären. In einem demokratischen, liberalen Rechtsstaat muss immer sorgfältig zwischen den Interessen des Individuums und der Allgemeinheit abgewogen werden. Man kann's natürlich auch lassen, darf sich dann aber nicht wundern, wenn man irgendwann keinen demokratischen, liberalen Rechtsstaat mehr hat.

5G: Wie steht's um die Resilienz einer Gesellschaft, die sich immer direkter von IT abhängig macht, wobei ja auch geopolitische Erwägungen eine Rolle spielen (dürfen chinesische Konzerne hier mitmischen?). Es ist auch nicht einfach nur "Aluhut"-Gehabe, wenn sich Menschen fragen, ob es bei dem drahtlosen Datenverkehr nicht doch irgendwann mal einen Punkt geben könnte, wo's gesundheitsschädlich wird.

Was mir generell widerstrebt, ist diese Haltung: Was soll das blöde Gequatsche, das ist doch nur Spinnerei. Und immer gleich dazu das Argument: Das ist "typisch deutsch", ja, wir verpassen den Anschluss an die Zukunft, wenn wir uns immer so anstellen.
 

magfoo

Aktives Mitglied
Mitglied seit
20.10.2019
Beiträge
1.858
Was mir generell widerstrebt, ist diese Haltung: Was soll das blöde Gequatsche, das ist doch nur Spinnerei. Und immer gleich dazu das Argument: Das ist "typisch deutsch", ja, wir verpassen den Anschluss an die Zukunft, wenn wir uns immer so anstellen.
Oft ist es nunmal wirklich nur Spinnerei. Zumindeat für die einen. Für die andere ist es unter Umständen todernst.

Allerdings sehe ich das Problem mit dem Anschluss an die Zukunft eher andersrum: in viele Fällen ist das Recht einiger weniger zu stark zum Nachteil der Gesamtgesellschaft.
Ich komme aus einer hessischen Kleinstadt. Hier verhindern Bürgerinitiativen alles was neu ist: Altenheime, JVAs, Moscheen etc. Das ist so schlimm dass sogar schon Diplomarbeiten zum Thema "Streitkultur" geschrieben wurden in denen der Ort als negatives Beispiel dient.

Bei uns im Nachbarort gabs wirklich das Beispiel eines neuen Sendemastes der Telekom und sofort einsetzenden Kopfschmerzen. Das Ding war noch gar nicht eingeschaltet. Das ist Spinnerei.
 

Berlinmensch

unregistriert
Mitglied seit
30.12.2019
Beiträge
223
Bei uns im Nachbarort gabs wirklich das Beispiel eines neuen Sendemastes der Telekom und sofort einsetzenden Kopfschmerzen. Das Ding war noch gar nicht eingeschaltet. Das ist Spinnerei.
Erinnert mich an einen Beitrag, der vergangene Woche im TV lief. Komme aber grade nicht drauf, welche Sendung das war. Neue ICE Trasse. 800m vom Ort entfernt. Bürgerinitiative, natürlich. Einschränkung der Lebensqualität. Da fasst man sich echt an den Kopf. Vor allem, wenn man mal schaut, wieviel 800m räumlich entfernt bedeutet. Ist ja nicht direkt am Gartenzaun.
Sorry, das OT musste jetzt mal sein.
 

Deine Mudda

Mitglied
Mitglied seit
21.02.2014
Beiträge
861
Ich wär ja dafür, dass Organspenden vergütet werden. Die Krankenkassen könnten doch z.B. problemlos die Bestattungskosten des Spenders übernehmen.

Ich wette, die Anzahl der Organspender würde sofort um mindestens 2642,3% steigen.
 

WollMac

Aktives Mitglied
Mitglied seit
18.06.2012
Beiträge
8.846
Ich wär ja dafür, dass Organspenden vergütet werden. Die Krankenkassen könnten doch z.B. problemlos die Bestattungskosten des Spenders übernehmen.
Klingt zunächst mal vernünftig, aber mehr sollte es auch nicht sein. Nicht dass sich arme Leute durch Organverkauf finanzieren...
 

fa66

Aktives Mitglied
Mitglied seit
16.04.2009
Beiträge
13.760
… Die Krankenkassen könnten doch z.B. problemlos die Bestattungskosten des Spenders übernehmen. …
Interessant.

Ich seh’ da aber schwarz — wo die Politik schon nichtmal bereit ist, den Totenschein wieder in die Kassenleistung aufzunehmen.
 

Deine Mudda

Mitglied
Mitglied seit
21.02.2014
Beiträge
861
Klingt zunächst mal vernünftig, aber mehr sollte es auch nicht sein. Nicht dass sich arme Leute durch Organverkauf finanzieren...
Es geht dabei ja nicht um Lebendspenden. Soweit ich weiß, gibt es das ja heute schon, dass Menschen z.B. eine Niere verkaufen.

Ich bezog mich aber auf Organspenden zu einem Zeitpunkt, wo man selbst keine Verwendung mehr dafür hat.
 

magfoo

Aktives Mitglied
Mitglied seit
20.10.2019
Beiträge
1.858
Erinnert mich an einen Beitrag, der vergangene Woche im TV lief. Komme aber grade nicht drauf, welche Sendung das war. Neue ICE Trasse. 800m vom Ort entfernt. Bürgerinitiative, natürlich. Einschränkung der Lebensqualität. Da fasst man sich echt an den Kopf. Vor allem, wenn man mal schaut, wieviel 800m räumlich entfernt bedeutet. Ist ja nicht direkt am Gartenzaun.
Sorry, das OT musste jetzt mal sein.
Haha, das dürfte um den gleichen oder einen Nachbarort gegangen sein

Derzeit wird dort die neue ICE-Trasse Fulda-Frankfurt geplant. Sehr kontrovers das ganze.
Von Berlin aus betrachtet alles sehr, Hmm, dörflich...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Berlinmensch
Oben