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Kann/darf man Religion unterrichten, ohne gläubig zu sein?

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  1. iNyx

    iNyx Mitglied

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    Also wenn hier irgendwas theoretisch ist, dann ist es ein Gottglaube.
     
  2. Prinz Herbert

    Prinz Herbert Mitglied

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    Das hört sich nicht nach einem Scherz an, sondern nach einem in sich geschlossenen Gedankengebäude, das sich gegenüber Kritik immunisiert hat.

    Nun will ich gar nicht in Abrede stellen, dass es sowas geben soll, unbedingt sogar soll es das geben. Träume und Gefühle zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie sich einer Bewertung komplett entziehen, und ihre Ausdrucksformen: Kunst, Literatur, Musik, letztendlich auch. Eine Märchenwelt - so schön sie auch ist: mit Göttern, Engeln, Cherubim und Serafim, Gottmensch, "dem Guten" und "dem Bösen", usw. - mag ein Weg zum "Ich" sein, eine Verteidigung des Individuell-Persönlichen; doch sie ist niemals ein Zugang zu objektivierbaren Erkenntnissen. Und das ist der Punkt hier: Man darf diese Ebenen nicht zusammenmischen und auch nicht als gleichwertig betrachten, wie Franziskus es fordert. Da kommt nur Scheiße dabei heraus.
     
  3. punkreas

    punkreas Mitglied

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    Ich widerspreche Dostojewski und deiner existenzialistischen perspektive: In einer gesellschaft mit oder ohne gott kann niemals alles erlaubt sein, selbst in einer anarchie nicht. Der mensch ist immer zur eigenverantwortung verdammt, kein gott und/oder kein mensch entlässt ihn daraus.
     
  4. WollMac

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    Die spannende Frage ist doch: was sind "objektivierbare Erkenntnisse" und gibt es die überhaupt?
    Merke: Realität ist der ursprüngliche Rorschach-Test.
     
  5. Fleetwood

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    Erkenntnis aus der Transzendentalen Kriminologie: Wer hat mehr Menschen auf dem Gewissen? Gott oder Satan?
    Wenn Du die ganzen biblischen Erzählungen zusammenpackst, bekommst Du das Bildnis eines martialischen Gottes. Zusammengerechnet kommt Gott auf ca. 25 Mio Morde - Sodom und Gommorah mitgerechnet. Satan kommt dagegen lediglich auf 10 bis 60 Morde.
    Sollte uns das nicht zu denken geben? :suspect:
    Ich denke nicht. :teeth:
     
  6. MacEnroe

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    Ich glaube, so ganz falsch lag ich dann doch nicht ... :o
     
  7. magfoo

    magfoo Mitglied

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    Doch lagst du.
    Wir sind nur schon Jahre über dieses Stadium wie hier mit Marina hinweg.
    Es gibt zwar kleinere Subthemen die wir nicht mehr diskutieren, aber im grossen und ganzen können wir über alle religiösen Themen reden ohne dieses Geschwurbel(mir fällt kein besseres Wort ein)

    Kurz: hast du schon mal fest genug daran geglaubt?

    Und schwup: Totschlagargument.
    Wer denkt ist raus.

    die Frage "merkst du noch was?" ist dann wohl beantwortet.
    Wahrnehmungen die man nicht wahrnimmt, also selber nicht merkt:noplan:
     
  8. WollMac

    WollMac Mitglied

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    Das hat zwar mit den objektivierbaren Erkenntnissen, von denen der Prinz und ich redeten, nichts zu tun, aber OK.
     
  9. Difool

    Difool Frontend Admin

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    "Vom Herzen her gläubig…" – bin ich tatsächlich schon bei einigen Dingen; die haben aber nichts mit "dem Herrn oder dessen Sohn" zu tun.
    Oder besser gesagt, sind die Schriften die diese Dinge erzählen, nun mehr für mich etwas, was über die Jahrtausende vom Menschen zusammengetragen worden wurde,
    die einerseits entweder in der Machtposition waren dies zu tun oder wohlmöglich zu einem "Mittel zum Zweck" taten.
    Auch die fortwährenden jahrhundertlangen Überarbeitungen der Inhalte dieser Geschichten, und wie auch das AT und NT sich aufteilen usw..
    Vorne das "an- oder abgewandelte" Judentum und hinten das Christentum.

    Es stimmt schon, dass eine Faszination für Menschen, die sich der allgemeinen Physik entledigen könnten, sehr interessant ist.
    Als Kind empfand ich die Person Jesu eine ganze Zeit lang sehr interessant, weil es heisst, er habe "Wunder" vollbringen können.
    Irgendwann habe ich dann dies mit den realen Tatsachen der lebenden Menschen verglichen, geprüft und erörtert.
    Die Person Jesu war mit Sicherheit ein Mensch mit sehr besonderen Redekünsten, der es vermochte einer grösseren Menge von hungrigen Zuhörern,
    ihre eigenen wenigen essbaren Mittel alle zusammen zu geben/legen, um alle Anwesenden etwas essen lassen zu können.
    So "macht" man dann aus einem Fisch 12 oder aus einem Brot 20 usw.
    Da liegt "das Wunder" aber an oder in der Überzeugungskraft dieses einzelnen Menschen.

    Der menschliche Drang die Realität teilweise verdrängen zu wollen, beinhaltet imo auch schon deine Aussage etwas nicht erklären zu können/wollen,
    wenn die gegenüberstehende Person nicht aus der eigenen Sichtweise dazu in der Lage sein könnte, dies zu verstehen.
    Das macht die Dinge zumindest einfacher.

    "Wahrnehmungen, sogar jene, die man an sich i. R. nicht wahrnimmt…"
    Da sagst du etwas – nämllich einer meiner "Propheten", Philip K. Dick bzw., schrieb sehr sehr viel und auch sehr sehr interessantes dazu.
    Sogar auch in einer Zeit, wo all die Dinge über die er schrieb, entweder noch nicht erfunden worden waren oder diese Sichtweisen und Erkenntnisse noch nicht vorhanden waren.

    Nochmal also: "Wahrnehmungen, sogar jene, die man an sich i. R. nicht wahrnimmt…"
    Das ist so ausgesagt, imo sogar exakt einer der Hauptpunkte des Menschseins.
    Als gläubiger Mensch – nimmst du bsw. das Zitat oben über Dicks Sicht der Dinge – kannst Du oder "man" sich dieser Art Sichtweise entziehen.
    Nach Regeln und/oder Anleitungen eines Sammelwerks von Interpretationen von Generationen von Menschen.

    Letztens erfuhr ich bsw., dass die Mathematik beweiskräftig dazu in der Lage ist, zu errechnen, dass unsere Realität aus der 2-Dimensionalität kommt.
    Die Variablen und Rechnungen gehen auf und scheinen richtig zu sein – kann nur niemand nachvollziehen, wie das auszusehen hat oder hätte.
    Die Mathematiker können mit dieser Information noch nicht viel anfangen, sind aber erstmal sehr beeindruckt, da die Mathematik ja "logisch nicht lügen kann".
    Ebenso gibt es Dinge in der Biologie, die dem Menschen für ihre Realität noch nicht aufgeschlossen sind.

    Für mich gibt es bsw. eine Hoffnung für das "Seelenheil" der Menschen: Erde oder Boden bzw. Mutterboden/-erde ergo sprich Bakterien, wie Mikro- und Makroorganismen.
    Wenn du so möchtest ist mein Verständnis von "göttlichen Gaben" aus der Natur, und "Gott" ist ein Bakterium.
    Nicht "ein" Bakterium, sondern "das Bakterium an sich", da es alles beeinflusst: von unserem Gehirn und dem Lebensraum, in dem wir vorhanden sind – nur sein können.
    Selbst dein Handeln und Glauben wird von Bakterien, die in dir und auf dir sind und leben (und das sind übrigens gut und gerne über 2kg) beeinflusst.
    Sie können Welten erschaffen oder zerstören. Können Leben ermöglichen oder verhindern. Und sie sind sogar zeitlos in ihrer Existenz, sowie sogar der Physik und Chemie erhaben.

    Wie du anhand meiner kleinen Wahrnehmung hier schon sehen könntest, wie die Realität und das Erfassen von Wahrnehmung unterschiedlich sein kann,
    so sind imo alle Dinge, die weltlichen und spirituellen von diffus bis divers.
    Schau dir bsw. mal als gläubige Christin die Spiritualität der australischen Ureinwohner an – die Traumzeit.

    Fazit:
    Religionen sind eher immer in einer Art "menschlich konstruiert" – Spiritualität hingegen ist …mmh… eher etwas "gasförmig flüssiges" und individuelles, wie das Atmen.
    Und auch überall auffindbar – sogar ausserhalb von Religionen.
     
  10. magfoo

    magfoo Mitglied

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    Naja. Das kommt halt aufs Modell an welches man gerade bevorzugt. In einem Schöpfermodell z.B. kann man so gut wie gar nichts beweisen.

    Die Mathematik kann übrigens keine Realität beweisen. Die liefert nur das Werkzeug für solche theoretischen Überlegungen und Beweise.
     
  11. magfoo

    magfoo Mitglied

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    Mein Handeln und Glauben wird dann aber auch von Aminosäuren, Mineralien, dme Sonnenstand etc beeinflusst.

    Bakterien sind weder zeitlos noch der Physik oder Chemie "erhaben".
     
  12. Difool

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    Natürlich, und heute sogar noch mehr denn je, weil etwas mehr alltägliche Chemie bei ist.
    Weil… – bzw. warum und wie kommst du darauf?

    edit:
    Ich sag mal so: nichts ist vollkommen.
    Aber es gibt Bakterien, die tausende von Jahren existieren können,
    in allen möglichen uns bekannten lebensfeindlichen Situationen und sogar der Anachronistische Evolution fähig sind.
    In religiösen Schriften, auch der Bibel, stehen imo weit weniger imposante Details.

    edit2:
    Ich muss mich jetzt mal selbst revidieren:
    Nicht nur Soziologie sollte statt Religionsunterricht vorhanden sein, sondern sinnvollerweise auch – oder gar besser: Biosoziologie.
    Danach könnt man dem menschlichen Individuum eine Hinwendung zu einer Glaubensrichtung oder halt Religion privat freistellen.
    Damit umginge man einer institutionellen und vorgefertigten Rahmenbedingung.
    Aber das macht "man" so… und "man" tut das nicht. Amen und Basta.
     
  13. MacEnroe

    MacEnroe Mitglied

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    Ich denke: (das will aber nix heißen :D )

    Zum Glauben muss man eine Neigung haben. Eine Grundhaltung zu bestimmten Dingen. Ich habe
    mal gelesen, dass sogar ein Bereich des Gehirns messbar stärker ausgeprägt ist. Naja, jedenfalls
    kann man das nicht einfach „einschalten“, es muss (in der Kindheit oder genetisch oder wie auch
    immer) angelegt sein.

    Viele, ich sage, die meisten, die religiös erzogen sind, und deshalb auch glauben „wollen“, haben
    trotzem ein Problem damit. Es hilft auch nichts, sich mit hunderten von Büchern mit dem Glauben
    auseinander zu setzen, oder Thelogie zu studieren. Die Kirche sagt (schlau) dazu, dass Zweifel
    normal sind und zum Glauben dazugehören. Also wenn man zweifelt, weiß man, an was es liegt,
    an einem selbst, es ist der Anfang der Sünde, der Abkehr vom Glauben. Deshalb muss man täglich
    an seinem Glauben „arbeiten“. In die Kirche gehen, beten.

    Es gibt Menschen, die können diesen Zweifel ausblenden. Eine Vorstellung des Jesus an ihrer Seite
    ist einfach da und fest und je mehr Zweifel von außen kommen, desto fester wird diese Bindung.
    Religiöse Feinheiten oder Ungereimtheiten spielen dann keine Rolle. Aus der Bibel wird gelesen
    und geglaubt, was gefällt. Im Grunde reicht Jesus und seine Liebe, und die Feste und Gottesdienste
    und Lieder, in denen man ihn preist. „JESUS LOVES“ Mehr braucht es nicht.
     
  14. Difool

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    Ja, durchaus und es muss sogar trainiert werden – von sich aus "glaubt" so erstmal niemand an irgend etwas.
    Und ein trainiertes Gehirn, unser menschliches Hirn sowieso, neigt zur Pareidolie.
    Je nach Training und persönlicher Sicht sieht man dann sogar explizite Dinge.
    Von Ufos, BigFoots und Nessies bis hin zu blutränengebenden Marien-Statuen usw und so fort.

    Ein Sinn- oder Ideengeber muss vorhanden sein, damit eine gedankliche Richtung primär versiert werden kann.
    Danach erfolgt der Entscheid dafür oder dagegen – je nach Einfluss der Umgebung und/oder Mitinteressenten.
    Oder auch schlicht Menschen, die davon einen Vorteil haben sollten, das Du an irgend etwas glaubst (Sekten bsw).
    Der menschliche gedankliche Fokus, bzw. der erlernte und/oder gesellschaftliche spielt da wohl auch eine entscheidene Rolle.
    Evtl. könnte Userin @Marina mal dazu erwähnen, durch wen oder wodurch sie explizit zu dem chr. Glauben gekommen ist.
    Denke mal nicht, dass sie holter-di-polter aus ihrer Lebenslage heraus von selbst darauf kam.

    Schliesslich kann man ja auch "Gutes tun" ohne jemals an eine Religion gebunden sein zu müssen.
    "Der heilige Geist" ist so ja auch nur eine Idee – ein ziemlich seltsames bis fantastisches Idee-Konstrukt nebenbei bemerkt.

    Habe eben nachgelesen, dass bei den Neu-Apostolen die direkte Kommunikation zu Verstorbenen,
    sie nennen es "Entschlafenen", verpönt und sogar Sünde sei.
    Auch recht seltsam.
    Religion ist für mich zunehmend und auch immer mehr insgesamt recht seltsam, je älter ich werde.

    Zumindest habe ich gelernt, dass es nicht hilfreich ist, bei Jehova-Anhängern, die einen anquatschen,
    Satan als Thema vorzuschlagen – denn der ist bei denen eine Art "big part" für deren Art von "Endlösung ihres 1000 jährigen Reichs" der Braven und Guten.
    Gefühlsmäßig wird das alles immer toller und doller, je tiefer man in diese Idee-Blasen absteigt und sich informiert.
    Mittlerweile befürchte ich wirklich, das wenn dabei dann keine unterstützende Gemeindschaft vorhanden ist, die Leute mit "Glauben" irre und bekloppt werden könnten,
    weil das alles schon "etwas zu fantastisch" und seltsam ist. Der "Glaube" an sich muss anscheinend immer irgendwie erklärt werden.
    Und immer sind es irgendwelche andere, die das für einen machen müssen oder gar wollen/sollen.

    Viele Menschen innerhalb solcher Instutitionen haben ebenso "üblichen Dreck am Stecken", wie alle anderen Menschen auch.
    Geschichtlich gesehen sogar noch mehr als üblich.
    Idee gut, Ausführung mangelhaft…

    Gestern sah ich mir eine 2-teilige Doku darüber an, wie die Franzosen damals "ihre" Protestanten, die Hugenotten, "wegmachten".
    Auch sehr kurios – allerdings interessant, dass wenn sie es nicht vollzogen hätten, gäbe es die heutigen deutschen Hansestädte so nicht.

    Gibt es eigentlich eine rein nihilistische Kirche? :crack:
     
  15. Difool

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    Im Übrigen kann ich sehr folgenden Roman empfehlen:
    Die Bibel nach Biff

    Die Jugendjahre von Christus/Jesus erzählt von seinem besten Freund Biff.
    Humorvoll und denn noch mit Respekt geschrieben.

    In diesem Sinne: Kaffee-Latte für alle. :crack:
     
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