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Kann/darf man Religion unterrichten, ohne gläubig zu sein?

Diskutiere das Thema Kann/darf man Religion unterrichten, ohne gläubig zu sein? im Forum MacUser Bar.

  1. WollMac

    WollMac Mitglied

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  2. EutinOH

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    Tolles Buch, schon zweimal gelesen, was bei mir eher selten der Fall ist.
     
  3. EutinOH

    EutinOH Mitglied

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    Eines von den beiden habe ich gelesen, ich denke “Der Junior Chef“, muss ich mal nachschauen.
    Das andere werde ich mir dann wohl umgehend besorgen ...
     
  4. Prinz Herbert

    Prinz Herbert Mitglied

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    Zu ergänzen wäre, dass Religionen Fragen beackern, die jedem Menschen unter den Nägeln brennen muss: Was soll das alles? Was ist der Sinn des Lebens? Wieso gibt es eigentlich die Welt, in der ich lebe?

    Und es sind Fragen, die sich nicht oder nicht befriedigend, endgültig beantworten lassen. Auch die Wissenschaft kann es nicht. Die große Schwierigkeit liegt nun darin, zu akzeptieren, dass sich der letzte Grund für unsere Existenz nicht bestimmen lässt. In der Tat neigen Menschen dazu, sich Ersatz-Erklärungen zurechtzubasteln, wenn sie keine Ahnung haben. Der Grund dafür liegt natürlich auch in der Evolution: Man kann in Gefahrensituationen keine Untersuchungen darüber anstellen, was denn nun wirklich los ist. Wo belastbare Daten fehlen, werden sie mit irgendwas gefüllt, damit eine Entscheidungsgrundlage da ist.

    Die Erklärung "Gott" ist aber nicht einfach nur irgendein Lückenbüßer. Auch hier scheint ein evolutionär verankertes Verhalten zu greifen, nämlich die, sich einem Alphatier zu unterwerfen.
     
  5. magfoo

    magfoo Mitglied

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    Die Frage muss eher lauten: wie kommst du darauf?

    Diese Situationen sind für uns Menschen lebensfeindlich. Sie sind nicht unbedingt für alles und jeden lebensfeindlich.

    Hast du Kinder? Du wirst es nicht für möglich halten an was und wen die alles glauben: komplett von sich aus. Das was du

    Auch das ist nicht richtig. Es gibt viele Menschen denen das total egal ist.
    Die Frage nach dem Sinn des Lebens impliziert einen Sinngeber. Wieso haben religiöse Menschen eigentlich so ein Problem damit einfach zufällig zu existieren?
    Es gibt die Welt weil sie entstanden ist. Einen tieferen Sinn in Form eines Planes, einer willentlichen Entscheidung o.ä. gibt es nicht.
     
  6. Prinz Herbert

    Prinz Herbert Mitglied

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    Ne, nur oberflächlich. Spätestens wenn gravierende Brüche im Leben auftreten oder das eigene Leben bedroht ist, kommen diese Fragen schnell nach oben. Insofern haben die Religionsvertreter absolut recht. Nur: Sie haben leider auch keine Antworten, die wirklich weiterhelfen.
     
  7. fa66

    fa66 Mitglied

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    Du meinst sowas wie »In Schützengräben gibt es keine Atheisten«, was als Spruch mindestens so alt ist wie Ypern und Verdun.
     
  8. magfoo

    magfoo Mitglied

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    Gibt es da eine Studie zu?
    Ich kann das weder bei mir noch im atheistischen Teil meines Umfeldes nachvollziehen. Weder bei den Jungen noch bei den Alten. Es gibt einzelne, ja, aber defintiv nicht die Mehrheit.
     
  9. punkreas

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    Man kann skeptiker und gläubig zugleich sein. Man wird dabei auf widersprüche in seiner jeweiligen religion stoßen, das finde ich gut. Ich glaube, gott braucht keine religion. Trotzdem sage ich, ich bin christ.
     
  10. MacEnroe

    MacEnroe Mitglied

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    Mein Nachbar (als er noch lebte) hat mir erzählt, dass er im Krieg in Frankreich seinen Glauben verloren hat.
    Seitdem hat er gar nichts mehr geglaubt.

    Ich glaube auch nicht, dass ein Atheist in Notsituationen gläubig wird.
     
  11. MacEnroe

    MacEnroe Mitglied

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    Das ist klar, wie ich geschrieben habe, es gibt sehr gläubige Menschen, denen sind die
    Widersprüche egal und die Dogmen der Kirche auch.

    Zweifel, ob Jesus wirklich für sie gestorben und auferstanden ist, sind aber was anderes.
    Man kann gläubig sein und zeitweise zweifeln. Aber nicht beides gleichzeitig.
     
  12. punkreas

    punkreas Mitglied

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    Das meine ich nicht. Ich finde die widersprüche spannend. Ich bin neugierig auf die unterschiedlichen widersprüche in verschiedenen religionen. Die sind menschengemacht, also losgelöst vom spirituellen.
     
  13. Prinz Herbert

    Prinz Herbert Mitglied

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    Studien dazu kenne ich nicht, und wie man auf diesem Wege an belastbare Daten kommen wollte, weiß ich auch nicht. Meine Vermutung: Je härter das Leben und die Perspektiven im Diesseits, umso stärker der Wunsch nach einem besseren Leben im Jenseits; entsprechende Verheißungen durch Religionen werden also attraktiver.
     
  14. magfoo

    magfoo Mitglied

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    Dann dürfte es keinen Buddhimus geben...
     
  15. punkreas

    punkreas Mitglied

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    Das ist eine möglichkeit. Besonders hart ist das leben im krieg. Im Dreißigjährigen Krieg lässt Grimmelshausen seinen Simplicissimus im ersten großen deutschsprachigen roman überhaupt sagen:
    Ich antwortet: »Der Herr Pfarrer hört ja wohl, daß ich ein Christ bin, und wenn ich keiner wäre, so würde ich mich nicht so oft in der Predigt haben eingefunden, im übrigen aber gestehe ich, daß ich weder petrisch noch paulisch bin, sondern allein simpliciter glaube, was die zwölf Artikel des allgemeinen hl. christlichen Glaubens in sich halten, werde mich auch zu keinem Teil vollkommen verpflichten, bis mich ein oder ander durch genugsame Erweisungen persuadiert zu glauben, daß er vor den andern die rechte wahre und allein seligmachende Religion habe.« »Jetzt«, sagte er, »glaube ich erst recht, daß Er ein kühnes Soldatenherz habe, sein Leben tapfer dran zu wagen, weil Er gleichsam ohne Religion und Gottesdienst auf den alten Kaiser hinein dahinleben und so frevelhaftig seine Seligkeit in die Schanz schlagen darf! Mein Gott, wie kann aber ein sterblicher Mensch, der entweder verdammt oder selig werden muß, immermehr so keck sein? Ist der Herr in Hanau erzogen und nit anders im Christentum unterrichtet worden? Er sage mir doch, warum Er seiner Eltern Fußstapfen in der reinen christlichen Religion nicht nachfolget? Oder warum Er sich ebensowenig zu dieser als zu einer andern begeben will, deren Fundamenta sowohl in der Natur als Hl. Schrift doch so sonnenklar am Tag liegen, daß sie auch in Ewigkeit weder Papist noch Lutheraner nimmermehr wird umstoßen können?« Ich antwortet: »Herr Pfarrer, das sagen auch alle anderen von ihrer Religion, welchem soll ich aber glauben? ...« https://gutenberg.spiegel.de/buch/simplicius-simplicissimus-5248/86

    Den vom religionskrieg gebeutelten treiben zweifel, nicht die aussicht auf ein besseres leben im jenseits. Statt studien werden sich haufenweise solche ansätze in der literatur finden. Ich arbeite mit geflüchteten, meist aus kriegsgebieten, meist muslime. Sehr wenige von denen haben einen starken bezug zur religion. Manche im gegenteil, weil schließlich vorgegebener religionseifer ihre heimat in den krieg und sie selbst in die flucht getrieben hat.
     
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