Gender-Diskussions-Thread

punkreas

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Natürlich frage ich das nicht ohne grund: Du verlinkst hier nur die bz, die schon aus zweiter hand zitiert. Im Mai gab es bereits eine umfrage von Infratest dimap, deren fragestellung sehr manipulativ war. Da wurde etwa abwertend von gendersprache statt von genderneutraler sprache gesprochen oder: "Die gendergerechte Schreibweise Binnen-I “WählerInnen” wird der normalen Schreibweise “Wählerinnen und Wähler” entgegengesetzt. Dabei ist “Wählerinnen und Wähler” selbst eine gendergerechte Schreibweise."
https://geschicktgendern.de/ist-gen...-umfrage-von-infratest-dimap-welt-am-sonntag/

Die vermutung liegt nahe, dass auch hier die leute, die auf das wort gendern allergisch reagieren, nicht weiter differenziert haben. Und dabei nicht merken, dass sie längst selbst gendern – wie hier –, es sich also gar nichts ändert.
 
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Mahonra

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Ja, ich weiß. Da steht aber der wortlaut nicht. Oder nur hinter dem link, den ich als unregistrierter nicht öffnen kann.
Region
Deutschland

Erhebungszeitraum
13.07.2021 bis 15.07.2021

Anzahl der Befragten
1.224 Befragte

Altersgruppe
ab 18 Jahre

Besondere Eigenschaften
Wahlberechtigte

Art der Befragung
Telefonische Befragung

Hinweise und Anmerkungen
Diese Frage wurde bei der Befragung in folgendem Wortlaut gestellt: "Zurzeit wird viel über das Thema geschlechtergerechte Sprache diskutiert, also eine Sprache, die alle Geschlechter mit einbezieht. Wie wichtig finden Sie es, dass in den Medien weitgehend auf eine geschlechtergerechte Sprache geachtet wird, …
- sehr wichtig,
- wichtig,
- weniger wichtig oder
- überhaupt nicht wichtig?

Die Quelle macht keine Angaben zu fehlenden Prozentpunkten an 100 Prozent.
 

punkreas

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Die Quelle macht keine Angaben zu fehlenden Prozentpunkten an 100 Prozent.
Die quelle macht keine angaben zur definition von sprache, die alle geschlechter mit einbezieht.

Also: Wer sich über Vergewaltiger:innen aufregt, macht gleich sein kreuzchen bei überhaupt nicht wichtig, während Person, Fachkraft, Leiche, Opfer, Koryphäe gar nicht als gegendert erkannt werden.
 

magfoo

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Blöde Frage, aber wie gut klappt das alles eigentlich mit Screenreadern, Braillzeilen etc?
Ist dieses *- oder :-Gendern barrierefrei?
 

Difool

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Blöde Frage, aber wie gut klappt das alles eigentlich mit Screenreadern, Braillzeilen etc?
Ist dieses *- oder :-Gendern barrierefrei?
Ist bzw. sind nicht barrierefrei.
  • Wer eine Sprachausgabesoftware benutzt, bekommt in vielen Fällen „Autor-Stern-innen“ oder „Expert-Unterstrich-innen“ vorgelesen.
  • In der Blindenschrift Braille sind manche Zeichen doppelt belegt und die Lesart ist eine andere als bei der Standardschrift für sehende Menschen.
In der Kurzschrift sind manche Braillezeichen doppelt belegt. Schließlich bietet das Punktesystem lediglich 64 Kombinationsmöglichkeiten. Darunter befinden sich auch einige der Sonderzeichen, die wir zum Gendern verwenden:
  • ⠔ steht gleichzeitig für das Sternchen und für „in“
  • ⠒ steht für den Doppelpunkt und „al“
  • ⠲ steht für den Schrägstrich und „un“
Quelle: https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/barrierefrei-gendern/
 

erikvomland

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Was ist den eigentlich so schwer dran, Ihre oder wenigstens "deine Kunden und Kundinnen" zu schreiben..?
Anstatt liest man da nur noch von "deine Kund:innen" allüberall aus der Feder einer Texterin die sich als hochprofessionell skizziert.

Das ist halt das blöde, dass nicht sinnvoll erweitert wird sondern eher auf Verstümmelung gesetzt wird, bisschen die Hauptsache "Schwanz ab" Mentalität.
Du, so ist das doch Mist Lucia-Clara..
 

punkreas

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aus der Feder einer Texterin die sich als hochprofessionell skizziert.
Manche profis müssen sich vielleicht etwas mehr sprachgefühl antrainieren. Du kannst auch stolperfrei "deine kundschaft" schreiben.

Aber reg dich nicht auf, mach einfach vor, wie's besser geht.
 
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Sym

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Das ist Snowflake-Argumentation at its best.
Statt zu hinterfragen: "Warum fühle ich mich von Dingen diskriminiert, die fast 99% der Weltbevölkerung nichts jucken?", wird argumentiert:
"Ich fühle mich schlecht/diskriminiert, also hast du das zu ändern".
Ich fühle mich nicht diskriminiert. Ich habe mit meinem Kommentar nur sagen wollen, dass ich verstehen kann, dass sich Frauen und Nicht-Binäre Menschen diskriminiert fühlen können. Ich bin dabei auf Diplos Kommentare eingegangen. Die fand ich persönlich unpassend und abwertend.
Wenn sich wer diskriminiert fühlt, dann ist es für mich nicht ok zu sagen "dann hast du in der Schule nicht aufgepasst, das schreibt man nun einmal so". Wenn mir jemand sagt, meine Sprache sei nicht in Ordnung, dann prüfe ich, ob ich da Abhilfe schaffen kann.
Deine 99% wurden hier ja genug diskutiert. Muss ich wohl nicht weiter drauf eingehen.

Ich glaube, es ist ein Unterschied, ob die Menschen etwas generell gegen das Gendern haben oder nur die Art, die gerade verwendet wird. Ich finde das Binnen-I, den Doppelpunkt oder den Stern als ziemlich unpassend. Es spricht sich nicht sauber. Es schreibt sich nicht sauber. Persönlich bin ich für eine Abschaffung von "Der" und "Die". Deshalb wüsste ich jetzt nicht, wie ich bei dieser Umfrage gestimmt hätte. Das bedeutet aber nicht, dass ich gegen das Gendern bin.
 

erikvomland

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@ punkreas ..Schrieb ich doch. Ich sieze ich meine Auftraggeber oder Kundinnen in der Ansprache.

Finds auch schade wenn das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, zumal wenn einerseits ein Fass aufgemahct wird um allen gerecht zuwerden, die vermeintliche Neuerung dann aber genau diesen Anspruch letztlich vermissen lässt. Neutralität oder Offenheit sieht doch anders aus.

Dazu sollte man nicht unterschätzen, dass nicht alle scharf drauf sind, dass man geduzt wird obwohl man sich überhaupt nicht kennt. Ist natürlich jedem seine Sache wie man sich präsentiert.
 

Difool

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Dazu sollte man nicht unterschätzen, dass nicht alle scharf drauf sind, dass man geduzt wird obwohl man sich überhaupt nicht kennt. Ist natürlich jedem seine Sache wie man sich präsentiert.
Ich hatte heute ein längeres Telefonat mit einer Frau aus einer Agentur, die mir auf Nachfrage nochmal ihren Nachnamen sagte –
4 Mal sagte sie ihn und ich konnte ihren, denke mal polnischen, Nachnamen einfach nicht rausbringen, also ausprechen.
Ging einfach nicht.
Nach meinen 5 Versuchen, sagte sie dann plötzlich: "Ach, was soll's – ich bin Jana." :teeth:
 

erikvomland

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Wem sagst Du das, ich hatte ja genug Einsatz auf Baustellen. Da duzen sich alle die Arbeitsklamotten anhaben bzw. anpacken.

Ich finds auf Websites eher komisch, auch weil ich denke viele bevorzugen eine gewisse höfliche Distanz. Hat ja auch was von neutralem Respekt.

Aber btT.. das genannte Kund:innen finde ich als Beispiel für eine Art "Verschrägung " treffend. Wenns für das e bei Kunde nicht mehr reicht und Hauptsache
die Mehrfachnennung von :innen hier und dort im Vordergrund zu stehen scheint, dann frage ich mich wo der Gewinn sein soll, wenn man den Verlust auf der anderen Seite auf diese Art nicht mehr sehen will.

Ich bin da ein Freund von Normalität für alle und keiner überbetonten Gruppe. Könnte man auch generell auf das Geschlechterding übertragen, bitte kein Machogetue oder -gehabe, aber genauso bitte kein feministischer Tunnelblick oder derlei Parolen. Da bin ich dann beiderseits einfach nur raus.
 

PiaggioX8

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Einer von unseren Professoren auf der Uni er denkt und beleidigt ähnlich wie du😄
Ja - das ist eines meiner "Problemchen" - ich drücke mich da oft etwas drastisch aus und so manche Mimose fühlt sich da auf den Schlips getreten.
Insbeondere Leute die aus manchen Bibifax eine Philosophie konstruieren und meinen die Welt bis ins kleinste Detail verbessern zu müssen.

Nur lasse ich mir nicht von jedem dahergelaufenen Fuzzi irgendetwas sinnloses aufs Auge drücken, das vollkommen an der Realität vorbei ist.
Das sich neue Wörter oder Sprachwendungen in den allgemeinen zwar integrieren (können), ist normal. Aber dieser Verbal- und Rechtschreibterrorissmus den manche betreiben ist einfach nur absurd.
Und jene die meinen Gendern braucht unsere Gesellschaft um vermeintlich diskriminierte Schichten zu schützen, der sollte dringendst zum Psychologen gehen.
Ist genauso Unsinn wie diese Frauenquote. Das führt einzig und alleine dazu das eben Personen auf Stellen kommen, für die sie eigentlich nicht geeignet sind.

Mir ist es vollkommen egal ob Männlein, Weiblein, Hautfarbe, Religion, Schwul, Lesbisch, Zwitter oder sich selbst nicht zuordnen kann - wer eine Aufgabe übernimmt muss dieser auch Gewachsen sein.
Ich habe mit den US-Streitkräften Seite an Seite mit Frauen gekämpft. Das sind dann aber auch taffe "Weiber" die Männern in nichts nachstehen und oft sogar weitaus verbissener und rücksichtsloser kämpfen. Echte Amazonen halt......

Und manche Vorurteile über Minderheiten oder andere Kulturen oder Religionen haben meist auch eine reale Grundlage.
Das Problem liegt eher darin das das (vermeintliche) Fehlverhalten einiger extremer Spinner auf ganze Gesellschaften und Kulturen übertragen wird.

Wir haben eine freiheitlich demokratische Grundordnung in der so ziemlich jeder machen kann was er will. Es gibt aber genügend Staaten und Gesellschaften die total gegensätzlich zu unseren sind.
Ein streng gläubiger Muslim der zu uns kommt, meint in der Hölle angekommen zu sein. Ebenso wird es westlichen Frauen ergehen die in muslimisch geprägte Länder kommen. Ist dann auch noch die ganze Staatsführung religiös geprägt, führt das ganz schnell zu Konflikten.

Und selbst bei uns Landesintern fahren wir ja oft noch zweigleisig - Ossis und Wessis. Die Deutsche Vereinigung ist noch lange nicht vollzogen.
Und ich schreibe hier bewusst Vereinigung und nicht Wiedervereinigung. Denn es gab vorher noch keine deutsche Wiedervereinigung.

Ich bin es jedenfalls leid bei jedem Wort nachzudenken bevor ich es ausspreche, weil irgend ein anders gepoltes oder anders denkendes Individuum sich auf die Füsse getreten fühlen könnte.

Viel wichtiger ist es jene die tatsächlich und mit voller Absicht diskriminieren in ihre Schranken zu verweisen. Und dies sind meistens Radikale und Extreme die über die Stränge hauen.

Und jene die in andere Kulturen hineinstolpern (egal in welche Richtung) sollten sich auch darüber im klaren sein, das andere Kulturen eben nicht meinen Werten entsprechen. Da muss man sich entweder anpassen oder dort hin gehen wo meine Werte auch mit anderen übereinstimmen.

Dass dann bei uns Begiffe wie Mohrenkopf oder Negerkuss aus dem allgemeinen Sprachschatz dauerhaft entfernt werden ist ja noch verständlich.
Warum sich ein Schwarzer aber beim Begriff Blacklist diskriminiert fühlen sollte, erchliesst sich mir nicht ganz.
Es ist nämlich auch so, das so manche MInderheit aus einer Mücke einen Elefanten macht.

Wir hatten neulich auch einen jungen (schwulen) Afrikaner der sich etwas über die Stränge benommen hat. Darauf angesprochen und mit Lokalverbot konfrontiert fängt der sofort an von Rassismus und Diskriminierung zu bellen.

Toeranz ist keine Einbahnstrassse sondern muss in beide Richtungen funktionieren. Sonst klappt das nicht.
Oft ist es aber tatsächlich so, dass Tolreanz von anderen gefordert wird und selbst gibt man da in dieser Richtung aber nichts.

Und mit dem Gendern kann man ganz locker sehen. Das ist derzeit ein konstruierter Hype der von ganz alleine wieder verschwinden wird. Einfach weil es die Gesellschaft mit Mehrheit nicht akzeptieren wird.5
 

Diplo

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Natürlich frage ich das nicht ohne grund: Du verlinkst hier nur die bz, die schon aus zweiter hand zitiert. Im Mai gab es bereits eine umfrage von Infratest dimap, deren fragestellung sehr manipulativ war. Da wurde etwa abwertend von gendersprache statt von genderneutraler sprache gesprochen oder: "Die gendergerechte Schreibweise Binnen-I “WählerInnen” wird der normalen Schreibweise “Wählerinnen und Wähler” entgegengesetzt. Dabei ist “Wählerinnen und Wähler” selbst eine gendergerechte Schreibweise."
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Die vermutung liegt nahe, dass auch hier die leute, die auf das wort gendern allergisch reagieren, nicht weiter differenziert haben. Und dabei nicht merken, dass sie längst selbst gendern – wie hier –, es sich also gar nichts ändert.
DAS ist ja der springenden Punkt: Warum wird aus dem etablierten und wohl allseits
auch akzeptieren „Kolleginnen und Kollegen“ jetzt zwangsweise ein „Kolleg*innen“
gemacht und das sogar auch noch in der gesprochenen Sprache???
 

Diplo

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Die quelle macht keine angaben zur definition von sprache, die alle geschlechter mit einbezieht.

Also: Wer sich über Vergewaltiger:innen aufregt, macht gleich sein kreuzchen bei überhaupt nicht wichtig, während Person, Fachkraft, Leiche, Opfer, Koryphäe gar nicht als gegendert erkannt werden.
Mal so am Rande: „DIE Person, DIE Fachkraft, DIE Leiche, DAS Opfer, DIE Koryphäe“!
Wo ist denn das bitte gegendert und wo bitte der Unterscheid zu „DER Kollege, DER
Arzt, DER Mörder, DER Freund, DAS Rednerpult, DAS Bundeskanzleramt“ usw.?

BTW.: Für jeden, der es noch immer nicht begriffen hat: DAS ist der Genus – also ein
Beispiel für einen Gattungsbegriff und damit für das grammatikalische Geschlecht.

Das alles hat mit dem sexuellen Geschlecht der Dinge/Personen (also dem Sexus)
rein gar nichts zu tun und muss daher NICHT gegendert werden.

Bildungslücke geschlossen! Großartig! <3
 

Macs Pain

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DAS ist ja der springenden Punkt: Warum wird aus dem etablierten und wohl allseits
auch akzeptieren „Kolleginnen und Kollegen“ jetzt zwangsweise ein „Kolleg*innen“
gemacht und das sogar auch noch in der gesprochenen Sprache???
Weil angeblich die *-Pause alle Nicht-Männchen und Nicht-Weibchen mit einschließt. ^^
 
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