Darf es im westlichen Europa Minarette geben?

Diskutiere das Thema Darf es im westlichen Europa Minarette geben?. Umfrage: Darf es im westlichen Europa Minarette geben? Bezugnehmend auf die rege Diskussion zum...

Darf es im westlichen Europa Minarette geben?

  • Ja

    Stimmen: 356 50,6%
  • Nein

    Stimmen: 320 45,5%
  • Keine Meinung

    Stimmen: 27 3,8%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    703
Status
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Burning_Dice

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Wenn wir Religionsfreiheit in die Verfassung(en) schreiben müssen wir auch so konsequent sein, diese allen zu gewähren.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Allerdings bin ich eher dafür, Kirchen zu rückzubauen statt neuer Gotteshäuser in welcher Form auch immer neu zu bauen. ;)
 

spoege

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Minarette haben genau die gleiche Bedeutung wie Kirchtürme, früher hatten sie auch die gleichen nicht-religiösen Funktionen, wie sie Kirchtürme hatten.

Die Frage ist, ob Minarette auch im westlichen Europa gebaut werden dürften.
Kirchen und andere Gebetsstätten dürfen auch überall dort gebaut werden, wo es eine genügend grosse Gläubigergemeinde gibt. Das gilt auch dort, wo sie keine Tradition haben, z.B. in Afrika oder Südamerika.

Warum also sollte es für islamische Gebetsstätten eine Ausnahme geben?
 

Shat

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Darf es im westlichen Europa Minarette geben?

- Warum nicht?
Grund für das Votum wird gewesen sein, dass die Konversation Christliche Welt VS. Islam sonst schlichtweg nicht existiert.
Der fatale Fehler des Islam ist es, auf Kritik gar nicht oder sehr gereizt zu reagieren.
Es war und ist de facto nicht möglich, die Probleme, die real existieren (Parallelgesellschaften usw) zu diskutieren.

Die "Fremdenfeindlichkeit" gegenüber dem Islam ist nicht aus Intoleranz gewachsen, sondern aus der eigenen verschlossenen Haltung derer, die am meisten Toleranz forderten, aber gleichzeitig mit Intoleranz auf Kritik reagierten.

Dementsprechend war und ist das Votum nie ein Votum für oder gegen den Bau von Minaretten gewesen, sondern ein Ventil um mal Druck abzulassen.
Die Schweiz ist jetzt in aller Welt unbeliebt und die alten Probleme haben sie immernoch. Gratulation.
 

Vasquez

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Wenn wir Religionsfreiheit in die Verfassung(en) schreiben müssen wir auch so konsequent sein, diese allen zu gewähren.
Na ja das ist immer eine Frage der Interpretation. Nenne mir einen islamischen Staat in dessen Verfassung es erlaubt ist eine katholisches Kirchengebäude mit Kreuz zu bauen und davor einen Currywurststand zu platzieren. :) Was würde wohl passieren?

Jeder kann - für sich - in Deutschland seine Religion leben. Gerechterweise auch nur in dem Umfang wie der Deutsche es im anderen Land darf.
 

Gisli

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Ich finde auch, dass ich mich nur so benehmen muss, wie es meine Nachbarn tun. Und da ich sicher weiß, dass mein Nachbar Fahrräder klaut und seine Frau verprügelt, ist es absolut ungerecht, wenn ich keine Fahrräder klauen und meine Frau nicht verprügeln darf.
Man stelle sich mal vor, jemand würde auf die Idee kommen, ich sollte mich an die Regeln halten, die ich mir selbst gegeben habe, unabhängig davon, ob sich andere dieselben Regeln gegeben haben und sich an sie halten oder nicht. Wo kämen wir da hin?

Ich verstehe natürlich, dass das Beispiel nicht gut gewählt ist, denn hier geht es nicht um irgendwelche Regeln, die wir uns gegeben haben, sondern um die einzig richtigen und an allen Orten und zu allen Zeiten gültigen, an die sich selbstverständlich jeder zu halten hat. Ich verstehe nur nach wie vor nicht, wer uns eigentlich die Rolle des Weltgesetzgebers zugewiesen hat. Aber das mag daran liegen, dass ich nicht an Gott glaube und überhaupt jeder Form von Fundamentalismus skeptisch gegenüberstehe.

Der fatale Fehler des Islam ist es, auf Kritik gar nicht oder sehr gereizt zu reagieren.
Der fatale Fehler solcher Aussagen ist, dass sie sich auf etwas beziehen, was es nicht gibt. Es gibt "DEN Islam" nämlich nicht, sondern eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Richtungen. Es gibt auch keine Möglichkeit, dass "DER Islam" auf irgend etwas reagiert, weil er kein Subjekt ist, das reagieren könnte, auch keine Institution o. ä. Und es gibt auch keine Institution, die diese Reaktion ausgeben könnte, also keine Kirche und keinen Papst. Ebenso wenig wie "DAS Christentum" und nicht einmal DIE christliche Kirche - weil es einfach zu viele gibt - auf irgend etwas reagieren kann, kann es "DER Islam".

Aber das wirklich Fatale an dieser Argumentation ist, dass sie davon ausgeht, dass es nur das gibt, was uns CNN vermittelt. Es gibt nämlich durchaus andere Reaktionen und durchaus eine Diskussion der anstehenden Fragen im Bereich des Islam. Das Problem ist nicht, dass die Probleme dort nicht wahrgenommen werden, sondern dass uns ihre Wahrnehmung und Diskussion nahezu restlos verschwiegen wird, weil sie nicht in das schlichte Weltbild passen, das für einen wirklich guten Kreuzritter nun mal lebenswichtig ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

cwasmer

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Nach aktuellem Stand (60:35) sind MacUser anscheinend bedeutend toleranter als Schweizer - aber mehr lässt sich daraus wohl nicht ableiten.
 

santaclaws

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Nach aktuellem Stand (60:35) sind MacUser anscheinend bedeutend toleranter als Schweizer - aber mehr lässt sich daraus wohl nicht ableiten.
:hamma:

Es haben 90 Leute mitgemacht. Wie kannst Du da nur auf "Macuser" allgemein und auf "bedeutende Toleranz" schliessen?

:)
 

MalMAC

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Wir leben nun mal in einer seit Jahrhunderten durch den christlichen Glauben geprägten Gesellschaft. Die Frage lautet vielmehr:

Ändern sich die Zeiten? Sind wir offen für Veränderung? Halten wir an Tradition fest?

Ich bin für Veränderung, es wird gute Seiten geben und schlechte - wie bei allem.
 

Shat

unregistriert
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Der fatale Fehler solcher Aussagen ist, dass sie sich auf etwas beziehen, was es nicht gibt. Es gibt "DEN Islam" nämlich nicht, sondern eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Richtungen. Es gibt auch keine Möglichkeit, dass "DER Islam" auf irgend etwas reagiert, weil er kein Subjekt ist, das reagieren könnte, auch keine Institution o. ä. Und es gibt auch keine Institution, die diese Reaktion ausgeben könnte, also keine Kirche und keinen Papst. Ebenso wenig wie "DAS Christentum" und nicht einmal DIE christliche Kirche - weil es einfach zu viele gibt - auf irgend etwas reagieren kann, kann es "DER Islam".
Das kann man sehr wohl verallgemeinern. Das ist ein allgemeines Problem der islamischen Welt. Ob das nun irgendwelche Karikaturen sind oder etwas anderes - es wird überreagiert und vorallem wird nicht auf einer konstruktiven Basis reagiert.

Aber das wirklich Fatale an dieser Argumentation ist, dass sie davon ausgeht, dass es nur das gibt, was uns CNN vermittelt.
Was vielleicht daran liegt, dass es keine positiven Dinge zu berichten gibt.

Das haben aber leider viele Minderheiten gemeinsam. Ich erinnere mich nur an den Zentralrat der Juden :rolleyes:
Von dem kommt auch nichts Konstruktives, dafür aber jede Woche ne neue Empörung über irgendwas.
 

macXXX

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Frei nach Gisli,

es gibt nicht DIE MacUser und es gibt auch nicht DIE Schweizer, aber es gibt sicher MacUser Mitglieder die nicht an der Abstimmung teilnehmen.
 

Gisli

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Was vielleicht daran liegt, dass es keine positiven Dinge zu berichten gibt.
Daran liegt es mit Sicherheit nicht. Denn zum einen ist die Frage, was positiv, was negativ ist, durchaus nicht entschieden, und zum anderen wird eben ein großer Bereich der Debatte im Bereich des Islam einfach ausgeblendet und für inexistent erklärt. Das weiß jeder, der sich in der Sache ein wenig auskennt. Wobei es natürlich nicht nötig ist, sich auszukennen, wenn man mit Sicherheit weiß, dass sowieso alles absolut wahr ist, was man sich so ausdenkt.
 

Shat

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Dann klär mich auf:
Was gibt es denn positives zu berichten?
 

zipano

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Kirchturm, Minarett, Glocke, Lautsprecher, Christ, Moslem … der Unterschied ist doch mit unbewaffnetem Auge gar nicht festzustellen.
 

Gisli

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Was gibt es denn positives zu berichten?
Ob es Positives zu berichten gibt, weiß ich nicht, weil ich mich weigere, die ganze Welt nach meinen Kriterien in Gutes und Schlechtes einzuteilen. Zu berichten gibt es von einer breiten Diskussion der Frage nach der Rolle des Islam in der modernen Welt, die in den islamischen Ländern auf nahezu allen Ebenen der Gesellschaft geführt wird. Die kann ich hier nicht rekapitulieren, da wirst Du Dir schon die Mühe machen müssen, Dich selbst etwas umzutun, wenn es Dich interessiert (was ich allerdings bezweifle).
 

Heideschnucke

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Was ich schon mal generell bedenklich finde, ist die derzeitige Berichterstattung über den Volksentscheid in der Schweiz. Die Menschen dort haben demokratisch abgestimmt! Es wird aber so dargestellt, als sei das Ergebnis schließlich 'undemokratisch'. Aber das ist nicht wahr. Läuft es gerade wie mit der EU-Verfassung: Niemand im Volke wollte sie, alle Volksentscheide waren dagegen - und sie kam doch... Irland ließ man sogar solange 'wählen', bis sie das 'Richtige' wählten?! Was geht hier eigentlich grade ab... ?

Hier traut man sich zu solchen Entscheiden nicht. Denn was wäre dann? Wir hätten weiterhin eine stabile DM. Wir würden unsere Souveränität nicht einer EU-Bürokratie-Diktatur überlassen. Den Menschen ginge es vermutlich wesentlich besser. Vermutlich auch den Muslimen in Deutschland. Vielleicht auch ohne Minarette. Dafür aber mit Rechten für Frauen, die nicht unter einem mutmaßlichen Gottesgesetz gestellt werden. Und vermutlich würden wir dann auch keine Kriege gegen muslimisch orientierte Länder führen - und pflegten dagegen eine offene, freundschaftliche Nachbarschaft mit diesen Ländern. In Eigenständigkeit, Selbstbestimmtheit, Demokratie der jeweiligen Bevölkerungsmehrheiten. Wir hätten womöglich Frieden... Aber wer will so was schon...

Ich halte den gesamten Minarettstreit für kleinbürgerlichen Dreck, der von den eigentlichen Problemen auf höheren Ebenen nur ablenkt. Schade.
 

Vasquez

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Ich gieße mal etwas Öl ins Feuer:

- ich möchte nicht bei Sonnenaufgang von einem Muezzin geweckt werden. Denn wir sollen ja die Religionsfreiheit ABSOLUT gewähren da sie in unserer Verfassung steht.

- ich möchte nicht mit einer Burka bei 40 Grad im Sommer rumlaufen müssen.
Denn wir sollen ja andere Kulturen und deren Religionen ABSOLUT anerkennen und sie gewähren lassen. Denn nur so ist es richtig als Weltbürger und aufgeklärte Zivilisation.

- ich möchte so genannte Gottesstaaten die eigentlich verkappte Diktaturen sind nicht toll finden. Aber halt: Andere Kultur - bitte akzeptieren - bitte Maul halten - schliesslich haben wir 6 Millionen Juden umgebracht deshalb müssen wir jeden offensichtlichen Schwachsinn akzeptieren und politisch abnicken.

Deutschland ist ein so unglaublich tolerantes Land. ich erwarte von anderen Religionen hier in Deutschland gar nichts. Sie müssen noch nicht mal dankbar sein das sie nicht in ihrem Land leben müssen wo sie es deutlich schwieriger hätten - wo es in der Regel keine echte Demokratie gibt - wo es nicht für jeden **** ein Gesetz gibt - wo sie nicht immer sagen dürfen was sie denken.

Richtig DEN Islam gibt es nicht. Aber in unserer Verfassung steht auch ein Absatz über Menschenwürde - und solange der Islam mit Frauen so umgeht wie es in der Gegenwart der Fall ist - lehne ich diese - zumeist patriarchalisch geprägte Männerherrscher-Rasse des Islam ab. DER Islam soll erst mal global die Menschenwürde achten - und Demokratie 100% leben - dann wirds auch was mit Minarett-Forderungen in echten Demokratien.

So - bitte steinigen :D
 

Shat

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Die EU ist eine gute Sache. Das Problem ist nur, dass sie von Menschen geschaffen und regiert wird..

Ob es Positives zu berichten gibt, weiß ich nicht, weil ich mich weigere, die ganze Welt nach meinen Kriterien in Gutes und Schlechtes einzuteilen. Zu berichten gibt es von einer breiten Diskussion der Frage nach der Rolle des Islam in der modernen Welt, die in den islamischen Ländern auf nahezu allen Ebenen der Gesellschaft geführt wird. Die kann ich hier nicht rekapitulieren, da wirst Du Dir schon die Mühe machen müssen, Dich selbst etwas umzutun, wenn es Dich interessiert (was ich allerdings bezweifle).
Soviel übrigens zum Thema "gereizt auf Kritik reagieren".

Ich diskutiere gerne auf einer vernünftigen Basis mit dir aber so nicht.
 
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