Wenn ihr heute neu bauen würdet...

Homebrew

Mitglied
Mitglied seit
01.02.2008
Beiträge
1.938
Falls das Angebot bei eBay-Kleinanzeigen
weg fällt:
https://www.bhv-mobilien.de/
Auch wenn es nicht so aussieht, diese Art zu bauen ist imho wesentlich besser, weil flexibler, schneller bezahlt und auch ökologisch besser, weil Nachwachsende Rohstoffe verwendet werden.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: einMensch

Deine Mudda

Mitglied
Mitglied seit
21.02.2014
Beiträge
652
In den USA werden die Menschen in solchen Unterkünften meines Wissens "Trailer Trash" genannt.

In den Hochglanz-Werbebroschüren sieht das ganz toll aus - letztendlich ist der Grund, warum Menschen sich entscheiden, sowas ihr Zuhause zu nennen, aber eher Verzweiflung.
 

Difool

Frontend Admin
Mitglied seit
18.03.2004
Beiträge
10.918
In den Hochglanz-Werbebroschüren sieht das ganz toll aus - letztendlich ist der Grund, warum Menschen sich entscheiden, sowas ihr Zuhause zu nennen, aber eher Verzweiflung.
Also, die handvoll Rentner, die ich letztens kennenlernte erschienen mir überhaupt nicht "verzweifelt", wohnen sie doch fest auf einem Campingplatz.
 

magfoo

Mitglied
Mitglied seit
20.10.2019
Beiträge
1.203
Also, die handvoll Rentner, die ich letztens kennenlernte erschienen mir überhaupt nicht "verzweifelt", wohnen sie doch fest auf einem Campingplatz.
So kenne ich das auch.
Ein Kumpel baut auch gerade ein Tinyhouse. Mit Verzweiflung hat das nix zu tun.
 

Gravmac

Mitglied
Thread Starter
Mitglied seit
22.11.2008
Beiträge
1.418
Nachdem ich die Lüftungsanlage durchs Dorf getrieben habe, beschäftige ich mich gerade mit der Primärenergie.
Das was man als erstes hört: LWP (Luft-Wärme Pumpe) oder ihre Erdwärme bzw. Luft-Wasser oder Wasser-Wasserpumpen Pendants.
Toll was kann man da für Geld sparen! - Vermittelt zumindest die KFW, der Hersteller aber auch die Bauunternehmen!

Nur mal der Vergleich mit Gas bei einem Neubau:

Nehmen wir mal die Anschaffungskosten außen vor, welche bei der Wärmepumpen deutlich höher liegen als bei Gas, aber immerhin bezuschusst werden, wenn man nach KFW HasteNichtGesehen baut.

Also reine Betriebskosten.
Standard Gasbrennwert Therme vs. Wärmepumpe
Bei Wärmepumpen gibt es die sogenannte Leistungszahl. Sie zeigt an, wie gut der eingesetzte Strom in Wärmeenergie umgewandelt werden kann. Eine Leistungszahl von 3 bedeutet beispielsweise, dass aus 1 kW Strom 3 kW Wärmeenergie erzeugt wird. -> ich sehe schon die Euro Scheine.

Also:
Aktueller Gaspreis (4,85 Cent pro kWh + 20€ Grundpreis im Monat -> heute Gefunden bei Verivox ePrimo (also zumindest seriöser Anbieter)
Aktueller Strompreis (26,85 Cent pro kWh + 19€ Grundpreis im Monat -> heute Gefunden bei Verivox ePrimo (also zumindest seriöser Anbieter)

Grundpreis ist über 12 Monate zu vernachlässigen, aber wir merken uns die 12€.
Bei einem Heizwärmebedarf von 20.000 kWh (ok sehr hoch gegriffen) gilt folgendes:

Gas -> 972,00 € jährliche Kosten
WärmePumpe mit Leistungszahl 2 -> 2685,00 €
WP mit Jahres Leistungszahl 3 -> 1790,00 €
WP mit Jahres Leistungszahl 4 -> 1342,50 €
WP mit Jahres Leistungszahl 5 -> 1074,00 €
WP mit BreakEven Jahres Leistungszahl (5,53) -> 970 €

Die Kosten laufen ziemlich linear auch für 10.000 kWh und 15.000 kWh.

Die Gasheizung verbraucht natürlich auch Strom, meine aktuell (zugegebenermaßen etwas ältere) Brennwertthemre verbraucht 68 W Vollast, 26 W Teillast und 4 W im Standby
Also auch mit der Gasheizung sprengt man die 1100€ bei 20.000 kWh.

Ok, könnte man jetzt sagen, also nimmt man halt eine Erd- bzw. Luftwärmepumpe mit Leistungszahl 5. Tja, Pech gehabt -> gibt es nicht.

Selbst wenn man die Spitze der Fahnenstange nimmt -> also Erdwärme Sonde Wärmepumpe (mit richtig finanziellem Aufwand) kommt man auf eine Jahresarbeitszahl von ungefähr 4 bis 4,5. Achtung Herstellerangabe -> die in der Praxis erreichten Jahresarbeitszahlen können darunter liegen
Als Faustregel kann gelten: Die Jahresarbeitszahl muss größer sein als der Strompreis dividiert durch den Erdgaspreis, jeweils pro Kilowattstunde (kWh).

Die Strompreise sind seit 1990 um 211% gestiegen, die Gaspreise um 191%
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/In...rgiekosten/energiedaten-energiepreise-35.html

Ich weiß nicht wie hoch die Wartungkosten bei Wärmepumpen sind, mein Schornsteinfeger nimmt für die zweijährliche Wartung 85€, wobei hier auch noch ein "echter" Schornstein geprüft wird.

Jetzt meine Frage an euch: Ab wann amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten einer Wärmepumpe gegenüber Gas wenn die Betriebskosten ebenfalls höher sind und die EEG Umlage in Sichtweite eher den Strom statt den Gaspreis treiben wird?
Klar das der Bund eher auf Wärmepumpen setzt, immerhin muss ja jemand den ganzen Kram bezahlen und das ist nicht der Staat oder der Bauunternehmer geschweige denn der Energieberater.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Opa_Bommel

Homebrew

Mitglied
Mitglied seit
01.02.2008
Beiträge
1.938
Ganz einfach, nach der Zeit wird sicher ein Neues Gerät zu den dann geltenden Vorschriften fällig.
 

Gravmac

Mitglied
Thread Starter
Mitglied seit
22.11.2008
Beiträge
1.418
Ganz einfach, nach der Zeit wird sicher ein Neues Gerät zu den dann geltenden Vorschriften fällig.
Das würde aber bedeuten, dass man in 20 Jahren immer noch gegen eine Wärmepumpe tauschen könnte, falls die Geräte denn dann wirklich besser geworden sind und die Vorschriften Wärmepumpen zwingend voraussetzen.
 

inderriegel

Mitglied
Mitglied seit
12.04.2020
Beiträge
16
Selbst bei Bruchbuden für 300.000 € würde man bei ~ 1.5% gerade mal 375€ Zinsen im Monat zahlen (ohne Tilgung wohlgemekrt). Finde die gleiche Bruchbude mal als Miete zu dem monatlichen Preis.
Blöderweise hat man als Immobilienbesitzer noch andere Kosten als nur die Zinsen. Betriebskosten und Rücklagen (!) kommen ja leider auch noch drauf ;)

Wir haben noch unter 0,6% bei 20 Jahren Zinsbindung bekommen. Unsere Zinslast ist gerade mal die Hälfte der noch laufenden Kaltmiete.
Naja, Zins ist ja nur der eine Teil zum Glück. Im Endeffekt viel wichtiger ist ja, wieviel man noch für die Tilgung aufbringen kann.
Nutzt ja nichts, wenn man 20 Jahre "keine" Zinsen gezahlt hat, aber die Restschuld sich auch kaum verändert hat.
Also bei einem Zinssatz von 0.6% würde ich überhaupt nichts tilgen, sofern ( ;) ) die Bank da mitspielt.

Ich kenne mich mit den Immobilienpreise in Deutschland nicht wirklich aus, aber hier hat ja jemand eine Wohnung für 360k geteilt. Nehmen wir die einfach mal als Beispiel.

Tilgt man nichts, dann würde man über die genannten 20 Jahre gut 43k an Zinsen bezahlen (180€ pro Monat). Eine stetige Belastung, die man auch in der grössten Notlage noch irgendwie aufbringen kann.
Möchte man dagegen, wie du, in 15 Jahren schuldenfrei sein, dann müsste man dafür ca. 2000€ mtl. aufbringen (anfängliche Tilgung von gut 6%). Dies führt zu Zinskosten von gut 17k über die gesamte Laufzeit (15 Jahre)

Alternativ kann der "nicht-Tilger" monatlich 1820€ zur Seite legen und bspw. in einen MSCI-World ETF investieren. Selbst bei einer konservativ gerechneten Rendite von 3% p.a. hat man, wenn man alles investiert, nach 15 Jahren ein Vermögen von 410k bei einem Wertzuwachs von über 80k. Um das Risiko zu verringern könnte man auch nur die Hälfte davon (900€) in einen ETF investieren, und den Rest (920€) ganz konservativ auf einem Tagesgeldkonto verwahren.

Nach 15 Jahren, wenn du deine Immobilie abbezahlt hast, hätte diese Person dann:
Depot: ca. 200k, davon gut 40k Wertzuwachs
Tagesgeld: ca.165k
-> Gesamtvermögen von 365k, genug um den Kredit theoretisch nach 15 Jahren vorzeitig abzulösen.

Da das eine Vorfälligkeitsentschädigung zur Folge hätte, könnte man das Geld auch noch 5 Jahre liegen lassen, jedoch nicht weiter ansparen:
Depot: ca. 230k, davon gut 70k Wertzuwachs
Tagegeld: ca. 165k
-> Immobilie kann auf einmal abbezahlt werden, es bleiben weitere 35k an Gewinn über

Und das Risiko?
Wertpapiere unterliege definitiv gewissen Schwankungen, mit einem Zeithorizont von 15-20 Jahre hätte man aber selbst bei einer Einmalzahlung noch nie Verlust gemacht:
https://i1.wp.com/www.dividendenade...itedreieck-2020-Einmalanlage.jpg?w=1686&ssl=1
Gleichzeitig eliminiert man das Risiko eines vorübergehenden Liquiditätsengpasses komplett.

Meiner Meinung nach kann man nicht mit weniger Risiko finanzieren als aktuell, sofern man als Kreditnehmer seine Hausaufgaben macht und die geringen Zinsen für ordentliche Rücklagen genutzt werden.
 

JarodRussell

Mitglied
Mitglied seit
02.06.2003
Beiträge
3.492
Ich kenne mich mit den Immobilienpreise in Deutschland nicht wirklich aus, aber hier hat ja jemand eine Wohnung für 360k geteilt. Nehmen wir die einfach mal als Beispiel.
Gut, dann wirst Du bei Recherchen dazu aber schnell sehen, dass die 360k eher unrealistisch sind, zumindest in den wirtschaftlichen Ballungszentren und guten Lagen der entsprechenden Großstädte. In solchen - auch aktuell weiter sehr gefragten - Lagen liegen die qm-Preise mittlerweile in der Region von >8500€. D.h. eine "normale" 100qm Wohnung schlägt ohne Nebenkosten mit ca. 800-950k zu Buche. Das gilt für München, Stuttgart, Frankfurt und ähnliche Städte. Da reden wir dann eben auch von den schönen grünen Randlagen, die trotzdem noch stadtnah sind und besten Anbindung haben. Also kurz um, dort wo auch gerne die Herrschaften wohnen, die über entsprechende Mittel einfach verfügen. Ich habe mir heute Morgen die Bodenrichtwertkarte der Stadt angesehen und war baff erstaunt, dass die Werte hier in meiner jetzigen Wohnlage binnen eines Jahres um sage und schreibe 18% (!) gestiegen sind.
 

Difool

Frontend Admin
Mitglied seit
18.03.2004
Beiträge
10.918
Für 360k bekommst du aktuell in ländlicher Lage Niedersachsens ein Haus mit 4 bis 5 Zimmern und um die 400 bis 1000qm Grundstück.
Renovierungs- , wenn nicht sogar sanierungsbedürftig und meist mit Öl-Heizung.

In Schleswig-Holstein (Stadträume) und Raum Hamburg bekommst du aktuell für 360k höchstens eine 2 bis 3 Zimmer-Wohnung (mit Glück).