Film Star Trek: Picard

Bozol

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Wenn man jetzt beim Rücksprung durch die Zeit noch irgendetwas Unerwartetes mit James T. einflicken würde... :kopfkratz:
So wie mit Scotty, der damals im Musterpuffer des Transporters überlebte? :Pfeif:
 

Ezekeel

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Bozol

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puh, das ist schon ein Brett… den nahezu kompletten TNG-Stamm zu sehen. Aber mal ehrlich, die letzten Filme mit dem Cast waren auch eher meh… und wenn das Drehbuch nur bestenfalls durchwachsen ist. aber ja, aus nostalgiegründen muss man das natürlich sehen.
So schlecht sind die TNG-Movies, bis auf Nemesis, IMHO nicht, mein persönlicher Favorit wäre hier Nr. IX "Der Aufstand / Insurrection".
Was ich mir noch wünschen würde wäre ein "Lower Decks" in Spielfilmlänge.
 

McOdysseus

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Picard Season 3 Teaser | 'Season 3 Cast Announce'

Da könnte es dem einen oder anderen Trekkie Pipi aus den Augen treiben.
Jep, tut es.
Der Grund?
Die Mädels und Jungs von der Brücke werden - wie alle vorher bekannten Charaktere - als Showeffekte verheizt werden. Sie werden sinnlose Dialoge aufsagen und als einzigen Grund das Bedürfnis nach Nostalgie der älteren Fans befriedigen, ohne als Charaktere nennenswert zur Handlung oder gar zum Selbstverständnis des ST-Universums beizutragen.

Kurtzmans Schergen werden wie in Staffel 1 das Publikum dümmlich grinsend anschreien "Naaaa, weißte noch? Damals? Knickknack? Weißte noch???..." und die nostalgische Zuckerglasur über einen Haufen erzählerische Fäkalien gießen, die von Storytelling jedem Groschenroman-Autor um die grünen Ohren gehauen worden wären.

Wie in Staffel 1 werden massenweise eigentlich interessante Plots angerissen werden, die im weiteren Verlauf absolut keine, NULL! Rolle mehr spielen und deren Sinnlosigkeit und Effektehascherei den geneigten Zusehen geradezu anspringen - garniert von Hochglanz-Krachbumpeng, der an Leere und schalem Beigeschmack schwer zu überbieten ist.

Beispiele?
Sevens Beziehung zu dieser Nachtclubbesitzerin, die Maddox austauschen will?
Rafis Alkoholsucht?
Rafis Beziehung zu ihrem Sohn?
Picards Vergangenheit in der Sternenflotte?
Wo kommen die beiden Romulaner wirklich her, die Jean Lucs Tafelsiber polieren?
Warum hat Tschäi Äl (allein bei dieser Anrede hätte ich Rafi schon ins Gesicht schlagen können) überall Waffen im Anwesen?
Gibt es die neutrale Zone noch oder nicht? (Da wird sich in zwei aufeinander folgenden Folgen widersprochen)
Warum ist Hugh und nicht die viel prominentere und kompetentere Seven Head vom Recovery Projekt?
Die Maschinenwesen werden auch nie wieder eine Rolle spielen.
Wie kommt der Borg Cube dahin und was hat es mit dem Projekt auf sich?
Warum wurde nur ein Romulaner-Schiff assimiliert und warum hat sich der Cube danach deaktiviert?
...

Jede dieser Fragen hätte eine eigene Folge verdient, anstatt als vom Himmel gefallene Kulisse für dieses Kasperltheater herhalten zu müssen.

Weiterer Bockmist:

T'al Shiar oder Jad Vash? Das wird (von den Schreibern!) ständig durcheinandergeschmissen.
Kann man einen Androiden wirklich durchs Auge erstechen?
Muß Space-Legolas wirklich ca. 40 Menschen im Laufe der Serie metzeln?
Welchen dramaturgischen Sinn hat die Folterszene mit Echeb und wie paßt das zu ST allgemein?
Live Enthauptung bei ST? Really???
Warum sind die sinistren Romulaner-Geschwister nicht mehr als Abziehbilder, ohne jegliche Tiefe?
...

Versteht mich nicht falsch: Das Star Trek Universum ist und bleibt auch nach dem düsteren Ende der "Heile-Welt-Utopie" von TNG faszinierend und erzählenswert. Aber eben von Menschen, die TNG verstanden haben, ohne es zu romantisieren und nicht von einem Haufen profitgetriebener Drogenjunkies, die gestern erst Satzbau gelernt haben und einen Architekturstudenten fragen, wenn sie was von "Spannungsbogen" hören.

(Sorry, ich beziehe ich hier nur auf Staffel 1, weil ich auf die zweite nach 10 Minuten schon keinen Bock mehr hatte.)
 

giesbert

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weil ich auf die zweite nach 10 Minuten schon keinen Bock mehr hatte.)
Ich hab immerhin bis Mitte Folge 2 durchgehalten (und vor, das noch mal anzugehen ;-)). Aber mich nervt es einfach, wenn man Q als deus ex machina einsetzt: Wir wissen nicht, was wir machen sollen? Kein Problem: Wir lassen Q mal eben mit den Fingern schnippen und schmeißen einfach alles um.
 

McOdysseus

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Ich hab immerhin bis Mitte Folge 2 durchgehalten (und vor, das noch mal anzugehen ;-)). Aber mich nervt es einfach, wenn man Q als deus ex machina einsetzt: Wir wissen nicht, was wir machen sollen? Kein Problem: Wir lassen Q mal eben mit den Fingern schnippen und schmeißen einfach alles um.
Danke, das ist noch sowas, was überdeutlich auffällt: Ständig passiert zuuuuuufällig irgendetwas oder ist irgendjemand zuuuuufällig an diesem oder jenem Ort, um die Handlung im Sinne der "Story" voranzutreiben. Nichts wird aufgebaut, nichts erklärt, nichts hergeleitet.
 

clonie

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Ich seh jetzt auch in alten Star Trek Folgen nicht, dass da mit ner Tradition hoher dichter Erzählkunst gebrochen wird...
 

mausfang

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Na, ich weiß nicht.

So eine Serien-Folge TNG ist für mich auch heute noch eine in sich geschlossene, logische und durchdacht konzeptionierte Einheit, die mir immer Spaß macht. Selbst wenn ich die schon öfters gesehen habe. Klar gibt es Dinge, die sich da über einen längeren Zeitraum entwickeln. Aber das Zeug hatte in der Regel eine Message ... ob die nun sinnvoll ist für jeden Einzelnen mal dahingestellt. Aber Picard ist irgendwie belanglos. Man versucht es so im Stil vom DS9 meiner Meinung nach. Einen extrem langen Handlungsstrang, aber da waren die Folgen auch in sich spannend und höchstens mal erst nach einer Doppelfolge abgeschlossen. Mir sagt Picard auch nicht so zu. Das wirkt teilweise so beliebig. Manchmal kann man über Wendungen nur den Kopf schütteln.

Eine Guinan erkennt man doch so z.B. als Charakter gar nicht wieder:
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Bozol

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Aber Guinan ist zu dem Zeitpunkt ein krasser Bunny und nicht die faltige Version die wir sonst aus 10 Vorne kennen.. :teeth: und ich finde dass Picard authentisch 'rüber kommt.
 

McOdysseus

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Ich seh jetzt auch in alten Star Trek Folgen nicht, dass da mit ner Tradition hoher dichter Erzählkunst gebrochen wird...
Ich habe nie preisverdächtige Qualität unterstellt, aaaaaber....
*tiiiieflufthol

Früher™ war bekanntlich nicht alles besser, aber eben früher!

Man hatte z.B. bei TNG sein „Alien/Planet of the week“ und mit dem wurde dann eine mal mehr mal weniger tiefsinnige Geschichte erzählt. Nicht immer, aber oft mit einer Botschaft verknüpft oder ein leichtgewichtiges soziales Thema behandelnd. Dabei entwickelte sich das Universum langsam aber stetig weiter, Charaktere bekamen Facetten dazu und Bekanntes wurde erweitert. (Z.B. wurde Jean-Luc immer „lockerer“, von steifen Kapitän immer mehr zum leidenschaftlichen Captain, der sich für seine Crew verantwortlich fühlt - über 178 Episoden!!!) Dabei veränderte sich das Setting zwar stetig, blieb aber weitestgehend kontinuierlich.

„Moderne“ Serien werden viel mehr in kürzeren, knackigeren Staffeln erzählt, die A-Handlung, die die ganze Staffel überspannt bekommt deutlich mehr Raum. (So auch schon angedeutet bei DS9, wo der Konflikt mit dem Dominion immer prominenter wurde.) Die B-Handlung, die innerhalb einer Folge spielt, rückt in den Hintergrund.

Das mag ältere Semester verschrecken, bietet aber in meinen Augen so viele neue Möglichkeiten, spannende Geschichten mit Liebe zum Detail zu erzählen und sich viel mehr Zeit und Tiefe zu gönnen. (Siehe Game of Thrones, Breaking Bad, The Nevers oder ganz großartig Slow Horses!) WENN MAN SICH DENN MAL AUF EINE SACHE KONZENTRIERT!!!

Was machen aber die Schergen unter Jar-Jar Abrahams Padawan Alex Kurzman?
  • Standards wie Ethik scheren die eine feuchten Shaiz, so daß Jurati als offensichtliche Mörderin nicht einmal ein Verfahren zu befürchten hat, um zu klären, warum sie ihren früheren Stecher gemeuchelt hat!
  • Charaktere sind plötzlich ein Paar, ohne, daß irgendjemand mitbekommen hat, daß die sich überhaupt mal beschnüffelt haben! (Seven & Rafi)
  • Zeitliche und räumliche Verhältnisse werden komplett beliebig, wenn es die „Story“ erfordert und es werden haufenweise Widersprüche generiert.
  • Der Mechanismus des „deus ex machina“ - in der antiken griechischen Erzählung ein Zeichen göttlicher Intervention, die die Wichtigkeit und Unbedingtheit der Wendung unterstrich und zur Wahrung weltanschaulicher Maxime jener Zeit nur zu besonderen Zwecken eingesetzt - wird zum beliebigen Werkzeugim gesamten Storrytelling. (Die haben ein Ding, mit dem man plötzlich fucking nochmal ALLES reparieren kann, setzen es aber nur EIN Mal ein.)
Durch das permanente Missachten von Logik und dem durch 5 (!) Vorgängerserien über Jahrzehnte geschaffenen Kanon und dem hemmungslosen Verfeuern von Charakteren zum reinen Fan-Service wird jegliche Handlung billig, beliebig und substanzlos.

Was bringen mir denn die ganzen Anspielungen, wenn sie nie wieder irgendwo weitergeführt werden und alles im Hochglanz-Krachbumpeng untergeht? Was nützen denn ständig neue angerissene Nebenhandlungen wenn nicht einer der ritalinkonsumierenden Drehbuchaffen fähig ist, sich auf eine Sache zu konzentrieren und die dann richtig, spannend und mit Tiefe und Hintergrundwissen durch diese wunderbaren neuen technischen Möglichkeiten darzustellen?

Es ist so abgenudelt, aber eben auch wahr, daß der „Mandalorian“ eben das genau richtig macht: Eine an sich einfache Geschichte wird mit Liebe zum Detail erzählt. Nicht mehr. Der Märchenonkel am Bettrand liest ruhig und augenzwinkernd vor.

Bei Picard und Discovery hat er vorher gekokst und schreit, stammelt, lallt, liest zwischendrin dem Wetterbericht und aus dem Feuilleton, zündet im Vorgarten Feuerwerk und würgt die Katze.
 

carstenj

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Hi,

ich werde mich mein Lebtag an TNG Folgen wie "The Measure of a man" ("Wem gehört Data") erinnern, oder die Folge in der Picard ein Leben innerhalb von Minuten durchlebt, und als Erinnerung ihm "nur" diese Flöte bleibt. Traumhaft. Natürlich war nicht alles gut, aber für mich (Jahrgang 76) ist das eine Serie wie ich sie mir vorstelle. Oder bei Breaking Bad blieb z.B. "Die Fliege" hängen. Ironischerweise führte da Rian Johnson Regie, einer der Versager der SW verkackt hat.

Liegt das am Alter? Nein. Liegt das am Anspruch? Ja.

Ich erwarte gar nicht von jeder Serie, dass sie solche Folgen liefert, aber das ist auch unabhängig davon ob die Folgen an sich abgeschlossen sind oder eine durchgängige Handlung pro Staffel oder gar pro Serie liefert. Aber ich erwarte entweder was komplett Neues, was sich in jede Richtung entwickeln kann ohne auf irgendwas Rücksicht nehmen zu müssen, oder was zumindest einen Kanon fortsetzt, und zwar konsistent und plausibel. Daran ist auch SW komplett gescheitert, zumindest diese neuen Filme.

Discovey ist als Serie an sich für mich etwas, was man im Hintergrund laufen lassen kann, quasi als schicker Bildschirmschoner mit Ton. Da wird nichts von hängen bleiben und man merkt dass da auch offenbar nicht ansatzweise ein Konpzept existiert hat. Manche Folgen sind ganz ok, aber im Großen und Ganzen eher unnötig.

Picard ist ok, aber eben auch nichts mit Anspruch. Inkosistent, und ignoriert den Kanon an viele Stellen. Ich unterschreibe das, was @McOdysseus zu 100%. Ansonsten, eine moderne Serie, die man als Sci-Fi absolut empfehlen kann, ist "The Expanse". Anspruch und Unterhaltung sind absolut auf Topniveau.
 

Bozol

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oder die Folge in der Picard ein Leben innerhalb von Minuten durchlebt, und als Erinnerung ihm "nur" diese Flöte bleibt. Traumhaft.
Episode 125 "The Inner Light".
"The rest of us have been gone a thousand years. If you remember what we were, and how we lived, then we'll have found life again."
 

carstenj

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Episode 125 "The Inner Light".
"The rest of us have been gone a thousand years. If you remember what we were, and how we lived, then we'll have found life again."
So schön und traurig gleichzeitig. Selbst die Melodie vergesse ich nie.

Oder dieses Gespräch (Kann man auswendig lernen und sowohl im Freundes- als auch Kollegenkreis regelmäßig anbringen):
https://www.youtube.com/watch?v=vMKtKNZw4Bo

Oder hier:
https://www.youtube.com/watch?v=wmAgeEhxGv4

Was mir dabei auffällt: Diese Szenen leben gerade davon, dass KEINE Musik gespielt wird, sondern einzig und alleine die Dialoge wirken. Bei Discovery gibts keine Minute am Stück wo nicht irgendwas im Hintergrund dudelt, und bei Picard ist das zwar besser, aber dennoch auch schon ein enormer Unterschied zu den alten Serien.

Auch und vor allem Sci-Fi lebt von Musik, aber man muss wissen, wann man sie einsetzt und wann nicht, ebenso bei visuellen Effekten.
 
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giesbert

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Eine meiner Lieblingsszenen aus TNG:

https://youtu.be/-T9TUeapBSQ

GUINAN: Well, consider that in the history of many worlds there have always been disposable creatures. They do the dirty work. They do the work that no one else wants to do because it's too difficult, or to hazardous. And an army of Datas, all disposable, you don't have to think about their welfare, you don't think about how they feel. Whole generations of disposable people.
PICARD: You're talking about slavery.
GUINAN: I think that's a little harsh.
 

Ezekeel

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Schöne Beispiele und Erinnerungen an TNG. Und leider ein Beleg dafür, dass dieses Niveau später eben nicht mehr erreicht wurde.
 

maba_de

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Schöne Beispiele und Erinnerungen an TNG. Und leider ein Beleg dafür, dass dieses Niveau später eben nicht mehr erreicht wurde.
ehrlich, so Szenen würden heutzutage doch keinen mehr hinterm Ofen hervorlocken.
Das ist dem Zeitgeist geschuldet, in den 90er Jahren war das noch gut, heutzutage muss alles knallen, blinken, Storys werden im Schnelldurchgang abgespult.
Ist anders heutzutage, aber nicht immer schlechter.
Ich habe neulich die erste Staffel Next Generation gesehen und fand die wirklich schlecht. Früher hat mir die gut gefallen, aber Zeiten ändern sich.
 
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