Elektro-Mobilität

samacnun

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Je höher die Spannung (Volt), umso niedriger die fließende Stromstärke (Ampere) um die gleiche Leistung zu erreichen.

Beispiel:
Ich benötige 100KW Leistung,
die erreiche ich bei 500V mit 200A.
Bei 1000V fließen lediglich 100A!
Das ist richtig, das betrifft aber vor allem die Zuleitungen vom Ladegerät in den Akku und vom Akku in den Motor, die werden ja bei höheren Stromstärken irgendwann unhandlich.
Für die Belastung einer einzelnen Zelle des Akkus spielt es hingegen keine Rolle, ob diese in Reihe oder parallel geschaltet ist.
 

stefan_m

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Danke, geht doch. Damit kann man wenigstens was anfangen. ;)
Der Typ in dem Video hat null Plan von Akku- bzw. Ladetechnik.
Ja, das mag sein.
Ich kenn seinen YouTube-Kanal, aber schau ihn nicht mehr. Das hatte seine Gründe aber weniger bezogen auf seine Tesla- bzw. E-Mobilitätsvideos, sondern mehr mit anderen Themen die er dort angebracht hatte. Ist deswegen wohl bei YT schon kurz vorm gesperrt werden gewesen.
Ich kann dir nicht sagen was ein gute E-Auto ist.
Nun ja, darum ging es in dem Video doch, oder?
Er hat ja schon beschrieben was aus seiner Sicht ein gutes E-Auto ausmacht. Um Elektrotechnische Feinheiten ging es da ja eher weniger...
Was würdest du denn von einem E-Auto erwarten, damit es "gut" wäre?
Eine gewisse Vorstellung scheinst du ja zum jetzigen Stand zu haben, wenn du sagst:
Aus meiner Sicht können E-Autos im Moment den so geliebten Zweitwagen komplett ersetzen. Aber nicht mehr.
Ich hab z.B. keinen Zweitwagen. Einer reicht mir. Ich sehe das also offenbar anders. ;)
Würden wir einen neuen Zweitwagen benötigen ginge das in die Richtung Zoe.
Die Zoe ist übrigens eine gute Wahl. Ich denke mit dem großen Akku und CCS, könnte sie für viele auch zum Erstwagen taugen.

Nochmal zu dem Video:
Vielleicht habe ich zu den technischen Aspekten in Bezug aufs e-Auto vieles schon zu oft gehört, so dass ich auch im Detail schlecht rübergebrachte Infos dahingehend verstanden habe, wie der YouTuber sie wohl gemeint haben wird.

Wo ich halt zustimme, was auch in meinen Augen zu einem guten e-Auto führt:

Reichweite: Wird ja gerne als grundsätzliches Problem bei e-Autos kommuniziert. Da wird ja auch gerne der 1000km-Reichweiten-Diesel als Vergleich gebracht. Ich sehe dass Reichweiten-Thema eher aus der Perspektive, was man denn idealerweise als Distanz für eine Fahrt bzw. einen Tag wirklich "braucht". Bei mir sind das aktuell ca. 150km an einem normalen Wochentag für die Arbeit. An Wochenende fahre ich regelmäßig eine 300km Strecke. Als ich 2013/2014 das erste Mal in Erwägung zog ein E-Auto anzuschaffen waren meine regelmäßigen Distanzen noch deutlich geringer. Damals hatte ich eine wiederkehrende Wochenendstrecke von 150km. Das was damals für mich preislich erreichbar war, konnte dies ganzjährig nicht sicherstellen (Tesla war damals für mich keine Option). In der Hinsicht (Preis und Reichweite) hat sich bei aktuellen Modellen (nicht nur Tesla) in der Zwischenzeit ordentlich was getan.

Ladeleistung: Dabei geht es für mich darum wie schnell man wieder ausreichend Ladung in den Akku bekommt, wenn man wirklich mal große Distanzen zurücklegen muss, die die Reichweite einer Akkuladung überschreiten. Das schließt dann quasi e-Autos aus, die nur Wechselstrom laden können und auch solche die zwar Gleichstrom laden, aber nur per CHademo. Fürs Gleichstromladen ist CCS erforderlich und je mehr desto besser für das Zurücklegen großer Distanzen. Ist einem also wichtig mit dem e-Auto auch mal in den Urlaub oder aus sonst welchen Gründen quer durch Deutschland/Europa fahren zu wollen, dann sollte das Auto CCS mitbringen und fahrzeugseitig hohe Ladeleistungen unterstützen. In Kombination mit guter Reichweite kann man dann 3-4 Stunden am Stück fahren, macht dann eine 30-minütige Ladepause und ist dann wieder für 80% der Fahrzeugreichweite im Spiel.

Ladeinfrastruktur: IMHO gilt (schnelles) Gleichstromladen ist fürs Reisen (also große Distanzen), Wechselstromladen ist entweder für Zuhause/auf der Arbeit, wo das Auto eh stundenlang steht. Öffentliche Wechselstromlader sind für mich nicht so nützlich. Im normalen Alltag brauche ich sie nicht, bzw. es macht keinen Sinn sie zu nutzen. Ich finde auch dass die Ausbauschwerpunkte falsch gesetzt sind. Privates Laden zu Hause ist immer noch zu schwer erreichbar, wenn man nicht selbst der Hausherr ist, sondern Vermieter oder Miteigentümer anbetteln muss. Öffentliches Laden ist immer noch überwiegend schlecht umgesetzt. Preise sind unklar, Bedienung ebenso. Mir unverständlich, warum es mehr braucht wie den Stecker einzustöpseln, das Auto identifiziert sich und man verwendet ein bargeldloses Zahlungsmittel das mit dem Fahrzeug verknüpft ist (ein Kartenlesegerät pro Ladesäule wie gerade vom Gesetzgeber beschlossen ist Unsinn). Ebenso muss das Fahrzeug bzw. das Navi wissen/anzeigen wie die Belegung bzw. der Verfügbarkeitsstatus der Ladesäule ist. Es gibt tatsächlich e-Autos deren Navis in der Lage sind Tankstellen als PoI anzuzeigen, aber nicht Ladestopps in die Route einzubauen.
 

Arminrc

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Ladeinfrastruktur: IMHO gilt (schnelles) Gleichstromladen ist fürs Reisen (also große Distanzen), Wechselstromladen ist entweder für Zuhause/auf der Arbeit, wo das Auto eh stundenlang steht. Öffentliche Wechselstromlader sind für mich nicht so nützlich. Im normalen Alltag brauche ich sie nicht, bzw. es macht keinen Sinn sie zu nutzen. Ich finde auch dass die Ausbauschwerpunkte falsch gesetzt sind. Privates Laden zu Hause ist immer noch zu schwer erreichbar, wenn man nicht selbst der Hausherr ist, sondern Vermieter oder Miteigentümer anbetteln muss. Öffentliches Laden ist immer noch überwiegend schlecht umgesetzt. Preise sind unklar, Bedienung ebenso. Mir unverständlich, warum es mehr braucht wie den Stecker einzustöpseln, das Auto identifiziert sich und man verwendet ein bargeldloses Zahlungsmittel das mit dem Fahrzeug verknüpft ist (ein Kartenlesegerät pro Ladesäule wie gerade vom Gesetzgeber beschlossen ist Unsinn). Ebenso muss das Fahrzeug bzw. das Navi wissen/anzeigen wie die Belegung bzw. der Verfügbarkeitsstatus der Ladesäule ist. Es gibt tatsächlich e-Autos deren Navis in der Lage sind Tankstellen als PoI anzuzeigen, aber nicht Ladestopps in die Route einzubauen.
All das ist eines der größten Probleme. Wie lange wird denn schon versprochen das es besser wird?
Den kleinen Zoe oder einen Quinquecento kann man einfacher laden.
Wir haben zwei Autos da beide Berufstätig mit komplett unterschiedlichen Wegen und Zeiten. ÖVP, hier, absolut keine Alternative.
Meine Frau könnte sich mit einem kleinen E-ler anfreunden.
Ich, im Moment, noch nicht.
 

JarodRussell

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Deswegen will ich eine PHEV haben. Ich fahre meine tägliche Strecke ins Büro dann voll elektrisch, kann dort kostenlos laden, kann aber eben auch zu meinen Eltern problemlos ohne diese Ladestops fahren, da das je nach Aufenthaltsort 500-650km Distanz sind, letztere zudem in ein Land, wo E-Autos noch kaum Verbreitung haben und auch kein Ladenetz annähernd auf unsere, Niveau besteht.
Mit einem Hyundai Nexo oder einem Mirai könnte ich das aber auch super lösen, das wäre für mich sogar eher ein Experiment wert, aber wir dürfen als Dienstwagen weder reine BEV oder FCeV haben. Die Wertkalkulationen der Flottenverleaser wie zB LeasePlan sind für diese Fahrzeuge unglaublich schlecht Wegen ihrer schnellen Obsoleszenz aufgrund der Weiterentwicklung. Unser Fuhrparkmanager sagte mir dazu auf Nachfrage, dass diese Firmen bei Elektroautos de facto mit Vollammortisation in drei bis vier Jahren rechnen, danach muss das abgeschrieben sein. Aus gleichem Grund sind auch PHeVs deutlich teurer als konventionelle Verbrenner.
 

stefan_m

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All das ist eines der größten Probleme. Wie lange wird denn schon versprochen das es besser wird?
Na ja. Ehrlich gesagt ist das eins der Themen wo die CDU/CSU-geführten Regierungen der letzten 16 Jahre auf ganzer Linie versagt haben. Neben E-Mobilität, gehören da auch die EE dazu. Irgendwann hat die Kanzlerin mal das Ziel 1 Million E-Autos für 2020 ausgegeben. Das aber so butterweich, dass die Autohersteller sich wohl gesagt haben: Ja, ja ist noch lange hin. Machen wir mal ein paar Alibi-E-Autos, die absichtlich so konzipiert sind, dass sie unserem Verbrenner-Geschäft nicht weh tun und wenn sie dann keiner will, können wir sagen "An uns lag es nicht. Der böse Kunde halt.". Der Dieselskandal hat dann letztlich doch für etwas mehr "Motivation" bei den Herstellern geführt und die angebotenen Fahrzeuge kommen jetzt so langsam in den ok bis gut Bereich.

Da kann dann jetzt die nächste Regierung zeigen, ob sie diese Themen ernst nimmt. Bin gespannt ob/was da kommt...
 

stefan_m

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Deswegen will ich eine PHEV haben.
Mach das. Ehrlich. Habe ich genau so gemacht.
Zwar gibt es bei den PHEV auch viele schlecht gemachte, aber wenn man wirklich den Alltag überwiegend elektrisch bewältigen kann, dann sehe ich das als Gewinn.
Bis dann das nächste Auto kommt, kann sich wieder genug an der Technik und der Infrastruktur getan haben, dass dann ein BEV für einen machbar wird. War bei mir auch so. Und man weiß in Bezug aufs Laden usw. schon ein bisschen Bescheid und muss nicht komplett ins kalte Wasser springen.
Mit einem Hyundai Nexo oder einem Mirai könnte ich das aber auch super lösen, das wäre für mich sogar eher ein Experiment wert, aber wir dürfen als Dienstwagen weder reine BEV oder FCeV haben.
Leider ist die Infrastruktur, also Tankstellen für H2, noch um Größenordnungen schlechter wie bei Ladesäulen für E-Autos. Sind wir da mittlerweile schon im dreistelligen Bereich. Als ich zuletzt geschaut habe, waren es noch knapp unter 100 Wasserstofftankstellen in Deutschland. Und vom benachbarten Ausland fange ich gar nicht erst an.

Rein vom Fahrzeug her betrachtet ist die Brennstoffzelle praktikabel. Aber alles von der Herstellung bis zur Zapfsäule ist so furchtbar ineffizient. Aktuell auch so gut wie überhaupt nicht CO2-neutral, da derzeit der Wasserstoff noch überwiegend aus Erdgas hergestellt wird. Der Preis von, ich glaube 9,50€ pro kg, ist darauf bezogen und noch vom Staat festgeschrieben. Da weiß noch keiner was das kg am Ende wirklich kostet, wenn der Wasserstoff CO2-neutral per Elektrolyse aus EE hergestellt wird.

Wir brauchen definitiv eine Wasserstoff-Infrastruktur. EE-Überschusse zu Wasserstoff ist durchaus sinnvoll. Aber was danach damit passiert steht auf einem anderen Blatt. Am besten wäre es den so hergestellten Wasserstoff direkt am Elektrolyse-Ort bei Bedarf wieder zu verstromen. Zum Beispiel in einem entsprechenden Gaskraftwerk. Und dann ist die Liste derer die gerne auf Wasserstoff umstellen würden um CO2-neutral zu werden und es anders nicht können so extrem lang: Stahl-Industrie, Luftverkehr, Schifffahrt, LKW, ... Ich glaube einfach nicht daran, dass da am Ende viel für PKW übrig bliebe.
 

il castrato

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Na ja. Ehrlich gesagt ist das eins der Themen wo die CDU/CSU-geführten Regierungen der letzten 16 Jahre auf ganzer Linie versagt haben. Neben E-Mobilität, gehören da auch die EE dazu. Irgendwann hat die Kanzlerin mal das Ziel 1 Million E-Autos für 2020 ausgegeben. Das aber so butterweich, dass die Autohersteller sich wohl gesagt haben: Ja, ja ist noch lange hin. Machen wir mal ein paar Alibi-E-Autos, die absichtlich so konzipiert sind, dass sie unserem Verbrenner-Geschäft nicht weh tun und wenn sie dann keiner will, können wir sagen "An uns lag es nicht. Der böse Kunde halt.".
Haha... voll VT!

Die Automobilindustrie ist genauso im Wachstumssystem gefangen wie alle anderen Wirtschaftsakteure auch. Eine Stagnation des Absatzes halten die nicht lange durch, ein Schrumpfen wäre gar tödlich, und das eher kurzfristig. Eine beherzte Umstellung von Verbrenner auf E-Auto hätte aber genau das bedeutet: Absatzeinbruch ohne Aussicht auf Erholung.

Selbst wenn die Autoindustrie zusammen mit der Umstellung auf E-Mobilität die Errichtung einer Ladeinfrastruktur nach Kräften unterstützt hätte, hätten sich die gigantischen Investitionen im Leben nicht gelohnt. Selbst Hardcore-E-Fans räumen ein, dass man schon seine private Schnelladestation braucht, um mit einem E-Auto glücklich werden zu können. Damit ist das E-Auto für einen Großteil der Autofahrer uninteressant, und das wird auch so bleiben. Eine Wallbox an jeder Straßenlaterne wäre Quatsch, auch aus ökologischen Gründen. Die knappe Öko-Energie muss dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Zeigt VW jetzt, dass es doch geht? - Nein. Der Konzern hat schlicht begriffen, dass mit Verbrennungsmotoren Schluss sein muss, so oder so. Und er will sich ein möglichst großes Stück vom drastisch geschrumpften Kuchen sichern und so wenigstens mittelfristig überleben.
 

Nashville1

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Hallo Zusammen,
da hier anscheinend Auto-Experten unterwegs sind hätte ich mal eine Frage an euch. Und zwar möchte ich gerne von meinem reinen Benziner auf ein kleines Elektroauto umsteigen, da für mich die aktuellen Spritpreise einfach zu teuer werden und ob wohl mein Auto bereits eher klein und sparsam ist, möchte ich gerne davon wegkommen.

Deshalb würde ich meine 2019er A-Klasse A200 gerne verkaufen und z.b. einen Zoe oder Peugeot 208 E leasen. Habt ihr noch andere günstige Empfehlungen im Bereich dieser beiden Kandidaten? Da ich nur bei meinen Eltern das Auto laden kann, da ich selbst keine Möglichkeit für eine Wallbox habe, kann man per App aus der Ferne sehen, wie voll der Akku ist?

Danke
 

Sym

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Software ist bei allen Herstellern unterschiedlich. Bei Tesla und bei VW kannst Du in der App den Ladestand sehen. Bei anderen weiß ich das nicht.
 

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