Noch jemand mit Flugangst hier? Tipps von Leidensgenossen?

FunkoFan

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Hallo Zusammen,

ich oute mich hier jetzt einfach mal als Flugangst-Opfer. Ich habe jetzt noch knappe 48 Stunden bis ich, nach Jahren des Vermeidens, wieder in ein Flugzeug steige, zumindest ist das weiterhin mein fester Plan. Allerdings bereitet mir diese Tatsache seit Tagen Schlaflosigkeit, Übelkeit und Herzrasen.. Ich leider nicht unter Platzangst im Flugzeug sondern die "klassische" Flugangst vor dem Absturz/Unfall.

Jedes Geräusch und jedes wackeln setzen mir im Flugzeug extrem zu, obwohl ich nur ca. 90 Minuten fliegen werde, wird es mir unendlich lange und schrecklich vorkommen. Bis ich dann am Urlaubsort angekommen bin mache ich mir schon wieder Sorgen wegen des Rückflugs, was den ganzen Urlaub nicht sehr erholsam macht aber ich möchte es einfach versuchen um auch noch etwas anderes von der Welt sehen zu können.

Natürlich habe ich als bloomberg Leser jetzt kurz vor dem Flug noch den aktuellen Bericht gelesen, dass "Fliegen so gefährlich wie seit Jahren nicht mehr" ist... Ganz toll, super Timing.

Aber genug von mir, gibt es hier Leidensgenossen? Wie bereitet ihr euch auf einen Flug vor? Habt ihr Tipps um sich zu beruhigen?

Danke und Grüße
 

Dextera

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Jo. Hab ich auch. Ich schau mir meist nen Abend vorher nochmal Final Destination an -
und bild mir dann den ganzen nächsten Tag ein ich hätt ein Déjà-vu :crack:

Kannst du machen garnix :noplan: Alk soll helfen - aber da ich nix trinke weiß ich das nicht. Gäb auch sonst noch beruhigendes Zeug beim Doc, da sollte man aber nicht allein reisen.
 

Schiffversenker

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Du brauchst keine Angst haben, mich lassen sie ja leider nicht ans Steuer :)

Im Ernst: solche Ängste lassen sich kaum rational angehen. Dir ist ja sicher auch klar, daß Fliegen sicherer ist als Autofahren, aber das hilft nicht.
Entweder musst du eine langfristige Therapie angehen oder du brauchst ständige Beschäftigung und Ablenkung, spätestes ab Betreten des Flughafens. Ist natürlich Küchenpsychologie, aber vielleicht hilft ein Flug, den du total beschäftigt und abgelenkt, kaum mitbekommst, hinterher den Rückflug lockerer anzugehen.
Vielleicht hilft's auch, total übermüdet einzusteigen und die 90 Minuten mit etwas Glück zu verschlafen?
Alkohol würde ich eher vermeiden. Kommt auf's Individuum an, aber zum einen wirkt er in der verdünnten Kabinenatmosphäre wohl stärker, zum anderen könnte er genau das Gegenteil bewirken. Es sei denn du versuchst auf drei bis vier Promille zu kommen :)

Lieblingsmusik mitnehmen, am besten über Kopfhörer, die Kabinengeräusche ausblenden, oder was richtig Interessantes mitnehmen zum Lesen, worin man sich versenken kann.
Rumknutschen könnte vielleicht auch ablenken…

Vielleicht hilft es auch, die Flugbegleiter/innen anzusprechen, vielleicht haben die Erfahrung und Tipps? Vielleicht gibt es Sitzplätze, die ein klein wenig besser geeignet sind, vielleicht hilft es, wenn man wenigstens die Beine ausstrecken kann?

Bei einem 90-Minuten-Flug wird ja kein Ozean, kein Kontinent überquert. Im Extremfall von Flugangst sollte es da doch Alternativen geben mit Land- und See-Verkehr. Dauert halt deutlich länger. Und ist bei unserer dubiosen Politik meistens auch noch deutlich teurer.
 

stonefred

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Ich habs so geschafft: hatte ein langes und ereignisreiches Leben und eigentlich alles erlebt, was man so erleben kann. Wenns Flugzeug abstürzt, dann ists halt so und egal. Jetzt bin ich einer von denen, der während dem Start und der Landung Film schaut, Musik hört und Zeitung liest, während die Wenigflieger gebannt aus dem Fenster starren und sich manchmal fürchten (also das Lesen usw. mache ich nicht, um keine Angst zu haben, sondern als Beschäftigung).

Wenn Du Dir Mut antrinken willst, dann nur so viel, dass Du nüchtern wirkst. Du wärst nicht der erste Betrunkene, der wieder aussteigen muss. Noch ein Tipp: bis die Getränke im Flug kommen kanns schon 20 Minuten dauern, kauf nach dem Securitycheck in einem Kiosk eine Dose Bier und eine kleine Tüte Chips oder anderes Knabberzeugs fürs Handgepäck - die Sitznachbarn werden Dich beneiden (Chips oder Sandwich kannst auch die von zu Haus durch die Sicherheitskontrolle nehmen, Getränke leider nicht). Im Flieger ists jetzt meistens nicht mehr gratis.:)

Wenn die Geräusche Probleme bereiten, dann besorg Dir einen BOSE Kopfhörer mit Aktive Noise Cancelling, die blenden das Brummen, Rauschen und die kleinen Geräusche aus.
 
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Macschrauber

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Fensterplatz und rausschauen, hilft auch gegen die "Seekrankheit" beim Fliegen.

Ich hab zwar keine Flugangst aber das Steigen/Fallen bringt meinen Kreislauf zum rotieren. Druckausgleich mit Nase aufblasen usw hilft auch etwas. Am besten finde ich immer noch rausschauen, finde ich so faszinierend dass ich meine anderen Beschwerden beim Fliegen fast vergesse.
 

Schattentanz

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Wenn dir die üblichen Tipps nicht helfen, würde ich überlegen etwas einzunehmen.

Baldrian, Passionsblume oder Hopfen. Ein pflanzliches Medikament wäre zum Beispiel: https://www.apotheken-umschau.de/Me...ASCOFLAIR-ueberzogene-Tabletten-11038052.html
Vielen hilft es auch nur zu wissen, dass im Notfall ein Arzneimittel zur Beruhigung parat ist.

Oder vielleicht kommt sogar ein CBD-Präparat in Betracht. (Ja! Das ist Legal in Deutschland. Am Reiseziel kann es aber auch anders sein).
Wenn du zu viel Angst hast, kannst du dir vom Hausarzt etwas geben/verschreiben lassen.

Unbedingt Alkohol vermeiden. Auch Tee mit Koffein oder Kaffee.
Das fördert nur unnötig die Adrenalinproduktion.
 

WollMac

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Zeitlich ein bisschen knapp, aber du kannst dich ja mal hier und hier durchklicken. Ansonsten einfach mal "Flugangst" bei Startpage eingeben.
 

einbisschenanders

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Fensterplatz und rausschauen, hilft auch gegen die "Seekrankheit" beim Fliegen.
Und auf einen geschwätzigen Sitznachbarn hoffen, der einen so ablenkt, dass man die Flugphase nicht mitbekommt. Unsere Kids haben auch Flugangst, speien sogar im Bus, wenn die Fahrt länger als 30min geht. Der Trick ist immer Ablenkung.
Seit ich vor 2 Jahren in einem ICE saß, dessen Triebwagen lichterloh brannte und die Türen nicht öffneten, schockt mich eh nichts mehr.
 
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einbisschenanders

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thogra

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Flugangst ist auch mein Thema. Mir hat Achtsamkeit geholfen. Ich bleibe bei mir und bei der Beobachtung des Atems. Atemzug für Atemzug. Ich bin auf diese Weise in die Türkei gereist, nach Ägypten und zuletzt nach Indien. Okay da war ich tatsächlich ein bisschen stolz auf mich.
 

Granny Schmitz

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Ich bin letztes Jahr vor dem Start eingeschlafen. Irgendwann wurde ich wach, schaute zu meiner Frau und sagte ey wir sind ja schon fast da. Sie meinte klar wir sind ja auch schon gestartet :hehehe:
Sie wird immer wahnsinnig. Einmal nicht aufgepasst, wird halt geschlafen :crack:

Ich hatte früher unheimliche Angst vor Spinnen und irgendwann war ich in einer Zoohandlung und dachte das ist mal eine Riesenspinne, die wirkt durch den Blickwinkel ja nochmal größer als sie eigentlich ist. Ich ging etwas seitlich, aber die Spinne würde nicht kleiner. Ich dachte spinn ich denn ?

Den Winkel nochmal geändert und drauf zu gegangen. Da war nichts mit Winkel, sie war so riesig! Mir blieb kurz der Atem stehen und ich konnte mich nicht bewegen, dann dachte ich bist du eigentlich dumm? Sie sitzt hinter einer Scheibe und sie kann gar nichts machen. Ich normalisierte meinen Zustand und ging weiter drauf zu.

Das nahm mir komplett die Angst, seitdem bringe ich Spinnen aus dem Haus immer nach draußen, auch die großen dicken fange ich und bringe sie raus. Natürlich nicht mir der Hand. Ich muss nur schneller als die Katzen sein denn die spielen die Dinger immer kaputt.

Als Tipp. Nehmt euch die Angst mit anderen Dingen. Ich bin in Gedanken bei jedem sinnlosen Opfer von Gewalt oder dämlichen Taten. Also bitte seht mir mein Beispiel nach. Stellt euch mal vor ihr sitzt an einem schönen Tag in Münster und irgendein Knaller fährt die vor dem Kaffee über den Haufen.

Ihr geht an einem windigen Tag mit eurem Hund, er muss ja nun mal raus. Ein Böe, Dachziegel, es wird dunkel, du bekommst nichts mehr mit.

Du stehst am Stauende und jemand hinter dir pennt.....

Und aus heiterem Himmel fällst du vom Stuhl, Herzinfarkt.....

Es gibt Millionen Wege zu sterben, warum sollte es heute in einem Flugzeug sein?

Mir hilft da die, meine?, Egal-Methode.

Letztens meinte unser Sohn zu uns „Meint ihr es könnte mal eine Atombombe auf uns geschossen werden?“ Ich sagte dann zu ihm, meine Frau war auch zugegen, „Dann gehen wir in den Keller, nehmen uns alle in den Arm und sagen uns wie sehr wir uns lieben. Und mit viel Glück überleben wir oder sterben zusammen.“
Er schaute erst sehr komisch, aber er verstand die Botschaft.

Lebt so lange ihr lebt, Angst ist „nur“ ein Gefühl, die Angst wird uns nicht vor dem Ableben schützen, die Frage ist nicht ob wir drauf gehen sondern wann. Bis dahin kann man mit Angst leben oder halt ohne.
 
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erikvomland

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Flugangst ist auch mein Thema. Mir hat Achtsamkeit geholfen. Ich bleibe bei mir und bei der Beobachtung des Atems. Atemzug für Atemzug. Ich bin auf diese Weise in die Türkei gereist, nach Ägypten und zuletzt nach Indien. Okay da war ich tatsächlich ein bisschen stolz auf mich.
Seh ich auch so und würde ich generell im Umgang mit Ängsten empfehlen.
Töchterlein z.B. hatte grossen Schiss vor der ersten Spritze mal zum Blutabnehmen, hat prima funktioniert..
 

FunkoFan

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Ihr geht an einem windigen Tag mit eurem Hund, er muss ja nun mal raus. Ein Böe, Dachziegel, es wird dunkel, du bekommst nichts mehr mit.

Du stehst am Stauende und jemand hinter dir pennt.....

Und aus heiterem Himmel fällst du vom Stuhl, Herzinfarkt.....

Es gibt Millionen Wege zu sterben, warum sollte es heute in einem Flugzeug sein?

Ich verstehe absolut was du sagen willst nur fällt mir es sehr schwer so zu denken. Mit dem Hund rausgehen, Auto fahren, spazieren.. das sind alles allgegenwärtige Dinge die man unter Kontrolle hat. Ich denke mir halt: in 10km Höhe, mit 800km/h in einer engen Röhre voll mit hoch brennbarem Treibstoff unterwegs in absolut lebensfeindlicher Umgebung. Wie soll man das entspannt annehmen?
 

WollMac

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Ich verstehe absolut was du sagen willst nur fällt mir es sehr schwer so zu denken. Mit dem Hund rausgehen, Auto fahren, spazieren.. das sind alles allgegenwärtige Dinge die man unter Kontrolle hat. Ich denke mir halt: in 10km Höhe, mit 800km/h in einer engen Röhre voll mit hoch brennbarem Treibstoff unterwegs in absolut lebensfeindlicher Umgebung. Wie soll man das entspannt annehmen?
Tja, Ängste sind nunmal keine rationalen Angelegenheiten...
Aber es stimmt schon. Die Atmung kontrolliert die Spannung und Entspannung sowie den Energiefluss im Körper. Luft anhalten blockiert total.
 
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