Der Macuser-Bar Politik Thread ...

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Braucht die Macuser-Bar einen Politik Thread?

  1. Ja!

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  2. Nein!

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  3. Vielleicht ...

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  1. fa66

    fa66 Mitglied

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    Und genau dieses »Vermitteln« ist abhängig von der Definition des zu Leistenden.

    Hatte das »Arbeitsamt« alter Prägung (vor »H4«) noch die Aufgabe, in tatsächlich vorhandener Kenntnis der Berufe und Berufsfelder durch die Sachbearbeiter und in Kenntnis des Könnens der Erwerbssuchenden zu vermitteln – überspitzt also einen Geisteswissenschaftler nicht ins Gartencenter und einen Dachdecker nicht ins Lektorat, ist das heute nach spätestens drei Jahren alles irrelevant.

    Das führt aber auch dazu, dass die Sachbearbeiter auch immer berufsunkundiger werden. Sie müssen das auch gar nicht mehr wissen, der H4er muss ja eh (nahezu) alles annehmen. Das reduziert aber auch die Qualifikation des »Jobcenters« selbst, einen sagen wir vier Jahre erwerbslosen Philologen, genauso wie jene nach Mutterschaft wiedereinsteigende Sekretärin, überhaupt noch an einem Arbeitsplatz unterzubringen, an dem diese im besten Sinne produktiv sein können.

    Klar können die in die Frittenschmiede oder an die Waschstraße; nur sind das heute jene Niedriglohnvollarbeitsplätze, die früher als Schüler- und Studentenferienjobs durchgingen.
     
  2. WollMac

    WollMac Mitglied

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    Na ja, die Sachkunde der Mitarbeiter des Arbeitsamtes war schon vor 30 Jahren nicht berühmt. Nach meinem Studium hatte ich mich arbeitslos gemeldet und den Fachvermittler für Naturwissenschaftler nach dem Einstiegstarif für Chemiker gefragt. Er meinte nur, dass ich da die Gewerkschaft fragen müsse...
     
  3. fa66

    fa66 Mitglied

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    Tut er das? Ich meine zuverlässig?

    Da es immer weniger tarifgebundene Arbeitgeber gibt, erfährt der Mindestlöhner ja formal nicht zwingend, was seine Kollegen bekommen.
    Er hat also weder in der geldlichen Höhe noch in Bezug auf die Arbeitszeit eine sichere Kontrolle darüber, ob er nicht doch lohngedrückt arbeitet.
     
  4. WollMac

    WollMac Mitglied

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    Tut er nicht. Da gibt es zu viele Schlupflöcher.
     
  5. Ralle2007

    Ralle2007 Mitglied

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    Ich stehe immer noch auf dem
    Standpunkt, Arbeit soll ordentlich entlohnt werden, schließlich investiert man ja seine ganze Kraft in den Job. Ein AG sollte auch mal was zurückgeben, so kenne ich das.
    Es sollte m.E. zwischen AG und AN ein Gewinner Gewinner Prinzip existieren.
    Ja, das funktioniert. Es ist nur eine Frage der "Einstellung" des AG.
    Auf der anderen Seite weis ich auch das es nur wenige AG gibt die so denken, leider.
     
  6. MacQandalf

    MacQandalf Mitglied

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    Nunja, auch der Mindestlohn ist je nachdem in wecher Branche und mit welcher Qualifikationsanforderung der Leiharbeiter eingesetzt wird nicht wirklich weit von übelster Lohndrückerei entfernt.

    Auf der einen Seite verstehe ich dass nicht jeder ungebildete Honk sich seinen Arsch platt sitzen soll bis er einen Job findet wo er 20-30 Euro die Stunde bekommt. Aber andererseits hilft der Druck *jeden* Job annehmen zu müssen wiederum nur den widerlichen Zecken die ihr Personal zu sittenwidrigen Löhnen ausbeuten und sich oft nicht mal ansatzweise an die gesetzlichen Bestimmungen halten.

    Ich wäre da für eine Lösung mit mehr gesundem Menschenverstand. Wenn jemand noch nicht lange arbeitslos ist sollte er durchaus etwas wählerischer sein dürfen, damit er sich nicht zu billig prostituiert und in den Billiglohnsektor rutscht aus dem man kaum wieder heraus kommt. Aber je länger er erfolgslos nach Arbeit sucht umso mehr Kompromissbereitschaft sollte man von ihm erwarten dürfen. Wer von 17-21 eine Ausbildung macht und dann mit 26 immer noch nichts gefunden hat, der kann dann auch mal den Besen in die Hand nehmen und die Straßen reinigen. Wer aber gerade mal 2-3 Monate arbeitslos ist den würde ich jetzt nicht unbedingt zwingen sich für 11-12 Euro bei einer Verleihfirma zu prostituieren.
     
  7. devo

    devo Mitglied

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    Ich find ja, dass die Gründung von Subunternehmen und Verleihern viel zu wenig reguliert und zu leicht ist. Nicht, dass ich es genau wüsste, geb ich zu, aber es muss so sein. Denn das ist ja der Trick wie große Unternehmen (ich erwähne mal den größten Schlachthof Deutschlands im Ort wo ich wohne) alles aushebeln. Die großen Chefs waschen ihre Hände in Unschuld, sie haben ja nur extern eingekauft, der Subbi mag irgendwann dran sein, aber wie schnell ist der nächste gegründet. Das unterste Level sehen wir hier im Ort jeden Tag, nämlich Rumänen, Bulgaren - wer ist eigentlich egal - durch die Gegend laufen zu ihren Behausungen oder zurück zum Schlachthof, alle mit weissen Eimern in der Hand, wahrscheinlich mit Fleischresten, die sie mitnehmen dürfen.
    In der Pflege siehts nicht anders aus, ein guter Freund hat 12 Jahre Nachtdienst geschoben in der Altenpflege für ein Gehalt, wofür die meisten nichtmal aufstehen würden. Jetzt ist ne Bandscheibe hinüber und jetzt rächt sich der niedrige Verdienst schon sogar vor der Rente. (Durchschnitt in der Pflege sind übrigens 4 Jahre)
    Und übrigens musste ich gerade vor ein paar Monaten meine Großmutter ins Heim geben, weil ich die Pflege nicht mehr schaffte. 4300 EUR kostet so ein Platz, bei Pflegegrad 4 wird 17xx EUR von der Krankenkasse bezahlt. Rente wird automatisch umgeleitet. Bleiben irgendwas um 1400 EUR, die von der Familie oder Besitz zu tragen sind. Bedeutet, das Haus, in dessen Erbengemeinschaft ich bin, wird mir unterm Arsch weggenommen. Das ist grad ein Verfahren in Schwebe, aber so ist es gedacht. Schmeiss den Drecksack raus und versteigert das Haus, so siehts der Kreis. Und dafür zahl ich mein Leben lang in die Pflegeversicherung ein.

    Deutschland ist aus den Fugen geraten und keiner merkts.
     
  8. nonpareille8

    nonpareille8 Mitglied

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    Anstand ?
    Das Wort sollte nicht im Niedriglohnsektor verwendet werden, denn der ist für sich genommen schon unanständig, inklusive der „flankierenden Maßnahmen“, die Leute da hineinpressen.
    Nein, Anstand als Metapher für Fehlverhalten zu missbrauchen und Aufbau von schlechtem Gewissen im Konglomerat von Leih- und Zeitarbeit, Minijobs etc. ist absurd.

    Die Beugung von moralisch hehren Begriffen wie Anstand im Sinne neoliberaler Kriegsführung ist unanständig.
    Genau diese perfide, subversive Taktik haben die Neoliberalen genutzt um ihre Ideologie zu verkaufen.

    Wenn jemand freiwillig Zeitarbeit annimmt, ohne dass ihn vorsätzlich herbeigeführte strukturelle Bedingungen dazu zwingen, ist es ja ok.
    Dann hat er eine echte Wahl zwischen Freiwilligkeit oder Inanspruchnahme eines Anrechts.

    Ich gehe davon aus, jeder der die Möglichkeit hat einer auskömmlichen Arbeit nachzugehen, wird dies auch tun.

    https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_12.html
     
  9. nonpareille8

    nonpareille8 Mitglied

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    Sich aushalten lassen ist eine bewusste Verzerrung und Negierung von elementaren sozialpolitischen Grundsätzen.

    Der auch gerne genutzte „Schmarotzer“ ist übrigens ein Gewächs, was in allen Schichten gedeiht.
     
  10. palestrina

    palestrina Mitglied

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    Bei allem Mitgefühl für eure Lage – aber das Haus gehört eurer Großmutter. Deshalb darf sie den Wert ihres Hauses auch für ihre Pflegekosten heranziehen. Eine Erbengemeinschaft seid ihr doch erst dann, wenn der Erbfall eintritt. Rechnet doch mal nach, was ihr für die Nutznießung des Hauses an Miete einspart. Das sollte euch doch das Aufkommen für den fehlenden Beitrag zur Pflege eurer Großmutter wert sein. Oder habe ich etwas missverstanden?

    Und nebenbei: Deine Beiträge für die Pflegeversicherung zahlst du nicht für deine Großmutter, sondern für die Zeit, in der du selbst Pflege benötigen wirst.
     
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