Willkür statt Wehrpflicht?

Diskutiere das Thema Willkür statt Wehrpflicht? im Forum MacUser Bar

  1. Ingo Henke

    Ingo Henke Thread Starter unregistriert

    Beiträge:
    573
    Zustimmungen:
    5
    Mitglied seit:
    09.01.2005
    In einem Artikel aus Spiegel-Online mit der Überschrift „Willkür statt Wehrpflicht“ war folgendes zu lesen. 46,2 % sollen, ich nehme an 2006, ausgemustert worden sein. Wie kommen diese Zahlen überhaupt zustande? Sind junge Deutsche Männer wirklich fett, krank und labil wie im Artikel behauptet, oder braucht die Bundeswehr weniger Soldaten, weil die Planspiele der Panzerschlachten in der Norddeutschentiefebene Geschichte sind?

    Stimmen werden laut nach einer Berufsarmee. Es gibt wiederum Gegner die es nicht haben wollen und den „Staatsbürger in Uniform“ beibehalten möchten und die Angst äußern, dass die Bundeswehr eine Entwicklung nehmen könnte wie die Reichswehr in den 20er und frühen 30er Jahren. Was war in dieser Zeit los? Niederlage im 1. Weltkrieg, Versailler-Vertrag, Wirtschaftskrise, eine labile Demokratie, so wurden, aus meiner Sicht, diese Strukturen in der alten Reichswehr begründet, nicht durch die Berufsarmee.

    Auf dem Papier gibt es noch die Wehrpflicht, aber wie lange? Bleibt die Wehrpflicht, kommt eine Berufsarmee oder wird die Wehrpflicht nur ausgesetzt? Wenn es nach den Befürwortern ginge, dann sollte sie so bestehen bleiben. Aber was ist die Wehrpflicht schon Wert, wenn jeder zweite ausgemustert wird der nach den Ansprüchen der frühen 80er noch ein Gewehr tragen konnte? Entweder man macht etwas richtig oder es wird sein gelassen.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,502752,00.html
     
  2. alexxus

    alexxus Mitglied

    Beiträge:
    2.489
    Zustimmungen:
    41
    Mitglied seit:
    27.08.2006
    Ich wurde dieses Jahr gemustert und von ca. 200 Leuten, die gemustert wurden, sind am Schluss ca. 20 "durchgekommen" (ich auch)... Ich war ziemlich erschrocken, als ich gesehen hab, wie kaputt die Jugend heute schon ist... Kaputte Knie, kaputte Wirbelsäule, Allergien, Herzfehler, Alkoholiker (!), usw... :rolleyes:

    Da dacht ich echt: "Boah, im Gegensatz DAZU, biste echt topfit!" :cool:
     
  3. DasNeX

    DasNeX Mitglied

    Beiträge:
    603
    Zustimmungen:
    25
    Mitglied seit:
    07.12.2006
    Ich kenne genug gute Sportler, die ausgemustert wurde.
    Man(n) muss nur einen Arzt gut kennen.... ich sag nur Hüftdisplazie durch tragen des Geldbeutels in der "Arschtasche"!

    Naja, ich bin dafür dass die Grundidee der Wehrpflicht erhalten bleibt. Es gibt genug Stellen, die sich über einen Zivi freuen würde, wenn die Bundeswehr sie nicht braucht.
    Ich war Zivi im Rettungsdienst und kann jedem eine solche Erfahrung nur empfehlen.
     
  4. Lehrling

    Lehrling Mitglied

    Beiträge:
    19
    Zustimmungen:
    0
    Mitglied seit:
    14.08.2007
    hm, ich find wehrpflicht eigentlich schwachsinn, aber wenn es ihngbene soll, dann für ALLE!

    Wir sind doch im Zeitalter der Emanzipation!
    Wieso müssen Frauen keinen Zivi/Wehrdienst machen, Männer aber schon?
     
  5. 4Lix

    4Lix Mitglied

    Beiträge:
    3.493
    Medien:
    1
    Zustimmungen:
    422
    Mitglied seit:
    16.03.2005
    is doch total dumm des ganze....teilweise leute die aktiv fußball spielen,leichtathletik machen,tennis aktiv spielen wurden beiimr im freundeskreis ausgemustert, dass soll mal wer verstehen....
     
  6. Locusta

    Locusta Mitglied

    Beiträge:
    831
    Zustimmungen:
    26
    Mitglied seit:
    19.12.2004
    Wird sowas tatsächlich durch einen Geldbeutel verursacht? Ich trage seit Jahrzehnten meinen Geldbeutel in der linken "Arschtasche".



    Ansonsten würde ich für eine Berufsarmee stimmen. Vor allem würde ich auch "Aüsländer" in die Bundeswehr lassen (bis zu einem gewissen Prozentsatz und zumindest EU-Bürger). Ein paar aus meinem ehemaligem Abijahrgang wollten damals zur Bundeswehr. Durften sie aber nicht da sie keine deutsche Staatsbürgerschaft hatten. Einige Deutsche wollten nicht mussten aber. Was für eine verkehrte Welt.
    Meiner Meinung nach hat "dienen in der Truppe" schon lange nichts mehr mit "Dienst fürs Vaterland" zu tun...
     
  7. henchen2410

    henchen2410 Mitglied

    Beiträge:
    533
    Zustimmungen:
    12
    Mitglied seit:
    09.01.2006
    Bis vor 2 Jahren gab es noch den Tauglichkeitsgrad T3 (tauglich mit Einschränkungen in der Grundausbildung). Der wurde dann komplett abgeschafft und Leute, die früher T3 waren, sind heute T5 (untauglich). Auch das steigert nochmals die Ausmusterungsquote. Aber T3 Gemusterte werden eh schon seit einigen Jahren nur noch freiwillig eingezogen.

    Auch ich bin T3 gemustert, hab meine Verweigerung geschrieben, welche auch akzeptiert wurde. Statt der Schreiben, mir einen Ziviplatz zu suchen, bekam ich nach einer Weile jedoch einen Brief, dass ich auf Grund meines Tauglichkeitsgrades 3 nicht mehr zum Zivildienst einberufen werde... Immerhin 2 Semester Studiengebühren gespart ;)


    MfG
    henchen2410
     
  8. SilentCry

    SilentCry MacUser Mitglied

    Beiträge:
    1.424
    Zustimmungen:
    36
    Mitglied seit:
    28.04.2005
    Die Wehrpflicht ist meine Erachtens menschenrechtswidrig. In Österreich, wo ich her bin, ist sie ein durch Hitler wiedereingeführtes Relikt, in userer Ersten Republik gab es keine Wehrpflicht mehr, aber Adolf kam, sah und zog ein - lustigerweise wurde das dankbar beibehalten und wenn man in .at jetzt vom Abschaffen dieser Folter spricht, jammern die Hilfsdienste, weil sie behaupten, ohne Leibsklaven in Form von Zivildienern könne man den Dienst nicht aufrecht erhalten (!). Ist das eine verkehrte Welt, in der Organisationen, die gegen den Wehrdienst einen Zivildienstposten stellen um Leuten mit Abneigung gegen das Töten auf Befehl eine Anlaufstelle zu bieten, FÜR DIE BEIBEHALTUNG dieser Knechtschaft sind, damit sie weiter praktisch gratis Sklaven rekrutieren lassen können?

    Es gibt für einen freiheitlich eingestellten Menschen meines Erachtens keine, ich betone: KEINE, andere Position und Haltung als die sofortige und vorbehaltlose Abschaffung der Zwangsinternierung und sofortige Freilassung aller zu menschenunrecht festgesetzten Menschen
    (in diesem Fall ausschliesslich Männer, Frauen brüllen zwar bei jeder eingebildeten Benachteiligung, aber bei WehrPFLICHT für Frauen verstummen ihre sonst so aktiven Mündlein - genauso wie bei der Gleichsziehung des Pensionsalters, oder warum gehen Frauen die länger leben früher in Pension als Männer?).

    ad Töten auf Befehl
    das ist ja meiner Meinung nach nur ein Nuance. Das Verbrechen ist, Menschen, die kein Verbrechen begangen haben, bei Weigerung sogar mit Waffengewalt (aka Todesandrohung bei Widerstand) in eine Kaserne zu sperren und von einem Zivilversager in Unform demütigen, knechten und foltern zu lassen.
    Ich habe nichts gegen eine Berufsarmee, genausowenig wie gegen Bäcker, Schuster oder Mondfahrer. Aber zwingen darf man niemandem zu einem Beruf, die Inkasernierung (aka Gefängnisstrafe) setzt dem ja noch einen oben auf.
     
  9. SODA-MAX

    SODA-MAX Mitglied

    Beiträge:
    604
    Zustimmungen:
    5
    Mitglied seit:
    28.02.2005
    also ich bin auch dafür eine berufsarmee zu machen.

    ich z.b. bin letze woche mit meiner ausbildung fertig geworden. so und 2 wochen bevor ich fertig war kam mein arbeitgeber zu mir und sagte zu mir das ich übernommen werde. naja als ich im märz damals gemustert wurde, wollte ich umbedingt zum bund. weil es damals hieß das ich nicht übernommenw erde. und es gäbe auch keine möglichkeit. also habe ich mich so angestellt das ich als T2 gemustert wurde. und jetzt könnte ich mir in den arsch beisen.

    mein arbeitsplatz kann ich vergessen da mein chef jemand anderen warscheinlich nimmt. und fertig. und ich darf ab 1.10 zum bund und nach 9 monaten darf ich wieder bei meinem chef antreten und fragen wie es aussieht.

    sowas nervt mich. so macht der ****** staat jungen leuten das leben schwerer.

    MFG
    MG
     
  10. blipper

    blipper Mitglied

    Beiträge:
    1.320
    Zustimmungen:
    148
    Mitglied seit:
    15.06.2003
    Die Dienstpflicht ist in Ordnung, dürfte aber meinetwegen auch mehr zivile Optionen offenhalten (so wie Dienst in einem Krankenhaus oder beim THW). Mit einer reinen Berufsarmee hätte ich mehr Sorgen, dass da ein "Staat im Staat entsteht, andererseits kann man eine immer technischer werdende Armee nicht mit Dienstpflichtigen aufrechterhalten. Und wer nicht will/kann (die Grenzen sind oftmals fliessend...) sollte hat Ersatz dafür leisten, sei es auch über einen höheren Steuersatz.

    Und es schadet der heutigen Generation auch nicht, etwas Disziplin zu lernen.
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Willkür statt Wehrpflicht?
  1. AndyD
    Antworten:
    74
    Aufrufe:
    3.177
  2. aao_scout
    Antworten:
    7
    Aufrufe:
    688
  3. falkgottschalk
    Antworten:
    69
    Aufrufe:
    3.257
  4. Shrike
    Antworten:
    71
    Aufrufe:
    3.392

MacUser.de weiterempfehlen

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Akzeptieren Weitere Informationen...