1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Politik Rot-Rot-Grün nach der Bundestagswahl?

Dieses Thema im Forum "MacUser Bar" wurde erstellt von MacLeopold, 26.04.2017.

  1. nonpareille8

    nonpareille8 MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    13.05.2005
    Beiträge:
    921
    Zustimmungen:
    704
    ... oder es trollt :hehehe:
     
  2. UltraMac

    UltraMac unregistriert

    Mitglied seit:
    20.05.2015
    Beiträge:
    467
    Medien:
    1
    Zustimmungen:
    317
    Ja, ein Marktextremist und Freiheitsextremist. ;)
     
  3. spoege

    spoege MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    16.06.2007
    Beiträge:
    2.148
    Medien:
    4
    Zustimmungen:
    2.759
    Neoliberalismus ist ein weiter Begriff: Je nachdem, wie man ihn definiert, werden in der Tat viele Parlamentarier diesen Ideen anhängen. Das ist allerdings kein Geheimnis, sie verstecken sich nicht, sondern sagen offen, was sie für richtig halten und erheben entsprechende Forderungen. Das ist nun wirklich eine Binsenweisheit, und diese Auseinandersetzungen kriegen wir ja auch immer wieder mit.

    Du hältst diese wirtschaftspolitischen Auffassungen für gefährlich und extremistisch, okay. Das kommt darauf an, wo man die Mitte definiert, und wo die Extreme. Ich sehe seit etwa 2000 einen wirtschaftspolitischen Mainstream im Bundestag, der der Wirtschaft etliche Freiheiten und Privilegien gewährt hat (mit denen ich nicht einverstanden bin). In der Bankenkrise hat sich gezeigt, zu welchen Folgen das führen kann. Ob es das ist, was du unter "neoliberal" verstehst, weiß ich nicht. Mir ist unklar, was der Begriff für dich alles umfasst. Auch die Austeritätspolitik, mit der Deutschland Griechenland kujoniert?

    Mit Sozialpolitik hat das erstmal nur insoweit zu tun, als dass die Rechte der "Arbeitnehmer" und ihre Löhne auch eingeschränkt bzw. gemindert worden sind. Hartz IV, Familiengeld, etc. fällt für mich nicht mehr unter "Neoliberale Wirtschaftspolitik". Die Kritik daran bleibt aber davon unbenommen. Auch in dieser Beziehung gibt es einen Mainstream im Bundestag, eine "Mitte", eine "Mehrheit". Die versteckt sich ebenfalls nicht und ist auch nicht verschwörerisch tätig, sondern fordert offen, was sie für richtig hält.

    Was das jetzt mit dem Thema Innere Sicherheit und "politischem Extremismus" zu tun haben soll, hängt wieder von deinen Definitionen ab. Du verwendest immer wieder diese Schlagworte, ohne näher zu erklären, was genau du damit meinst. Dir ist offenbar daran gelegen, mittels dieser Herleitungen eingänge Kausalzusammenhänge zu konstruieren. Kann man machen. Muss man aber nicht. Und wenn man dir nicht folgt, heisst das noch lange nicht, dass man mit der Wirtschafts- und Sozialpolitik der CDU/CSU/FDP einverstanden ist. Ich selbst finde die Zusammenhänge komplexer, als du sie darstellst. Aber das haben wir ja schon mehrfach festgestellt.
     
  4. nonpareille8

    nonpareille8 MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    13.05.2005
    Beiträge:
    921
    Zustimmungen:
    704
    Dass viele Zusammenhänge selbstredend komplexer sind als sie hier definiert werden können, ist allerdings eine Binsenweisheit.
     
  5. Franken

    Franken MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    07.09.2005
    Beiträge:
    3.398
    Zustimmungen:
    372
    Nee spoege, so dumm sind Neoliberale nicht.
    Die Welt ändert sich, die Entwicklung geht weiter. Früher sind wir mit Pferdefuhrwerken übers Land gereist und heute
    sitzen wir in so Flugzeugen, Schnellzügen und SUVs.
    Früher wurden tatsächlich Menschen auf offener Straße überfallen und ausgeraubt, passiert heute auch noch
    aber nur von dummen und einfältigen Menschen.
    Der neue Typ von Strauchdieb - der Neoliberale - ist da viel cleverer.
    - Aktienhandel, Spekulation
    - Lohndumping, Leiharbeit
    - Globalisierung
    - Demokratieabbau durch CETA und TTIP
    - Betriebsräte besonders nett behandeln (VW)
    - Gesetze sich selbst schreiben
    - faule Kredite vergeben und sich dann vom Staat "retten" lassen
    ...

    Ein Neoliberaler geht nicht nachts auf die Straße und überfällt Frauen,
    er kauft sie sich.
     
  6. nonpareille8

    nonpareille8 MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    13.05.2005
    Beiträge:
    921
    Zustimmungen:
    704
    ... Der neue Typ von Strauchdieb - der Neoliberale - ist da viel cleverer.

    Und damit die ganze Plünderaktion recht geschmeidig abläuft und von der Masse gutiert wird, hat man die INSM ausbaldowert.
    Das war ebenso schlau wie perfide und immens erfolgreich.

    Sie haben zig Talk-Shows mit ihren Mietmäulern bestückt und so mit tatkräftiger Hilfe der ach so unabhängigen Sender massiv die öffentliche Meinung beeinflusst.
    Mir ist bis heute schleierhaft, wie dies ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen der mit Gebühren finanzierten Sender geschehen konnte.

    Diese enorme Beeinflussung betraf natürlich in noch größerem Ausmaß die Print- und Onlinemedien.

    Die obersten Manipulatoren dieser marktradikalen Hirnwaschzentrale kommen als Botschafter und Kuratoren daher.
    Eine äußerst gefährliche Propagandazentrale der Arbeitgeber, gesponsert mit dreistelligen Millionenetats.

    Ein Beispiel von vielen:



    Sehr aufschlussreich in diesem Beitrag ab 19:20.

    ... das Pellengahr: „Wir wollen die Menschen aufklären” :crack:
     
  7. Prinz Herbert

    Prinz Herbert MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    02.06.2013
    Beiträge:
    295
    Zustimmungen:
    812
    Und was hat das jetzt mit Giovanni di Lorenzos Feststellung zu tun, dass sich SPD und Grüne Stimmen abjagen lassen, weil sie sich mit dem Thema "Innere Sicherheit" so schwertun? Mehr Stimmen bekommen sie ganz sicher nicht, wenn sie die Sache so aufziehen und so kommunizieren wie du das hier tust. Wer mit diesem Thema bei Wahlen punkten will - und das meinte Di Lorenzo, was denn sonst - muss sich für eine knackige Law-and-Order-Politik stark machen, und zwar ohne Rücksicht auf Bürgerrechte, die dabei hinten runter fallen könnten. Zu den Grünen passt das nun mal weniger gut. Sonst können sie sich gleich "CSU" nennen.

    Ich sehe immer noch nicht ein, dass nur Religionen und insbesondere der Islam (und auch nur in einer ganz bestimmten Ausprägung) von einer engen Weltsicht, die naturgemäß gefährlich sein kann, geprägt sein sollen. Und außerdem ist Religionskritik viel mehr als nur Kritik an starren Denkmustern. Religionskritiker sind z.B. die Leute von der GBS, und die beschäftigen sich mit Themen wie z.B. :

    * "Christliche Ethik": Was ist das eigentlich? Taugt sie als "Leitkultur"?

    * Sterbehilfe: Darf nur Gott über Leben und Tod entscheiden? Auch für die, die gehen wollen und nicht an Gott glauben? (siehe dazu http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-02/sterbehilfe-vom-leben-und-vom-tod-fischer-im-recht )

    * Kinderrechte: Darf man religiösen Vereinigungen erlauben, Beschneidungen ohne medizinische Indikation vorzunehmen?

    * Kirche, Staat, Arbeitsrecht: Dürfen Einrichtungen, die zu 90% vom Staat finanziert werden, Mitarbeitern kündigen, nur weil sie geschieden und wiederverheiratet, konfessionslos oder sonstwas sind, das mit ihrer Arbeit nix zu tun hat?

    Alles so Sachen, die für dich offensichtlich kein Thema sind, wenn's um Religionskritik geht.
     
  8. MACombat

    MACombat MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    12.07.2005
    Beiträge:
    946
    Zustimmungen:
    379
    :) Schön formuliert und guter Ansatzpunkt zur Diskussion. Natürlich entstehen hier andere Bedrohungsszenarien und Machtdemonstrationen als im öffentlichen Raum veranstaltete Jagdszenen auf Menschen, Geschlechter, Vertreter von Minderheiten wie Mehrheiten. Wobei beim Kauf von Frauen auch die Abgabe der Macht gerade von Männern mit Macht nicht selten eine entscheidende Rolle spielt.
     
  9. Prinz Herbert

    Prinz Herbert MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    02.06.2013
    Beiträge:
    295
    Zustimmungen:
    812
    Hartz IV ist eindeutig neoliberale Wirtschaftspolitik und nicht nur eine Maßnahme zur Schleifung des Sozialstaates. Hartz IV hat das berühmte Prekariat geschaffen, aber auch die Löhne aller Beschäftigten gesenkt. Der Mechanismus, der dahinter steckt, ist eigentlich auch nicht so schwer zu verstehen: Wenn der Staat die Sozialleistungen kürzt, sie von Bedingungen abhängig macht und die Arbeitslosen drangsaliert, geht ein ordentliches Stück Absicherung verloren. Und das wirkt sich nicht nur auf die unmittelbar Betroffenen aus, sondern auf alle Arbeitnehmer, weil die viel lieber einen Job haben wollen, bevor sie noch in der Hartz IV-Hölle landen. Das Ergebnis: Arbeit wird entsprechend billiger. Und das soll nichts mit Wirtschaftspolitik zu tun haben?

    Kurz gesagt: Eine der entscheidenden Zutaten für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands ist der Niedriglohnsektor, und den würde es ohne Hartz IV nicht geben.
     
  10. spoege

    spoege MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    16.06.2007
    Beiträge:
    2.148
    Medien:
    4
    Zustimmungen:
    2.759
    Ich würde sagen, den gab es vorher auch schon, er ist durch Hartz IV effizienter strukturiert worden.

    Natürlich ist das Wirtschaftspolitik – und zwar unsoziale. Ich frage, was daran "neoliberal" und nach Nonpareilles Auffassung "extremistisch" ist.


    Nachtrag: Wir führen hier keine Diskussion über das kapitalistische Wirtschaftssystem, wie es in Deutschland praktiziert wird, und soziale Gerechtigkeit. In dessen politischer Kritik waren wir uns mE weitgehend einig.

    Mit eurer Verwendung des Begriffes "neoliberal" scheint ihr eine neuere politische Strömung kennzeichnen zu wollen, die das Ziel hat, die Macht und die Gewinne der ökonomischen Eliten zu mehren – so eine Art kapitalistischer Weltverschwörung. Dazu passt auch Nonparailles Beobachtung der im Parlament "versteckten" und "getarnten" Neoliberalen.

    Diese Theorie finde ich fragwürdig.