Gravis nur noch bargeldlos

Ich frage mich aber, wie man so ignorant und blauäugig sein kann und direkt die Abschaffung von Bargeld zu fordern.

Hier im Thread geht es ja gar nicht um die Abschaffung von Bargeld, sondern um Gravis und um User, die für sich entschieden haben, alles (soweit als möglich) bargeldlos abzuwickeln

darunter gibt es Menschen die kein
Zugang zu einem Konto haben,

Wie oben geschrieben, es besteht ein Recht auf ein Girokonto incl. Girocard

Hinzu kommt noch, es gibt genügend Untersuchungen die zeigen, dass man mit Geld bei bargeldlosen Transaktionen
erheblich sorgloser und weniger kontrolliert umgeht, für jemanden der jeden "Groschen" zweimal umdrehen muss,
kann das der Einstieg in die Insolvenz sein.

naja, kommt auf die Fragestellung an und auf die Erfahrung und Affinität der Befragten mit modernen, technologischen Möglichkeiten.

Bei Bezahlung mit KK kann ich jeden kleinesten Betrag exakt nachvollziehen, wann und wo ich den gekauft habe. In dem Moment, in dem es am iPhone "ping" macht und auch die letzen Zahlvorgänge sehe ich immer noch. Mit Bargeld haben da sicherlich viele Menschen große Probleme, sich an all die kleinen Bezahlvorgänge zu erinnern um zu wissen, wohin der der Groschen gegangen ist.
 
Ohne Bargeld landet das Trinkgeld vielleicht nicht bei denen, für die es gedacht ist. Dann muss man wieder anfangen, andere Dinge zu verschenken, die diejenigen gar nicht brauchen können.

Das ist jetzt aber nicht ein sehr stechendes Argument für Bargeld, dass man sicherstellen will, das jemand tatsächlich einen Geldbetrag erhält und nicht jemand anderes. Manche führen gerade die Nachvollziehbarkeit des Empfängers an, Bargeldzahlungen nicht in jeder Größe zu erlauben.

;)
 
Ist das überhaupt legal, die Annahme von Bargeld zu verweigern?

Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen, ja. -> https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/themen/kaufen-reklamieren/haendler-muss-kein-bargeld-annehmen

Problem ist halt, dass es vor dem Kauf deutlich gemacht werden muss. Der Verkäufer ist aber auch nicht verpflichtet, dir seine Ware zu verkaufen. Insofern bleibt dir dann halt nur übrig, wo anders einkaufen zu gehen oder bargeldlos zu zahlen.
 
Und was genau hat das nun mit der Nutzung einer KK zu tun?
Dass man sie eben nach einer fehlerhaft veranlassten Sperrung nicht mehr nutzen kann; die skizzierte Geldkarte bis zum geladenen Betrag aber weiterhin.

dass es bereits jetzt ein gesetzlich verbrieftes Recht auf ein Girokonto gibt. Damit kannst du sogar bargeldlos bezahlen.
Außer, dass Bargeld und die von mir als Bargeldäquivalent gedachte EZB-Geldkarte den Nutzer keinerlei Gebühren kostet, d.h. gesetzlich so gebaut sein muss, dass sie und ihre Nutzung keine kosten darf.

So eine Geldkarte soll nur den Produktions- und Verteilungsaufwand und daraus erwachsende Kosten reduzieren. Also genau diejenigen Argumente bedienen, die isb. privatwirtschaftlichen Befürworter der Papiergeld- und Münzabschaffung laut verbellen (im Ggs. zu den kleinlauten weiteren Konsequenzen einer Abschaffung).

warum da eine KK mit Apple Pay mindestens genauso gut ist wie Bargeld.
Ist sie nicht. Die Ausgabe von Bargeld und damit eine bargeldäquivalente Geldkarte gehören prinzipiell nicht in privatwirtschaftliche Hände (oder anders: das ist meine Grundauffassung als Mitsouverän unserer Gesellschaftsstruktur).

Deren Verprivatwirtschaftlichung käme der Wiedereinführung des Verleihs ständischen und aristokratisch-oligarchischen Münzrechts gleich, das wir in einer demokratisch-rechtstaatlichen Gesellschaft überwunden haben sollten.

Ich halte es für problematisch genug, dass privatwirtschaftlichen Banken das Schöpfen von Geld aus dem Nichts erlaubt wird – immerhin besteht dort aber die öffentlich-rechtliche Kontrolle durch die Zentralbank.
 
Ich bin ja auch für Schutz von Daten und für individuelle Freiheiten, aber wenn ich die Argumente gegen bargeldloses Zahlen sehe, frage ich mich wirklich, was für Befürchtungen und Ängste da im Hinterkopf bestehen....
Es geht doch gar nicht darum wer was gegen bargeldloses Zahlen habe, jeder von uns hat wohl ne EC-Karte oder macht online-Banking.

Eher darum was gegen Bargeld als Begleitwährung einzuwenden ist, das schliesslich vielfach noch gebraucht wird und sei es für 4 Semmeln oder wenn man was von privat kauft. Soll ich jetzt auf dem kleinen Wochenmarkt von jedem Kleinst-stand ne Kartendings erwarten wegen 5 Möhren und nem Bund Petersilie?
Brauch keiner. Ich kauf auch viel von privat über Ebay KLZ mal da ein Möbel oder was fürs Fahrrad, also brauch ich sowieso Bargeld, wär ja sonst ne Zumutung.

Im übrigen sollte man bei der PP Zahlerei oder auch bei Kreditkarte nicht vergessen, dass oftmals Gebühren ordentlich abgegriffen werden.
Beides parallel hat seine Berechtigung und sollte wenns nach mir geht auch möglichst lange noch bleiben. Das sollte sich ne Gesellschaft auch bitte schon leisten können etwas Aufwand mit jahrhunderte alter Zahlungsweise, zumal weil der Kram ja auch immer und überall stromlos funktioniert.
 
Eher darum was gegen Bargeld als Begleitwährung einzuwenden ist, das schliesslich vielfach noch gebraucht wird und sei es für 4 Semmeln oder wenn man was von privat kauft. Soll ich jetzt auf dem kleinen Wochenmarkt von jedem Kleinst-stand ne Kartendings erwarten wegen 5 Möhren und nem Bund Petersilie?

Ich würde nie fordern Bargeld abzuschaffen aber zu deinen Beispielen kann ich nur sagen, das ich auch da längst kein Bargeld mehr nutze. Beim Bäcker geht längst auch ec- und Kreditkarte. Bei Privatkäufen und Verkäufen gibts für mich und Freundeskreis eig. auch nur noch Paypal. Ebenso beim aufteilen von Rechnungen usw. passiert das per Paypal. Und wenn ein Laden wirklich noch, wobei ich da keinen mehr kenne, nur bar will, gehe ich eben in den nächsten Laden. Leben und leben lassen. :)
 
Paypal frisst halt immer mit - Gebühren. Und wenn ich über die Ferne was tätige, sind das nicht meine Freunde oder Familie.

Natürlich bieten viele Läden alles an, aber hier auf dem Land ists auch nochmal anders. Kommt auch auf die Beträge an, beimm Bäcker weiss ich schon was meine 2 Wecken + 2 Brezeln kosten beim tanken nutze ich logischerweise auch oft EC. Aber wie gesagt, alles hat seinen Zweck.

Im übrigen, gerade beim Bäcker runde ich immer gerne etwas auf, die kämpfen gerade alle mit Preisen. Kostet was 2,80 gibts 3.-, oder mein Brot 4,70
gibts nen Fünfer. Will ja dass die erhalten bleiben. Zack, fertig und wieder draussen, der nächste Bitte. Mach das mal per EC so einfach.
 
Keine Ahnung, ob das schon geklärt wurde; Nach meinem Kenntnisstand sind Scheine und Münzen gesetzliche Zahlungsmittel, die nicht so einfach von einem Händler abgeschafft bzw. ausgeschlossen werden können.
 
Keine Ahnung, ob das schon geklärt wurde; Nach meinem Kenntnisstand sind Scheine und Münzen gesetzliche Zahlungsmittel, die nicht so einfach von einem Händler abgeschafft bzw. ausgeschlossen werden können.
Doch, können Sie:
Im Prinzip kann ein Laden oder Restaurant so die Annahme von Bargeld komplett ausschließen. Nutzen Geschäfte solche Regeln, haben sie darauf aufmerksam zu machen. „Der Kunde muss vor Kaufabschluss über die Zahlungsbedingungen informiert werden“
Quelle: https://www.rnd.de/wirtschaft/zahlen-mit-karte-durfen-geschafte-bargeld-verweigern-IHT4IOVZ4EDAR3FBVVCSGZBILU.html?outputType=valid_amp
 
Deren Verprivatwirtschaftlichung käme der Wiedereinführung des Verleihs ständischen und aristokratisch-oligarchischen Münzrechts gleich, das wir in einer demokratisch-rechtstaatlichen Gesellschaft überwunden haben sollten.

ok. da bin ich raus, wenn ein Vergleich mit "aristokratisch-oligarchischen" kommt.

Ich halte es für problematisch genug, dass privatwirtschaftlichen Banken das Schöpfen von Geld aus dem Nichts erlaubt wird – immerhin besteht dort aber die öffentlich-rechtliche Kontrolle durch die Zentralbank.

nur noch soviel. Diese angebliche "Geld aus dem Nichts" wird ja immer gerne mit einer negativen Kannotation gebraucht. Dennoch ist es so, dass unsere Gesellschaft ohne diese Art der Kreditvergabe nicht funktionieren würde. Und nein, nur Beträge als Kredit vergeben, die man besitzt ist nicht sinnvoller, da sie die Entwicklung einer Gesellschaft zu mehr Wohlstand behindern würde.

Oder warum denkst du wurde das "Vollgeld" aufgegeben? Weil Verschwörungstheorien behaupten, dass irgendwelche Mächte die Menschheit verknechten möchten, also so "aristokratisch-oligarchisch"?

Sorry, aber ich habe gelernt, dass mit Verfechtern des Glaubens "Fiat-Geld" oder "Geld aus dem Nichts ist böse" leider nicht sinnvoll zu diskutieren ist. Zu tief verankert erlebe ich da Ideologien statt Wissen.

Darum: ja du hast Recht. Bargeld ist das einzig Wahre und alles andere ist böse
 
Oder warum denkst du wurde das "Vollgeld" aufgegeben?
Um mehr Casino-Gefühl in die Geldwirtschaft zu bringen?
Um in einer finiten Welt ein bisschen länger die Illusion einer infiniten Wirtschaft zu verbreiten?
Um bei diesem langfristigen Pyramidenspiel zu hoffen, längst das Zeitliche gesegnet zu haben, bis die gegenwärtig etwa 900fache Überzeichnung aller Wirtschaftsleistungen dieser Welt platzt?
 
Doch, können Sie:
Lustig dabei die Formulierung:
Die zweite Ausnahme … resultiert aus der Vertragsfreiheit zwischen Händler und Kunde. Demnach bleibt es ihnen überlassen, miteinander andere Zahlungsoptionen zu vereinbaren
…//…
Im Prinzip kann ein Laden oder Restaurant so die Annahme von Bargeld komplett ausschließen. Nutzen Geschäfte solche Regeln, haben sie darauf aufmerksam zu machen. „Der Kunde muss vor Kaufabschluss über die Zahlungsbedingungen informiert werden“
Und das nennt sich dann »miteinander Zahlungsoptionen zu vereinbaren«.

Um miteinander Zahlungsoptionen zu vereinbaren, bedarf es doch eines Minimums an Verhandlung und Verhandlungsmöglichkeit. Gibt es diese nicht, kann es kein »Miteinander« gegeben haben.

Gibt es so ein »Miteinander« nicht, muss also wieder §1 gelten:
Allerdings sind in Deutschland auf Euro lautende Münzen und Scheine das einzige gesetzliche Zahlungsmittel. Daraus leitet sich eine Annahmepflicht ab.
 
Das ist jetzt aber nicht ein sehr stechendes Argument für Bargeld, dass man sicherstellen will, das jemand tatsächlich einen Geldbetrag erhält und nicht jemand anderes. (…)
doch, zum beispiel im restaurant oder beim friseur oder beim pizzaboten oder oder oder … so hatte ich zumindest @stonefred (hoffentlich richtig) verstanden.
 
Tipp in bar wird auch meist steuerfrei abgewickelt.
Läuft das über die CC, ist das in der Buchhaltung nachvollziehbar.
 
doch, zum beispiel im restaurant oder beim friseur oder beim pizzaboten oder oder oder … so hatte ich zumindest @stonefred (hoffentlich richtig) verstanden.

das weiß ich schon. Ich habe halt die Iron ie nicht gkennzeichnet und an deutlich größere Beträge gedacht, bei dem jemand sicherstellen will, dass dieses Geld _nur_ der gewünschte Adressat erhält. Solche "Geschäftes" sind nicht unbedingt ein Pro-Argument für Bargeld
 
Ist das überhaupt legal, die Annahme von Bargeld zu verweigern?
Ich habe gefragt, weil ich mich irgendwie duster erinnere, daß es mal Regelungen gab, wieviel Münzgeld ein Geschäft annehmen müsse. War aber halt vor der Zeit der weiten Verbreitung von Plastikgeld.

Ich bezahle mittlerweile auch meistens mit Karte - seit ich weiß, daß das geht, selbst das WC auf den Autobahnraststätten, bin aber strikt gegen die Abschaffung von Bargeld.
Welcher Bettler kann sich schon ein Kreditkartenterminal leisten?
Wie bekomme ich die Kreditkarte in den Einkaufswagen-Schlitz?
Wie öffne ich diverse Batteriefächer?
(okay, das wären die geringsten Problem)
Und natürlich ganz aktuell: was macht man bei einem Blackout?
 
Hinweis für Leute, die meinen, nur Gedrucktes oder Geprägtes sei „echtes“ Geld.
Ich habe Geldscheine aus dem Kaiserreich, da steht sinngemäß drauf „gegen Vorlage dieses Geldscheines bei der Reichsbank erhält der Einzahler soundsoviel Mark ausgezahlt“.
Papiergeld war also sozusagen kein richtiges Geld, nur ein Versprechen dafür.
 
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