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OT: Tierheim-Situation

Dieses Thema im Forum "MacUser Bar" wurde erstellt von CRen, 28.01.2004.

  1. CRen

    CRen Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo!

    Ich wollte mal meinem Ärger Luft machen.

    Vergangene Woche Montag musste mein treuer Begleiter Teddy eingeschläfert werden, weil er nicht mehr laufen konnte. Teddy war ein Spitzenhund und hat 14 Jahre, also gute zwei Drittel meines bisherigen Lebens mit mir verbracht. Aber seine Zeit war gekommen und trotz aller Trauer habe ich es ihm gegönnt.

    Jetzt ist über eine Woche ins Land gezogen und wir haben uns nach einem neuen Hund umgesehen, im Tierheim, wo sonst. Schließlich kam Teddy auch daher.

    Zuallerst muss ich anmerken, dass das, was ich gesehen habe, zum Heulen ist. Tierheime sind ohnehin Orte, an denen jeder mündige Mensch sich sein Tier holen sollte. Doch das nur nebenher.

    WAS RICHTIG SCHLIMM IST:

    ca. 60% aller Hunde im Tierheim sind sogenannte "Kampfhunde". Ich möchte jetzt keine Diskussion über die potentielle Gefahr durch so ein Tier anfangen, aber mal im Ernst: Nur weil ein paar ganz arme, scharf gemachte Kreaturen vor einigen Jahren ein paar Leute medienwirksam dazwischen hatten, erschwert der Staat jedem Halter eines solchen Tieres die Lage, wo es nur geht. Wobei die Gefahr doch nicht vom Tier selbst ausgeht, sondern vom Menschen, der es zum Beisser züchtet oder erzieht.

    - Ein "Kampfhund" kostet extra Hundesteuer.
    - Ein "Kampfhund" darf nicht ohne Maulkorb rumlaufen.
    - Ein "Kampfhung" wird überall von den Leuten angefeindet.

    Resultat: "Kampfhunde" dürfen im Tierheim versauern. Das ist nicht nur traurig, das ist ziemlich gemein. Nie auffällig gewordene Familienhunde werden abgegeben, weil irgendwelche Irren ihre Hunde zu Kampfmaschinen umbauen.

    Denn nach dieser Logik müsste man auch Männer verbieten, die immerhin einen Großteil aller Morde und allen Elends verursachen. Und nach dieser Logik müsste man auch alle Ausländer ausweisen, weil ein geringer Prozentsatz kriminell ist. Ach ja: Unter diesen Umständen müsste man dann auch alle Deutschen verbieten...

    Das würde aber niemand ernsthaft fordern, in der Hinsicht weiß jeder, dass es solche und solche gibt.
    Warum gilt das nicht für Hunde, warum werden dann alle Hunde einer bestimmten Sorte als potentiell gefährlich eingestuft?

    Das Leid ist unerträglich in meinen Augen. Wie bei allen "Heimbewohnern". Aber bei den Kampfhunden am meisten, weil sie nur eine geringe Chance haben, je wieder geliebt zu werden.
    LEIDER kann ich mir kein solches Tier zulegen, weil meine Wohnung zu klein ist und ich nicht viel Zeit habe. Und für meine Eltern sind Stafford und Co leider zu groß.

    Wie dem auch sei... ich wollte einfach mal drauf hinweisen. Vielleicht ist ja einer von Euch auch auf der Suche nach einem treuen Freund und in der Lage, einen dieser nicht schönen, aber meist überaus liebenswerten Hunde aufzunehmen...?

    Tierliebe Grüße,
    Christian
     
  2. stadtkind

    stadtkind MacUser Mitglied

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    Die Moral der Geschichte ist,
    böse und gemein der Mensch nur ist!
     
  3. Godzilla

    Godzilla MacUser Mitglied

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    Ich hab alle meine Tiere aus dem Tierheim und außerdem könnte dieser Planet ganz gut ohne den Menschen funktionieren.
     
  4. CRen

    CRen Thread Starter MacUser Mitglied

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    Schade, hatte mir mehr Antworten erhofft.

    Die Macht der Medien wurde bei der Kampfhunde-Thematik mal wieder negativ ausgespielt.

    Ansonsten muss ich Euch recht geben: Menschen kann man knicken ;-)

    Aber es gibt ja auch gut. Und gerade bei Hunden weiß ich immer nicht, was besser wäre: Ein Leben in der freien Wildbahn oder mit Menschen...

    Ich muss aber mal sagen, dass ich es prima fände, wenn mehr Menschen statt zum Züchter ins Tierheim gingen. Als ob die Herkunft eines "adeligen" Sonstwas ihn direkt in andere Sphären heben würde als andere Hunde.

    Gruß,
    Christian
     
  5. blalalama

    blalalama MacUser Mitglied

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    Hi,

    ich muss auch mal meinen Senf dazugeben:

    Auch ich finde es traurig, dass so viele dieser "Kampfhunde" in Tierheimen die letzte Zeit ihres Lebens fristen müssen. Und bestimmt sind einige dieser Hunde auch ganz lieb und problemlos und verdienen ihr Schicksal nicht.

    Und jetzt kommt leider mein großes Aber:
    Diese Hunde wären nicht im Tierheim, wenn es dafür nicht einen Grund geben würde. Einen Grund sehe ich darin, dass es vielleicht doch eine genetische Tendenz gibt, dass diese Hunderassen agressiver sind als andere (korrigiert mich bitte, wenn ich mich irre. Ich kenne mich da nicht so aus, gehe aber von einem züchtungsbedingten Effekt aus). Des weiteren sind viele dieser Hunde an Ihrem jetzigen Ort wahrscheinlich, weil diese von ihren früheren Besitzern (schlimmes Wort, man kann ein Tier doch eigentlich nicht besitzen, ist doch ein Lebewesen tststs) verzogen wurden und dadurch agressiver sind als sie es sein müssten und die Halter deshalb ihre Hunde abgeben mussten, weil sie ihre Tiere nicht unter Kontrolle hatten.
    Hätte der Mensch nie angefangen den Hund zu domestizieren, würde es diese Probleme jetzt nicht geben. Nun haben wir diese Probleme aber und müssen uns damit abfinden.

    Leider ist es so, dass wie beim Computer, wo das Problem meist hinter der Tastatur sitzt, beim Hund das Problem meist hinter der Leine ist.

    In diesem Sinne schöne Grüße
    blalalama,
    der sich wohl demnächst, wenn er umgezogen ist eine schöne schwarze Katze als Mitbewohner(in) holen wird ;)
     
  6. teanuc

    teanuc MacUser Mitglied

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    Das Leid könnte schon etwas gelindert werden, wenn nicht immer auf die Belange des Menschen geachtet wuerde, sondern auch auf die der Haustiere.

    Leider können nicht alle Menschen mit Hunden umgehen. Viele wissen nicht worauf sie sich einlassen und sind schlicht ueberfordert mit einem Hund. Das Tier landet dann bestenfalls im Tierheim oder auf einem Rastplatz. :mad: :mad: Daher wäre eine (Ueber-)Pruefung des zukuenftigen Frauchens und Herrchens vor dem Kauf eines Hundes angebracht.
     
  7. martyx

    martyx MacUser Mitglied

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    ich weiss von kampfhunden die laut papier irgendwelche collies oder jagdhunde sind (geld macht's). komischerweise sagen alle kampfhundebesitzer das ihr hündchen natürlich ganz lieb, kinderfreundlich und ein waschechter familienhund ist. selbstverständlich können sie sich nie einen reim darauf machen, warum gerade ihr hund auf einmal so ausgestickt ist. meine lösung, stärkere kontrollen und wesentlich härter durchgreifen und die armen tierchen einfach einschläfern oder auf eine einsame insel damit. feddich.

    klar, macht man sich mit dieser einstellung keine freunde - wollte aber trotzdem meine meinung dazu kundtun.
     
  8. teanuc

    teanuc MacUser Mitglied

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    Das Problem liegt bestimmt nicht in der Domestikation, sondern - wie Du schon bemerkt hattest - in der Zuechtung und der Erziehung der Hunde.
     
  9. ...der Kummer mit den Kötern ist doch eindeutig:
    Wenn diese Biester zubeißen, dann meistens Kinder
    oder ältere Personen - ist leider so. Und genau das
    sind die Menschen die mit den 'Kampfhunden' gerade
    nix zu tun haben und aufgrund dieser mangelnden
    Erfahrung oft Fehler im Verhalten gegenüber der
    Hunde begehen ... und eben entsprechend Opfer werden!

    Und deswegen ist nur eines richtig: Aufzucht und Haltung
    dieser Rassen verbieten und zwar konsequent! Die Hunde
    die jetzt im Tierheim leben, beissen eben in den sauren
    Apfel - aber das ist immernoch besser als ins Gesicht eines
    Menschen.... klar sind die Viecher Opfer einer verfehlten
    Züchtung und Dressur ... aber was tun? Lieb gekuschelt
    kriegt man die Monster eben nicht mehr.
     
  10. stadtkind

    stadtkind MacUser Mitglied

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    Die Kampfhundproblematik ist doch ein typisches Beispiel für unsere Wegwerfgesellschaft.

    Das, was kostenlos ist und nicht viel Arbeit macht, damit kann sich jeder leicht anfreunden. So ist schnell auch ein Hund im Haus. Doch wehe, er ist nicht so, wie man sich das vorgstellt hat: macht Arbeit, will beschäftigt werden - und kostet plötzlich Geld! Also, wieder weg damit! Also, es ist wie mit anderen Konsumgütern: wenig "Nachdenkende" kaufen billiges Zeugs, und dann nach einem Jahr lieber was Neues - kostet doch (fast) nix! Obwohl man mit "Qualitätsware" vielleicht ein Leben lang was davon hätte ... doch das kostet ja ein wenig mehr. Von Lebensmitteln will ich gar nicht erst reden - hauptsache B I L L I G !!!!! Über das, was dahinter steht, macht sich keiner Gedanken .....

    Ich schweife ja schon wieder ab, hab wohl gerade meine "philosophische" Stunde...