Indesign in der Druckvorstufe: Drucken ohne Akrobat Distiller?

Dieses Thema im Forum "Drucktechnik" wurde erstellt von madmarian, 30.11.2005.

  1. madmarian

    madmarian Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo,

    ich bin gefrustet: seit ca. 5 Jahren nun arbeite ich mit Indesign, eigentlich schon seit der ersten Beta. Vorher und auch jetzt noch immer wieder muss ich mit Quark herumdoktoren, aber Indesign ist mir wirklich lieber. ABER: immer, wenn es beim Druck Probleme gibt, schieben die Drucker es auf Indesign. Mal abgesehen davon, dass man früher nur offene Quark-Dateien abliefern konnte, wenn man 100% sicher gehen wollte, inkl. aller schriften und Bilder. Das ist ja nicht mehr Zeitgemäß, ich muss oft schnell und via Email druckaufträge verschicken und nutze die eingebaute PDF-Funktion bei Indesign (z.Z. CS1). In 95% der Fälle werden diese Dateien richtig gedruckt (Offset Heidelberger etc), in manchen wenigen Fällen gab es Probleme mit den Transparenzen (besonders im Digitaldruck). Ein Adobe-Vertreter meinte, mit Indesign kann man professionelle PDFs erstellen. Daher könnten meine Probleme eventuell von falschen Voreinstellungen (in transparenzen und anderen einstellungen) her resultieren. Die Durckereien behaupten aber, ohne AkrobatDistiller ließe sich kein professionelles PDF erstellen.

    Wollte gestern einen Proof von einem Cover drucken lassen; das PDF wurde völlig zerschossen (freigestelle Bilder hatten plötzlich Füllfarbe im Rahmen, Schrift farbig hinterlegt statt schattiert etc). Der Export als EPS aus Indesign schlug auch fehl- es fehlten im Anschluss die Schriften! Wieso wurden die nicht mit eingebunden? Hätte ich das anders einstellen können?

    Es ist zum Kotzen... gibt es ohne Akrobat Distiller keinen Weg, ein Indesign Dokument fein verpackt druckfähig anzuliefern????? Warum liefert Indesign seine Software dann mit so einem miesen PDF-Writer aus?!? Wer kann hier mal was fundiertes zu dieser Thematik sagen?!



    ...muss in Kürze einen Katalog, 250+ Seiten, erstellen. Zuletzt habe ich ihn mit Quark gemacht, war eine Woche Stress, um die Daten druckfähig als PDF zu generieren (mit Akrobat Distiller). Auf meinem Mac habe ich aber nur Indesign, ohne Akrobat Distiller, und ich habe auch nicht mal eben 600€ für das Tool über... Daher will ich erst einmal wissen, ob mit dem Distiller plötzlich alles eitel Sonnenschein ist, oder ob die Druckereien dann mosern, ich hätte den Distiller falsch eingestellt wtc... irgendwas werden die ja immer finden, wenn was schief läuft....
     
  2. Ogilvy

    Ogilvy MacUser Mitglied

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    Hallo,

    dann versuch ich mal mein Glück :)

    Ich arbeite selbst in der Druckvorstufe
    und bekomme daher Daten der unterschiedlichsten
    Art (von PowerPoint bis PDF/X-3) und
    Herkunft. Grundsätzlich (das behaupte ich
    jetzt einfach mal) sind aus InDesign ex-
    portierte PDFs druckbar! Es hängt wie so oft
    von der zur Verfügung stehenden Technik
    bzw. dem Ersteller und dem Wissen des
    Druckereimitarbeiters ab.

    Der Grund warum viele Druckereien InDesign
    verteufeln, ist der, dass dieses Programm
    schon jetzt Funktionen inne hat, die man
    nicht so einfach gedruckt bekommt. Ein weiterer
    Grund ist der, dass InDesign für viele neu
    ist und daher, entgegen Quark das man in-
    zwischen in und auswendig kennt, für viele
    Probleme verantwortlich macht.

    Beispiele für Probleme die durch InDesign-
    PDF-Exporte entstehen können sind u.a:

    · CID-Kodierung der Schriften
    · nicht oder nicht korrekt reduzierte Transparenzen

    Ob jetzt der Distiller oder InDesign-PDF-Export
    die besseren PDFs erstellt; darüber kann man
    sich jetzt streiten. Tatsache ist, dass der Distiller
    eben ein in der Druckvorstufe bewährtes Tool
    zur PDF-Erzeugung ist und weitreicherende
    Einstellungsmöglichkeiten bietet.
    Viele Druckereien bieten auch Einstellungssets
    für Transparenzreduzierungsvorgaben, Druck-
    vorgaben oder auch PDF-Exportvorgaben zum
    Download an.

    Mein Tipp an dich. Die Daten immer gemäß den
    Anforderungen der Druckerei erstellen. Wenn
    du den Acrobat Pro (ab Version 6) hast, einen
    Preflight vor Druck machen. Zusätzlich bieten
    viele Druckereien auch die Herstellung eines
    standrichtigen Formproofs bzw. farbverbindlichen
    Proofs an. Zu dem würde ich mir eine kompetente
    Druckerei suchen, die dir in technischen Fragen
    weiterhelfen kann und nicht einfach auf die
    Anschaffung eines Programms verweist.

    Ich bin mal gespannt, was die anderen meinen.



    Gruß
    Ogilvy
     
    Zuletzt bearbeitet: 30.11.2005
  3. usls1

    usls1 MacUser Mitglied

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    Nuja, also da ja Indesign von Adobe ist und der Distiller auch, sollte man davon ausgehen, dass das schon richtig funktioniert. Aaaaaaber, nicht umsonst gabs das grosse erste-Indesign-Version-erstellte-Pdf-Debakel wie ich es so gerne nenne (ok, ehrlich gesagt hab ich mir das gerade ausgedacht, aber nur den Begriff, nich das Debakel).
    Da wars doch so, dass sich Pdfs aus Indesign kaum haben belichten lassen.

    Aber das ist nur die eine Seite, die andere ist: Was läuft für eine Ripversion vor den Belichtern/Ctps etc? Diese müssen natürlich auch in der Lage sein alles gelieferte verarbeiten zu können und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Druckereien die immer auf dem neuesten Stand halten (kostet ja Geld ;) ) und ich musste heute schmerzlich feststellen, dass nichtmal die neuesten Ripversionen alles können :(

    Achso, jetzt habe ich so viel schreiben wollen und hab bestimmt wieder die Hälfte vergessen..... wir arbeiten hier auch seit Jahren mit dem Distiller, und der liefert durchweg gute Ergebnisse.

    Öhm, ich muss weg, die blöde Indesignbelichtung is durch.... :D

    übrigens tummelt sich in dem Forum http://www.hilfdirselbst.ch glaube ich jemand von Adobe rum, auf jedenfall beantwortet er die Fragen sehr kompetent und auf dieses Thema bezogen ist das Forum auch zu empfehlen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30.11.2005
  4. madmarian

    madmarian Thread Starter MacUser Mitglied

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    hilfdirselbst.ch kenne ich, erste Adresse, wenn es um Probleme mit Layout tools geht. Der Spezialist, Mr. Ulrich, ist wirklich ein netter und kompetenter Indesign Fachmann, den ich schon in vergangenheit schön genervt habe... dachte, ich gebe macuser.de mal 'ne Chance ;-)
     
  5. hoffMan666

    hoffMan666 MacUser Mitglied

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    Hallo,

    auch ich arbeite im Bereich Druckvorstufe und schließe mich im Großen und Ganzen (schreibt man das eigentlich groß oder klein...) Ogilvy an.

    Die von dir geschilderten Probleme (Füllfarben im Rahmen, etc.) scheinen mir auf eine Transparenzensache hinzuweisen.
    Da liegt eben der Hund begraben - wie das auch der Kollege Ogilvy schon sagte - InDesign kann Sachen (wie eben Transparenzen), die so nicht druckbar sind. Egal wie und mit welcher Technologie muss eine Transparenz immer erstmal umgerechnet (reduziert) werden. Das kann im InDesign, im Acrobat oder im RIP passieren. Im RIP ist wohl die schlechteste Variante, denn da ist irgendwas eingestellt und da rührt auch in der Regel niemand dran rum. Ob das jetzt im Acrobat oder im InDesign besser geht... ich denke darüber kann man diskutieren.

    Ich persönlich finde, daß man im Acrobat etwas detaillierter zu Werke gehen kann. Bedenkt man aber, daß man im InDesign ja den kompletten Einfluss auf die Layoutdatei hat, sollte man damit und den Transparenzreduzierungseinstellungen das Gleiche erreichen können.

    Gruß
    hoffMan
     
  6. ThoRic

    ThoRic MacUser Mitglied

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    Also mal ehrlich... wieviel Cent bekommst du pro Seite, wenn bei einem 250 Seiten Projekt nicht mal ne Acrobat Version rentabel einzusetzen ist?

    Selbst wenn der ID PDF Export zu 100% dem entsprechen würde, den der Distiller generiert, würde dir ohne Acrobat nach wie vor jegliche Möglichkeit fehlen deine Arbeit zu checken und zu verifizieren.

    Ohne Acrobat PDFs abzuliefern ist russisch Roulette.

    Grundsätzlich sind aber die aus ID CS 2 erzeugten PDFs denen des Distillers ebenbürtig. Einige Dinge gehen nur mit dem einen, dafür umgekehrt andere nur mit dem anderen Tool. Ich denke dein Problem ist einfach mangelndes Knowhow in Sachen PDF-erstellung.

    Wenn du dich da nicht noch ausgiebig einfuchsen willst (das wird dich allein schon für Softwaretols und Schulungen ein vielfaches des Acrobat Pro Preises kosten), solltest du es außer Haus geben.

    MfG

    ThoRic

    PS: Adobe Mitarbeiter bei HDS? ;-)
    Da dürfen die frischen Supportmitarbeiter mitlesen, haben allerdings schreibverbot.
    :D :D :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 02.12.2005
  7. madmarian

    madmarian Thread Starter MacUser Mitglied

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    EHEMALIGE Mitarbeiter, ja. Kein Schreibeverbot, sondern Moderator.

    Was den Katalog angeht: natürlich verdiene ich nicht schlecht an dem Katalog, aber ich kann dennoch nicht jedes mal, wenn mir irgend ein Tool etc. fehlt, es mir einfach kaufen. Und momentan bin ich eh schon gut verschuldet, weil ich mein Büro zugunsten meines Nachwuchses umlegen musste und dafür für einige tausend euro ausbauen musste. Dafür geht der Gewinn aus dem Katalog erst einmal drauf.

    Wenn es ans Geldausgeben geht, warum sollte ich 600€ für etwas ausgeben, was indesign bereits kann? Meine Frage bezog sich ja genau darauf: ist es notwendig, Acrobat zu haben, oder reicht Indesign aus, um professionelle PDFs zu erstellen. Der eine sagt, Indesign reicht aus, der andere beschimpft mich als Geizhals...

    Ihr scheint ja alle hochbezahlte Grafiker ohne Familie zu sein... ich bin Selbständig, und muss mir meine programme und equipment selber kaufen. Dann muss noch meine Familie davon leben können, und zwei Katzenl, von der eine ein Leberproblem hat... heul... was das Spezialfutter kostet.... dagegen ist Acrobat nix...

    ...*schnüff.. ok, ausgeheult, nun geht's mir besser.
     
  8. aro74

    aro74 MacUser Mitglied

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    Vielleicht weil Indesign keinen PDF-Preflight-Check durchführen kann? Ich wette, nach dem ersten versiebten Druckjob änderst Du Deine Ansichten. Übrigens, weder ThoRic noch ich bekommen eine Provision, wenn Du den Acrobaten kaufst. Aber wir alle kennen quengelnde und heulende (Neu-)Kunden, die das zuvor so ähnlich gesehen haben wie Du ...

    Jeder so, wie er mag. Bis dahin: Guten Appetit und gute Besserung - Deiner Katze natürlich. ;)

    Grüße vom Produktioner! bunny
     
    Zuletzt bearbeitet: 02.12.2005
  9. JürgenggB

    JürgenggB MacUser Mitglied

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    Nicht dass ich Probleme mit Destiller/Acrobat hätte, doch bei grösseren komplizierteren Aufträgen traue ich einfach dem Programm (oder meinen Kenntnissen davon) nicht. Also, kein Problem mit diversen Druckereien, ich sende die InDesign-Dateien und die Druckereien wandeln es selbst in PDFs um. So bin ich aus dem Schneider. Und wurde bis heute noch nicht entäuscht. Übrigens, grosse Dateien zu senden kein Problem, mache ich Nachts via http://www.yousendit.com/ . Die transferieren bis ein GB ohne probleme und schnellem download.
     
  10. aro74

    aro74 MacUser Mitglied

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    Andererseits habe ich mit offenen Dateien schon die wahnwitzigsten Dinge erlebt, über fehlende oder verschobene Bilder bis hin zu einer leicht anderen Laufweite, die den Umbruch ad absurdum geführt hat. Anschließend haben sich die Druckereien gesträubt, die Verantwortung zu übernehmen ... da war mal gar keiner aus dem Schneider. ;)

    PDF oder offene Dateien: Proofs, Kontaktabzüge und wachsame Holzaugen sind auf jeden Fall Pflicht. Einzelne Jobs lassen sich vielleicht noch als offene Dateien handeln, bei mehreren Jobs pro Tag bremsen die nur den Wörkfloh ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 03.12.2005

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