DVD-Neuerstellung unter Verwendung vorhandener DVD

Dieses Thema im Forum "Blu-ray, DVD und (S)VCD" wurde erstellt von bahnrolli, 27.09.2004.

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  1. bahnrolli

    bahnrolli Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Leute,

    Es war mal etwas Zeit und ich habe mal etwas aufgearbeitet, was ich schon längst mal erledigen wollte - "alte" Videoprojekte, die noch mit einem Philips DVD-Rekorder DVDR 890 aufgenommen wurden und ein mehr als dürftiges ;) Menü enthielten, auf den Rechner zu holen und mit DVD Studio Pro mit animierten Menüs zu versehen und somit auf einen passablen Stand zu bringen. So ganz nebenbei bekomme ich etwas Übung im Umgang mit DVD Studio Pro, was sicher auch nicht von Nachteil sein kann :) .

    Auf der Suche nach passenden Programmen hier im Forum wie auch im Internet habe ich mich dann mal etwas mehr in die Materie eingelesen und fand, daß die für den Apple gefundenen Ergebnisse für mich nicht besonders aussagekräftig waren, zumal die Umwandlungen sich in erster Linie auf VCD bzw. SVCD bzw. auf den Schnitt von MPEG bezogen. Zum Teil fand ich Beschreibungen, die zwischen den "Welten" hin- und her"switchten" - also gemischte Verarbeitung auf Windows- bzw. Apple-Rechnern - das wollte ich auch vermeiden.

    Um es gleich vorweg zu nehmen: Dies ist keine Beschreibung zum Erstellen von Raubkopien, wo z.B. die Vorgehensweise zum Umgehen eines digitalen Kopierschutzes beschrieben wird. Das hier beschriebene Beispiel erfolgt an einem selbsterstellten Film, an dem alle Rechte bei mir als Urheber liegen. Wer Aussagen zum Rippen von geschützten DVD's erwartet, ist hier an der falschen Adresse - von mir gibt es keine Aussage dazu!

    Ausgangspunkt war ein vor 2 Jahren erstellter Film von 1 h 38 min Länge über einen Tauchurlaub in Sharm El Sheikh, aufgenommen noch mit einer Sony 10 TRV E, gecaptured mit einer AV Master 2000 im Format 768 x 576 Pixel, Interlaced. Geschnitten wurde es damals mit ULEAD MediaStudio Pro 5.2, Gesamtgröße aller Videodateien ca. 18 Gbyte als MJPEG (Karten-Codec), ausgespielt auf genannten DVD-Rekorder über S-VHS und Stereo (Firewire stand zu dem Zeitpunkt für mich noch nicht zur Verfügung) auf eine DVD+R. Gesamtgröße ca. 3,45 Gbyte (Aufnahmemodus SP). Format der VOB's (laut Finder) 720 x 540, die VOB-Größe so um die 700 MB.

    Ziel: Eine neue DVD mit animierten Menü (wollte halt ein paar schöne Wassernixen durch die Menüs schwimmen lasssen ;) ) mit Kapitelvorschau, ohne dabei die Originaldaten wesentlich zu verändern.

    Ausgangspunkt an verfügbaren Programmen:
    Final Cut Pro 4.5 (FCP), DVD Studio Pro 3 (DSP), Quicktime Pro 6.5 mit installierter MPEG2-Play-Back Komponente
    aus dem Netz gezogen: bbdemux

    Als erstes bbdemux verwendet. Alle 5 VOB's abgearbeitet, allerdings waren nur die aus dem ersten VOB erstellten Dateien zu öffnen - 2,3,4,5 wurden weder ton- noch bildmäßig erkannt - Fehlermeldung - keine gültige Videodatei /Audiostream. Die erstellte Videodatei enthielt zudem sehr starke Artefaktebildung und Farbverschiebungen - Ergebnis für mich absolut nicht nutzbar. Dieser Fehler trat aber auch schon hier auf. Offensichtlich werden die VOB's ohne Rücksicht auf offene/geschlossene GOP's demuxt, was die Abspielprogramme wie Quicktime nicht so einfach wegstecken können :( .

    Zweiter Versuch mit ffmpegX. Hier sah die Sache schon etwas besser aus. Da ich mit FCP noch einige kleine Schnipsel für die animierten Kapitelvorschauen herausschneiden wollte, brauchte ich es in 2 verschiedenen Videocodecs. Einmal DV (für FCP) und MPG2/ac3 für das Endprojekt unter DSP, denn VOB's direkt akzeptiert es nicht. Umwandeln zu .DV: Bitrate 2328 kBit/s, die DV-Dateien fielen entsprechend aus - alle um die 4 GByte. Umwandlungszeit aller VOB's - ca. 45 min, durchschnittliche Prozessorauslastung 65 %. Bildqualität soweit in Ordnung, allerdings ein wesentlicher Schönheitsfehler: der Ton lief dem Bild während des gesamten Films um 20 Frames hinterher, wie ich in FCP ermitteln konnte. Allerdings war dies für mich nicht weiter relevant, weil ich ja "nur" die Videobilder benötige. Weiteres Manko: Mit ffmpegX müssen zusätzliche Binäries und Encoder aus dem Netz geladen werden, ohne die das Programm nicht läuft. Und - das Demuxen (unter Tools zu finden) klappte auch hier nicht - gleicher Fehler wie bei bbdemux. "Zu Fuß" wäre es zwar auch möglich (einzeln demuxen), aber das dauert. Deshalb noch eine dritte Variante....

    Dritter Versuch: MPEG-Streamclip 1.1. Erste positive Überraschung: Programm ist sehr klein - 246 KB - Freeware (!) - im Gegensatz zu ffmpegX (Shareware), wo ich ca. 10 MB aus dem Netz laden musste. Nächste Überraschung: Programm erkennt sofort, dass alle 5 VOB's zusammengehören und lädt sie auch dementsprechend. Umwandlungsdauer für alle 5 VOB's nach DV: ca. 55 min. Größe der erhaltenen Datei: ca. 19,74 GB. Prozessorauslastung ca. 50 Prozent. Bildqualität allerdings wesentlich schlechter (Artefaktebildung, leichte optische Farbabrisse, "Pumpen") als ffmpegX, dafür tritt der Synchronfehler nicht auf. Negativ: Das Programm arbeitete nicht sauber bis zum Schluß, nach dem Erstellen der DV-Datei gab es seinen Geist auf :( Die DV-Datei war aber abspielbar vom ersten bis zum letzten Bild. Weiterer Wermutstropfen: Um konvertieren zu können, ist die MPEG2-Player Komponente notwendig (kostet 29 Dollar - bei FCP4/DSP3 aber schon in der Installation mitenthalten). Das Demuxen ging allerdings flott - nach 12 min lagen Audio (ca. 180 MB) und Video (ca. 3,17 GB) in den für DSP erforderlichen Formaten (m2v, ac3) vor.

    Ergebnis für mich: Die Videoschnipsel hole ich mir über ffmpegX, das Demuxen erledigt MPEG-Streamclip.

    Der Rest ist eigentlich dann nur noch Übung bzw. Routine. Dateien in FCP erstellen/DSP einbinden, Kapitel neu setzen (die waren mir vom Original her zu ungenau gesetzt - ging nur über die Fernbedienung des DVD-Rekorders) - Bilder bzw. die kleinen Clips ins Menü und dann Brennen. Da die Originaldaten nicht verändert wurden, lief auch dieser Vorgang glatt und schnell über die Bühne - nach ca. einer halben Stunde lag eine auf dem heimischen Fernseher abspielfähige DVD in der gewünschten Form vor.

    Mag sein, dass es schnellere Wege zum Ziel bzw. rationellere Programme gibt, vielleicht sind z.B. die Fehler beim Demuxen von bbdemux/ffmpegX auf mangelnde Bedienungskenntnisse/Irrtümer meinerseits zurückzuführen - dieser aufgeführte Weg bringt für mich vorzeigbare Resultate. Für Verbesserungsvorschläge bin ich aber jederzeit dankbar.

    morgendliche Grüße aus Waldau
     
    Zuletzt bearbeitet: 21.11.2004
  2. Wildwater

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