»Druckfähige« Kundendaten…

Dieses Thema im Forum "Drucktechnik" wurde erstellt von Elvis, 13.07.2006.

  1. Elvis

    Elvis Thread Starter MacUser Mitglied

    Beiträge:
    421
    Zustimmungen:
    2
    MacUser seit:
    07.11.2003
    ich habe eine kleine Druckerei im Ruhrgebiet.

    In den letzten Jahren wird es für mich immer härter.

    Die angelieferten Satzdateien stinken zum Himmel.

    Da melden sich: Mediengestalter u.s.w.

    Mit den angelieferten Dateien kann ich nichts anfangen:

    1. Programm "meine kleine Hausdruckerei" (Data Becker, 19 Euro"
    2. Powerpoint (Presentationdprogramm) nicht für den Druck greignet)
    3. Exel (neulich ein Flyer in diesem Programm erstellt)
    4. Microsoft Pubisher (wat fürn Kackarsch)

    Jetzt kommt die Geheimwaffe:

    Word......

    Soll 4-farbig, hochauflösend ausbelichtet werden (Kackreiz vorprogrammiert)

    Die schleppen mir eine Diskette an (Sportzeitung) mit 120 Seiten und 300 Bilder)

    Standardargument: andere Druckereien können dat auch....

    Alles darf nichts kosten---

    In was für eine Zeit leben wir...

    Grüsse vom Elvis
     
  2. atc

    atc MacUser Mitglied

    Beiträge:
    4.807
    Zustimmungen:
    189
    MacUser seit:
    25.07.2005
    Toller Tread-Titel.
    Tolle Rechtschreibung.
    Niveauvolle Ausdrucksweise.

    ...aber sich maßlos über andere aufregen.
     
  3. Andy Macht

    Andy Macht MacUser Mitglied

    Beiträge:
    226
    Zustimmungen:
    0
    MacUser seit:
    28.12.2004
    arbeite in einer werbeagentur, und von uns gibts nur schöne druckpdf für die drucker, aber deine kunden-erfahrungen kann ich größtenteils teilen ;)
     
  4. Elvis

    Elvis Thread Starter MacUser Mitglied

    Beiträge:
    421
    Zustimmungen:
    2
    MacUser seit:
    07.11.2003
    Also bin ich nicht alleine auf weiter Flur..
     
  5. Ogilvy

    Ogilvy MacUser Mitglied

    Beiträge:
    2.184
    Zustimmungen:
    17
    MacUser seit:
    26.02.2004
    Alles nichts neues… leider

    Wie siehts aus mit Datenannahme-
    bestimmungen?

    Irgendwann muss man sich halt mal
    fragen, ob an solchen Aufträgen noch
    irgendwas verdient ist.

    Ich pass den Threadtitel mal an, dann
    wirds vielleicht noch ein richtige gute
    Diskussionsrunde. :)



    Gruß
    Ogilvy
     
  6. pret

    pret Gast

    Die meisten Vereine oder auch Privatpersonen machen sich darüber keine Gedanken. Du musst sehen das hinter so einer Sportzeitung eine Menge Arbeit für den Ersteller dahinter steckt, sie mag warscheinlich unprofesionell daherkommen aber das sei dahin gestellt. Die meisten Leute haben auch noch die Worte von manchen Druckereien in den Ohren "Wir drucken alles" oder "Sie können ihre Daten sogar mit Word erstellen". Da ich selbst Drucker in der Ausbildung bin (zwar eine komplett andere Sparte: Rotationsrollentiefdruck) kenne ich diese Leidensgeschichten mancher Druckereien von meinen Klassenkameraden. Wenn man sich anschaut wohin der Trend geht in der Mediengestaltungsbranche läufts mir kalt den Rücken runter... ein Großteil der Schüler bei uns in der BBS machen ihre Ausbildung in einem "Copyshop", sie haben dort nie mit Gestaltung oder auch nur mit Gestaltungsprogrammen zu tuen. Die IHK unterstützt so etwas auch noch durch ihre Einstellung Hauptsache Lehrstellen anbieten.

    mfg pret
     
  7. MacEnroe

    MacEnroe MacUser Mitglied

    Beiträge:
    15.978
    Zustimmungen:
    1.392
    MacUser seit:
    10.02.2004
    Und wenn es so ist? Du musst den Auftrag nicht
    annehmen, wenn er mehr Ärger als Geld einbringt.

    Lass das mal die anderen machen.

    Oder stell dich ganz auf Word ein. Es gibt ja wirklich
    genug Druckereien, die z.B. Vereinshefte oder Programm-
    hefte von Word drucken.

    Ansonsten: Cool bleiben!
     
  8. toto

    toto Gast

    Nein, ganz bestimmt nicht.

    Und die Frage von Ogilvy, was die Datenannahme betrifft, halte ich, sorry, für etwas an der Praxis vorbei. Du fragst den Kunden "Liefern Sie ein druckfähiges PDF?" Antwort: "Ja, selbstverständlich." Und schon ist der Ärger vorprogrammiert. In dem Programm, das der Kunde benutzt, hat er ne Export-Funktion für PDF. Das ist sein Zauberbegriff. Klar da steht PDF und auf seinem Tintenstrahler wird doch alles schön gedruckt. Zu viele Missverständnisse sind da im Spiel.

    Der Kunde kann garnicht die Anforderungen z.B. des Offset-Drucks wissen, woher auch? Die "Geiz ist geil"-Mentalität tut ein übriges dazu.

    Wir haben diese Sachen fast täglich bei uns. Kunden haben nen PC und machen da ihre Sachen drauf. Ist völlig legitim. Wenns zum Druck geht, sind Anforderungen zu erfüllen. Da ist die Frage, an welcher Stelle wir helfen können (z.B. PDF aus Word wird mit PitStop bearbeitet - an sich kein Problem) und was evtl. der Kunde noch tun müsste.

    Aber, ohne den Aufwand berechnen zu können, ist man heute fast verloren.

    Gruß Torsten
     
  9. Ina

    Ina MacUser Mitglied

    Beiträge:
    1.452
    Zustimmungen:
    0
    MacUser seit:
    17.06.2003
    War das nicht schon immer so?

    Früher bekam man irgendwelche "Brötchentüten" als Vorlage geliefert, aus denen man dann 4-farbige Anzeigen für Hochglanzmagazine stricken sollte, dann kamen die ersten Pseudo-Grafiker mit Corel Draw! Dateien um die Ecke, und nun meint jeder Buchhalter, der 'ein Auge für Gestaltung' hat, seinen Kram wie ein Profi in Word oder PowerPoint umsetzen zu können ("Sie können das nicht verarbeiten? Wieso? Mein Tintenstrahldrucker im Büro druckt das doch auch super aus ...").

    Nur mittlerweile landen einem Dateiformate auf dem Tisch, die (mir) z.T. völlig unbekannt sind ... und jedes Jahr wird die Liste der "Dateiformate die wir nicht verarbeiten können" in unseren Mediadaten länger ... :D

    Das Problem ist ja, dass der Begriff "Grafiker" nicht wirklich geschützt ist, und jeder Schüler, der einen Rechner zuhause hat, mit dem sich dank Farbenvielfalt und 'Comic Sans' pfiffige bunte Sachen zaubern lassen, meint, er könne das genau so gut und alles gutes Design liegt eh' nur im Auge des Betrachters ...
    Wie schrieb mal jemand so treffend im Mediengestalterforum?
    "Wer der Meinung ist, dass alles Gestaltete Geschmackssache ist, hat den Beruf nicht verstanden."

    Aber ich schweife ab ... ;)

    Nur noch eines: Was mich mitunter noch mehr nervt, als Datenmüll von Freizeitgrafikern, sind haarsträubende Daten, die mir von Profis auf den Desktop flattern ... renommierte Werbeagenturen, die eigentlich wissen sollten, wie der Hase läuft ... Aua.

    Hach ... ich könnte Geschichten erzählen ... :D ;)
     
  10. toto

    toto Gast

    Weisst du wieviele kleine Druckereien Aufträge annehmen, wo der Preis mal grade die Papierkosten deckt, nur dass die Maschine läuft?

    Gruß Torsten
     

Diese Seite empfehlen