Weihnachtsgeschichte

Dieses Thema im Forum "MacUser Bar" wurde erstellt von Q54, 24.12.2004.

  1. Q54

    Q54 Thread Starter Mitglied

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    Vor über 100 Jahren schrieb die achtjährige Virginia O'Hanlon aus New York an die Tageszeitung "Sun" folgenden Brief:

    Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der "Sun" steht, ist immer wahr. Bitte, sagen sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?

    Die Sache war dem Chefredakteur Francis P. Church so wichtig, dass er selbst antwortete, und zwar
    auf der Titelseite der „Sun“:

    Liebe Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie
    sehen. Sie glauben, daß es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist
    nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem
    Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein
    winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze
    Wahrheit zu erfassen und zu begreifen. Ja, Viriginia, es gibt einen
    Weihnachtsmann.

    Es gibt ihn so gewiß wie Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das
    gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn
    es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen
    Glauben, keine Poesie, gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein
    Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit,
    das die Welt ausstrahlt, müßte verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann.
    Sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben. Gewiß, Du könntest Deinen
    Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den
    Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu
    Gesicht - was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das
    beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die
    Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie.

    All die Wunder zu denken, geschweige sie zu sehen, das vermag nicht der
    Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst. Du siehst nie alles. Du kannst ein
    Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen.

    Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen
    Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal
    alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe
    können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf
    einmal zu erkennen sein. "Ist das denn auch wahr?" kannst Du fragen.
    Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist beständiger. Der Weihnachstmann
    lebt, und ewig wird er leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er
    dasein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

    Frohe Weihnacht, Virginia.

    Dein Francis P. Church

    Der Briefwechsel zwischen Virginia O'Hanlon und Francis P. Church stammt aus
    dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert bis zur Einstellung der
    "Sun" 1950 alle Jahre zur Weihnachtszeit auf der Titelseite abgedruckt.


    Frohe Weihnachten euch allen und euren Familien.

    LG Q
    :)
     
  2. Danke für die schöne Geschichte Q! Ich hatte sie ganz vergessen. :)

    Ja, nur mit dem Herzen sieht man richtig. Frohes Fest! :D
     
  3. freek

    freek Mitglied

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    Das mit dem Herzen ist mir von eminer Fimung noch bekannt,
    der Bischof hat mich da gefragt wie viele augen ich haber, meine Antwort war 2, er hat mich dann verbessert und hat gesagt dass man nur mit dem Herzen richtig sieht.

    Schöne Weinachtsgeschichte.

    Frohe Weinachten @ all
     
  4. Rupp

    Rupp Mitglied

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    Sehr schöne Geschichte!
    Wünsche euch auch Frohe Weihnachten.
    Grüße Rupp
     
  5. mackay

    mackay Mitglied

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    Es ist bei uns inzwischen ein schöner Brauch
    die Geschichte erzähl ich meinem Sohne auch!

    Nicht nur zur Weihnacht hab ich noch ein Gedicht von Theodor Storm

    In der fremden Stadt oder Weihnachtabend

    Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
    Der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
    Weihnachten war's; durch alle Gassen scholl
    Der Kinderjubel und des Markts Gebraus.

    Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,
    Drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
    »Kauft, lieber Herr!« Ein magres Händchen hielt
    Feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

    Ich schrak empor, und beim Laternenschein
    Sah ich ein bleiches Kinderangesicht;
    Wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
    Erkannt ich im Vorübertreiben nicht.

    Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,
    Noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:
    »Kauft, lieber Herr!« den Ruf ohn Unterlaß;
    Doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

    Und ich? - War's Ungeschick, war es die Scham,
    Am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
    Eh meine Hand zu meiner Börse kam,
    Verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

    Doch als ich endlich war mit mir allein,
    Erfaßte mich die Angst im Herzen so,
    Als säß mein eigen Kind auf jenem Stein
    Und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

    Eine friedliche Weihnacht :)

    Kay
     
  6. Feli

    Feli Mitglied

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    *ausgrab*

    Kennt ihr schöne Weihnachtsgeschichten?
    Text, Buch, Hörbuch...

    Hintergrund: ich habe letztes jahr an ein paar leute ein Hörbuch verschnekt [ Dickens Weihnachtsgeschichte ] und würde soetwas vielleicht dieses Jahr gerne wieder in Erwägung ziehen :)


    Vielleicht können wir ja ein paar Sachen hier Sammeln :nervi:
     
  7. t_h_o_m_a_s

    t_h_o_m_a_s Mitglied

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  8. tridion

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    geht auch eine Vorweihnachtsgeschichte? schließlich ist ja nicht mal annähernd schon Weihnachten.
    Ich hatte sie, glaub ich, schon mal gepostet.

    Kleine Vorweihnachtsgeschichte

    Drei Tage noch, dann ist's soweit:
    es nähert sich die Weihnachtszeit.
    Und überall ist es zu sehen,
    wir können gar nicht ihr entgehen.
    Die Menschen hetzen, rennen, fluchen,
    weil sie nicht wissen, was sie suchen.

    Nein, niemand kann das Fest erwarten.
    Das seh ich auch in Nachbars Garten,
    wo schon seit Tagen eingeschnürt
    liegt eine Tanne, der gebührt
    zur Weihnacht, wie es ist so Sitte,
    der Ehrenplatz in Zimmers Mitte.

    Der Nachbar hat sie hingelegt
    und nun an seinem Stamme sägt
    vergeblich: denn das Holz, das harte,
    hat bisher lediglich 'ne Scharte.
    Doch ohne daß es zugespitzt,
    der Baum dann nicht im Ständer sitzt.

    Da öffnet sich die Gartentüre,
    die Ehefrau wagt sich herfüre:
    sie fragt gewiß, ich nehme an,
    ob sie ihm vielleicht helfen kann?
    Die Antwort kam wohl unumwunden -
    flugs ist die Gattin drin verschwunden.

    Der Nachbar auf dem Boden liegt,
    sich selbst und auch den Baum verbiegt.
    Es rötet sich schon das Gesicht
    vor Anstrengung? ich weiß es nicht.
    Doch endlich hat er's doch geschafft:
    stellt senkrecht ihn mit aller Kraft.

    Der Baum, er mißt bestimmt drei Meter,
    in einem Ministänder steht er
    noch eingeschnürt. Wenn er entnetzt,
    erst dann man sich an ihm ergötzt.
    Doch kann ich mir vorstellen nicht,
    daß er dann hält das Gleichgewicht ...

    Ja, selbst so schöne Weihnachtszeiten,
    sie haben wechselvolle Seiten.

    ------
    (Nachtrag)

    Als ich grad sah in Nachbars Garten,
    ich brauchte gar nicht lang zu warten,
    war schon die Tanne umgekippt.
    Ob Nachbar war darob betrübt,
    das kann natürlich ich nicht wissen.
    Er wird sie liegenlassen müssen.

    Wie wärs, wenn er draufhin kreiert
    die "Tanne neu", die liegend ziert
    den Raum. Und später zur Bescherung
    macht man 'ne Tannen-Überquerung.
    Und wenn sie festlich ist geschmückt,
    sagt man: der Nachbar ist verrückt.

    Eigenbau, 21.12.03
     
  9. Plainswalker

    Plainswalker Mitglied

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    Darf hier die Loriotgeschichte mit rein?
    Ich will ja keine vorweihnachtliche Freude zerstören. :hehehe:
     
  10. t_h_o_m_a_s

    t_h_o_m_a_s Mitglied

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    in leichter Abwandlung

    ..ein Atomkraftwerk....ein Atomkraftwerk...:hehehe:
     
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