Latex / Bibtex - kurz vorm Aufgeben wegen Literaturverzeichnis

timmymaxi

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Hallo ihr,

bitte entschuldigt diese blutige Anfängerfrage: Aber ich schreibe an meiner Doktorarbeit und wollte diese nun mal in Latex schreiben - soweit so gut: ich habe angefangen den Text zu schreiben, habe Fußnoten, Kopfzeile, Zitate usw. alles gut formatiert bekommen (bisher).

Jetzt habe ich heute versucht mal mit Bibdesk zu arbeiten um natürlich auch später das Litverzeichnis richtig zu haben. Nun benötige ich aber einen ziemlich genauen Zitierstil dabei (bin Historiker, brauche aber nicht deutsche Standards, sondern amerikanische - meistens nach Chicago style). Das problem ist, dass die Zitierstile die es über biblatex gibt (z.B. chicago) nicht ganz meinen Anforderungen entsprechen (bsp. ich muss Tageszeitungen zitieren, wo einfach nur der Titel und das Datum angegeben wird; ebenso einige Primärquellen usw.). Es gibt sogar einen biblatex-historian style, aber den bekomme ich leider nicht bei mir zu laufen. Jetzt habe ich mal geguckt und es sieht so aus als müsste man, um diese Zitierstile zu ändern, sich erst in eine eigene bibtex Programmiersprache einarbeiten. Wenn dem wirklich so sein sollte, dann glaube ich muss ich das leider mit der Doktorarbeit in Latex sein lassen, da mir das zuviel Zeit usw. kosten wird und ich nunmal Historiker und kein Informatiker bin.

Mein Hiferuf also: Hat jemand ne Idee, ob das leichter ginge, oder ob ich irgendwo ne gute Anteilung finde? Ich bin hier mit dem Latex-Begleiter und dem biblatex-pdf ziemlich überfordert. Und es wäre ja auch doof, den Text mit Latex zu verfassen, aber das Litverzeichnis mit word oder so...

Also, bin für alle Vorschläge dankbar :cake:
 

timmymaxi

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Danke erst einmal an die Rückmeldungen...

Was soll ich sagen: der Link von Naphanael hat ein wenig geholfen, aber richtig folgen konnte ich dem auch nicht. Mir fehlen wohl einfach auch die Grundlagen. Also ich habe einen existierenden Stil gefunden, der dem von mir gewünschten sehr ähnlich ist. Heißt biblatex-chicago nach dem Chicago Manual of Style, der Zitiert schon ziemlich viel so wie ich es will (Bücher, Zeitschriftenartikel, Sammelwerke usw.) - eigentlich fast perfekt. Wenn da nicht diese Spezialfälle wären. Mir fehlt da z.B. die Möglichkeit eine Tageszeitung nach dem Format Süddeutsche Zeitung, 21 January 2011. auszugeben. Oder die Möglichkeit etwas nach dem Stil "Congressional Globe, 37th Congress, 3rd Session, pp.301-302." auszugeben. In Bibdesk weiß ich da einfach nicht, in welches Feld ich diese Informationen setzen muss, zumal sich ja die Info um welchen Congress es sich handelt genauso flexibel eingebbar sein müsste, wie die Seitenzahlen... Ich habe in dem Manual von biblatex-chicago gelesen, man könnte einen entrysubtype hinzufügen für article - ich weiß aber nicht wirklich was damit gemeint ist, bzw. wo man das macht. Meine Google-Suche hat mich da nicht sehr weit gebracht.

Das mit makebst hab ich jetzt versucht und auch durchlaufen lassen, aber was ich jetzt mit der erhaltenen Datei machen soll, weiß ich auch nicht genau. Ich habe herausgefunden, dass ich sie mit \bibliographystlye=... aufrufen kann, aber diese Befehl habe ich im Moment ja gar nicht. Bzw. ich brauche ihn noch nicht, da ich ja im Moment erst einmal froh wäre, wenn ich den entsprechenden Zitierstil für einfache Fußnoten im Text hätte...

In anderen Worten: Danke für die Hilfe - es sieht für mich immer mehr danach aus, dass ich viele Stunden investieren muss um das einigermaßen zu verstehen und dann auch hinzubekommen. Ich befürchte nur, dass ich diese Zeit (und das nötige Latex-Verständnis) nicht wirklich habe... Das ärgert mich zwar wie ..., denn der Text, den ich bisher geschrieben habe (stehe noch am Anfang), sieht einfach sowas von überlegen gut aus... nur was solls...
 

peterg

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Hallo,

die Doktorarbeit kommt ja erst nach einigen Hürden, für die man ja schon wissenschaftliche Arbeiten erstellt hat - von der Hausarbeit bis zur Magister-/Diplom-/Masterarbeit. Mit welchen Hilfsmitteln hast Du die denn bewältigt? Die Doktorarbeit braucht meistens ihre Zeit (und die wird in Jahren gemessen). Da lohnt sich eine grundlegende Einarbeitung schon. Zumindest zu Beginn des Projektes. Ansonsten würde ich mich umschauen: wie machen das denn die anderen am Lehrstuhl? Welche Software verwenden sie?

Ich verwende (Philosophie und Theologie) aus verschiedenen Gründen Word und Bookends auf dem Mac (die Kombination mit OpenOffice oder Pages sollte auch funken - habe ich aber noch nicht probiert). Dort gibt es einen vorgefertigten Stil Chicago 15th A und Chicago 15th B. Die kann man als Vorlage verwenden und dann anpassen. Auch das erfordert einen Lernaufwand - mindestens ein Wochenende solltest Du einplanen.

Andere verwenden zumeist Windows und dort Citavi. Ein geniales Programm mit vielfältigen Möglichkeiten (der Wissensorganisation). Da wirst Du sicher am schnellsten fündig werden.

Bei Fragen zu Bookends und Word einfach posten.

Peter
 

timmymaxi

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Nun ja,

bisher habe ich halt alles mit Word und Citavi gemacht. Bin somit auch unter Word einigermaßen versiert, mit Citavi auch. Aber leider haben die Citavileute es ja immer noch nicht hinbekommen eine Mac-Version zu machen - das nervt, sonst wäre es auch einfacher. Von bookends habe ich schon gehört, aber funktioniert das auch so gut mit Word zusammen? - Also kann ich dort relt. einfach Fußnoten nach einem definierten Zitierstil einfügen, ohne alles schreiben zu müssen, oder funktioniert das nur über copy-paste?

Ich stehe mit dem Schreiben der Arbeit noch am Anfang, insofern könnte sich das einarbeiten lohnen. Jetzt bin ich aber auch ncoh an einem Punkt wo ich ohne allzu große probleme auf word umschwenken kann - wenn ich erstmal sonst wieviele Seiten geschrieben habe ist das wohl nicht mehr so einfach möglich.

Deshalb dachte ich halt, versuche ich es mal mit Latex. Wie gesagt, das reine Text schreiben hätte ich sicherlich auch hinbekommen, aber jetzt noch einen Zitierstil entsprechend zu programmieren, das weiss ich halt nicht. Ägerlich ist es allemal...
 

peterg

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Von bookends habe ich schon gehört, aber funktioniert das auch so gut mit Word zusammen? - Also kann ich dort relt. einfach Fußnoten nach einem definierten Zitierstil einfügen, ohne alles schreiben zu müssen, oder funktioniert das nur über copy-paste?

Hallo,

arbeite hier mit word:2008 und der aktuellen Version von Bookends. Das funkt bei mir mit Word problemlos. Die Fußnoten fügst Du per drag & drop in die Fußnoten ein. In Word wird dann ein Feld eingefügt. Das Dokument wird danach gescant und die Felder aufgelöst und formatiert. Es gibt auch eine Funktion "unscan", so dass danach wieder die Felder erscheinen und Du mit geänderten Formatierungen "scannen" kannst. Bei fünfhundert Fußnoten dauert das schon mal ein oder zwei Minuten - mache ich aber auch nicht so oft. In der Kombination Word und Bookends wird beim Scan kein neues Dokument erstellt - das erleichtert die Arbeit ungemein.

Habe selbst eine ganze Weile mit LaTeX und BibDesk gearbeitet. In meinem ersten Studium war das auch einfach, weil die Professoren hinsichtlich der Gestaltung der Fußnoten und des Literaturverzeichnisses recht flexibel waren (jurabib hat gereicht). Jetzt ist das etwas komplizierter: es gibt einen Hochschul-Standard und dann die Vorstellung jedes einzelnen Dozenten. Das war mir in LaTeX zu umständlich... Wie gesagt: es geht alles irgendwie und ist dann auch sehr zuverlässig. Doch der Teufel steckt im Detail. Der Höhepunkt war dann, dass bei einem Rechnerwechsel eine neuere MacTeX-Distribution installiert war und die Dokumente und Vorlagen nicht mehr funkten (weil Pakete fehlten). Auch das lies sich beheben - doch hat es mir mit LaTeX den Rest gegeben.

Peter
 

timmymaxi

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@peterg,

vielen Dank für die Ausführungen. Hab mir jetzt zunächst die Demo von Bookends heruntergeladen. Leider funktioniert das it dem scnannen und auflösen nicht richtig. Habe das einfach per drag&drop und per Menü bei Word (2011) mal in eine Fußnote eingefügt und da bleibt dann leider das Feld mit Klammern und so stehen.

Hast du da ne Idee?
 

Dalgliesh

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Erste Frage: Warum willst Du überhaupt Bibtex (oder Biblatex) verwenden? Du kannst doch auch ohne Bibtex ein Literaturverzeichnis erzeugen. Daraus ergeben sich (nur) zwei Nachteile:
1.) Literatur, die im Text nicht vorkommt, wird nicht automatisch aus dem Literaturverzeichnis entfernt;
2.) wenn Du den Zitationsstil ändern willst (also Titel auf einmal nicht mehr kursiv), dann mußt Du alle Einträge von Hand ändern (weil Du sie von Hand erstellt hast).

Zweite Frage: Ist Dir klar, daß Bibtex und Biblatex zwei verschiedene Dinge sind? Wenn man Biblatex verwendet, ist die Definition eines eigenen Stils viel einfacher.

Dritter Punkt: Wenn Du Biblatex (und nicht Bibtex) verwendest und nur kleine Änderungsbedürfnisse hast, helfe ich gerne, wenn Du konkret sagst, was Du brauchst. (Ohne Gewähr -- wenn ich keine Lust mehr habe, höre ich auf.)
 

timmymaxi

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@ Dalgliesh,

danke für die Antwort. Also:

1) ja, ich habe schon gesehen, dass es auch möglich ist einfach "nur" ein Literaturverzeichnis zu erzeugen, aber das geht doch dann auch nur über Bibdesk, oder? Also ich habe es geschafft alle Titel, die ich in der Datenbank habe bei Bibdesk, als Literaturverzeichnis auszugeben. Leider waren dabei aber die Stile nicht immer 100%ig. Das Problem ist ja nur, dass Latex einem mit dem Befehl (ich glaube es war \bibliography...) das vollständige Verzeichnis ausgibt, indem man nichts mehr mit der Hand nacharbeiten konnte - sonst würde ich das ja machen: Also nehmen was gut ist, und dann mit der Hand einfach die paar Änderungen vornehmen. Andere "Idee" wäre halt alles von Hand zu machen, aber das wird viel, viel Arbeit - die könnte ich mir unter Word von Citavi (und dem dort einfach angepassten Zitierstil) übernehmen lassen. - oder gibt es da noch was, was ich nicht gesehen habe? - Bin wie gesagt erst seit einer Woche an Latex

Um auf Bibtex/ Bitlatex zu kommen: so wirklich ist mir der Unterschied nicht klar, aber ich im obigen Link gelesen, dass Biblatex einfacher zu ändern sei, da es mit Latex-Kommdos funktioneren soll. Das Problem: es ist für mich immer noch ziemliches chinesisch. Was ich dabei nehme, ist mir halt nicht so wichtig, solange es funktioniert - probiert hatte ich es bisher mit biblatex-chicago.

Die Hauptsache, die dort eben nicht funktioniert sind einige Titel in meiner Datenbank. So z.b. (wie oben schon geschrieben) die Tageszeitungen, oder aber auch Quellenangaben, bei denen Felder rein müssen, sie sonst nirgendwo sind: also z.b. Dokumentengruppe, Dokumentennummer, usw. Ich denke das wird einfach schwierig umzusetzen zu sein. Wie gesagt, da ist es wohl einfach alles per hand zu schreiben, also das gesamte Litverzeichnis - nur dann ist auch ein Teil des Charmes weg.

So oder so, vielen Dank für das Hilfeangebot - das ist wirklich super. Nur befürchte ich leider, dass es der Anpassungen zu viel sein werden...

Danke trotzdem
 

peterg

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@peterg,

vielen Dank für die Ausführungen. Hab mir jetzt zunächst die Demo von Bookends heruntergeladen. Leider funktioniert das it dem scnannen und auflösen nicht richtig. Habe das einfach per drag&drop und per Menü bei Word (2011) mal in eine Fußnote eingefügt und da bleibt dann leider das Feld mit Klammern und so stehen.

Hallo,

ja - per drag&drop wird in das Word-Dokument ein Feld eingefügt. Nun musst Du das Dokument scannen: entweder aus Bookends heraus oder (bequemer) mit einem mitgelieferten Script aus dem Script-Menü von Word: Schau dazu mal in den Bookends-Ordner im Programmverzeichnis. Dort findest Du einen Ordner "Add-ins for MS-Word" und darin ein Kochrezept (was wohin kopieren).

Beim Scan wird nachgefragt, welchen Stil Du für die Fußnoten und das Literaturverzeichnis verwenden willst. In der Auswahlbox sind nicht alle mitgelieferten Formate angezeigt. In Bookends unter Biblio -> Formatsmanager... findest Du die weiteren Formate. Die kannst Du aktivieren und stehen Dir dann für einen Scan zur Verfügung.

Peter
 
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