Der große Niveau-Fred zu Pfingsten beginnt mit...

Y

ynos

Trost im Gedicht

von Robert Gernhardt
Denk dir ein Trüffelschwein,
denk's wieder weg:
Wird es auch noch so klein,
wird nie verschwunden sein,
bleibt doch ein Fleck.

Was je ein Mensch gedacht,
läßt eine Spur.
Wirkt als verborgne Macht,
und erst die letzte Nacht
löscht die Kontur.

Hat auch der Schein sein Sein
und seinen Sinn.
Mußt ihm nur Sein verleihn:
Denk Dir kein Trüffelschwein,
denk's wieder hin.
 
Y

ynos

...und endet eventuell mit:

Abgesang

Zeitstrom reißt im kalten Schweigen
Atem stockt im toten Wind
keine Fahrt im starren Reigen
wo die Nacht der Zeit gerinnt

Niemand kommt die Welt zu lenken
Furcht erlischt, wo Hoffnung fällt
Ruhe legt sich auf die Welt
Menschenleer wird das Gedenken

Seelenwanderschaften enden
wenn das Un das Ur vertreibt
Kosmos wird uns nicht mehr blenden
die Idee des Seins zerstäubt

Michael Lobisch-Delija
 

potemkin75

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Ein wiesel sitzt auf einem Kiesel in mitten Bachgeriesel
C.Morgenstern
 

KingKay

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Die Sicherheit

Nur das feurige Roß, das mutige, stürzt
auf der Rennbahn,
Mit bedächtigem Paß schreitet der Esel daher.

F. Schiller
 

Difool

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"Dieses lehren uns die Schlichten:
Freundlich lächeln. Weiterdichten"...

In diesem Sinne:

"Es wird Frühling - alles schimmert
Nur die Kiefer quietscht und wimmert
Jammert über Winterschäden
Muss zum Kieferorthopäden."

Wiglaf Droste
 

tridion

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So dichten wir! das schult den Geist,
's muß ja nicht der Heilige sein,
der jetzt zu Pfingsten bricht herein,
wie uns Apostel Paulus heißt. :)

Gruß am Morgen,
*trid
 

Aida_w

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Gesetzt den Fall, ihr habt einmal ein Schaf gekränkt.
Gesetzt den Fall heißt: nehmen wir mal an.
Gesetzt den Fall, es hat darauf den Kopf gesenkt und ist euch böse.
Ja, was dann?

R. Gernhard
 

tapatim

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die narren des königs

die narren des königs
ritten ans ufer der nacht
und schmückten
den tambourin des mondes
der die stille bewacht.
sie holten den schnee mit netzen ans land
und schmückten ihn mit dukaten und
ihre kappen leuchteten
wie segel von piraten.
schön ist`s ein narr zu sein,
dann ertrinkst du in der wüste
und hälst das sterben für ein diadem.
schön ist`s ein narr zu sein,
denn die unbequemen
sind den unbequemen
stets bequem!

andre heller

... und im übrigen: chuck norris doesn’t wear a watch, HE decides what time it is. :suspect:
 

Jim Panse

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Der Auerhahn, der Auerhahn,
der schaut mich ganz schön
sauer an.
Das stört mich nicht,
weil ich jetzt penne,
und zwar auf seiner
Auerhenne!

Schöne Pfingstfeiertage! :)
 

Bergsun

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Immer kleiner werdende
Unterhaltungen


"Wohl dem, der nicht wandelt
im Rat der Gottlosen..."
Man wechselt taktvoll das Thema.

"Der Sinn des Lebens..."
Peinlicher Ausrutscher!

"Alle Verhältnisse gilt es umzuwerfen,
in denen der Mensch
ein erniedrigtes Wesen ist..."
Alles gähnt, geniert sich, lacht.

Dagegen Genome nach Maß,
Unsterblichkeit auf der Festplatte-
o Wissenschaft! Ecstasy! Euthanasie!

Manchmal ist man froh,
daß manche der Ewiggestrigen
unter den Jüngeren
noch ein paar Fragen haben.


H.M. Enzensberger, in : Die Geschichte der Wolken - 99 Meditationen.
 

Kevin Delaney

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"Muh, muh, muh.
Eine Kuh steht auf der Weide.
Vor ihr ein Stückchen Kreide.
Ich mal die Kuh mit Kreide an,
dass ist die Kuh mit Kreide dann!"

Stermann und Grissemann

:hehehe:
 

mwhiegl

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Eigentlich ist es ja ein Oster"gedicht"

Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832)
Vom Eise befreit
(Aus dem Osterspaziergang, Faust I)

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter in seiner Schwäche
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er fliehend nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Uberall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt's im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen, finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn;
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt;
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel;
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!
 
Q

quomodonam

Die Welt ist rund

Die Welt ist rund. Denn dazu ist sie da.
Ein Vorn und Hinten gibt es nicht.
Und wer die Welt von hinten sah,
der sah ihr ins Gesicht!

Zwar gibt es Traum und Mondenschein
Und irgendwo auch eine kleine Stadt.
Das ist nicht anders. Denn das muss so sein.
Und wenn du tot bist, wirst du davon satt.

Mensch, werde rund, Direktor und borniert.
Trag sonntags Frack und Esse.
Und wenn dich wer nicht respektiert,
dann hau ihm in die Fresse.

Sei dumm. Doch sei es mit Verstand.
Je dümmer, desto klüger.
Tritt morgen in den Schutzverband.
Duz’ dich mit Schulz und Krüger.

Nimm ihre Frauen oft zum Übernachten.
Das ist so üblich. Und heißt Freiverkehr.
Es lohnt sich nicht, die Menschen zu verachten.
Und weil die Welt bewohnt wird, ist sie leer.

Es gibt im Süden Gärten mit Zypressen.
Wer keine Lunge hat, wird dort gesund.
Wer nichts verdient, der braucht auch nicht zu essen.
Normale Kinder wiegen neu acht Pfund.

Du darfst dich nicht zu oft bewegen lassen,
den andern Menschen ins Gesicht zu spein.
Meist lohnt es nicht, sich damit zu befassen.
Sie sind nicht böse. Sie sind nur gemein.

Ja, wenn die Welt vielleicht quadratisch wär!
Und alle Dummen fielen ins Klosett!
Dann gäb es keine Menschen mehr.
Dann wär das Leben nett.

Wie dann die Amseln und die Veilchen lachten!
Die Welt bleibt rund. Und du bleibst ein Idiot.
Es lohnt sich nicht, die Menschen zu verachten.
Nimm einen Strick. Und schieß dich damit tot.

(Erich Kästner)
 
Y

ynos

Das Pechmariechen

Zu Ostern in Hersfeld die Mutter spricht:
"Bald ist es Zeit für das Festtagsgericht !
Drum gehe, Mariechen, hinab in den Keller
und fülle mit Sauerkraut hier diesen Teller !"

"O Mutter, o Mutter, mir träumte neulich
von einem Mann - der Mann war abscheulich ... !
Ach, laß uns den Keller vergessen:
wolln wir was anderes essen !"

"Mein Kind, mein Kind, ich seh es genau:
du kommst in die Jahre, wirst langsam Frau,
siehst überall Männer, die lauern -
geh, hol von dem Kraut, von dem sauern! "

Mariechen tut es, sie schreitet hinab,
hinab in den Keller, der finster wie's Grab - !
Hier füllt sie den Teller, den Teller von Blech - -
doch solang sie auch füllt, 's kommt kein Mann!
So'n Pech ! (Darum: Pechmariechen !)

Heinz Erhardt
 

biblio

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*dazugesell*

Der Dichter, der Dichter,
der kriegt was auf die Lichter.

Brösel/Werner


*duckundweg*
 

soulkrates

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Gerüchte um Gerichte

Es gibt Gerüchte,
dass Hülsenfrüchte-
in Mengen genommen-
nicht gut bekommen.

Das macht ja nichts, ich finde das fein!
Warum soll man nicht auch mal ein "Blähboy" sein

Heinz Erhardt
 
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