Basics: Phase, Nullleiter, Erde ?

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  1. MacOSY

    MacOSY Thread Starter Mitglied

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    Wie ist es da eigentlich in unseren Steckdosen?

    Wenn ich die Phase berühre, bekomme ich 230 V auf die Finger, was man auf alle Fälle vermeiden sollte. Aber was ist mit dem Nullleiter?

    Bin ich auf gleichem Ladungsniveau wie der Nullleiter? Bekommt man da keine gewischt? Und wenn ja, warum braucht man dann noch eine Erde?

    :confused:

    Natürlich könnte ich jetzt als Experiment mal in die Steckdose fassen, aber das hab ich vor Jahren schon mal gemacht und ich möchte keine Wiederholung ...

    Kennt sich jemand aus?
     
  2. Willeswind

    Willeswind Mitglied

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    Schön war die Zeit, als Wissenschaft noch durch mutige Frauen und Männer vorangetrieben wurde, die den Selbstversuch nicht fürchteten ... :)
     
  3. SchaSche

    SchaSche Mitglied

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    Vom Energieversorger bekommst du 3 Phasen (L1 -3) die auf die Steckdosen aufgeteilt werden. Der Nullleiter (N) wird von der Steckdose aus gesehen hinterm Stromzähler zusammen mit der Erde (PE) an der Potenzialausgleichschiene angeschlossen.

    Wenn du an N oder PE fasst, passiert nix, an der Phase kann von leichtem Kribbeln bis zum Tod alles vorkommen, je nach dem wie lange du Kontakt hast.

    Phase gegen N hast du 230V
    Phase gegen Phase hast du 400V
     
  4. wenn du drehstrom / kraftstrom hast.
    hmm… jein. nullleiter und schutzleiter (=erde) haben nicht das gleiche spannungspotential - ein FI-schutzschalter misst genau das und schaltet die phase im falle eines kurzschlusses (=verbindung nullleiter-erde) ab, in weniger als einer 1/50 sek.
    stell es dir so vor: eine grade linie = nullleiter = spannungspotential null.
    eine sinuskurve mit einer frequenz von 50Hz; zwischen dem scheitelpunkt der kurve und der geraden nulllinie liegt eine spannung von 235 V.
    drehstrom: drei sinuskurven… zwischen dem scheitelpunkt jeder kurve und dem darunterliegenden punkt einer anderen kurve liegt eine spannung von ca. 380 V.
    etwa so…
    allerdings zeigt die grafik 60Hz-wechselstrom, aber das prinzip ist erkennbar.


    ist es schlimm, wenn ich mit einem bein auf die straßenbahnschienen trete?
    nein… solange du mit dem anderen bein nicht die oberleitung berührst… :D
     
  5. tschloss

    tschloss Mitglied

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    Ist es nicht so, dass der Null-Leiter gewissermaßen der "Rückweg" für den "Stromkreis" ist (wenn er denn geschlossen wird)?
    Und reagiert der FI nicht eher auf eine Differenz der Stromstärke auf "Hinweg" (Phase) und Rückweg, da ja die Stromstärke in einem Stromkreis ohne Parallelschaltung überall gleich sein muss (solange kein Abfluß an anderer Stelle besteht)?

    Thomas
     
  6. Zapfenzieher

    Zapfenzieher Mitglied

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    Nein, die 3 Phasen dienen sich Gegenseitig als Rückleiter. Wenn man alle 3 Phasen gleichmässig belastet, wird der Null-Leiter nicht beansprucht. Das ist ja gerade die Idee hinter der ganzen Sache.
     
  7. ralleff

    ralleff Mitglied

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    An dieser Stelle möchte ich LukastheBrain ganz besonders hervorheben:D
    wo ist der eigentlich?
    Ralle
     
  8. tschloss

    tschloss Mitglied

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    Ich sprach vom Haushaltsstrom, nicht vom Drehstrom!
     
  9. MacOSY

    MacOSY Thread Starter Mitglied

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    Hm, so richtig klar ist mir der Unterschied zwischen Nullleiter und Erde immer noch nicht.

    Das Gleiche wird's nicht sein, sonst bräuchten wir nicht 3adrige Kabel und keine zusätzliche Erdung der Steckdose.

    Aber was ist wirklich der Unterschied?
     
  10. Saugkraft

    Saugkraft Super Moderator

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    Der Nullleiter ist (vereinfacht ausgedrückt um es anschaulicher zu beschreiben) die Rückleitung zum E-Werk. L1 (also die Phase) hat gemessen am Nullleiter oder an der Erde 230 V. Wenn du Strom "benutzt", schließt du einen Stromkreis von L1 über den Verbraucher, zurück zum Nulleiter. Soweit so gut.

    Der Schutzleiter ist direkt mit der Erde verbunden und ist keine Rückleitung zum E-Werk. Der dient der Sicherheit. Und zwar so:

    Entweder über einen FI (Fehlerstrom-Schutzschalter): Der FI misst den Strom, der über L1 zum Verbraucher fließt. Gleichzeitig misst er den Strom, der vom Verbraucher zum Nullleiter zurück kommt. Wenn z.B. 1 Ampere rausgeht, muss bei einem korrekt funktionerenden Gerät auch 1 Ampere zurück kommen und über den Nulleiter zurück zum E-Werk fließen.

    Theoretisch ist es aber denkbar, dass das Gerät einen Fehler hat und der Strom einen alternativen Weg nimmt. Zum Beispiel über das Gehäuse. Vom Gehäuse entweder über den am Gehäuse angeschlossenen Schutzleiter oder über einen Typen, der gerade ans Gehäuse dranpackt.

    In beiden Fällen fließt Strom "raus", es kommt aber keiner zurück. Das bemerkt der FI und trennt den Stromkreis.

    Wenn im Haus kein FI verbaut ist, funktioniert das Prinzip ähnlich. Strom fließt von der Phase zum (defekten) Gerät und von dort über den Schutzleiter gen Erde. Der Schutzleiter bietet dem Strom so gut wie keinen Widerstand, der Strom kann ungehindert fließen, wird damit sehr groß und die Sicherung löst aus.

    Edit: Oder anschaulich erklärt: klick
     
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