Was tun? El Cheffe total geschmacklos!

Dieses Thema im Forum "Typographie" wurde erstellt von nitro_jo, 24.02.2006.

  1. nitro_jo

    nitro_jo Thread Starter MacUser Mitglied

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    Moin

    Ich habe hier ein echtes Problem. Es geht um eine plumpe Autobeschriftung für unsere Firmenkutschen. Ich bin der Ansicht - man nehme eine Arial, Helvetica, Verdana oder sonstiges in der Art, schreibe alles klein und pappe es in gelb (eine der Firmenfarben) auf die blauen Kisten (Tür). Das macht Daimler, Sony oder auch Massagepraxis Rosi so, Geschmack und Typografische Kenntnisse vorrausgesetzt.

    Problem: Es gibt ein wirkliches furchtbares Logo. Nennen wir es Hans Wurst. Stellt euch vor, Hans Wurst ist in Würstchenbuschstaben geschrieben und davor noch ein www in Würstchenbuchstaben und dahinter nochmal Würste als .de. El Cheffe findet aber die Würstchenlösung besser.

    Nun, mein Argument: nicht lesbar! Es soll ja jeder Vorbeifahrende, an der Ampel Haltende oder auch die Hausfrau lesen können.

    Frage: welches Argumet würdet ihr anwenden um euren Chef/Kunden von der Idee abzubringen?

    jo
     
  2. Bobs

    Bobs MacUser Mitglied

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    lesbarkeit ist erstmal das allerwichtigste. dein chef glaubt vermutlich, eine "verspielte" typo erregt aufmerksamkeit (genauso denken auch die ganzen comic sans-user). erst wenn es gut lesbar ist kann man sich um "eyecatcher" kümmern, was aber nicht durch pseudo-lustige fonts zu machen ist, sondern durch einen font, der das ausdrückt, was die firma ausdrücken will (edel, modern, lecker, schnell, traditionell, was auch immer mit euch verbunden werden soll). das, dann in enger verbindung mit der positionierung/proportion und der farbgebung, macht den unterschied zwischen einer guten beschriftung und rausgeworfenem geld.

    red ihm die würstchenschrift aus. wenn ihr mit würstchen handelt, dann baut ein gutes pikto eines würstchens mit ein oder so, aber bitte nicht mit würstchen schreiben. :)
     
  3. JürgenggB

    JürgenggB MacUser Mitglied

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    Da gibt es nichts mehr hinzuzufügen!!!


    Viel Glück beim „Ausreden”

    Jürgen
     
  4. don.raphael

    don.raphael MacUser Mitglied

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    nimm den hanswurst in würstchenschrift als logo gross drauf, darunter gut lesbar "www.hanswurst.de" und argumentiere genau so: du willst das hanswurst-logo als logo/marke etablieren, um die info der webadresse aber zu transportieren, ist eine klare typo besser. so hat el cheffe seine würstchenschrift und du deine klare typo und der rezipient die info.
    und: für die würstchenschrift im logo kannst du (hoffentlich) nix, el cheffe hat das logo, das er verdient und deine grafikerseele ist fein raus.
     
  5. XVCD

    XVCD MacUser Mitglied

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    Solche Spielereien mit Logo und Schrift im Firmendesign kann/sollte nur dann verwendet werden, wenn das Logo/die Firma bereits etabliert und der Wiedererkennungswert ohne Lesen/Entziffern gegeben ist.
    Erst dann ist die (schwer lesbare) Würstchenschrift OK, sodaß man den Rest nicht mehr lesen muß, um zu wissen wer/was gemeint ist.
    Bspw: BMW-Logo wird auch ohne den Schriftzug "BMW" erkannt (weiß/blau im Kreis) oder die Coca-Cola Welle etc.

    Ist dies jedoch eine 'neue' Werbevorschlag, so bietet sich eine Zweierlösung an: Würstchenlogo und normale (lesbare) Schrift.
    Was bringt die 'verwurstete' Werbung auf dem Auto, wenn man es nicht/kaum entziffern kann (dies noch am vorbeifahrenden Auto) und somit keine Kunden zum/ans/in Geschäft locken wird? Das wäre herausgeschmissenes Geld.

    Pictogramme (wenn wir uns mal aufs Logo konzentrieren) sind deswegen so einprägsam und auf einen Blick zu erfassen, eben WEIL sie einfach und stilisiert sind. Es sollte immer leicht verdauliche/leicht zu merkende Information in Kombination mit dem (einzuprägenden) Logo sein, um die Assoziation der Botschaft (Firma/Spruch/Produkt) dauerhaft im Verbraucherhirn zu verankern. Ggf. geht auch z.Tl. - im Wurst-Beispiel - eine riesen Pappwurst oben aufs Auto zu packen. Schließlich gehts um den Wiedererkennungswert/assoziation beim Kunden dem genau DIES Logo in den Sinn kommen soll(te), wenn er an Produkt XY (hier die Wurst) denkt und sich an die zu bewerbende Firma wendet, statt beim Konkurrenten einzukaufen / Dienstleistung abzufordern.

    Zum Schluß: Wie wäre es mit einem Selbsterfahrungstest?
    Fertige 2 Skribbles an mit (wichtig!) fiktivem Firmenname und -Spruch. Das eine nach deiner Facon (Bsp: Rainartz Würste sind PRALLER! plus Logo und Adresse o.ä.), das andere 'verwurstet' mit leicht geändertem Text/Firmenname/Spruch. Dann sage ihm, daß du einen Test mit ihm machst (ohne mehr zu erklären) und legst ihm die Ausdrucke jeweils nur eine Sekunde (!) zur Ansicht vor.
    Frage ihn, was er behalten hat / erkannt hat und lesen konnte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.02.2006
  6. nitro_jo

    nitro_jo Thread Starter MacUser Mitglied

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    vorab schon mal vielen dank für eure antworten. es ist zu verzweifeln.
    el cheffe hält an seinen vorgaben fest. nix zu rütteln.
    ich rege mich schon gar nicht mehr auf. :(
     
  7. XVCD

    XVCD MacUser Mitglied

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    Wie war das mit den goldenen Regeln bzgl. Umgang mit dem Scheffe?
    §1 Der Chef hat immer Recht
    §2 siehe §1

    Die hohe Kunst ist es deine Idee so zu verkaufen, als wäre es die von deinem Chef gewesen... ;)
     
  8. Lynhirr

    Lynhirr MacUser Mitglied

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    Ist auch das Beste. El Cheffe bekommt das Teil, was er verdient und du freust dich auf den Feierabend :)
     
  9. Weber's Patrick

    Weber's Patrick MacUser Mitglied

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    Ich weiß zwar nicht, in welcher Branche dein Chef tätig ist, aber gibt es denn nicht ein paar Kunden, die du auf dieses Vorhaben ansprechen könntest und die anschließend deinem Chef gegenüber ihren Senf dazu geben?

    Aber bitte nur diejenigen Kunden ansprechen, die sowieso keine "Würstchen" mögen. Am besten also Vegetarier/Veganer. ;)
     
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