Vorgehensweise beim Pitch – Was ist üblich?

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  1. Nice

    Nice Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo,
    ich habe hier eine "Einladung" zu einem Pitch bekommen und bin mir über die Seriösität nicht ganz im klaren.
    Es geht um einen potentiellen Kunden, den ich mal versucht habe zu akquirieren. Es gab auch einige Gespräche und ich habe Angebote erstellt. Bisher hat die Firma alles selbst gestaltet (Flyer, Logo etc.). Entsprechend sehen die Sachen auch aus. Die Projekte, die damals besprochen worden sind, hat die Firma dann letztendlich doch auch wieder selbst gestaltet.

    Nun soll es ein umfangreiches Projekt (60-seitiger Katalog) geben und es gab auch schon eine Vorbesprechung. Die Vorbesprechung fand im Februar statt. Der Katalog sollte eilig im März gestaltet und produziert werden. Man bat mich gegen eine weitere Grafikerin zu pitchen.

    Nun kam vor einigen Tagen die offizielle Einladung zum pitch. Bisher habe ich nichtmal ein Angebot über die anfallenden Kosten angegeben. Ist es nicht üblich, dass erst ein Angebot abgegeben wird und dann zum Pitch eingeladen wird, um Entwürfe präsentieren? So war das jedenfalls bisher immer. Oder kennt das jemand von euch anders?

    Nun ja, meines Erachtens ist das Pitch-Geld sehr spärlich. Gefordert sind zwei Entwürfe für den Prospekt. Einmal A4 Hochformat und einmal A5 Querformat. Präsentiert werden sollen jeweils ein Titelentwurf, ein Groblayout der ersten Seiten, sowie eine ausgearbeitete Seite. Das Pitchgeld soll 125 Euro betragen. Mir erscheint das verdammt wenig.

    Noch dazu habe ich ehrlich gesagt das ungute Gefühl dass es vielleicht nur um das "Einsacken" von Ideen geht, um dann schlussendlich doch wieder selbst alles umzusetzen.

    Da ich persönlich leider noch recht wenig Pitch-Erfahrung habe, wäre ich über ein paar Tipps und eure Meinung sehr dankbar.

    viele Grüße
    Nicole
     
  2. Godzilla

    Godzilla MacUser Mitglied

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    Ich würde mich auf das nicht einlassen. Die Gründe hierfür hast du dir bereits selbst beantwortet. Du kannst ja noch versuchen telefonisch vorher etwas herauszufinden, aber grundsätzlich würde ich solche Wettbewerbe ablehnen. Entweder die beauftragen dich, weil sie etwas von DIR haben wollen, oder es geht in der Tat nur um das sammeln von Ideen.

    Ich würde im Übrigen auch schriftlich ablehnen, eben auch mit der obigen Begründung, aber eine Zusammenarbeit nach deinen Regeln in Aussicht stellen. Diese Regeln solltest du aber kurz darstellen.
     
  3. Gonz

    Gonz MacUser Mitglied

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    Na, also ich kenne es schon so, dass Budgetierung und solche Sachen erst Bestandteil der Wettbewerbspräsentation sind, also nach der Präsentation des Kreativkonzeptes besprochen werden. Doch da gibt es viele Vorgehensweisen...

    Die Entlohnung ist tatsächlich etwas dürftig, allerdings 3 Seiten Entwürfe sind auch kein riesiger Präsentationsumfang. Agenturen pitchen wochenlang mit der kompletten Mannschaft für 5000,-, das ist von den Dimensionen schon vergleichbar. Allerdings geht es da auch um größere Etats.

    Versprichst Du Dir Folgeaufträge? Kann dieses Projekt der Startschuss für eine lange Zusammenarbeit sein?

    Dein schlechtes Gefühl bei der Sache wäre ist für mich Dein stärkstes Argument, abzulehnen. Wenn Du den Kunden so einschätzt, macht eine Zusammenarbeit keinen Sinn. Und das Bauchgefühl täuscht selten...
     
  4. macmad

    macmad MacUser Mitglied

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    Es ist mittlerweile zu einer lästigen Gewohnheit geworden, dass ein Pitch mittlerweile gar nicht mehr bezahlt wird. Zumindest in meiner Branche (Musik für Werbung etc.). Insofern sind die 125€ zumindest ein kleiner Deckungsbeitrag. Auf jeden Fall würde ich versuchen, herauszufinden, um welchen Etat Du pitchst. Ich würde an Deiner Stelle als erstes ein Angebot für den Prospekt abgeben, dann nachfragen, ob Dein Konkurrent auch ein solches abgeben muss. Zudem würde ich versuchen, eine Aussage zu bekommen, ob der Auftrag definitiv an einen externen Dienstleister vergeben wird. Am besten natürlich alles schriftlich. Wenn der potentielle Kunde sich nicht klar äussern kann oder will, halte Dich an Gonz und hör auch den Bauch!

    Viele Glück und Erfolg

    Matthias
     
  5. tanzblume

    tanzblume MacUser Mitglied

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    Ich würde mir schriftlich bestätigen lassen, daß Deine Idee in keiner Weise weiterverwertet werden darf. Ich kenn einige Agenturen, die das machen, besonders wenn Sie mit großen Firmen zusammen arbeiten.
     
  6. erko

    erko MacUser Mitglied

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    Hallo,

    ich denke, dass man einen KV für die Realisation einer Idee erst dann erstellen kann, wenn man weiß wie diese Idee ist. Brauche ich Fotos oder Illustrationen oder einen begnadeten Typografen? Hängt alles von der Idee ab und erzeugt unterschiedliche Kosten. Den KV für Entwicklung einer Idee und Betreuung der Realisation kann man natürlich vorher erstellen.

    Für 125 Euro würde ich in diesem Fall (so wie er klingt) nicht ein einziges Layout zeigen, sondern Konzepte präsentieren. Keyvisuals, Moodboards oder Bildwelten wie die Broschüre mal aussehen kann.

    Selbst mit einer Vereinbarung darüber, dass deine Vorschläge nicht ohne weiteres verwendet werden dürfen, wird es wohl trotzdem sehr schwer, den Diebstahl überhaupt nachzuweisen. Da muss das Layout schon außergewöhnlich markant und einzigartig sein.

    Grüße,

    Eric
     
  7. Dr. NoPlan

    Dr. NoPlan Gast

    ... einfach Finger weg lassen, 125 € sind nicht sonderlich seriös für den
    geforderten Pitch. Auch lässt das Preisdrücker bei der späteren Umsetzung
    vermuten.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.07.2005
  8. MBraun

    MBraun MacUser Mitglied

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    Finger wech!

    Du schreibst:
    "Gefordert sind zwei Entwürfe für den Prospekt. Einmal A4 Hochformat und einmal A5 Querformat. Präsentiert werden sollen jeweils ein Titelentwurf, ein Groblayout der ersten Seiten, sowie eine ausgearbeitete Seite."​
    Und das alles für 125 Euro?? Dafür kann man vielleicht zwei Konzeptgedanken auf´s Papier bringen. Mehr aber auch nicht!

    Wenn es nur um das Sammeln von Ideen geht, auch ok. Aber dann bitte für zwei reguläre Tagessätze buchen und wenn was dabei ist geht die Umsetzung und ein Nutzungshonorar an Dich!!!

    Ich hab es immer wieder erlebt (allerdings in der Agentur) das auch große Kunden einfach mal die Sichtweise unser Strategen, Artdirectoren und Texter zu komplizierten oder gar politischen Themen sehen wollten. Es wurde präsentiert und zumindest kostendeckend bezahlt. Eine Etatvergabe kam jedoch nie zustande da häufig mit der "alten"Agentur weiter gearbeitet wurde.
     
  9. philkan

    philkan MacUser Mitglied

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    würde auch die finger davon lassen, so wie du es beschrieben hast, kann das ganze ins auge gehen.
     
  10. Nice

    Nice Thread Starter MacUser Mitglied

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    Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Die Meinungen scheinen ja auch bei euch deutlich auseinander zu gehen. Was der eine als üblich empfindet ist für den anderen schon unzumutbar.
    Für mich habe ich noch keine Entscheidung getroffen. Zum Glück habe ich noch ein bißchen Zeit mir zu überlegen ob ich da mitmache oder nicht.
    Für einen Einzelkämpfer ist das schon ein großer Aufwand und so lange ich andere regulär bezahlte Aufträge in der Warteschleife habe, hab ich zum Glück keinen großen Druck, dass ich da unbedingt mitpitchen muss.

    viele Grüße
    Nicole
     
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