Telekom muss Einzelverbindungen beweisen

Dieses Thema im Forum "MacUser Technik Bar" wurde erstellt von HAL, 22.04.2005.

  1. HAL

    HAL Thread Starter Gast

    Die Deutsche Telekom muss die Korrektheit einer Telefonrechnung mit
    einem Einzelverbindungsnachweis belegen, wenn der Kunde dies verlangt.
    Das geht aus einem am Donnerstag bekannt gewordenen Urteil des
    Amtsgerichts Frankfurt hervor. Das Gericht wies die Zahlungsklage der
    Deutschen Telekom gegen eine Kundin zurück (Az.: 31 C 79/05-83).

    Die Kundin hatte eine Monatsrechnung über rund 1720 Euro Telefonkosten
    erhalten, die im Wesentlichen auf mehr als 4000 Verbindungen zu einem
    Telekom-Gewinnspiel gestützt wurde. Die verärgerte Frau widersprach
    jedoch umgehend der Rechnung, weil sie an keinem dieser Gewinnspiele
    teilgenommen hatte. Statt jedoch ein Verzeichnis der einzelnen Telefonate
    zu erstellen, berief sich das Unternehmen lediglich auf eine Überprüfung,
    bei der "kein technischer Fehler" festgestellt worden sei. Deshalb müsse die
    Kundin die Telefonate tatsächlich geführt haben.

    Laut Urteil ist das Unternehmen bei einem Streit um die Telefonrechnung
    jedoch verpflichtet, innerhalb von 80 Tagen nach dem Versand der
    Rechnung einen vollständigen Nachweis über die einzelnen Verbindungen
    auszudrucken. Auch der Hinweis der Deutschen Telekom, wonach die
    Gebühren "automatisch" von einem Computer erfasst und berechnet
    würden, ließ das Gericht nicht als Beweis für die Richtigkeit der Rechnung
    gelten. Es sei bekannt, dass auch Computer nicht fehlerfrei arbeiteten.

    Vor kurzem hatten Amtsgerichte in München und Hannover in anderen
    Fällen zudem entschieden, dass ein Kunde von einer Telefongesellschaft
    einen Prüfbericht verlangen kann, sobald er Zweifel an der Richtigkeit
    seiner Telefonrechnung hat. Wird der Bericht nicht vorgelegt, darf der
    Kunde die Zahlung verweigern.

    Quelle: Heise Online
     
  2. marti

    marti MacUser Mitglied

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    Hallo

    doch mal wieder ein vernünftiges Urteil zugunsten eines Endbenutzers.

    Erstaunlich.

    Gruss
    Marti
     
  3. dackel

    dackel MacUser Mitglied

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    Ein Einwurf von jemanden vom Fach:

    Das besagte Prüfprotokoll kann immer angefordert werden. Geprüft wird hier mit sehr SEEHR SEEEEEHR großem Aufwand die detailierte Gebührenabrechnung.

    Der Ausdruck der hier angesprochenen Verbindungsdaten ist nur dann möglich, wenn die Verbindungsdaten auch gespeichert wurden.
    Bei Beauftragung des Anschlusses (auch bei Handy) gibt es die Möglichkeit, die Verbindungsdaten direkt nach Versand der Rechnung löschen zu lassen.
    In diesem Augenblick liegt sofort die Beweislast beim Kunden.


    Schöne Grüße
     
  4. marti

    marti MacUser Mitglied

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    ich habe immer gedacht es gäbe eine Vorratsspeicherung der Daten von drei Monaten (Terrorismusbekämpfung) die jetzt sogar auf 6 Monate oder ein Jahr verlängert werden soll, wieso ist es dann möglich die Daten sofort löschen zu lassen. Oder verstehe ich da was falsch ???

    Gruss
    Marti
     
  5. HAL

    HAL Thread Starter Gast

    <zynismus>
    seit wann ist die auswertung eines einfachen protokolls ein großer
    aufwand? weil tatsächlich mal jemand ein stück papier in die hand
    nehmen und arbeiten muss, statt es auf seine kollegen abzuwälzen?

    :D
    </>

    das wage ich zu bezweifeln, es sei denn, du postest den entsprechenden
    absatz aus den geschäftsbedingungen. damit würde sich die telekom
    nämlich sauber aus der affäre ziehen, wenn es dann mal wieder zu
    einer fehlerhaften abrechnung kommt. :rolleyes:
     
  6. HAL

    HAL Thread Starter Gast


    Quelle: TAZ Online

    Ergo: "weil es schwierig ist" bedeutet nicht "unmöglich".
     
  7. marti

    marti MacUser Mitglied

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    Noch erstaunlicher!
    Aber vielen Dank für Deine prompte Antwort.

    Gruss
    Marti
     
  8. dackel

    dackel MacUser Mitglied

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    @marti: Wieder andere Gesetze sagen, dass diese - ich nenne sie mal Terrorismusdaten - nicht für die Abrechnung und deren folgend genutzt werden. Dann steht in diesen Daten auch nur drin wann, wohin und wielange telefoniert wurde.
    Die Gesetzte sind teilweise so undurchdacht, dass das eine gegen das andere nicht verwendet wird / werden darf.

    @HAL:
    Weil hier nicht einfach mal ein "Druck-Button" angeklickt wird sondern wirklich Testszenarien gemacht werden mit soll- und ist-Zustand. Soweit ich weiß, werden sogar Testanrufe etc. gemacht.

    Das mit der Beweislast steht nicht in den AGB sondern irgendwo im Gesetz. Frag mich bitte nicht wo..
    Und das hat auch nichts damit zu tun, dass sich "die telekom nämlich sauber aus der affäre zieht", sondern vielmehr, dass die Regulierungsbehörde da mit drin hängt und überhaupt teilweise veraltete Gesetzgebung.


    Nochwas zu dem letzten Beitrag:
    Wenn Du selbst Deine Daten nicht speichern lässt, sind die Daten nicht mehr da und die Gesellschaft kann selbst nicht mehr nachvollziehen, wann welche Gespräch war.

    Die ganze Geschichte gilt übrigens nicht nur für Telekom. Sondern auch für arcor, tele2 ..., T-Mobile, Vodafone, ePlus, O2, Mobilcom, cellway, debitel ... eben alles was irgendwie mit Telefonie zu tun hat
     
  9. HAL

    HAL Thread Starter Gast

    frage ich aber, du bist doch schliesslich vom fach.;)

    gehe davon aus, dass ich nicht der einzige bin, den das interessiert. ich für
    meinen teil begrüsse das urteil des gerichts, weil damit der unsäglichen
    arroganz der telekom gegenüber dem kunden endlich ansatzweise der wind
    aus den segeln genommen wird.

    schon schlimm genug, dass man sich zusagen und versprechen anhören
    muss, die nie eingehalten werden. auf beschwerden per fax oder brief
    wird nicht reagiert unfreundliche und dreist lügende support-mitarbeiter
    die natürlich bei beschwerde nicht lokalisiert werden können, sind leider
    auch keine seltenheit, das alles haben wir oft genug erlebt, bis wir den
    verein dann zugunsten arcor den rücken gekehrt haben.
     
  10. Jabba

    Jabba MacUser Mitglied

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    Muah, diese Arschratten!

    Ich hatte auch mal so ein Problem, im Urlaub nutzte ich mein PB mit dem DSL des Hotels.
    Monate später bekam ich eine Bealstung für "Auslandsgebühren" von so ca. 40 Euro.
    Meine Gebühren hatte ich aber schon im Hotel gezahlt, logisch, lief ja über deren Anlage.
    Als ich dann rumnörgelte bei der Telekom, wurde mir immer telefonisch versichert, dass alles richtig sei.
    Ich habe sogar einen Wisch per Post bekommen, aber da war auch nix an Nachweisen dabei, sondern es stand lediglich drauf, dass die Überprüfung keinen Fehler ergab.
    Nach eins zwei Telefonaten später verlor ich die Sache aus den Augen...

    JETZT ärgere ich mich, hätte trotz des nicht so hohen Betrages mehr Stress machen sollen...

    Ein viel zu gutmütiger Jabba...
     
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