Tagging und Web 2.0 features in einer Datenbank

Dieses Thema im Forum "Web-Programmierung" wurde erstellt von unique23, 28.11.2005.

  1. unique23

    unique23 Thread Starter MacUser Mitglied

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    guten tag,

    ich bin von der web 2.0 philosophie angetan und würde ich gerne näher
    damit befassen und vielleicht auch ein projekt umsetzen.

    aber zuerst würde mich interessieren, inwieweit man schon auf bereits
    entwickelte open source software zurückgreifen kann?
    gibt es portale, die das tagging von beiträgen schon unterstützen?
    welche software bietet sich an? typo3? phpbb?
    für welche software könnte man am einfachsten eigene entwicklungen
    aufsetzen?
    natürlich alles mit einer datenbank und mitglieder im rücken.

    wer weiß genaueres?
    oder zumindest mehr als ich? :)

    besten dank!
     
  2. gishmo

    gishmo MacUser Mitglied

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    Hilf mir bitte mal auf die Sprünge: Was verstehst Du unter web 2.0 Feateres? CSS?
     
  3. Magicq99

    Magicq99 MacUser Mitglied

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  4. unique23

    unique23 Thread Starter MacUser Mitglied

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    unter web 2.0 features verstehe ich die entwicklung dahingehend, dass
    der user den inhalt verändern kann. also im sinne von wikipedia. wo
    ein dienst gestartet ist und die gemeinschaft der user dazu geführt hat,
    dass der inhalt wächst. ein nettes beispiel dafür ist auch del.icio.us.
    sehr interessant dabei ist auch das "tagging", also das beschreiben von
    informationen.

    ich hoffe ich konnte dir auf die sprünge helfen :)
    wenn nicht, nochmal posten :)
     
  5. Magicq99

    Magicq99 MacUser Mitglied

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    Eigentlich versteht man unter Web 2.0 aber etwas anderes. Es geht dabei vielmehr um die Art und Weise wie (Web) Anwendungen miteinander interagieren, sich gegenseitig erweitern und auch um Programme die das Internet zur Verbreitung von Inhalten nutzen. Die Erweiterung durch den Nutzer (Tags) ist dabei nur ein Punkt von vielen und trifft nicht auf jede Web 2.0 Anwendung zu.

    Ein Beispiel wäre z.B. Google Maps. Nach Deiner Definition wäre das keine Web 2.0 Anwendung, da die Karten und Bilder von Google zur Verfügung gestellt werden und nicht von den Nutzern.

    Aber andere Webseiten, Dienste oder Programme können die Daten über eine API abrufen und mit anderen Daten koppeln, z.B. mit Flickr Bildern.

    Die Kombination iTunes + iPod kann man auch als Web 2.0 Anwendung betrachten, nach Deiner Definition wäre dies aber auch nicht der Fall.

    Deshalb auch nochmal der Link:
    http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html
    Das ist eine Erläuterung von Tim O'Reilly, der ja den Begriff Web 2.0 massgeblich geprägt hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.11.2005
  6. unique23

    unique23 Thread Starter MacUser Mitglied

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    mir ist der besagte link bekannt. ich wollte auch keine allgemeingültige definition für
    web 2.0 noch ein diskussion darüber starten, was web 2.0 ist oder was es zu sein
    hat. mir geht es darum zu erfahren, was softwaretechnisch nötig ist um eine web
    applikation an den start zu bringen, die tagging unterstützt.
    wie könnte man das umsetzen? oder gibt es bereits software, die mir das ermöglicht?
    und weiter, gibt es eine möglichkeit diese tags aus der datenbank in ein anderen
    zusammenhang zu bringen.

    oder ist auf diesem gebiet alles komplett selbst zu entwickeln?
    in wie fern kann man auf bereits bestehende software zurückgreifen?
     
  7. gishmo

    gishmo MacUser Mitglied

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    Wenn ich das richtige sehe, meinst Du Technologien wie XML, WebServices und die dazu gehörigen Design Patterns, Frameworks, etc., oder?
     
  8. Magicq99

    Magicq99 MacUser Mitglied

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    Für all die denen der genannte Artikel zu lang ist, habe ich eine kurze Zusammenfassung geschrieben. Dabei geht es aber nur um Web 2.0 Anwendungen generell und nicht um technische Details.

    Tim O'Reilly nennt 7 wichtige Punkte, die Web 2.0 charakterisieren. Dabei wird von jeder Anwendung nicht jeder Punkt erfüllt und manche Anwendungen haben Schwerpunkte auf bestimmte Punkte.

    1. The Web As Platform
    Web 2.0 Anwendungen werden von Anfang an mit dem Internet als wichtigste Infrastruktur entworfen. Web 1.0 Anwendungen dagegen sehen das Internet in der Regel nur als Erweiterung einer bisherigen Anwendung.

    2. Harnessing Collective Intelligence
    Darunter fällt vor allem die Erweiterung/Verbesserung der Inhalte durch die Nutzer. Als Beispiel zählen hier Wikipedia und die Flickr Tags, aber auch die Amazon Kundenrezensionen und -bewertungen. Auch eBay fällt in diese Kategorie, da es dort die Nutzer sind die Artikel verkaufen und damit für den Inhalt sorgen.
    Aber auch Google zählt dazu, denn der PageRank wird auch durch die Nutzer beinflusst.
    Je mehr Nutzer eine Web 2.0 Anwendung verwenden umso besser wird sie durch den kollektiven Einfluss.

    3. Data is the Next Intel Inside
    Tim O'Reilly nennt hier Online Kartendienste wie Google Maps oder Mapquest. Alle großen Kartenseiten beziehen ihre Daten von der Firma "Digital Globe". Die Besitzer von Daten dieser Art haben damit eine Art Goldgrube, denn sie können die Daten an viele Anbieter lizensieren. Dies ermöglichte es z.B. Microsoft einen Konkurrenzdienst anzubieten, da man das Material einfach lizensieren kann.

    4. End of the Software Release Cycle
    Kernkompetenz werden der Betrieb eines Dienstes rund um die Uhr und nicht mehr ein festes Datum für den Release einer neuen Software Version. Auch werden die Dienste kontinuierlich weiter entwickelt und der Nutzer dient dabei gleichzeitig auch als Tester zur Erporbung neuer Ideen und Techniken. Als Beispiel gilt hier auch Flickr oder Google Mail.

    5. Lightweight Programming Models
    Aufgrund von Punkt 4 müssen Web 2.0 Anwendungen auf Programmiertools zurückgreifen, die schnelle Änderungen begünstigen. Skriptartige Sprachen wie Perl und Python sind von größerer Bedeutung als tiefere Sprachen wie C.

    6. Software Above the Level of a Single Device
    Hier kann man iTunes und TiVo als Beispiel sehen. Diese Dienste wurden ursprünglich für ein bestimmtes Gerät entworfen (z.B. iPod), die Inhalte können aber auch in zukünftigen Geräten und Diensten (sowohl offline als auch online) eingebunden werden.

    7. Rich User Experiences
    Durch die starke Vernetzung verschiedener Dienste entsteht für den Nutzer ein sehr vielseitiger und leistungsfähiger Dienst, der ständig weiter wächst.

    NACHTRAG:
    Unter einer Web 2.0 Anwendung versteht man nicht nur reine Internetanwendungen (wie Flickr) sondern jede Anwendung, die das Internet vollkommen nahtlos als Infrastruktur verwendet (wie z.B. die Kombination iTunes Music Store + iPod). Einer der Kernpunkte ist dabei der nahtlose Austausch von Inhalten zwischen Anwendungen und Webanwendungen jeglicher Art.

    Apples .Mac Dienst kann man also auch als Web 2.0 Anwendung zählen, da hier das Internet aus Sicht des Nutzers nahtlos mit dem Mac zusammenarbeitet und Inhalte (eMails, Lesezeichen, Adressbuch, Kalender, usw.) austauscht.

    Ich hoffe damit konnte ich einigen helfen den Begriff "Web 2.0" zu verstehen, da dieser in letzter Zeit recht oft fällt, viele aber nichts damit anfangen können. Unterm Strich lässt sich vereinfacht auch sagen, dass man unter Web 2.0 die Idee versteht das Internet nahtlos als Infrastruktur zum Informationsaustausch in Anwendungen zu integrieren. Ob die Anwendungen dann teilweise lokal oder als reine Webanwendungen funktionieren ist dabei unerheblich. Wichtig ist nur die nahtlose Integration des Internets.

    Eine Web 2.0 Anwendung kann auch sowohl nur Inhalte einer Person (.Mac), die Inhalte einer ganzen Gemeinschaft (Flickr), allgemeine Inhalte (Wikipedia) oder auch Produkte (Amazon) betreffen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.11.2005
  9. unique23

    unique23 Thread Starter MacUser Mitglied

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    @ gishmo

    genau das meine ich. mich interessiert die technik dahinter und wie ich ein solches
    system, speziell eben tagging (z.b. ein forum, bei dem jedes posting getagged wird),
    in ein bestehendes system (z.b. phpbb) eingebunden werden kann. oder muss
    man alles selbst entwickeln.
     
  10. gishmo

    gishmo MacUser Mitglied

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    @unique23

    Ein Forum ist wohl ein schlechtes Beispiel.
    Schau Dir mal jForum oder mvnForum an. Geniale Teile.

    Eine web 2.0 Anwendung wäre es wohl (wenn ich es richtig verstehe) wenn Du Posts, Threads, etc. in Form eines WebServices einer weiteren Web-Applikation bereit stellen würdest oder auf anderen Medien wie z.b. PDAs, Handys anbietest.

    Die Datenbeschreibung kannst Du mit XML & DTDs vornehmen, das Publizieren mit einem WebService. AXIS ist ein recht populäres Framework dafür.

    Schau doch mal bei http://java-source.net/ rein.
    Da findest Du eine Menge Kram ... und nimm Dir viel Zeit! ;-)
     
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