Rockbox - wer kennt sich aus?

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  1. bjoernsen

    bjoernsen Thread Starter MacUser Mitglied

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    Bin heute auf eine spannende Sache gestoßen: Rockbox.

    Ist ein OpenSource-Firmware-Projekt, welches den iPod von seiner "Exklusivität" hinsichtlich dem Abspielen von MP3 und ACC "gefreit", sprich weiter Codecs zulässt. Hört sich für mich total spannend an und ich bin eh Befürworter von OpenSource.

    Frage: Hat das jemand schon ausprobiert und welche Erfahrungen wurden gesammelt? Was ist mit den DRM-Files aus dem Apple Store? Kann der iPod die dann weiter abspielen?

    Weitere Infos zu Rockbox unter: http://www.rockbox.org/twiki/bin/view/Main/WhyRockbox

    Danke für Infos.
     
  2. KAMiKAZOW

    KAMiKAZOW MacUser Mitglied

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    Rockbox kann den DRM-Mist nicht abspielen. Zum Glück, wie ich finde.
     
  3. sammalone

    sammalone MacUser Mitglied

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    Aber das iTunes DRM ist doch kein Problem. Titel auf CD brennen und wieder importieren, dann ist es weg.
     
  4. Sulley

    Sulley MacUser Mitglied

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    Ich hab mir jetzt mal die Mühe gemacht und ein paar Problematiken des iPods beschrieben. Im folgenden dann auch ein paar Worte über Rockbox.
    Nicht vor der Länge des Textes zurückschrecken – es lohnt sich ^__^

    Erfahrungen mit Rockbox habe ich (unfreiwilligerweiße) gesammelt. Die Story (mit Vorgeschichte) geht so:

    Ich bin iPod Benutzer seit der ersten Generation, hatte desweiteren alle iPod Revisionen außer den iPod Photo, die Mini Modelle und die Nano Modelle. Mein jetziger iPod ist ein 5G iPod Video (60 GB).

    Das erste Modell des iPods hatte grottige Kopfhörer und der Sound war auch recht Basslos. Dazu muss man von vornherein anmerken: Schließt man den iPod an eine Stereoanlage an, hat er im Idealfall einen fast linearen Ausgang, d. h. Tiefen und Höhen sind ausgeglichen und liegen in etwa bei Vollaussteuerung. Benutzt man nun Ohrhörer, fallen Frequenzen unter 100 Hz um bis zu 12 dB ab, d. h. um den Faktor 2 bis 4. Zur Verinnerlichung: Das ist nur der Fall, wenn man Ohrhörer (mit bestimmten ohmschen Wiederstand) benutzt. Die Jahrelangen Erfahrungen mit den iPod Modellen an diversen Hi-Fi Anlagen waren bei mir immer durchweg positiv.

    Nunja, der Grund, warum der iPod mit Ohrhören bzw. besser gesagt mit Ohrstöpseln nicht wirklich Basslastig ist, liegt am Wiederstand der Kopfhörer, aber das ist ein anderes Thema.

    Jetzt kann man natürlich sagen, dass man das einfach durch eine der tollen Equalizer Einstellungen ausgleicht. Pustekuchen. Der iPod Equalizer verzerrt die Frequenzen aber leider und basslastige Lieder hören sich dann nicht mehr gut an.

    Mehr dazu gibt es übrigens hier: http://dapreview.net/e107_plugins/content/content.php?content.133
    (diese Lösung habe ich am Mac auch probiert, ging furchtbar in die Hose)

    Ich war bis vor kurzem eigentlich immer zufrieden mit den Apple Ohrsteckern für den iPod, u. a. auch deswegen, weil ich die Qualität der vorigen Revisionen gekannt habe, und da hat Apple wirklich nachgebessert. Leider nicht am EQ.

    Da ich viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln und in der Stadt unterwegs bin, habe ich mich vor kurzem nach anderen, bassigeren Ohrstöpseln umgeschaut und bin eher durch Zufall auf die AKG K324P gestoßen. Da AKG für mich eine Qualitätsmarke ist, waren die Stöpsel für 35 Euro (eBay; Bulk) auch schon meins. Groß war die (Vor)Freude, bis zum Tag, an dem ich sie am iPod ausprobiert habe: Der Sound war relativ enttäuschend. Die AKG Stöpsel sind In-Ear Hörer und haben dazu auch noch einen sehr hohen, klaren, brillianten "wasauchimmer" Sound.
    Von mehr Bass war da vorerst nichts zu hören, außer dass die Abschottung der Ohren sehr gut war, dadruch war das Klangbild etwas ausgewogener, aber viel zu schrill und hoch, weil die Stöpsel sehr nah am Trommelfell sind. Fast schmerzhaft. Ich bin jemand, der mit dem iPod niemals laut hört, mir reicht im Normalfall, wenn der Pod bis zur Hälfte aufgedreht ist, in der Öffentlichkeit max 3/4, aber nie ganz. ich mag meine Ohren ;-) Mit den AKGs ging noch max. 1/3 der Lautstärke (ohne Treble Reducer EQ).
    Ein kleines Manko der AKG Stöpsel: leichtes Grundrauschen, fällt während dem Hören aber nicht ins Gewicht.

    Eine anscheinende Lösung: EQ Einstellung "Treble Reducer" benutzen. Dann ging es einigermaßen, aber immernoch viel zu schrill und zuwenig Bass. Das hat mich dann doch stutzig gemacht. Also hab ich die Stöpsel mal am PowerBook ausprobiert, im iTunes EQ sämtliche Höhen abgeschwächt und die Tiefen etwas angehoben. Der Sound war enorm! Die AKGs sind mit einem Frequenzgang von ca. 12 - 22000 Hz angegeben. Das ist natürlich schlichtweg gelogen, aber mit einem Sinusgenerator bin ich hörbar bis zu 30 Hz runtergekommen, ein Wert der sich sehen lassen kann. Es gibt bei Kopfhörern das Phänomen, dass man durch Erzeugung von Tiefen Frequenzen eine Einbildung von "Körperbass" erzeugen kann, d. h. man hört mit einem Kopfhörer so Tiefe Frequenzen (welche der Körper eigentlich spüren müsste, wenn sie mit einem guten Subwoofer erzeugt werden), dass man eine Einbildung von Körperbass hat. Bei den AKGs war das annähernd der Fall. Der Effekt tritt m. W. erst bei 18-25 Hz ein. So Tiefe Frequenzen können nur teure Kopfhörer erzeugen.

    Zurück zum Thema. Problematik: AKG Stöpsel sind zu schrill, zuwenig Bass. EQ vom iPod erzeugt entweder nicht-harmonische Verzerrung oder schwächt die Höhen nicht genug ab.

    Lösung: Umstieg auf iRiver ?

    Ich hab' vor ein paar Jahren einen iRiver H320 getestet.
    Sound + Bass: Übermäßig gut! Das liegt daran, dass der iRiver 1. gute EQ Einstellungen hat 2. einen parametrischen EQ besitzt 3. von Haus aus etwas basslastiger als der iPod ist (was nicht unbedingt erwünscht ist) 4. gute Sennheiser Kopfhörer mitgeliefert bekommt
    Bootzeit: >30 Sekunden (lol)
    Menüführung: Inkonsistent, unkomfortabel, verwirrend (oder sollte ich sagen "gewöhnungsbedürftig")

    Nichts gegen iRiver, ich war kurz davor meinen iPod zu verkaufen und mir einen iRiver zu kaufen, und das trotz der Startzeit, der Menüführung und der Einbuße, dass ich meine Musik nicht mehr mit iTunes übertragen kann.
    Mit meinen Erfahrungen mit dem iRiver und einem Review, welches den iRiver "zerissen" hat, habe ich mich wohlwissend dann doch nochmal nach Alternativen umgeschaut.

    Wer bis jetzt noch nicht abgeschalten hat und bis hierher durchgehalten hat: Respekt ;-)
    Jetzt kommt Rockbox :p

    Um es kurz zu fassen: Rockbox heruntergeladen, Bootloader installiert, Rockbox Firmware kopiert, Fonts & Themes installiert und schon stand der erste Rockbox Boot bevor.

    Rockbox bootet, im Gegensatz zum iPod OS, innerhalb von wenigen Sekunden (bezogen auf Kaltstart).

    Die Menüs wirken (mit dem Standard-Theme) eher trist, die Schrift ist auch sehr klein, aber das ist alles konfigurierbar. Rockbox hat etliche Themes und diverse Fonts in verschiedenen Größen.


    Überhaupt kann man mit Rockbox Dinge konfigurieren, von denen man nur zu träumen gewagt hat. Das geht über Scroll Geschwindigkeit, parametrischem EQ, Hardware EQ, Schriftgröße, Schriftart, Theme, Hintergrundbild, Sprache, Spulgeschwindigkeit, Hintergrundbeleuchtung (Länge des Fade-In/Fade-Out Effekts sogar wählbar), Precut, Crossfade zwischen Liedern, abspeicherbare EQ Settings etc...

    All das überzeugt vorerst einmal. Was für mich leider immernoch sehr störend ist:

    – Kein wirklicher iTunes support (kein automatischer Sync unter Mac OS, da FAT32)
    – FAT32 Dateisystem ist zwang
    – Teilweise sehr träge und langsam in der Bedienung (Scrollgeschwindigkeit mal schnell, dann wieder langsam)
    – Lautstärkeregelung etwas träge
    – Keine Vorspulfunktion wie im iPod OS; man kann nur "konventionell", z. B. wie beim Discman vorspulen, dafür ist die Spulgeschwindigkeit einstellbar, das kompensiert das ganze wieder

    Rockbox ist IMHO noch keine super Alternative zum iPod OS, aber es ist trotzdem sehr "benutzbar", was bedeutet, dass es für den Alltagsgebrauch geeignet ist. An den Komfort vom iPod OS kommt es noch lange nicht hin, das ist aber auch gewöhnungssache.

    Zum Sound: Durch den parametrischen Equalizer und die Precut Funktion hat man einen Sound wie auf dem iRiver (wenn nicht noch besser). Im Precut kann man einstellen, dass der Ausgang automatisch um 12 dB gedämpft werden soll, dafür kann man Frequenzen von 40 -100 Hz um 6 bis 12 dB erhöhen. Nun noch die Höhen etwas dämpfen und die Mischung mit den AKG Stöpseln ist fantastisch. Der Bass ist druckvoll und trocken, selbst während Bus oder Zugfahrten hört man ihn noch; Verzerrungen gibt es keine *freu*
    Falls jemand Bedenken wegen dem Precut hat: Die Dämpfung um 12 dB ist bezüglich der Gesamtlautstärke nicht schlimm. Der iPod geht trotzdem noch verdammt laut.

    Was mich noch übermäßig an Rockbox stört:
    – AAC/M4A Support mäßig
    – FAT32 Dateisystem
    – Mountzeiten über USB am Mac sehr lang (zumindest bei mir)
    – kein iTunes Support
    – ID3 Tag Auswertung fehlerhaft, obwohl in iTunes richtig angegeben; z. B. beim Auswerten der Genres: Acou, Acoust, Acoustic Guitar => obwohl es nur "Acoustic Guitar" geben sollte

    Das größte Manko ist wahrscheinlich der fehlende iTunes Support, aber Ohren gespitzt: Es gibt zumidnest eine Indizierungsfunktion in Rockbox, d. h. man kann in iTunes seine Playlisten manuell auf den iPod kopieren, dann die Indizierungsfunktion laufen lassen und dann erstellt Rockbox (ähnlich wie im iPod OS) die Menüs "Artist, Album, Genre". Es gibt noch ein paar Menüs mehr als im iPod OS (z. B. Year).
    Aber wie oben geschrieben: Die Genre Auswertung funktioniert bei mir nicht richtig. Liegt evtl. an den von iTunes verwalteten ID3-Tags oder mir.

    So, das wars. Mal wieder viel Text um nichts ;-) Ich hoffe es hat was geholfen.



    regards Sulley!
     
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