Richtige Bildaufbereitung fürs Papier? Hilfe!

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  1. keptn

    keptn Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo Fachmänner!
    Ich hab ein kleines Problem: Hab Bilddaten retuschiert und dann zum Schluss für das MUNKEN LYNX aufbereitet.
    Mein Problem: Extremer Zeitrdruck, ich wusste nicht wer das wo druckt (um mich mit dem kurzzuschliessen) und hab es für ISO uncoated (+leichter gelbton papier per kurve 2%)aufgebaut, das Proof auf ISO uncoated geprooft, sah auch ganz toll aus. Jetzt sagt mir mein Kunde dass die beim Druckabstimmen ärgste Schwierigkeiten hatten und nicht mal ansatzweise zum Proof hinkamen (???)
    Ich kaufe meine Proofs über einen sehr renomierten Dienstleister zu, an dem liegt es SICHER nicht, könnt ihr mir helfen?
    DANKE!
    Das steht auf der Herstellerseite dazu:


    "MUNKEN Lynx

    Dieses aus Schweden stammende Spezial-Offset-Papier mit seiner seidenmatten Oberfläche verleiht jedem Druckprodukt ein hervorragendes Ergebnis. Nicht nur Schwarz/Weiß-, sondern auch Farbbilder kommen dank der speziellen Oberfläche optimal zur Geltung. Dieses Papier ist eines der am umweltschonendsten hergestellten Papiere überhaupt. Eine hohe Alterungsbeständigkeit ist auf Grund der Produktionsart gegeben.

    Das komplette Sortiment an Flächengewichten dieses vielseitigen Papieres ermöglicht ein breites Anwendungsspektrum vom Vierfarbenwerbedruck bis zum Geschäfts- und Korrespondenzpapier sowie zur Produktion von Prospekten aller Art.
    MUNKEN Lynx kann mit allen herkömmlichen Druckverfahren bedruckt werden, die glatte Oberfläche garantiert dabei eine problemlose Verarbeitung.
    Das matte Erscheinungsbild macht alle mit MUNKEN Lynx hergestellten Produkte zu sehr kommunikativen Druckwerken."
     
  2. ThoRic

    ThoRic MacUser Mitglied

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    Nun ja... knapp vorbei ist auch daneben

    Bei Arctic Paper gibt's ein Profil dafür:
    http://www.arcticpaper.com/paperguide_arctic/category/item/page____6484.asp

    Und gerade so ausgefallene Papiere mit einem Std. Proofsetting, ohne individuelle Anpassung zu proofen halte ich für zwecklos. Dazu verhält sich der ganze Druck zu unüblich, als das es mit ein wenig Gelb in die Lichter drehen und einer std. Simulation für ungestrichene Papiere getan wäre.

    Und das einfärben der Lichter mit gelb um das Papier zu simulieren ( wenn ich das so richtig verstanden habe),...
    hätte ich dir an Stelle der Druckerei einen Schlägertrupp geschickt. Wenn's Papier auf dem gedruckt wird eh schon ritze gelb ist, und dann noch 2% Y auf die Grauachse gepackt wurden... wie soll man das kompensieren, erst recht wenn Y schon per se bei 2% beginnt?

    Was den Dienstleister angeht: Das hätte er dir bei dem Renommee aber auch sagen können sollen.


    MfG

    ThoRic
     
  3. keptn

    keptn Thread Starter MacUser Mitglied

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    hey thoric...

    ...danke für die antwort,
    aber ich hab nicht y dazu sondern weil das Papier leicht gelblich ist, in der mitte ein wenig y raus gegeben, wäre ja auch schwachsinn sonst...
    allerdings dürfte der gesamtfarbauftrag zu viel gewsen sein...
    trotzdem dank
     
  4. microboy

    microboy MacUser Mitglied

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    ich hatte vor nem halben jahr mal bei einigen druckereien zwecks druck
    auf munken lynx angefragt und teilweise sehr unterschiedliche infos
    bekommen. die mehrheit der druckereien haben aber direkt davon abge-
    raten und meinten sie haetten mit munken lynx schon arge probleme
    gehabt. eine druckerei wiederum sagte es wär überhaupt kein problem ...

    ich bin dann aus zeitdruck und unsicherheit auf ein anderes papier ausge-
    wichen!

    :(
     
  5. aro74

    aro74 MacUser Mitglied

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    Wenn das Auflagenpapier wesentlich von den fünf Fogra/BVDM-Papiertypen abweicht, dann kannst Du auch die Anwendung von ISO-Profilen vergessen. Abgesehen vom Gesamtfarbauftrag liegen die Sekundär- und Tertiärfarben ja an ganz anderer Stelle und das Wegschlagverhalten von Munken Lynx ist ja auch ein ganz anderes als das von ISO uncoated.

    Entweder selbst profilieren (teuer) oder andrucken und gucken (weniger teuer). Eine andere Möglichkeit, das präzise zu steuern, gibt's m.E. nicht. Das Profil von Arctic ist eine gute Bastelhilfe, aber hundertprozentig sicher sein kannst Du damit auch nicht, es kommt auf einen Versuch (Andruck!) an.

    Für eine einfache visuelle Kontrolle kannst Du Deinen Bilddaten ja mal das Arctic-Profil zuweisen (nicht konvertieren!) und das mit der gedruckten Matsche vergleichen. Wenn die Ergebnisse visuell gut übereinstimmen, kannste mit dem Arctic-Profil zumindest als Grundlage durchstarten ... viel Glück! :)
     
  6. keptn

    keptn Thread Starter MacUser Mitglied

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    Hallo, vielen Dank, beim Andruck war eh werd dabei, wir wussten auch dass das ein Auge mal Pi-Verfahren ist, problem war dann eben beim abstimmen nur dass die Bilder alle zu dunkel wurden und, ich will jetzt aber die Schuld nicht auf den Drucker schieben, der immer nur sagte: Das geht nicht und dann gings doch... ich glaube man hätte auch sanfter andrucken müssen und nicht mit voller dichte drauf und dann rausregulieren... naja
    jedenfalls vielen Dank!!!!! Wie genau könnte man "Wegschlagverhalten" erklären?
    lg, keptn
     
  7. ThoRic

    ThoRic MacUser Mitglied

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    Hallo,

    Nicht ganz.
    Der Versuch, in PS Nachzustellen, was da nun passiert ist geht etwas anders.
    Es bleibt das vorhanden Profil dran, aber in der Ansicht -> Proof einrichten unter 'eigenes CMYK...' das Munken Profil an. Sonstige Einstellungen sollten sein abs. Farbmetrisch und Papierweiss anhaken.

    Der Unterschied zwischen 'Daten so nehmen und für anderes Ausgabesituation verwenden' zeigt 'Farbwerte erhalten' mit Häkchen, dagegen zeigt 'Farbwerte erhalten' ohne Häkchen, wie gut es würde wenn du transformiert hättest.
    Wobei die 2% Y Korrektur, die ja am Profil und CM vorbei vorgenommen wurde, so oder so wieder rausgenommen werden müsste.

    @ keptn:
    ThoRic
    Was macht die Farbe auf dem Papier unmittelbar nach dem Druck. Zieht sie ein, läuft sie aus (nach unten oder zur Seite), bildet sie eine rauhe oder glatte Oberfläche, die evtl. sogar das weitere Bedrucken unterbindet. Dann ändert sich im Verlauf der Trocknnung noch der Glanz und in der Regel auch der Farbeindruck.

    All das fällt gemeinhin unter 'Wegschlagverhalten', wobei es konkret meint, wie das Papier die Farbe annimmt.


    HTH & MfG
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.07.2005
  8. aro74

    aro74 MacUser Mitglied

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    Das ist die ganz korrekte Methode, ja. Allerdings setzt das - wie Du schon richtig schreibst - Einstellungen hinsichtlich des Rendering Intent sowie Schwarz- und Weisspunkttransformation voraus UND die Monitoranzeige muss dann (gerade bei absolutem RI und Schwarzpunkttransformation) entsprechend vom Bediener interpretiert werden.

    Die meisten Anwender tun sich aber etwas leichter damit, wenn das Auge diese zusätzliche Helligkeitsadaption nicht durchführen muss. Ich bin davon ausgegangen, dass keptn einen Blick dafür hat, was sein Monitor anzeigt und wollte durch den Softproof und seine Einstellungen nicht noch zusätzliche Verwirrung stiften.

    Die visuelle Differenz zwischen der Datei mit ISO uncoated Profil und derselben Datei mit zugewiesenem Arctic-Profil entspricht eher der tatsächlichen visuellen Differenz der Druckergebnisse, als die Differenz zwischen Softproof-Simulation und Druckergebnis. Ich vermute mal, dass keptn nicht unbedingt über einen Monitor mit genügend großem Farbraum verfügt, so dass es hier gerade bei absolut farbmetrischem Rendering zu Clipping kommen dürfte.

    Das Auge ist und bleibt - im Gegensatz zum absoluten Gehör, das manche haben - immer noch ein Vergleichsinstrument mit entsprechender Hell-Dunkel-Adaption und eingebautem Weißabgleich. ;)

    Grüße,
    aro74


    @keptn
    Wegschlagen: Aufsaugen/Eindringen von flüssigen Bestandteilen der Druckfarbe oder von Tinte in die Poren eines saugfähigen Bedruckstoffes. Gehört zur physikalischen Trockung, wie auch das Verdunsten. Im Gegensatz dazu gibt's beispielsweise beim Druck mit UV-Farben auch eine chemische Trocknung. Dabei verdunstet (fast) nichts, sondern es wird in der Farbe durch UV-Einstrahlung eine chemische Reaktion ausgelöst. Durch diese Reaktion bilden sich lange Molkekülketten, die Farbe härtet sofort aus.

    EDIT:
    @keptn
    Wenn Du sowieso bastelst. dann versuch' lieber, mit einem vernünftigen Schwarzaufbau genügend Zeichnung zu erhalten. Dunkler werden kannste an der Maschine immer, nur heller ist schwer. Stell' mal in Photoshop ein "Eigenes CMYK" ein und versuch' diese Werte hier. Vielleicht kannste das mit einem Bild ausprobiern und das zusätzlich auf den Andruckbogen stellen? Wenn der Drucker dann glücklich aussieht, hilft es ihm ...
     

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  9. keptn

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    naja...

    ... weiss nicht, die geben für das LYNX 250% max. Farbauftrag an (im 60er Raster??) , da grauen mir halt die Hauttöne schon ziemlich aus mit der starken GCR... allerdings wirds nicht anders gehen, is aber Bastelei, vielen Dank für die vielen Antworten!

    Zu Farbraum Monitor: hab ein Cinema Display, Vergleich mit Munken Lynx Profil sieht so aus: [​IMG]
     
  10. aro74

    aro74 MacUser Mitglied

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    Ja, der untere Teil vom Munken-Gamut reicht über den Deines Displays hinaus. In den Tiefen wirds also beim Softproof ungenau, ebenso bei hoher Sättigung im Magenta- und Yellow-Bereich.

    Die ISO-Profile starten im Schwarz bei 0% (langes Schwarz), da werden selbst die Lichter etwas gräulich.

    250% Farbauftrag hört sich so an, als wäre da jemand sehr vorsichtig gewesen, versuch's einfach mal mit 280% und verschiedenen GCR-Stärken. Beispielbilder auf einen Bogen stellen und andrucken.

    Vielleicht kannste ja auf dem Andruck, der schon gemacht wurde, den Tonwertzuwachs ermitteln? Eventuell sind's mehr als 20 %, das könntest Du dann in Deiner Separation entsprechend berücksichtigen ...

    have fun! :)
     
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