1%-Regelung bei privat und geschäftlich genutzten Autos

Dieses Thema im Forum "Freelancer Forum" wurde erstellt von Fantômas, 27.03.2006.

  1. Fantômas

    Fantômas Thread Starter Gast

    Hallo Freelancer,

    ich werde mir wahrscheinlich demnächst wieder einen fahrbaren
    Untersatz (Auto) zulegen und bin im Moment am Recherchieren, was
    steuerlich für mich als Selbständiger das Beste ist:
    Bin dabei auf die sogenannte 1%-Regelung gestossen.
    Da ich keine Lust auf Fahrtenbuch führen und jeden **** aufschreiben habe,
    scheint mir diese Regelung doch sehr einladend. Zumal das Auto,
    welches ich mir anschaffen werde, auch ein älteres Baujahr ist.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, lohnt sich die 1%-Regelung,
    wenn man das Fahrzeug mehr privat als geschäftlich nutzt und wenn das
    Fahrzeug schon älter (als Gebrauchtwagen gekauft) ist.

    Wie macht ihr das? Hat jemand Erfahrungen auf dem Gebiet?

    Danke
    Ollo
     
  2. JeDi150

    JeDi150 MacUser Mitglied

    Beiträge:
    377
    Zustimmungen:
    29
    MacUser seit:
    20.05.2005
    Meines Wissens zählt bei der 1% Regelung aber der Listenneupreis des Fahrzeugs und nicht der Preis der für das gebrauchte Auto bezahlt wurde. Bei einem ursprünglich teurem Auto kann das also nach hinten los gehen.
     
  3. Kermet

    Kermet MacUser Mitglied

    Beiträge:
    1.458
    Zustimmungen:
    4
    MacUser seit:
    24.02.2005
    Grüß dich Ollo:

    Da handelst Du dann aber mit Zitronen!
    Die 1% beziehen sich auf den ehemaligen Neuwagenpreis!
    Es bringt also nichts, sich eine alte Hitsche (á la S - Klasse) zu kaufen
     
  4. w_roy

    w_roy MacUser Mitglied

    Beiträge:
    120
    Zustimmungen:
    2
    MacUser seit:
    26.10.2005
    Also zunächst ist es erstmal so, daß die 1 % immer vom Neuwagenpreis berechnet werden. Ob es da sinnvoll ist, ein altes Auto zu kaufen, muß jeder selbst entscheiden.
     
  5. Al Terego

    Al Terego MacUser Mitglied

    Beiträge:
    4.844
    Zustimmungen:
    341
    MacUser seit:
    02.03.2004
    Mein Steuerberater hat mir folgendes geraten:

    Ich, selbständig, nutze unser privates Kfz (4 Jahre alt, 95.000 km)zu geschäftlichen Fahrten.
    Führe kein Fahrtenbuch.
    Setze alle geschäftlichen Fahrten mit 30 Cent pro km ab.
    Sonst aber auch gar nichts, keine Reparaturen, keine Reifen, etc.
    Momentan fahre ich dennoch mehr geschäftlich als privat. Darf aber eigentlich auch nicht sein, mal sehen.
    Ich erstelle monatlich eine Liste (in FreeHand :))fürs Finanzamt mit allen geschäftlichen Fahrten (Datum, km hin/zurück, von - bis, Zweck der Fahrt), Summe der km.
    Das war’s.
    Gruß, Al
     
  6. jürgenh

    jürgenh MacUser Mitglied

    Beiträge:
    1.509
    Zustimmungen:
    134
    MacUser seit:
    11.03.2005
    Hallo Ollo,

    bitte mich zu korrigieren, doch ich meine, da gibt es ein paar schöne Pferdefüsse, denn afaik wird nicht der Kaufpreis, sondern der Listenpreis des Herstellers als Grundlage benutzt. Aber wenn Du es ganz genau wissen willst, frag den Steuerfuzzi Deines Vertrauens.

    Jürgen

    Ps. Da ich geschäftlich viel unterwegs bin, mache ich es nicht so.

    @ Al: wo ist denn da der Unterschied zum Fahrtenbuch???
     
  7. jmatterna

    jmatterna MacUser Mitglied

    Beiträge:
    522
    Zustimmungen:
    9
    MacUser seit:
    16.10.2004
    Seit dem 1.1. hat uns die Bundesregierung da wieder ein schönes Ei ins Nest gelegt. Diese 1%-Regelung gibt es weiter, allerdings muss man nachweiden, das dieses Auto mehr als 50% dienstlich genutz wird. Wie man das nachweist ist einem selbst überlassen, aber es geht wohl nur über ein Fahrtenbuch...
    Mir zumindest hat meine Steuerberaterin geraten, erst einmal ein Jahr lang so eines zu führen, und wenn der geschäftsanteil eindeutig grösser ist, hat mnaan auch für die kommenden Jahre erst einmal den Nachweis bis das FA was meckert... So schön einfach wie letztes Jahr ist es leider nicht mehr.
    Es gibt übrigens nur wenig Fahrtenbuchprogramme für MAC, das Driver vX ist aber ein doch sehr brauchbares.

    so long jmatterna
     
  8. Jabba

    Jabba MacUser Mitglied

    Beiträge:
    4.465
    Zustimmungen:
    109
    MacUser seit:
    21.11.2003
    Hai,

    hatten wir neulich erst, finds aber auch nicht auf die Schnelle.
    Der Erste Teil Deiner Aussage ist richtig:
    Um so mehr privat gefahren wird, um so rentabler ist das Ganze, da man keine Unterhaltskosten selbst zahlen muss.
    Der zweite Teil ist irrelevant, da die Berechnung IMMER nach NEUPREIS erfolgt. D.h. wenn Du einen alten S-Benz für 10TEuro ergatterst, musst Du die 1% vom ursprünglichen Neupreis zahlen, nicht von den 10TEuro die Du bezahlt hast. Insofern ist es eigentlich sogar ärgerlich, wenn man eine ältere Kiste kauft.

    Rechne 1% auf Dein Bruttogehalt. Dadurch ergeben sich höhere Abgaben, klar. Unter dem Strich siehst Du, was Dich der Wagen wirklich im Monat kostet. Z.B. 50TEuro Neupreis -> 500 Euro mehr Gehalt zu versteuern, je nachdem bleiben da so 200 +/- Euro netto weniger. Das mal 12 = 2.400,-

    Wer kann sich schon ein 50TEuro Auto für läppische 2.400,- Euro im Jahr unterhalten? Da reicht gerade mal für 2000 Liter Sprit, gut 20TKilometer (Bitte jetzt keine Erbsenzählerei).

    Fährst Du viel privat, fährst Du fürstlich mit der Regeelung, ohne Schreibgedöhns.
     
  9. Fantômas

    Fantômas Thread Starter Gast

    Oha!
    Viele Antworten - viele Meinungen.
    War ja fast nicht anders zu erwarten bei einer Steuerfrage ;)
    Dankeschön erst einmal!

    Dass die 1%-Regelung für den ListenNEUpreis gilt, war mir schon klar.
    Ich werde mir aber weder einen Jaguar noch eine S-Klasse zulegen,
    sondern eher in der Kleinwagenklasse zu finden sein, insofern würde ich
    mal maximal 15.000 Euro als Listenneupreis ansetzen. Das ergibt dann
    150 Euro x 12 Monate = 1800 Euro, die auf mein zu versteuerndes
    Einkommen dazugerechnet werden. O.k., das ist erstmal ein kleiner
    Pferdefuss. Dafür muss ich mich aber um nix kümmern und kann
    alles (Reparaturen, Benzin, Steuern, Versicherung)
    geltend machen... Korrigiert mich bitte, wenn ich da was übersehen habe.

    Was ich sympathisch an der Regelung fand, war der geringe bürokratische
    Aufwand. Und ich werde wahrscheinlich sehr häufig auch privat mit der Kiste fahren.
     
  10. Jabba

    Jabba MacUser Mitglied

    Beiträge:
    4.465
    Zustimmungen:
    109
    MacUser seit:
    21.11.2003
    Ja, Du siehst das schon vollkommen richtig.
    Was ich aber nicht wusste, ist diese Nachweisregelung mehr als 50% geschäftlich zu fahren... wie soll das denn ohne Fahrtenbuchg wieder gehen... Danke für den Hinweis jmatterna. Ich "hinke" dem Steuerkram immer etwas hinterher, da ich meine Erklärungen recht spät erst fertig habe.
    Allerdings hatte ich jetzt gerade BP, der Prüfer hat aber nicht nach den privaten KM gefragt. Wahrscheinlich, weil es um mehrere Autos geht, haben wir uns nur darüber unterhalten, welche privat angerechnet werden müssen...

    Nun ja.
    Viel Spass auf jeden Fall und viel Spass bei Deiner ersten Prüfung wg. dem Auto!
    :D
     
Die Seite wird geladen...

Diese Seite empfehlen