Gesellschaft Zeitumstellung abschaffen?

Zeitumstellung abschaffen?

  • Ja

    Stimmen: 466 77,8%
  • Nein

    Stimmen: 133 22,2%

  • Umfrageteilnehmer
    599

MacEnroe

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Wenn es denn um eine »gemeinsame Zeit« ginge.

Soweit ich weiß, geht es darum. Natürlich nur der Staaten, die bisher schon eine gemeinsame Zeit haben.
Aber da gehen die Wünsche eben auseinander ... verständlich, weil z.B. Spanien und Polen doch ganz
schön weit auseinanderliegen.
 

fa66

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Mal die Situation grafisch:
MEZ.jpg

Die Säule zwischen 7,5°öL und 22,5°öL, also jeweils +/–7,5° um 15°öL herum, ist bezüglich der Sonnenzeit der ideale Bereich für die MEZ.

Münster, Koblenz und Lörrach liegen darin; Dortmund, Köln und Saarbrücken sind bereits jenseits dieser Ideallinie. So gesehen liegen ganz BeNeLux und fast vollständig Frankreich tief in der WEZ-Zone. Spanien liegt sogar überwiegend westlich der Mitte der WEZ-Zone, hat quasi mit MEZ garnichts zu tun.

Bevor man also etwa die Sommerzeit zur Leitzeit in der EU macht, müsste man erst Spanien (wie vor 1936) zur WEZ zurückkehren lassen, damit die Sonne den Spaniern im Winter nicht davonläuft.

Dass die deutschen Städte im »WEZ-Bereich« nicht in diesen wechseln, dürfte genauso an der Praktikabilität liegen, wie auch die lange kontinentale Grenze von Emden bis Monaco gegen einen Zonenwechsel der westlichen Bereiche sprechen.
 

walfreiheit

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Gab es nicht mal Bestrebungen zu so einer "Internetzeit", die immer gleich und ohne Zeitzonen ist?
 

fa66

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"Internetzeit", die immer gleich und ohne Zeitzonen ist
Ein solcher Ansatz entkoppelt dann aber die (angenäherte) »Sonnen«-Zeit von der »Uhr«-Zeit.
Und GMT/UTC ist ja bereits eine solche Zeitangabe.

Scheitern tut sowas nicht an der technischen Praktikabilität, sondern an der menschlichen Komponente. Man müsste erst über einen Zeitraum von vielleicht drei Menschengenerationen (er)lernen, die Uhrzeitangabe nicht mehr mit dem Sonnenlauf in Beziehung zu setzen.

Zwei Generationen Briten haben ja auch erst den Wechsel vom gemischten 20-/12-(/240)er System bei der Währung zum 100er-System verinnerlichen müssen, bevor niemand mehr umzurechnen geneigt war. Oder dass das Pfund, bei uns wegen des Ndt. Bundes immerhin früh mit den revolutionären 500g gleichgesetzt, auch erst ab den 1980er Jahren auch aus dem Sprachgebrauch zu schwinden begann.

Geschweige denn bei den Briten, deren ebenso mittlerweile inoffizielles Pfund, rekursiv über das metrische System als ≈454g definiert, wie die 6½ Kilo Steine, bis heute nicht aus dem Gedankengang verschwunden sind.
 

walfreiheit

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Hi

meinst du die "Erdzeit" .... wenn wir mal zu anderen Galaxien reisen oder andere Planeten besuchen? ;)


Gruß yew
Ein solcher Ansatz entkoppelt dann aber die (angenäherte) »Sonnen«-Zeit von der »Uhr«-Zeit.
Und GMT/UTC ist ja bereits eine solche Zeitangabe.

Scheitern tut sowas nicht an der technischen Praktikabilität, sondern an der menschlichen Komponente. Man müsste erst über einen Zeitraum von vielleicht drei Menschengenerationen (er)lernen, die Uhrzeitangabe nicht mehr mit dem Sonnenlauf in Beziehung zu setzen.

Zwei Generationen Briten haben ja auch erst den Wechsel vom gemischten 20-/12-(/240)er System bei der Währung zum 100er-System verinnerlichen müssen, bevor niemand mehr umzurechnen geneigt war. Oder dass das Pfund, bei uns wegen des Ndt. Bundes immerhin früh mit den revolutionären 500g gleichgesetzt, auch erst ab den 1980er Jahren auch aus dem Sprachgebrauch zu schwinden begann.

Geschweige denn bei den Briten, deren ebenso mittlerweile inoffizielles Pfund, rekursiv über das metrische System als ≈454g definiert, wie die 6½ Kilo Steine, bis heute nicht aus dem Gedankengang verschwunden sind.
Nein, ich meinte solche Bestrebungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Swatch-Internetzeit
 

fa66

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ich meinte solche Bestrebungen:…
An der Entkopplung von »@ Uhrzeit» und Sonnenzeit bzw. Sonnenstand ändert das aber nix.

Und »europazentristisch« ist eine Zeit, die Biel/Bienne als temporalen Nullmeridian nimmt, auch weiterhin, müssten sich halt Andere daran gewöhnen, dass die 0 dort nicht mit Mitternacht und die 500 mit Mittag assoziiert wird.
 

walfreiheit

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Es wird genug Gründe wie diese geben, warum sich das nicht durchgesetzt hat. Ich sehe aber auch viele Vorteile. Wohl wirklich vorwiegend eine Gewöhnungssache.
 

JohnnyE

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Ja, das stimmt wohl. Dennoch finde ich den Ansatz einer einheitlichen Weltzeit spannend.

und ich halte das für einen technokratischen Unsinn.

Wenn ich zum Beispiel mit jemanden telefoniere möchte ich anhand der Urzeit wissen ob bei demjenigen jetzt Vormittag oder Mittag oder Abend ist und nicht erst abstrahieren wie denn der Tageslauf abgeleitet wird.

Denn ein Mensch lebt mit seiner biologischen Uhr und ist entsprechend danach auch entsprechend leistungsfähig.
 

walfreiheit

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und ich halte das für einen technokratischen Unsinn.

Wenn ich zum Beispiel mit jemanden telefonieren möchte ich anhand der Urzeit wissen ob bei demjenigen jetzt Vormittag oder Mittag oder Abend ist und nicht erst abstrahieren wie denn der Tageslauf abgeleitet wird.
Ja, interessanter Einwand. Wobei das wohl eher eine Frage bei ungefragten Anrufen ist. Bei Verabredungen wird man sich ja vorher einigen. Und sonst denke ich auch da, dass es Gewöhnungssache ist. Aber ja, das wäre ein Nachteil.
 

walfreiheit

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Ganz einfach. Man muss nur etwas über 7 Millarden Menschen auf einmal umgewöhnen...
Wie viele Leute in Deutschland rechen noch mit Pfund, obwohl es vor 1076 Jahren abgeschafft wurde?
Ich habe nicht gesagt, dass es einfach wäre oder dass ich es für realistisch halte. Ich finde es nur interessant …
 

Birma

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Und mit der Weltzeit wäre fast überall Sylvester tagsüber!
 

Birma

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Weil der Jahreswechsel dann überall zur gleichen Zeit stattfinden würde
 
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