Wie organisiert ihr euch, damit ihr nicht als Scheinselbstständigkeit geltet?

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  1. Wolfgang2

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    So die Theorie. In der Praxis allerdings führt das eher zum Missbrauch durch die Sozialversicherungsträger zu Lasten des nachträglich für mehrere Jahre rückwirkend erklärten Scheinselbständigen.

    Wollte man wirklich den Selbständigen schützen, dann genügt ein einziger Paragraph in dem gesamten Rechtewerk mit dem Inhalt: Von einer Scheinselsstädigkeit ist nicht mehr auszugehen, wenn das Einkommen der Person oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung liegt.

    Dann wäre in vielen Fällen die Rechtssicherheit automatisch hergestellt.
     
  2. Maulwurfn

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    :D
     
  3. Bremer28259

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    Ich habe den Eindruck, dass Du genau so ein Kandidat ist, vor die die Regelungen betreffend die Eindämmung der Scheinselbständigkeit die Sozialsysteme und den (seriösen) Auftraggeber schützen sollen. Brutto gleich netto und wenn‘s schief geht nach Vater Staat rufen oder sich nachträglich auf Scheinselbständigkeit berufen. Deine Argumentation klingt jedenfalls so.
     
  4. Wolfgang2

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    Nein, das bin ich nicht. Ich bin in der GKV und der Rente geblieben und nicht ins private Lager gewechselt. Mir können die gar nichts. Nur: Auf Grund der diversen Diskussionen habe ich den Eindruck, dass es um das Abkassieren zusätzlicher und eigentlich unnötiger Sozialleistungen geht. Oder glaubst du ernsthaft, dass der "selbständige DHL Auslieferungsfahrer" hier überprüft wird? Die verdienen nichts und da ist dann auch nichts ernsthaftes an Beiträgen zu holen. Von daher interessiert sich für die keiner.
     
  5. MacEnroe

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    Das mit
    Die Arbeitgeber wissen selbst am besten, ob der Beauftragte selbstständig ist oder nicht. Je nachdem, wie sie ihn bezahlen. Ein Bescheid vorab bringt also nichts. Das kann ja mit jeder neuen Beschäftigung wieder ganz anders aussehen.
    Seriöse Auftraggeber bezahlen meine projektbezogenen Rechnungen. Mehr können und müssen Sie nicht machen. Wenn Sie anfangen würden, mich nach Stunden zu bezahlen und mich täglich in ihren Räumen arbeiten lassen, hätten sie ein Problem.
     
  6. Bremer28259

    Bremer28259 Mitglied

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    Na ja, wenn ihr alle so klug seid ...
     
  7. MacEnroe

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    Ich habe dich einfach nicht verstanden. Wenn du als Arbeitgeber seriös bist und den Selbständigen
    normal beauftragst und nicht wie einen Scheinselbständigen, warum brauchst du dann einen Status-
    feststellungsbescheid? Dann weißt du doch selbst am besten, wie die Geschäftsbeziehung ist.
    Ich habe das Gefühl, wir meinen beide etwas ganz anderes, komme aber nicht drauf.
     
  8. Wolfgang2

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    Naja, du glaubst, dass es ausreicht, dass jemand nicht täglich in deinen Räumen arbeitet und du ihn nicht nach Stunden bezahlst, dann ist klar, dass er nicht scheinselbständig ist. Es ist dir aber schon klar, dass der Heizungsbauer, der dann bei dir aufschlägt und 3 Wochen lang die Heizung macht und den Aufwand nach Stunden abrechnet nach deiner Theorie zumindest scheinselbständig ist?

    Dein Problem ist: Du bildest das Problem der Scheinselbständigkeit ab auf dein Modell, dass du dir gebildet hast von dem wie ein Scheinselbsständiger aussehen müsste. Aber nach diesem Modell wäre der Paketauslieferer, der im Auftrag der DHL ein Paket zu Hause abgibt nicht Scheinselbständig. Manche von denen fahren sogar mit einem (eignen?) Auto rum, dass in Polen zugelassen ist. Die werden in der Tat nicht bezahlt nach Stunden, sondern nach abgelieferten Paketen. Und die arbeiten nicht in irgendjemandes Räumen. Und wenn man mal nachrechnet, dann haben viele davon ein ernstes Problem auf den Mindestlohn zu kommen oder sie schaffen es nur deshalb, weil sie auf die Sozialversicherungsbeiträge verzichten. Es gibt also ein anderes Modell bei anderen Teilnehmern hier und die sagen: Die armen Schweine, die keine Möglichkeit haben, irgendwo eine Arbeit zu bekommen, die müssten eigentlich seinselbständig sein, eben weil sie nur aus Verzweiflung selbtständig sind. Und dann gibt es noch ein Modell wie das Meine, das sagt "Die Scheinselbständigkeit ist eine Kampfinstrument um Personen, die überdurchschnittlich gut verdienen in Angestelltenverhältnisse durch einen Verleiher reinzupressen".

    Wichtig ist an der Stelle nicht die persönliche Theorie, sondern genau das, was der Gesetzgeber aus dem Begriff macht. Und meine Erfahrung ist eben mein Modell. Zu den anderen Modellen weiß ich nichts. Ich weiß nicht, ob der Gesetzgeber hier (zum Beispiel bei den Paketzulieferern) Ziele hat, etwas zu erreichen, ich weiß nicht wie gut die angegangen werden und wie erfolgreich. Ich weiß nur: Mein Modell wird konsequent umgesetzt und es führt(e) bei mir dazu, dass ich ganz ausgestiegen bin aus dieser Tätigkeit, also ich habe einmal mitten im Projekt den Ausstieg gemacht, weil die Alternative dazu war nur "Fortsetzung mit deutlich schlechterer Bezahlung".

    Nach allem, was ich über die Scheinselbständigkeit gelernt habe, habe ich inzwischen habe ich den Eindruck, dass du selbst noch nie mit diesen Behörden in Konflikt gekommen bist und eine relativ wage Theorie darüber hast, wie du dich vor solchen Konflikten schützen kannst. Das was du sagst hört sich für mich an wie "Knoblauch hilft gegen Vampire". Es kann sein, dass du Recht hast aber so lange noch kein Vampir vor die geflohen ist ...
     
  9. MacEnroe

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    Wie kommst du auf DHL? Es ging doch um jemanden, den Bremer bzw. ein Arbeitgeber selbst beschäftigt.
    Beschäftige ich etwa den DHL-Mann?
    Nein. Den beschäftigt die DHL. Und die DHL wird doch demnach wissen, wie sie ihn beschäftigt und ob
    das in Scheinselbständigkeit fällt. Wozu also braucht die DHL einen Nachweis für ihre Mitarbeiter, ob sie
    scheinselbständig sind? Darum geht es doch und das leuchtet mir nicht ein.
    Also bitte nicht alles in einen Topf schmeißen.
     
  10. Wolfgang2

    Wolfgang2 Mitglied

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    Es ist ein Beispiel, das zeigt, dass das eigentliche Ziel dieses Scheinselbständigengesetzes nicht erreicht wird. Dabei geht es gar nicht so sehr um speziell DHL, sondern allgemein um Paketzusteller. Viele dieser Fahrer sind selbständig und fahren mit teilweise sogar einem eigenen Fahrzeug die Pakete aus. Trotzdem kommt kein Staatsanwalt und keine Rentenversicherung oder sonstiger auf die Idee, hier tätig zu werden. Warum nicht? - Da ist nix zu holen. Man kann vielleicht noch deren in Polen angemeldete Schrottkarre pfänden und das war es dann.

    Holen kann man nur da etwas, wo jemand in der Nähe von oder sogar oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Und hier wird einfach nur abgeschröpft.
     
  11. MacEnroe

    MacEnroe Mitglied

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    Ja, ok, aber ich hatte ja auf Bremer geantwortet und mich darauf bezogen.
    Trotzdem (in anderem Zusammenhang) interessant, was du schreibst.
     
  12. Wolfgang2

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  13. gishmo

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    Ich habe mir das nicht ausgedacht, sondern der Gesetzgeber. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die DRV bei Schulungstätigkeiten sofort hellhörig wird.
     
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