wie erklär ich´s meinem Kinde...

don.raphael

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Beispiel-Situation:
Kunde bringt Druckdatei mit dunklem Hintergrund aus 4 Farben mit hoher Sättigung = fast Schwarz, darauf eine zarte Schrift in negativ weiß.
Durch ganz normale Passungenauigkeiten im Zeitungsdruck und durch den Punktzuwachs (hohe Sättigung der einzelnen Platten) ist von der Schrift freilich kaum mehr was zu lesen.
Verstanden? Natürlich, versteht jeder, der was damit zu tun hat.
Aber:
Kunde beschwert sich, will Preisnachlass, Anzeigenvertreter kommt zu mir und sucht die Schuld in der Druckvorstufe - o.g. Erklärungsversuch meinerseits fällt jedoch auf dürren Boden, die Damen und Herren können zwar jedem Bauchladenbesitzer eine Anzeige aufschwatzen, die Geheimnisse des Zeitungsdrucks aber werden für sie immer solche bleiben.

Ich will die nächste Sitzung des ADM-Haufens dazu nutzen, auch mit Hilfe medialer Mittel Probleme wie die oben beschriebenen anzusprechen, so daß sie es verstehen, bin aber noch am überlegen, welches das anschaulichste Verfahren sein könnte.

Meine Frage also an Euch:
Wie erklär ich´s meinem Kinde? Hat jemand einen hilfreichen link an der hand, eine Idee, wie ich das narrensicher vermitteln kann?

In tiefer Dankbarkeit,
Don
 

ilja

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Puhhh, ganz schwer ...

Der Fehler liegt IMHO schon beim Kunden, allerdings kenne ich viele Verlage, die bei komplizierten Motiven auch schon mal nachfragen ...

Grüße Ilja
 

Nogger

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Rekonstruiere die Situation mit Kartoffeldruck. Dünnes "I" als Negativ in der Kartoffeldruckplatte ausschneiden, vier Pötte Fingerfarbe, und dann sollen sie mal anfangen mit dem Drucken :)
 

Pauermäck

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kenne mich mit dem zeitungsdruck nicht genau aus, aber gibt es da keinen "gut-zum-druck", auf den man sich beziehen kann? Also einen Entwurf in Rasterpunkte umgewandelt, dass sich Der Kunde ein Bild von dem späteren Ergebniss machen kann?

oder wie funktioniert das im zeitungsdruck?
 

grunert.ch

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Nun, ich habe von dem Thema gar keine Ahnung, aber ich denke mir zumindest, dass bei der Durchlaufzeit für Zeitungen sicherlich im Ablauf keine Zeit für Probeandrucke bleibt. Die Zeitung muss durch die Presse, jede Nacht und da wartet niemand auf den Probeandruck einer einzelnen Anzeige, um sie dann anschliessend mit dem Kunden zu diskutieren.
 

j.edgarhoover

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ich gebe ilja recht. eigentlich sollte man davon ausgehen das in vernüftigen zeitungsverlagen ebenfalls eine druckvorstufe vorhanden ist. da hätte man von netten mitarbeitern mit sicherheit schon einen hinweis bekommen können.
andererseits wenn ein kunde schon eine druckdatei liefert, könnte man direkt aber auch die schuld beim kunden suchen...
 
A

abgemeldeter Benutzer

Bei uns gibt (Zeitung und Akzidenz) gibt es strikte Vorgaben, die jeder Anzeigenvertreter kennt bzw. den Agenturen mitgeteilt wird. Z. B. dass bei uns 100% Schwarz immer nur 98 % ist (frag mich nicht wieso), bestimmte Farben Minumum 10% haben müssen etc. pp.
Inzwischen sind wird auch dazu übergegangen bei Farbanzeigen dem Kunden ein Screen-PDF zu mailen, damit er sehen kann, wie es im Druck aussehen wird.
Ein Anzeigenvertreter muss das aber wissen und die Hintergründe kennen, sonst sollte er Versicherungen verkaufen.
 

Pauermäck

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wir stellen glasdias her für hochleistungs projektoren, beamer, scanner etc. her. gut, dass wir uns da keinen kopp um farbgenauigkeit machen müssen, da es immer abhängig von der lichtleistung, abstand (projektor - wand), umfeldlicht ist.

genaue pantone oder hks farbtöne können aus den o.g. gründen nur 90%ig umgesetzt werden. in den seltensten fällen kömmt es hier zu reklamationen.
 
L

Lynhirr

bömpfmactobi schrieb:
Inzwischen sind wird auch dazu übergegangen bei Farbanzeigen dem Kunden ein Screen-PDF zu mailen, damit er sehen kann, wie es im Druck aussehen wird.

Gute Maßnahme, aber ist das auch annähernd 1:1 mit dem Druck?
 

j.edgarhoover

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@bömpfmactobi:
das mit den 98% hat was mit tonwertzuwächsen und dem saugverhalten des papieres zu tun. aber das zuerklären würde den rahmen sprengen.
 

don.raphael

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HAlt, halt, halt!

Ich wollte eigentlich nur wissen, wie ich einem Laien die Begriffe 4-Farbdruck und Passungenauigkeit anschaulich erklären kann!

Quasi ein Sendungmitdermausgalileowasistwas-Tutorial
 

Nogger

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Wie gesagt: Kartoffeldruck. Bei so einer praktischen Erfahrung werden sie mehr lernen und es sich besser merken (weil es halt ungewöhnlich ist), als bei irgendwelchen Texten zum Thema.
 

don.raphael

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Nogger schrieb:
Wie gesagt: Kartoffeldruck. Bei so einer praktischen Erfahrung werden sie mehr lernen und es sich besser merken (weil es halt ungewöhnlich ist), als bei irgendwelchen Texten zum Thema.

…je länger ich drüber nachdenke, desto besser gefällt mir diese Idee!
 

Al Terego

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Und dabei Löchpapier verwenden, bei dem die Tinte so richtig schön ausblutet.
 

philkan

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Klarsicht Folien

Hallo!

Ich würde es mich Klarsichfolien machen!

Mit touch oder Copic Stiften eine Form Zeichnen und diese dan übereinander legen, damit sich ein Bild daraus ergibt!

Dann zum Kunden sagen:
und dies nun bei 15 000 Umdrehungen 4 x Hintereinander, dies ist eine maschinelle Ungenauigkeit!

Lg slinux
 

macprediger

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Also für mich ist da ganz klar die Schuld bei dem Drucker zu suchen!!!
Jeder "normale" sieht doch dass die Schrift nicht mehr lesbar ist...
Den Versuch von slinux finde ich ganz brauchbar um das zu erklären. Und ist auch nicht so aufwändig!!!

Gruß
 

claudiac

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also, kunde sollte proof beistellen, dies simuliert zwar keinesfalls die punktzunahme im zeitungsdruck - aber der fachmann der die daten und das proof entgegen nimmt kann den kunden auf die zu erwartenden probleme aufmerksam machen. hier kann noch abhilfe geschaffen werden!
von der zeitungsdruckerei ist nicht zu erwarten das dort beim maschinenanlauf probeexemplare gefertig und zur freigabe an kunden geschickt werden und in der zwischenzeit die zeitungsrotation steht bzw neu eingerichtet werden muß.
zeitungspapier (billig) saugt sehr stark (nimmt viel farbe auf). durch die hohe druckleistung (geschwindigkeit) und papier kommt es zu passerdifferenzen (cyan, magenta, tiefe +gelb stehen nicht mehr exakt) - dies sieht man dann als unschärfe (schatten bei schriften) bzw bei kleinen, negativschriften mit serifen besonders arg.
hier schmiert die schrift teilweise zu und ist kaum leserlich.
es wäre sinnvoll von der druckerei ein sheet mit den genauen anforderungen vorab an die kunden weiterzuleiten. gibt es meistens - da steht dann rasterweite zb48er#, highres pdf oder offene daten im format..... usw.
solltest du noch mehr wissen wollen pn schicken
 
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