Warum es so schwer ist, was gegen Neonazis zu machen...

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  1. spoege

    spoege Thread Starter Mitglied

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    Lesenswert für alle, die hier in einigen Threads zum Themen Ostdeutschland und Neonazis diskutiert haben:
    Ein Interview mit der ostdeutschen Band "Virginia jetzt" über ihre Gründe, ein Konzert gegen Neonazis in Mügeln abzubrechen.

    Zitate des Sängers Nino Skrotzki:
    "Ein Zuschauer sagte, weder in Mügeln noch in Sachsen gebe es Fremdenfeindlichkeit. Die Besucher haben applaudiert. Ein junger Mann von einer Organisation für Opfer rechter Gewalt wurde ausgebuht. Die Initiatoren aus dem Ort, die einen offenen Brief verfasst hatten, wurden als Nestbeschmutzer beschimpft."
    "Kürzlich haben wir eine Tour durch Jugendzentren gemacht und gesehen, dass auf dem Land kaum Jugendarbeit stattfindet. Eher werden Ehrenamtlichen Steine in den Weg gelegt. Das ist sicher auch eine Ursache dafür, dass es Jugendliche zu den Rechten zieht."
     
  2. ferrismachtblau

    ferrismachtblau Mitglied

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    Dass es aber auch anders geht, hat sich in Gräfenberg/Oberfranken gezeigt. Das Verwaltungsgericht Bayreuth hatte in Wunsiedel das Verbot für eine Veranstaltung der Nazis zum Todestag von Rudolf Hess in Wunsiedel bestätigt, das Verbot des Landratsamtes Forchheim für Gräfenberg jedoch aufgehoben. 900 Bürger haben daraufhin den Marktplatz zu einem großen Biergarten umgewandelt und sich um 17:00 Uhr - dem Zeitpunkt, an dem die Nazis ihre Kundgebung am Marktplatz durchführen wollten - einfach geweigert zu gehen. Die Polizeiführung hat entschieden, dass es unverhältnismäßig wäre, den Marktplatz zu räumen - genial! Die Braunen sind dann sehr bedröppelt in einer Zufahrtsstraße herumgestanden und dann gegen 20:40 unverrichteter Dinge frustriert abgezogen.

    Wenn sich eine Vielzahl an Leuten zusammenschließen, geht auch was. Dass es im Osten auf Grund vieler Faktoren (Arbeitslosigkeit und keine Perspektive) zu einer Stärkung der Nazis kommt, ist leider nur zu verständlich, denn das einfache Programm kommt gerade bei diesen Leuten an, die sich von der derzeitigen Politik im Stich gelassen fühlen.

    Dass sich im Osten aber trotzdem etwas tut, zeigt sich z. B. auf www.apfelfront.de - (Nein, das ist keine Vereinigung der Mac-User ;-))

    Die Jungs führen die dumpfen Parolen der Nazis vor und machen sie lächerlich. Einfach klasse.

    Only my 2 cents, Frank
     
  3. s.bach

    s.bach Mitglied

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    Was will man denn machen? Da vermöbeln paar Nazis frühlich paar Ausländer und das ganze Dorf sagt: Ne, da war nichts. Und wenn man was gegen die Nasen machen will ist man selbst der Buhmann. Wenn man mich fragt sollte man die Methode aus dem Simpsonsfilm anwenden. "Isch nähm die Nummär dree"
     
  4. nani74

    nani74 Mitglied

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    In Köln heißt das "Angst vor Überfremdung"...und wie freu ich mich auf den Karneval, wenn hier auch der letzte Jeck wieder röhrt:" So simmer all hierher jekumme..."
     
  5. Kevin Delaney

    Kevin Delaney Mitglied

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    nur was? das ist doch nichts neues. wo Kultur aus Zeltfesten besteht, und man mit anderem keine Chance hat, bzw. einem Steine in den Weg gelegt werden, ist es klar, dass sowas passiert. erst alleingelassen, dann Arbeitslos. feines Leben.

    Ist nicht nur in Ostdeutschland so.
     
  6. spoege

    spoege Thread Starter Mitglied

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    In Schneverdingen sind die Dinge letztes Wochenende etwas anders gelaufen:
    Zu einem Volkslauf des örtlichen Sportvereins hatten auch Neonazis gemeldet. Der Vorstand wollte sie nicht ausladen, immerhin hat ihnen aber der Vorsitzende gesagt, sie müssten beim Lauf ihr T-Shirt mit Neonazis-Parolen ausziehen. Sonst dürften sie nicht mitlaufen.
    Quelle: NDR
    "Im Zieleinlauf zogen die "Snevern Jungs" ihr T-Shirt mit der verkappten Holocaust-Leugnung wieder an. Auch ihre Ankunft wurde beklatscht."

    Aber die Lüneburger Heide war schon immer eher ein Sumpf.
     
  7. nio

    nio Mitglied

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    Hm.

    Solange Neonazis wegen "Landfriedensbruch" auf ein paar Euro fuenfzig verklagt werden, ist die Frage, was man dagegen machen kann, hinfaellig. Mir geht auch total diese Einstellung "Ist schon schlimm, aber die Leute haben kein Geld und keine Arbeit"-Verstaendnisgebrabbel auf den Sack - fuer solche Aktionen gibt es kein Motiv und kann es kein Verstaendnis geben.
    Letzten Freitag ist meine Garage mitsamt Motorrad ausgebrannt. Vermutlich ein Kurzschluss in der Leitung. Und - geh ich jetzt los und pruegel auf die Araber hier im Viertel ein?

    Laecherlich.
     
  8. Was sollte man gegen Neonazis ausrichten, solange die ihre tiefbraune Soße ungehindert selbst über eine Massenplattform wie Youtube verbreiten können, damit sie auch noch die allergrößten Hohlköpfe erreichen?
     
  9. ferrismachtblau

    ferrismachtblau Mitglied

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    Ich sag's mal mit einem Auszug aus einem Lied von Klaus Hoffmann, "Die Mittelmäßigkeit":

    bisher habe ich mich noch nie
    geäußert über Politik
    wollte nie beteiligt sein, zog mit jedem mit
    doch sie sagen, mein Schweigen
    bringt vieles Schlimmes ein
    es verhilft, dass andre noch viel lauter schrein

    Genau das trifft es. Nichts sagen oder nicht zeigen, dass man mit dem braunen Gesockse nicht einverstanden ist, heißt wegschauen und tolerieren. Gräfenberg war für mich das Musterbeispiel, was von "normalen" Bürgern machbar ist. Interessanter Weise waren nur wenige Autonome vor Ort, 99 Prozent waren Einwohner von Gräfenberg und Umgebung, die deutlich gezeigt haben, dass die Stadt - auch wenn dies im Rahmen des Versammlungsrechts vom VG anders gesehen wurde - keinen Platz für Nazis bietet.

    Das ist das, was du machen kannst.

    Gruß Frank
     
  10. spoege

    spoege Thread Starter Mitglied

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    Dazu muss aber eine gewisse kritische Masse vorhanden sein. Die fehlt in vielen Provinzorten leider, speziell im Osten.
    Wenn ein großer Teil der Bevölkerung sogar noch heimliche oder offene Sympathien für die hegt, spüren die das natürlich genau und trumpfen entsprechend auf.
    Da wird es dann sehr gefährlich, sich gegen Neonazis zu stellen, weil man damit alleine bleibt.

    Ich habe großes Verständnis dafür, wenn jemand schlicht Angst hat, denn man muss sich gegen Typen wehren, die meistens schwer und brutal sind.
     
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