Vertauen zu ängstlichem Hund aufbauen

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  1. aXiEd

    aXiEd Thread Starter Mitglied

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    Hallo Leute!

    Meine Freundin hat gestern ihren Hund bekommen. Er ist 6 Monate alt und kommt aus Tunesien, wo er auf der Straße geboren wurde und anschließend in ein Tierheim kam.
    Ich weiß nicht ob er schlecht behandelt wurde im Heim, oder ob ihm einfach die Erfahrung mit Menschen fehlt, jedenfalls ist er sehr ängstlich, geht immer weg wenn man sich im langsam nähert, frisst kein Leckerli oder sonst was. Streicheln lässt er sich zwar, wenn man es mal schafft an ihn zu kommen, dennoch hat er auch dann Angst.

    Wie kann man zu so einem Hund vertrauen aufbauen, damit er nicht mehr so ängstlich ist?
    Gestern Abend ging es zwar schon besser, da er das Zimmer meiner Freundin erkundet hat und er ihr mittlerweile sogar aus der Hand frisst. Er hat letzte Nacht auch bei meiner Freundin im Zimmer geschlafen (Tür war offen, um ihm zu zeigen dass er nicht gefangen ist), war das eine gute Idee?

    Was habt ihr noch für Tipps?
     
  2. ziska

    ziska Mitglied

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    Fragt doch mal bei euch im Tierheim nach, die kennen sich mit sowas bestimmt aus.
     
  3. Difool

    Difool Super Moderator

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    Deine Freundin sollte sich über Hundehaltung informieren.

    Lasst dem kleinen Stromer Zeit sich an die neue Lebensumgebung zu gewöhnen.
    Strassenhunde gehören, in den meisten Ländern, nicht zu den beliebtesten Kreaturen
    und werden dort dem entsprechend behandelt.
    Ab Geburt.

    Wenn er denn schon komplett entwurmt und geimpft worden ist, sollte sie
    sich viel Zeit für ihn nehmen und ggf. bald eine "Hundewelpenschule" mit ihm besuchen, zwecks Sozialverhalten.

    Ansonsten empfehle ich Literatur und Austausch. :)
    Schon alleine, um ihm beizubringen, dass er nicht alles von der Strasse fressen soll.
     
  4. Da er noch sehr jung ist wird sich das ganze relativ schnell bessern.
    Wirklich ganz simpel: Gib ihm viel Zeit. Keinen Druck, keinen Versuch aktiv auf ihn zu zugehen um zu streicheln. Nie von oben herab auf den ängstlichen Hund zugehen, sondern runter in die Knie wenn du ihn anfassen möchtest. Übrigens mögen es Hunde normalerweise nicht so gerne am Kopf gestreichelt zu werden, sie akzeptieren es dann wenn sie Vertrauen zu ihren Besitzer haben.
    Hinsetzen, hand mit Leckerli auslegen und mal warten ob er kommt. Stück für Stück dann mal mit dieser Hand leicht berühren bis er merkt dass dies angenehm ist. Ich weiss, die kleinen würde man am liebsten gleich knuddeln, aber warte noch a bisserl.
    Noch etwas: Spezielle Hundeschule für den Kleinen wäre später sicherlich optimal wenn er mit anderen Junghunden Kontakt aufnimmt.
     
  5. Ich würd mal in den Gelben Seiten nach ner Hundeschule gucken.

    Auf gar keinen Fall sollte man den Hund jetzt verhätscheln ala "Ach, der ist aber so ängstlich".
    Der braucht keine Amme, sondern einen Rudelführer, bei dem er weiß, wo er dran ist.
    Klare Regeln von Anfang an, viel Lob, richtig getimter Tadel (innerhalb von 5 Sekunden), und Geduld!!!

    Und halt ne Hundeschule :)

    mfg
    Lukas
     
  6. Multe

    Multe Mitglied

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    Tiere sind die besseren Menschen.

    Ich würde ihn so behandeln, wie Du behandelt werden wolltest wenn Du Angst hast.
    Er ist kleiner als Du, deswegen vermeide Situationen, in dem Du mit der Größe Angst verbreitest.

    Ich selber habe keinen Hund und hatte auch keinen, ich hab 2 Katzen, das sollte egal sein. Ich denke aber Vertrauen schafft man mit viel Geduld und Zeit. Schnell wird da nix gehen.
    Behandel ihn gut und das wird, vermute ich.

    Gruß Malte
     
  7. Nicoletto

    Nicoletto Mitglied

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    leg dich doch einfach mal auf den Fußboden und lass ihn Dich erkunden,
    er sollte sich dabei nicht beobachtet vorkommen oder so....

    *schnupper-schnupper*
     
  8. Das mach bitte nicht, denn ein Hund ist kein Mensch. Ein Baby oder Kleinkind kann man in ängstliche Situationen auf den Arm nehmen. Bei Hunden wäre es komplett falsch. Du musst dort Stärke zeigen und zeigen wo es lang geht, damit weiss er dass du keine Angst hast und er dir vertraut. Ansonsten würdest du seine Angst nur verstärken weil du sie ihm bestätigst.
    Tiere sind ein wichtiger Teil einer Familie, aber sie sind keine Menschen.
     
  9. aXiEd

    aXiEd Thread Starter Mitglied

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    Wenn ich auf ihn zugehe, dann so im Sitzen sozusagen, damit er mich immer ganz im Blick hat.
    Dass sie es nicht mögen am Kopf gestreichelt zu werden wusste ich bisher nicht!
    Was das mit dem Leckerli angeht, das haben wir teils schon so gemacht. ;)

    Gimpft etc. ist er schon, und das mit der Schule ist eine gute Idee!

    Wir starren auch nicht dauernd auf ihn, sondern lassen ihn tun was er tun will, und sind einfach "da", so dass er merkt dass wir ihm nichts tun.
     
  10. kadok

    kadok Mitglied

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  11. Multe

    Multe Mitglied

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    Ok, da hab ich mich falsch ausgedrückt.
    In den Arm sollte man ihn nicht nehmen, das ist sogarr mir klar. Ich meinte damit eher hektische Bewegungen vermeiden, nicht laut rufen, wenn er in Deiner Nähe ist und sowas. Zumindest bis er sich eingewöhnt hat.
    Thema Hundeschule würde ich auch mit einem Hund anstreben.
    Mit "besseren" Menschen" meinte ich das sie ähnlich wie "wir" Angst haben (aber ehrlicher sind, ok jetzt gehts zu weit ;) ).
    Gruß Malte
     
  12. marniepulation

    marniepulation Mitglied

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    Wenn Du unsicher bist, ist es der Hund auch. Wenn Du Angst hast etwas falsch zu machen, dann merkt er das.
    Ich habe selber vor einigen Monaten in Spanien einen Strassenhund aufgenommen. Er war erst 8 Wochen alt, aber auch sehr aengstlich.
    Er muss vertrauen gewinnen. Wie, das ist von Hund zu Hund unterschiedlich. War er schonmal mit andern Hunden zusammen? Ich wuerde ihn nicht bei naechster Gelegheit in die Welpenschule bringen und zwischen moeglicherweisen viel wilderen Welpen oder Junghunden laufen lassen. Informier Dich bei einer Hundeschule. Stelle den Hund vor, die wissen idR was am besten zu tun ist.
    Achte darauf, immer ruhig aber sicher mit ihm zu Reden. Kein "kutschibutischi mausi schatzi" aber ruhig und liebevoll. Auch wenn Du nicht mit ihm sprichst, sondern telefonierst oder mit Deiner Freundin sprichst hoert er Dich und Dir zu.
    Also nicht streiten! Tut auch euch beiden gut :)

    Er ist noch jung, mach Dir keine Sorgen, da ist er noch "formbar".
    Nur versucht es ohne Erfahrung nicht alleine. Allein von Luft und Liebe vegeht kein Hunger und auch keine Angst.
     
  13. :hehehe: Bei so etwas krieg ich auch immer die Krise wenn ich dies sehe, Hunde sind oft Ersatz für eigene Kinder
     
  14. aXiEd

    aXiEd Thread Starter Mitglied

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    Da hast du sicher Recht! Ich werde nachher mit meiner Freundin mal über eine Hundeschule reden und wie wir das finanzieren. :)
     
  15. marniepulation

    marniepulation Mitglied

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    Ach was mir noch einfaellt.
    Es haben hier ja schon einige gesagt, dass der Hund wissen muss, wo es lang geht. Dazu gehoert auch, dass ihr veruscht eine klare Linie aufzubauen. Essenzeiten festlegen, dass er regelmaessig essen kann. Vielleicht am Anfang nicht immmer neue Spazierwege ausprobieren. Je kleiner ihr das Leben des Hundet am Anfang haltet, umso einfacher ist es fuer ihne Sicherheit und damit auch vertrauen aufzubauen. Er braucht eine eigene "Ecke" . SEIN Koerpchen, am besten auch wirklich in einer Ecke, wo er ruhe haben kann, wo er sich zurueckziehen kann aber den Ueberblick trotzdem behalten kann. Decken oder Bezuege nciht zu oft waschen, dann riechts ja doch immer wieder neu.

    Viel Glueck
     
  16. tapatim

    tapatim Mitglied

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    das wichtigste ist zeit, ruhe und geduld! stimmungsübertragung ist ein wichtiges hilfsmittel in der hundeerziehung (und nicht nur dort *lach*)
    nicht ihr solltet euch dem hund nähern, sondern er euch! und das wird immer häufiger geschehen.
    er muß erst einmal seinen neue ergebung erkunden und vertrauen aufbauen. also fordert zunächst keine zuneigung von ihm, sondern gebt sie ihm dann, wenn er zu euch kommt.
    ganz wichtig ist es, wenn er sich so ängstlich zeigt, ihm keine tröstenden worte zu geben.
    also auf keinen fall beruhigend auf ihn einreden oder ihn gar streicheln. der inhalt eurer worte kommt beim verängstigten welpen nicht an, nur der mitleidige bedauernde tonfall. und was erreicht ihr damit - das genaue gegenteil von dem was ihr mit den tröstungsversuchen wolltet. der hund fühlt sich in seiner ängstlichkeit gelobt und verstärkt möglicherweise sein verhalten.
    so schwer es ist: ihr solltet darauf nicht reagieren! gelassenheit zeigen. ihr als rudelführer müßt euerem hund das gefühl vermitteln: es ist alles in ordnung! einfach stehen bleiben bis der hund entspannt und sogar vielleicht neugierig von sich aus kommt. nicht die situation verlassen, solange der hund noch angst hat. entspannt er sich bekommt er ein leckerchen - ohne stimme. nimmt er es nicht einfach vor ihn hinlegen und weggehen.
    in ein oder zwei wochen sieht das ganze schon anders aus, da bin ich mir sicher

    im prinzip braucht er viel zweisamkeit und/aber auch viele soziale kontakte zu seinen artgenossen. das wird ihn entspannen unter seinesgleichen sein zu können.
    also hundeschule ist in jedem fall angesagt. auch weil ihr zum ersten mal hundehalter seid. gute hundeschulen bieten spielstunden an, insbesondere für welpen. aber seht sie euch vorher an. nicht jede hundeschule ist gleich. viele schäferhundeverein bieten auch hundeerziehungskurse an, die ich nicht alle empfehlen könnte, mal in meiner umgebung. das wird bei euch nicht anders sein.

    ich empfehle euch ein buch. die autorinnen waren meine lehrer in der hundeschule. dort wurde nur mit positiver verstärkung gearbeitet.

    viel spaß mit euerem kleinen racker! es wird werden, keine angst.
     
  17. deal-attack

    deal-attack Mitglied

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    leberwurst ist dein freund =)
     
  18. Julia-DD

    Julia-DD Mitglied

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    Konsequenz ist sehr wichtig für den Hund. Dabei meine ich nicht Strenge, sondern dass ihr klare Regeln habt, die jetzt aufgestellt werden und sich auch nicht ändern. Dazu gehört beispielsweise, ob ihr es dem Hund später auch erlauben wollt, im Schlafzimmer zu schlafen. Gewöhnt er sich einmal daran, dass er das darf, ist es für ihn verwirrend und verängstigend, wenn er es auf einmal nicht darf.
    Auch bestimmte Kommandos muss er gleich von Anfang an beachten lernen, denn so lernt er, was er machen darf und das gibt ihm Sicherheit. Er wird mit der Zeit seine Grenzen erkennen und sich wohlfühlen, wenn er weiß, bis wohin er gehen darf (in jedem Sinne).

    Und eine Hunde- bzw. Welpenschule ist eine sehr gute Idee, denn oftmals fällt es dem Hundebsitzer selbst nicht auf, wenn er Fehler macht und die Profis können wertvolle Tips geben.

    Viel Erfolg und viel Spaß mit eurem Vierbeiner :)

    Julia
     
  19. freeskydiver

    freeskydiver Mitglied

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    Sehr richtig. Er muss klar und !unmissverständlich! wissen wo sein Platz in der Familie ist. Und dieser ist ganz hinten nach jedem anderem Familienmitglied! Und keine Angst das ist auch genau das was er will. Natürlich wird er zum austesten, wo er in der Rangordung steht auch diese mal Versuchen zu durchbrechen. Wie oben steht wird er am schnellsten Vertrauen zu Dir fassen wenn man ihn ordentlich aber mit 100% Bestimmtheit behandelt. Wichtig ist auch deine eigene Selbstsicherheit.
    Wenn ich unsicher bin merkt es mein Hund und unter Umständen wird dann irgendwer erstmal angebellt weil er sich denkt auf meinen "Rudelführer" kann ich mich im Moment wohl nicht verlassen.
    Wir haben ein wirklichen "Problemhund" daher weis ich wovon ich rede ;) ...leider ...aber es macht auch Spass mit solchen Tieren zu arbeiten.
    Mittlerweile (sie wird 4 Jahre) ist Sie super.... Wobei man natürlich ganz klar die Rassen unterscheiden muss... Ein Schäferhund z.B wird immer ein wenig "bewachen" wollen ;) oder sagen wir viel eher wie ein Dackel ;)

    das ist der Meinige ;)
     
  20. Ich bin selbst zweifacher Hundehalter (2 Appenzeller Sennenhunde), und vertrete die Meinung, dass bei Junghunden eine Hundeschule absolute Pflicht ist. Vor Allem dann, wenn man selbst noch nicht so erfahren in der Erziehung von Hunden ist.

    Was meine Vorredner gesagt haben, kann ich 100%ig unterstreichen, vor Allem, dass man den Vierbeiner nicht vermenschlichen sollte. Ein Hund "tickt" einfach in gewissen Denkweisen anders als der Mensch.

    Man sollte auch nicht vergessen, dass es nicht zwingend sein muss, dass der Hund geschlagen wurde. Es ist durchaus möglich, dass er als Strassenhund einfach zu wenig Kontakt zu Menschen gehabt hatte, und er den Mensch als solches einfach erst kennenlernen muss.

    Eines ist klar: Um ein Vertrauensverhältnis zu einem Tier aufzubauen braucht es viel Zeit. Ihr habt aber aller Wahrscheinlichkeit nach den Vorteil, dass euer Wauwau noch sehr jung ist, und die Verhaltensweisen desselben noch nicht so sehr festgefahren sind...

    Ich wünsche euch beiden alles gute mit eurem neuen Familienmitglied und drücke euch die Daumen. Wenn ihr euch richtig damit beschäftigt gewinnt ihr sicherlich einen guten Freund...

    Grüsse, Steven

    PS: Wenn sich der Hund auf den Rücken legt, ist das ein Zeichen der Unterwürfigkeit. Viele Hundehalter deuten dies jedoch als Zeichen a la: Kraul mich am Bauch...
     
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