Sind Kunden in den USA wirklich Könige?

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flieger

Zwischenzeitlich liest man hier, dass der Kundenservice in den USA außerordentlich gut sei. Deutschland sei wiederum häufig eine Servicewüste. Ich frage mich, ob es sich bei dieser Betrachtung um reine Schwarz-Weiß-Seherei handelt, oder ob sich dieser Eindruck bestätigen lässt.

Wie sind eure Erfahrungen? Im Florida-Urlaub hatte ich bei den Busfahrern im ÖPNV das Gefühl, dass die mich überhaupt nicht ernst nehmen und immer mies gelaunt sind. In der Shopping-Mall war ich hingegen angenehm überrascht, das man die Sachen nicht selbst bis zum Auto schleppen musste und der Laden zudem auch noch kurz vor Mitternacht geöffnet war…
 

Audiodynamic

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Als ich in New York war und einkaufen war, egal wo, da ist der Kunde KÖNIG. Manchmal kam es mir so vor, als wöllten sie förmlich in den Arschkriechen. Der Service ist in den USA 1.Klasse. Wenn wir das hier auch hätten, dann wären die Läden wohl nich so lehr. Zudem macht´s dort mehr spaß weil die Preise nich so überzogen sind
 
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Macs Pain

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flieger schrieb:
Wie sind eure Erfahrungen? Im Florida-Urlaub hatte ich bei den Busfahrern im ÖPNV das Gefühl, dass die mich überhaupt nicht ernst nehmen und immer mies gelaunt sind. In der Shopping-Mall war ich hingegen angenehm überrascht, das man die Sachen nicht selbst bis zum Auto schleppen musste und der Laden zudem auch noch kurz vor Mitternacht geöffnet war…

Ja genau. Is nicht alles schlecht bei den Amis. ;)

Paper or plastic? :D
 

bebo

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Service in den USA ist gar nicht vergleichbar mit dem in Deutschland. Nicht nur die vielen Tütenpackerassistenten, die sie sich durch niedrigere Lohnkosten leisten können, nein auch die Mentalität ist besser. Sie sind sehr höflich und setzen sich immer voll für den Kunden ein, der vor ihnen steht. Im Apple Store Santa Monica ist das sehr extrem. Da war es mir fast peinlich, so haben die sich um mich gekümmert... :)
 

Coati

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In den Bussen sind die Fahrer oft übel drauf.. gerade in New York oder LA etc..

Wehe man hat kein abgezähltes Kleingeld, dann is was los.
 

traxx110

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Man hat hierzulande schon keine Lust mehr in die Geschäfte zu gehen,
der Service und die Kundenfreundlichkeit ist in Deutschland wirklich nicht berauschend.

Aber es gibt zum Glück noch Ausnahmen, aber die sind wirklich selten.
 

avalon

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Immer wenn ich von drüben zurückkomme, kriege ich Würgegefühle,
einmal an der Tanke :D und in jedem Geschäft.

Da können die sich hier aber was abschneiden.
Ich habe bis jetzt noch keinen unfreundlichen Verkäufer in den USA erlebt.

Hier hast du das Gefühl ein Parasit zu sein, den man schnell wieder loswerden möchte.
 

Magicq99

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In bestimmten Bereichen, wie z.B. der Gastronomie, sind die Angestellten auch vom Trinkgeld abhängig. Deshalb geben sie sich beim Verhalten gegenüber den Kunden auch viel mehr Mühe.
 

Monk

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In der ersten Woche hier habe ich folgenden Satz von einem Geschaeftsmann gehoert. Trifft meiner Meinung nach den Kern des Themas ziemlich gut:

'Money talks, shit walks."

Und hier in NY kann es einem auch nur zu gut passieren, dass man mit dem herzhaften aggressiven Schrei --> 'NEXT" aufgefordert wird nun endlich seine Bestellung abzugeben. Beim ersten Mal habe ich fast fluchtartig den Laden verlassen :)

Insbesondere in Restaurats bin ich hier jedoch im Schnitt sehr viel aufmerksamer bedient worden als in Europa. Jedoch kann man das auf keinen Fall verallgemeinern. Je hoeher die Rechnung, um so besser der Service. Das wird in Deutschland auch nicht anders sein, oder?

Angenehm sind hier auf jeden Fall die kleinen Dienstleistungen. Wie zum Beispiel kostenlose Lieferung der Lebensmittel vom Supermarkt oder auch von Elektrogeraeten. Jedoch darf man nicht vergessen, dass diese bei einem Mindestlohn von unter $5 erbracht werden. Das heisst, da quaelt sich jemand zu Fuss bei einer Temperatur von 40 Grad Celsius und 95% Luftfeuchte zu Fuss mit Handkarren durch die Stadt, um mir meine Lebensmittel oder auch Pizza zu bringen.

Servicewueste (Deutschland) hin oder her, man sollte immer ueberdenken aufgrund welcher Umstaende einem die Tueten so dermassen freundlich im Supermarkt gepackt werden. Nicht selten sind es Menschen, welche mit mehr als 2 Jobs versuchen ueber die Runden zu kommen.

Nicht falls verstehen, ich fuehle mich hier sehr wohl und finde den Umgang hier sehr viel direkter und pragmatischer. Es hat eben immer mehr als eine Seite der Betrachtung.


In diesem Sinne,

Monk
 

dirk2106

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Ich war 2004 in Kalifornien und ich muss sagen mir ist die Freundlichkeit der Menschen (nicht nur der die einem was verkaufen wollen) aufgefallen. Das kommt natürlich auch daher, dass in manchen Läden Kunden die Verkäufer bewerten können und bei schlechten Bewertungen auch mal schnell jemand gefeuert werden kann (hire and fire). Natürlich erwarten viele dieser hilfsbereiten Menschen auch eine kleine Gegenleistung (Trinkgeld) aber ich denke wenn ich dafür umso freundlicher und zuvorkommender bedient werde ist das mir auch ein oder zwei Dollar wert.

Dirk
 
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flieger

Monk schrieb:
Je hoeher die Rechnung, um so besser der Service. Das wird in Deutschland auch nicht anders sein, oder?

Jedoch darf man nicht vergessen, dass diese bei einem Mindestlohn von unter $5 erbracht werden. Das heisst, da quaelt sich jemand zu Fuss bei einer Temperatur von 40 Grad Celsius und 95% Luftfeuchte zu Fuss mit Handkarren durch die Stadt, um mir meine Lebensmittel oder auch Pizza zu bringen.

Servicewueste (Deutschland) hin oder her, man sollte immer ueberdenken aufgrund welcher Umstaende einem die Tueten so dermassen freundlich im Supermarkt gepackt werden. Nicht selten sind es Menschen, welche mit mehr als 2 Jobs versuchen ueber die Runden zu kommen.

Das ist eine wirklich hilfreiche und differenzierte Betrachtungsweise. Vielen Dank für die Infos vom Ort des Geschehens ;->. So ähnlich war nämlich auch mein bisheriger Eindruck, obwohl ich kein besonders guter USA-Kenner bin. Serviceorientierung ist wohl immer eine Frage des Outputs – und bei geringen Lohnkosten auch des Inputs.
 

bebo

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Oliver-Michael schrieb:
Wehe man hat kein abgezähltes Kleingeld, dann is was los.

Das hat aber nichts mit der Mentalität zu tun, sondern mit der Angst überfallen zu werden. In LA steckt man das Geld passend in die Kasse, wo es überfallsicher verwahrt wird. Der Fahrer hat gar kein Wechselgeld, wodurch auch die dümmsten wissen, dass es nichts zu holen gibt.
 
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flieger

bebo schrieb:
Das hat aber nichts mit der Mentalität zu tun, sondern mit der Angst überfallen zu werden. In LA steckt man das Geld passend in die Kasse, wo es überfallsicher verwahrt wird. Der Fahrer hat gar kein Wechselgeld, wodurch auch die dümmsten wissen, dass es nichts zu holen gibt.

Das sind vielleicht Zustände!
 

amu9

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Man ist in den USA als Kunde genauso gut König wie in Deutschland auch. Die vermeintliche Kundenfreundlichkeit die hier existiert ist vielmehr eine typisch-amerikanische Oberflächlichkeit. Den interessiert es nicht wirklich, wie es einem geht, wenn man danach gefragt wird. Zudem kommt es darauf an, an wen man gerät. Das ist hier genauso wie in Deutschland.
Und die Leute, die einen den Einkauf ins Auto bringen, bekommen ja nur tip, die müssen freundlich sein. Wenn ich in der commissary einkaufe, sind das meisten Schüler&Rentner, die sich was dazu verdienen.
My two cents.
 

Flupp

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Der Ami ist aussen höflich, kann dich aber skruppellos abservieren! (z.B. Guantanamo)
Das liegt daran dass die Sklaverei noch nicht abgeschaft wurde, es heisst nur "Hire and Fire" und zeigt sich in der Abhänigkeit vom Trinkgeld.
Da lobe ich mir das hier "übliche" Trinkgeld, also das grosszügige Aufrunden auf einen geraden Wert.

Ja ja, der Bussfahrer in Miami war so ein Arsch, ich wollte nur wissen, wo man die Monatsabos kaufen kann. Aber der wusste das nicht mal!
Anderer seits müssen die auch freundlich sein, da soviele eine Waffe rumtragen...

Und Umweltschutz ist auch ein Fremdwort: Im Supermarkt wollen die einfach nicht begreifen, dass ich keine Pastiktüte will, da ich einen Rucksack habe! (Kyoto...)

Ich kenne deren dunkle Seite gut, da der Ami in Geographie eine Wildsau ist, ich sagte "Switzerland" aber die meisten kennen nur "Swaziland" und dachten ich sei ein Schwarzer und waren auch etsprechend pampig! Auch der Zusatz "Switzerland in Europe" machte keinen Unterschied, da keine Ahnung.
Also als (vermeindlich) Schwarzer hat man es echt nicht leicht !
 
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