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Rechtsextremismus durch Arbeitslosigkeit?

Dieses Thema im Forum "MacUser Bar" wurde erstellt von blacksy, 09.02.2005.

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Mehr Wählerstimmen für die NPD durch Rekordarbeitslosigkeit?

  1. Die Politik von SPD/Grüne ist definitiv für die Erfolge der NPD verantwortlich!

    25 Stimme(n)
    25,8%
  2. Stoiber leidet offenbar unter Realitätsverlust. Das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun!

    68 Stimme(n)
    70,1%
  3. Ich hab dazu keine Meinung. Das Ganze interessiert mich kaum bis garnicht.

    4 Stimme(n)
    4,1%
  1. blacksy

    blacksy Thread Starter MacUser Mitglied

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    Stoiber genießt aktuell ja durch seine sehr kontroverse Aussage reichlich Medienpräsenz. Wer's nicht mitbekommen hat:

    Nachdem CSU-Chef Stoiber die Politik von Kanzler Schröder für die Erfolge der NPD verantwortlich gemacht hat, meldet sich jetzt erstmals der Regierungschef selbst zu Wort: Der bayerische Ministerpräsident leide offenbar unter Realitätsverlust, befand Schröder. Die Union hielt der SPD dagegen Scheinheiligkeit in der Debatte um Rechtsextremismus vor.

    Was haltet ihr davon? Wem stimmt ihr zu, mit wem Teilt ihr die Meinung absolut nicht? Das würde mich echt einmal interessieren.




    Ich persönlich denke, dass Stoiber so ziemlich in's Schwarze getroffen hat. Dass der Rechtsextremismus nach dem zweiten Weltkrieg "einfach so" oder durch mangelnde Aufklärung einen "zweiten Boom" bekommt, kann ich mir, selbst als Ausländer, kaum vorstellen. Die Judenverfolgung und die Greueltaten von Hitler und seinem Gefolge sind auch nach 60 Jahren noch überaus präsent, sowohl in den Medien als auch in den Köpfen der Menschen.

    Auch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Merhheit der NPD-Wähler tatsächlich hinter den Prinzipien der Partei steht. Ich denke viel eher, dass die Bevölkerung ihrem Unmut über die Regierung und die augenscheinlich ständig negativen Auswirkungen ihrer Politik auf irgend eine Art und Weise Luft machen wollten. Lieber anstelle von Schröder Merkel wählen? Vom Regen in die Traufe.

    In einem etwas älteren Spiegel-Reportage über ein Städchen mit übermäßig hoher NPD-Wählerschaft erklang ein unerwarteter Tenor: Kaum einer glaubte, dass die NPD irgend etwas bewirken kann, dass die Politik der NPD in irgend einer Hinsicht sinnvoll oder von Erfolg gekrönt sein wird. Doch vielleicht ist es für die Regierung ein Denkzettel. NPD zu wählen ist natürlich elendig drastisch, und man gibt den Rechtsextremen eine Macht, die ihnen im Grunde garnicht zusteht, aber NPD wählen heißt wohl für die meisten in erster Linie "Protest wählen", völlig ungeachtet der Gefahren. Denn natürlich ist der Feind meines Feindes nicht zwangsläufig mein Freund.

    Wie auch immer. Meine persönliche Einschätzung ist, dass Stoiber deutlich im Recht ist. Die Regierung macht meines Erachtens einen Fehler, wenn sie die aufstarkende NPD auf "aufkeimenden Rechtsextremismus" reduziert, und den Fehler nicht einmal annähernd in der eigenen Politik sucht.

    "Tatsache ist, dass ungelöste politische Probleme immer die Extremen stärken und hier ganz besonders die NPD". "Dass die jetzige Rekordarbeitslosigkeit für radikale Gesinnung ein fruchtbarer Boden ist, kann doch niemand ernsthaft bestreiten."
     
  2. ippocampo

    ippocampo MacUser Mitglied

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    Ich kann nur sagen, lest das Buch "Hitlers Wien" von Brigitte Hamann.
    Dann versteht man viel besser wie jemand wie Hilter an die Macht kommen konnte. Sowas ist viel zu komplex um es auf solche Aussagen zu reduzieren !!
     
  3. Dr. Snuggles

    Dr. Snuggles MacUser Mitglied

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    Ein heißes Eisen das du anpackst. Ich werfe einfach mal meine Gedanken in den Raum. Wenn es einem Land und dessen Bevölkerung schlecht geht, suchen einige einen Sündenbock. Dafür eignen sich Ausländer sehr gut da sie eine Minderheit sind und anderst (Aussehen und Kultur). Vor Fremdem sind Menschen Anfangs oft Misstrauisch somit fallen solche Beschuldigungen, leider, sehr schnell auf fruchtbare Boden.
    Deutschland geht es aktuell schlecht, wer daran Schuld hat weiß ich nicht. Wobei ich mir aber sicher bin ist, dass es nicht einen Schuldigen gibt. Sprich die aktuelle Regierung alleine ist es nicht, sie trifft eher genau soviel/sowenig Schuld wie z.B die Macher der Werbung Geiz ist Geil;).

    Und trotz allem bin ich der Meinung Deutschland geht es nicht so Schlecht wie uns einige Glaubend machen wollen;)
     
  4. stadtkind

    stadtkind MacUser Mitglied

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    Die aktuelle Situation kann durchaus rechtsextreme Tendenzen begünstigen, allein dafür verantwortlich kann sie aber nicht sein. Und das nun eine einzige Regierung der Buhmann sein soll, zeugt, wie bereits andere sagten, von einem Realitätsverlust einiger deutscher Mitbürger.
     
  5. stuart

    stuart MacUser Mitglied

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    Ich denke, das liegt zu einem Großteil auch daran, dass sich viele Konzerne trotz immenser Gewinne von immer mehr Beschäftigten trennen, manche Unternehmen kaum bis keine Steuern zahlen müssen und die Verantwortlichen in den Augen der normalen Bürger einfach nichts dagegen tun.
    Diesen Verdruss kann wohl jeder nachvollziehen, nur das man deswegen die NPD wählt und das auch noch da, wo die letzte Diktatur noch gar nicht so lange her ist, das ist einfach unbegreiflich und zeigt, wie sorglos und naiv manche Wähler mit ihren Stimmen umgehen und dass sie wohl auch so richtig gar nichts von dem verstanden haben, was die NPD eigentlich will.
     
  6. TNC

    TNC MacUser Mitglied

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    Ist Stoiber selbst nicht auch etwas rechts angesiedelt?

    Auch erinnert er mich an eine frühere Zeit, nur um einer anderen Partei die an der Macht war eins auszuwischen ein leichterfiges Bündnis eingehen. Bis auch er von seinem Thron radiert wird. Wenn sich zwei streiten freut sich meist der Dritte.

    Schuld sind jene, die seit Jahrzehnten den Rechtsextremismus am Leben erhalten, oder ihn "weiter vererben". Soll mir einer sagen, alle Nazis wurden nach dem Krieg weggesperrt, dass sie nichts mehr anstellen können. Aus Personalmangel geisterten wohl noch einige von ihnen in so manchem Parlament herum und hatten Einfluss auf Politik und Geschehen.

    Interessant fand ich auch einige Ausschnitte aus dem Landtag, in denen man gut sehen konnte wie die NPD bei Themen die ihnen nicht passten aufstanden und den Raum verliessen. Hat es vor 50 Jahren nicht genauso begonnen?



    Ein gutes Beispiel, wie ich finde, ist die FPÖ in Österreich die auch als einziges Wahlthema Ausländer hat und wie man sie am besten loswird. Jetzt sind die schon seit Jahren an der Macht (gemeinsam mit der ÖVP) und ich bezweifle, dass viele der damaligen FPÖ-Wähler nochmals die selbe Partei wählen würde. Wer nur aus Protest eine Partei wählt die er sonst nie wählen wird, sollte so intelligent sein zu erkennen, dass er jetzt erst Recht von unfähigen Leuten regiert wird. Bewirkt hat diese Partei ja auch nie etwas. Das einzige womit sie sich bisher schmücken können ist das Kindergeld für alle...ist so, als würde ich 1000x Lotto spielen und einmal 10 Euro gewinnen...für mich ist das trotzdem ein Verlustgeschäft weil ich die 1000 Lottoscheine ja auch erst finanzieren musste. Die Politik der FPÖ war immer schon sehr manipulativ und helfen wird diese Partei niemandem. Die bekommen die Streitereien nichteinmal in der eigenen Parteien in den Griff.
     
  7. RC-FFM

    RC-FFM MacUser Mitglied

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    Für ein so differenziertes Problem wie Rechtsextremismus gibt es, ebenso wie für die wirtschaftliche Situation in einem Land, keine singuläre Ursache und auch keine "einzelnen" Verantwortlichen.

    Ich halte dieses Thema aber für zu komplex, um es in dieser Form (populistisch) zu vereinfachen.
     
  8. peterli

    peterli MacUser Mitglied

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    Das die NPD so gross werden konnte und gross wird, liegt mit Sicherheit auch an den "Erstwählern". Denn mit 18 Jahren hat man nicht unbedingt die Ahnung von der Welt, vom Land und dessen Politik. Ging mir nicht anders. ;)

    Ich will mich auch hier nicht gross zum Thema äussern, da es nicht der richtige Platz zum diskutieren ist.
    Aber aus welcher Partei resultierte denn die CDU?
    Wenn ich mir anschaue wie die CDU/CSU - wovon mindestens eine der beiden weg gehört, aber Bayern ist ja schon immer eine Extrawurst gewesen - mit dem Thema Ausländer usw. umgehen. Stoiber ist wohl ein echt fähiger Politiker, aber er sollte es besser dort anbringen, wo es eben hin gehört und nicht einfach irgend einen Blödsinn erzählen.
    Die beiden C-Parteien sind Arbeitgeberparteien - sicher die SPD ist/war mal Arbeiterfreundlich gewesen - und von daher brauch ich mich nicht wundern, das München pleite ist, da fast alle ansässigen Firmen z.B. BMW keinerlei Abgaben an die Stadt resp. ans Land zahlen müssen.
    Wer was anderes behauptet hat keine Ahnung, in Hessen ist es nämlich nicht anders, siehe FFM-Höchst oder FFM-Eschborn.

    Zum Thema sage ich lieber nichts, denn ich muss heute noch arbeiten gehn, das könnte nämlich etwas länger werden.

    Schöne Grüsse eines Auswanderers aus der momentan sonnigen Schweiz ;)
     
  9. SchaSche

    SchaSche MacUser Mitglied

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    Das die Leute die NPD wählen, hat wohl sowohl mit der SPD/Grüne als auch mit der CDU/FDP zu tun. Diese Parteien haben in ihren Koalitionen jewals wenig bewegt, da sie meist nur sich gegenseitig Blockieren, und nur an die wiederwahl denken. Da liegt es nicht fern, mal was anderes zu wählen. Was anderes ist in diesem Falle halt die NPD.
    Was die NPD nun genau verkörpert (Rechts), ist den meisten wohl leider egal. Den grossen Parteien wird eins ausgewischt und die kleinen Freuen sich.

    Was diesem Land fehlt, sind Politiker die mal eine gravierende Neuerung riskieren. Mal etwas durchsetzen, was zuvor noch nie einer gewagt hat, auch wenn es dabei den Job oder die wiederwahl kostet, weil mit Stillstand und gegenseitig schlecht Reden ist niemanden geholfen, und der wähler fühlt sich verarscht!

    *Achtung, dieser Beitrag kann übertriebene ansichten enthalten ;)*
     
  10. Arioch

    Arioch MacUser Mitglied

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    Naja...eine alte Politformel ist ja, dass sobald grosse Koalitionen versagen, der Weg für andere (mitunter extreme) Parteien geebnet ist.
    In etwa stimmt das auch seit der letzten Wahl.
    Hat man die neu eingeführten Polit-Duelle verfolgt, konnte man kaum einen Unterschied erkennen. SPD & CDU sind in ihren Ansichten (während des Wahlkampfes) eingleisig in der Mitte gefahren.
    Somit hört der Wähler, der sich nur auf Kurzberichterstattungen verlassen hat, eine andere Ansicht zur Politik nur von den kleineren Parteien.