Gesellschaft Quellen für neutrale Infos, Nachrichten gesucht

karloh

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Seit langem nutze ich hier nur die Öffentlichrechtlichen Medien, um möglichst
neutrale Infos zu bekommen. Zweifle allerdings zwischenzeitlich daran wie neutral manch
einzelne Berichte sind. Was mir allerdings ebenfalls fehlt, ist fortführende Berichterstattung
wenn die "Zuschauer/hörer Quote nicht mehr erreicht wird.

Was nutzt Ihr da für Quellen?
 

kenduo

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Einfach mehrere Seiten lesen - mein Beispiel:
Wenn ich die FAZ, SZ, Handelsblatt lese, dann lese ich auch ZEIT und TAZ. Die Maße der Informationen zu dem Thema, mal von rechts, mal von links beleuchtet, sollte eigentlich ausreichen, sich über ein Thema zu informieren. Sollten Informationen fehlen, dann auch mal ausländische Medien und wenn es sich gebietet und ein Thema interessant ist, auch mal ein passendes Buch zum Thema.

Du kannst natürlich auch der Information folgen und schauen, was deren Quelle ist. Statistiken, etc. kommen ja irgendwo her - kann jeder für sich selbst interpretieren.
Fakt ist. Entweder schnell und vorgekaut oder mühsam selbst recherchiert ;)
 

electricdawn

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Hast Du begruendete Zweifel, oder einfach "nur so ein Gefuehl, weil ja das Internet so viel anderes erzaehlt"?
 

digitomm

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Da liegt ein Missverständnis vor, der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll nicht neutral berichten, sondern ausgewogen. Somit ist klar, dass Berichte eine Haltung haben dürfen, ja sogar sollen, wenn in der Summe auch andere Meinungen im Programm dargestellt werden (Pluralität).
 

electricdawn

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Noch eins: Wirklich"neutral" ist niemand. Hinter jeder Information steckt ein Mensch, der natuerlich gewisse Vorlieben und Abneigungen hat. Er/Sie kann natuerlich versuchen, so objektiv wie moeglich zu sein, aber wirklich objektiv und neutral ist niemand.
 

rudluc

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Ich höre mehrmals am Tag Deutschlandfunk Nachrichten und Deutschlandfunk (Internationale) Presseschau.
Das ist zwar ebenfalls öffentlich-rechtlich, aber seriös.
Ab und zu recherchiere ich bei YouTube die leider schnell wachsende Szene der Verschwörungstheoretiker, der Rechten und der Esoteriker, einfach um mich mit deren Aussagen auseinander zu setzen.
Interessant ist tatsächlich, wieviel Aufwand von diesen Gruppen über Trolle in die Sozialen Medien gesteckt wird. Selbst in den Technikforen von Heise.de sieht man immer wieder frisch angelegte Accounts, in denen entsprechende Schlüsselaussagen verbreitet werden.
Vermutlich meint man unter Technikfreaks und Esoterikern leichte Beute für die Implementierung ihrer Botschaften zu finden. Wie leicht das funktioniert, hat man ja neulich in Berlin gesehen.
 

jteschner

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Einfach mehrere Seiten lesen - mein Beispiel:
Wenn ich die FAZ, SZ, Handelsblatt lese, dann lese ich auch ZEIT und TAZ. Die Maße der Informationen zu dem Thema, mal von rechts, mal von links beleuchtet, sollte eigentlich ausreichen, sich über ein Thema zu informieren. Sollten Informationen fehlen, dann auch mal ausländische Medien und wenn es sich gebietet und ein Thema interessant ist, auch mal ein passendes Buch zum Thema.

Du kannst natürlich auch der Information folgen und schauen, was deren Quelle ist. Statistiken, etc. kommen ja irgendwo her - kann jeder für sich selbst interpretieren.
Fakt ist. Entweder schnell und vorgekaut oder mühsam selbst recherchiert ;)
Genau so mache ich das auch. Und damit die Handhabung mehrerer Quellen (->Datenfeeds) einfacher wird, nutze ich "Feedly.com" in der freien Version. So habe ich nur eine Seite im Browser offen, auf der dann nach Quellen sortiert (und eigenen Rubriken wie Wirtschaft, Tagesgeschehen, Börse, Mac, ...) die Headlines + ein paar Zeilen übersichtlich dargestellt werden.
Ansonsten: alles ist subjektiv und enthält in irgendeiner Form Meinungen
 

flyproductions

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Sollten Informationen fehlen, dann auch mal ausländische Medien...
Seit einer Weile habe ich leider auch das Gefühl, dass man ab und an besser (zumindest auch) die Medien im benachbarten Ausland heranzieht, wenn man einen einigermaßen objektiven Blick auf das hiesige Geschehen gewinnen möchte. Ich mag da ganz gerne die NZZ.
 

punkreas

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Seit einer Weile habe ich leider auch das Gefühl, dass man ab und an besser (zumindest auch) die Medien im benachbarten Ausland heranzieht, wenn man einen einigermaßen objektiven Blick auf das hiesige Geschehen gewinnen möchte. Ich mag da ganz gerne die NZZ.
Ich mag den Guardian:

Der Guardian wurde im Umfeld des Little Circle, einer Gruppe als nonkonformistisch geltender Unternehmer und Sozialreformer, gegründet.[5] Politisch vertritt der Guardian traditionell eine linksliberale Position, im Gegensatz zu den meisten anderen britischen Tageszeitungen, die eher konservativ ausgerichtet sind. Die Zielgruppe der Zeitung sind insbesondere die „linksliberalen, progressiven, intellektuellen Großstädter […] Akademiker, Kulturschaffenden und Studenten“.[6] Im englischsprachigen Raum ist für Angehörige dieser Bevölkerungsschicht, einer neuen Mittelklasse, auch der (eher abwertend verwendete) Begriff Guardianistas verbreitet.
Im Mai 2019 wurde ein geänderter House Style Guide veröffentlicht, der neue verschärfte Sprachregelungen für die umweltbezogene Berichterstattung vorsieht. Statt Climate Change (Klimawandel) sollen beispielsweise Climate emergency, crisis or breakdown (Klima-Notfall, -krise oder -zusammenbruch) verwendet werden. Laut der Chefredakteurin Katharine Viner soll dieser Schreibstil sicherstellen, dass die Umweltbelange der Leserschaft gegenüber wissenschaftlich präzise kommuniziert werden. Mit der Verschärfung folge man den Klimawissenschaftlern und verschiedenen UN-Organisationen, die ihre Ausdrucksweise ebenfalls verschärft hätten. Dabei wird auch auf kurz zuvor getätigte Aussagen von Greta Thunberg Bezug genommen.[7]
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Guardian
 

flyproductions

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im Gegensatz zu den meisten anderen britischen Tageszeitungen, die eher konservativ ausgerichtet sind. Die Zielgruppe der Zeitung sind insbesondere die „linksliberalen, progressiven, intellektuellen Großstädter...
Grundsätzlich entspricht der Guardian damit sicher eher dem, was ich als meine „politische Heimat“ ansehe, als die NZZ. Was ich an der NZZ allerdings mag, ist, dass sie es schafft, hiesige Ereignisse ohne den bei den deutschen Medien bisweilen fast unerträglichen „Rechts“-Paranoia-Filter zu betrachten und folglich kein Problem damit hat, ab und zu Sachen, die nun mal gesagt werden müssen, weil sie Teil der Nachricht sind, zu sagen. Auch wenn man sie nicht sagen „darf“.

Edit: Aber da wäre ich ja offenbar auch beim Guardian gut aufgehoben. „By trying not to give succour to racists, the risk is that we end up miserably self-censoring...“ trifft jedenfalls ziemlich genau das, was ich meine. Wenn ich nur nicht immer zu faul wäre, Englisch zu lesen, wenn es nicht um Computer geht...

:crack:
 
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karloh

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Hatte ja schon befürchtet, daß die Diskussion um neutral beginnt und daß es das absolut nicht geben kann ist mir klar,
wahrscheinlich uns allen.
Da liegt ein Missverständnis vor, der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll nicht neutral berichten, sondern ausgewogen. Somit ist klar, dass Berichte eine Haltung haben dürfen, ja sogar sollen, wenn in der Summe auch andere Meinungen im Programm dargestellt werden (Pluralität).
Noch eins: Wirklich"neutral" ist niemand. Hinter jeder Information steckt ein Mensch, der natuerlich gewisse Vorlieben und Abneigungen hat. Er/Sie kann natuerlich versuchen, so objektiv wie moeglich zu sein, aber wirklich objektiv und neutral ist niemand.
und so war es von mir auch gemeint.

Und ja, ich habe konkrete Zweifel aus neuester Zeit, die sind aber "politisch". Ich bin weder leichtgläubig noch blauäugig und auch keiner Verschwörung angehörig ;)

Aber für mich sind hier schon einige brauchbare Erfahrungen genannt worden, dafür vielen Dank.
 

sutz2001

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Vor allem würde ich darauf achten, Informationen aus verschiedenen Verlagshäusern zu bekommen und nicht nur Medien einer Verlagsgruppe lesen wie zb. Springer Gruppe.
Auch ist es gut, das ganze mal aus dem Gesichtspunkt ausländischer Medien zu lesen, z.B. mal die NYT oder andere Zeitungen lesen. Zumindest die großen europäischen Themen sind da drin.
 

nonpareille8

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Und ja, ich habe konkrete Zweifel aus neuester Zeit, die sind aber "politisch". Ich bin weder leichtgläubig noch blauäugig und auch keiner Verschwörung angehörig
Wenn du zweifelst und kritisch denkst, bist du zwingend ein Verschwörungstheoretiker mit extremer Links- oder Rechtslastigkeit.
Aluhut tragender Covid-19-Leugner sowieso.
Die Neutralität öffentlich-rechtlicher oder sonstigen etablierten Medien anzuzweifeln kommt einem Sakrileg gleich. Das geht gar nicht. :p

Ich informiere mich in einem breiten Spektrum, angefangen von Nachdenkseiten.de bis hin zur FAZ.
So laufe ich nicht Gefahr, mich einseitig zu informieren.
 

Kontrapaganda

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Ich halte es so: Ich konsumiere sowohl ÖR als auch qualitativ hochwertige Privatzeitungen mit Ausnahme der B-Zeitung.
Da gibt es schon unterschiedliche Tendenzen, aber das ist ja nicht verwerflich, es gibt schließlich unterschiedliche Meinungen. man sollte einfach darauf achten, dass man nicht nur eher linksorientiert bzw.nicht nur konservativ-orientierte Medien liest.
Ansonsten lese ich auch gerne „De Tijd“ und die NZZ, einfach weil diese noch mal einen auswärtigen Blick auf Deutschland (und die EU) haben.
 

digitomm

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Wenn du zweifelst und kritisch denkst, bist du zwingend ein Verschwörungstheoretiker mit extremer Links- oder Rechtslastigkeit.
Aluhut tragender Covid-19-Leugner sowieso.
Naja, wenn sich gerade solche Leute im Moment aufspielen, als gäbe es in Deutschland eine Meinungsdiktatur und alle außer sie selbst wären gehirngewaschen oder manipuliert und es einem anderen Teil egal ist, mit solchen Leuten auf die Straße zu gehen, braucht man sich nicht wundern, wenn alle in einem Topf landen.

Ich informiere mich in einem breiten Spektrum, angefangen von Nachdenkseiten.de bis hin zur FAZ.
Als so breit würde ich das nicht sehen. Und Nachdenkseiten ist auch zu einem Medium für Verschwöhrungstheoretiker verkommen …
 
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flyproductions

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Naja, wenn sich gerade solche Leute im Moment aufspielen, als gäbe es in Deutschland eine Meinungsdiktatur und alle außer sie selbst wären gehirngewaschen oder manipuliert …
Genau das finde ich zum Beispiel schade, dass von jedem, der den Umgang unserer aktuellen Regierung mit Corona bzw. der „Pandemie“ nicht (mehr) ganz so klasse findet, von den deutschen Mainstreammedien recht holzschnittartig genau dieses Bild gezeichnet wird. Dann noch einen ein bißchen mit ’ner Reichskriegsflagge in die Kamera winken lassen und fertig ist die Tagesschau.

Dass sich inzwischen zunehmend namhafte Wissenschaftler der involvierten Fachrichtungen in den Reihen der Kritiker der Maßnahmen und der „offiziellen“ Einschätzung der Situation finden, wird in dem Zuge ebensogerne unter den Teppich gekehrt, wie, dass die weitaus Meisten derer, die da in Berlin auf der Straße waren, ganz normale friedliche Bürger waren, die nur einfach die möglichen Folgen der angeordneten Maßnahmen in keiner vernünftigen Relation zur real noch existierenden Gefahr mehr sehen.
 
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