"Organspendepflicht" für ALGII-Empfänger

Time4more

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neues von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, besser einem Mitglied dieser auch so sozialen Gruppierung:

"Ein Lebender muss die Chance haben, sein Organ zu verkaufen", so Peter Oberender, Professor für Volkswirtschaft an der Universität Bayreuth, in einem Interview. Und er führt auch gleich aus, dass es hier insbesondere um diejenigen geht, die finanziell schlechter gestellt sind.

Es ist doch folgende Situation: Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, so muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen - und zwar geregelten Verkauf … ähnlich der Börse, dass man sagt, wer ist zugelassen zu dem Handeln. Es muss auch geprüft werden, wer darf das Organ entnehmen. Und dann wird praktisch das Organ versteigert.
"

und weiter im eigentlichen Artikel:

"
Dennoch würde ein solcher legalisierter Organhandel auf eine solche Organspendepflicht für ALGII-Empfänger hinauslaufen. Dies ergibt sich aus den gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich ALGII. So findet sich auf den offiziellen Seiten der Agentur für Arbeit das Merkblatt für Arbeitssuchende, welches bereits auf den ersten Seiten u.a. betont:

Wenn Sie Leistungen erhalten wollen, gehört es zu Ihren Pflichten, dass Sie und alle erwerbsfähigen Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft alle Möglichkeiten nutzen, Ihre Hilfebedürftigkeit zu verringern bzw. zu beenden und dass Sie aktiv an allen angebotenen Maßnahmen mitwirken.
Quelle: SGB-II-Merkblatt
"


Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29088/1.html

und wieder bin ich gespannt ob ein solcher Artikel für aufsehen und Empörung sorgt und wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt.

Wie sieht ihr das?
 
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gambrinus

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Schwachsinn... Und wegen ALGII und "alle Möglichkeiten nutzen" -> Prostitution ist auch legal und keine Frau mit ALGII wird in den Puff zum arbeiten geschickt. Obwohl die ja immer Personal suchen...

Wundert mich das der Herr Prof. darauf noch nicht gekommen ist :rolleyes:
 

pr0xyzer

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Hatten wir nicht das "Dritte Reich" abgeschafft?
 

Plebejer

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Warum nicht gleich bei Hartz-4-Empfängern die Sterbehilfe einführen?

Mist, es ist noch zu früh, denn ich hatte vergessen, dass die Bezüge dieser Menschen vollkommen überzogen sind, und sie leben wie Maden im Speck. Dumm von mir.
 

pr0xyzer

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Warum nicht gleich bei Hartz-4-Empfängern die Sterbehilfe einführen?
Es ist wirklich traurig wie hier seit Jahren diese staatlich geförderte Ausgrenzung von sozialschwachen Menschen betrieben wird. Hätten die Arbeitsagenturen mehr Platz im Keller würden sicher viele "Kunden" nicht mehr in der Statistik auftauchen :rolleyes:





*Na da habe ich wieder was gesagt*
 

Plebejer

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Es ist wirklich traurig wie hier seit Jahren diese staatlich geförderte Ausgrenzung von sozialschwachen Menschen betrieben wird. Hätten die Arbeitsagenturen mehr Platz im Keller würden sicher viele "Kunden" nicht mehr in der Statistik auftauchen :rolleyes:





*Na da habe ich wieder was gesagt*
Ist es nicht offensichtlich, dass wir die gleiche Meinung haben?
 

SigmaLA

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Hat er nicht sowas schon vor Jahren mal gesagt, das Thema und die Aufregung kommen wohl alle Jahre wieder.
 

pr0xyzer

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Ist es nicht offensichtlich, dass wir die gleiche Meinung haben?
Das war nicht auf dich bezogen, ich habe es nur ergänzt ;)


Ich finde es aber auch lustig das nun die gleichen Volkswirte die einmal sagten: "Alle ALG2-Empfänger saufen und rauchen von früh bis spät" nun genau diese Organe haben wollen ;)
 

walfrieda

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nur weil einer Professor ist, heißt das noch lange nicht daß er nicht dumm ist ;)
 

Stilzicke

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Sehr interessant ist auch die ich nenne es mal "geregelte Versteigerung" die er anspricht. Eine Versteigerung garantiert doch, dass sich Menschen höheren Einkommens dies leisten könnten -> die Arme Klasse dient nur noch als Organspendepudding für die höheren Einkommensschichten.
 

philippvh

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Sehr interessant ist auch die ich nenne es mal "geregelte Versteigerung" die er anspricht. Eine Versteigerung garantiert doch, dass sich Menschen höheren Einkommens dies leisten könnten -> die Arme Klasse dient nur noch als Organspendepudding für die höheren Einkommensschichten.
Nach dem Vorschlag von Prof. Oberender sollen nur die Krankenkassen auf diesem "Markt" mitsteigern dürfen. Wenn ich mit richtig erinnere, schlägt er einen Preis von ca. 50.000 € für eine funktionierende Niere vor. Stellt man nun diese 50.000 € und die laufenden Kosten für die notwendige Therapie den Kosten für die Dialyse gegenüber, dann kann sich das für die Krankenkasse binnen mehrerer Jahre auszahlen – egal welcher "Klasse" der Patient angehört.
 

Bergsun

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Ich denke mal, jeder halbwegs normale Mensche, Misanthropen und Religiöse ausgenommen, wird so ne Organspenderkarte bei sich tragen?

Der Vorschlag von dem Herrn hier ist einfach nur dreist.
 

Plebejer

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Ich denke mal, jeder halbwegs normale Mensche, Misanthropen und Religiöse ausgenommen, wird so ne Organspenderkarte bei sich tragen?

Der Vorschlag von dem Herrn hier ist einfach nur dreist.
Und für Knochenmarkspende sind auch alle typisiert. :D
 

pr0xyzer

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Ich denke mal, jeder halbwegs normale Mensche, Misanthropen und Religiöse ausgenommen, wird so ne Organspenderkarte bei sich tragen?
Jup habe ich bei mir seit Jahren :)


Und für Knochenmarkspende sind auch alle typisiert. :D
Auch das habe ich diesen Sommer machen lassen :)
 

Turbo Stacy

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Ich denke mal, jeder halbwegs normale Mensche, Misanthropen und Religiöse ausgenommen, wird so ne Organspenderkarte bei sich tragen?
Ich würde eher vermuten, dass sich ein Großteil der Bevölkerung nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.
 

pr0xyzer

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Ich würde eher vermuten, dass sich ein Großteil der Bevölkerung nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.
Das Thema Organspende ist so eine Sache. Ich wäre schon dafür das jeder der eines Tages vielleicht mal eine Spende braucht/will auch selbst Spender sein muss. Wer nicht selbst bereit ist im Todesfall zuspenden, sollte auch nicht das Recht auf Organe haben (klingt nicht nett, so sehe ich das aber).
 

xoxox

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Zunächst einmal ist es schlicht Gebashe was der TE hier erzählt.
Das eine Thema hat mit dem Anderem nichts zu tun.

Eine Organspendepflicht würde gegen das Selbstbestimmungsprinzip verstoßen.
Es wäre eindeutig verfassungswidrig. Das Thema ist aber natürlich schön geeignet um "gegen die da oben" mal wieder Stimmung zu machen.

Davon abgesehen sollte jeder Organspender sein. Wer dies nicht möchte, muss einen entsprechenden Ausweis bei sich tragen. Also genau andersrum als jetzt.

Viele Menschen sind einfach zu faul, einen Organspendeausweis bei sich zu tragen. Dabei kann man sich die Dinger selber ausdrucken. Es kann einfach nicht sein, dass jährlich tausende Menschen sterben, während die dringend gebrauchten Organe irgendwo verrotten oder verbrannt werden.

Stellt euch doch mal die Frage: Möchtet ihr dass eure Organe später mal von Würmern und Bakterien gefressen werden, oder sollen sie nicht doch lieber einem Menschen helfen zu überleben oder zumindest seine Lebensqualität drastisch erhöhen?
 

ricky2000

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Och Leute, lasst euch doch nicht von TP verarschen!
Das einzige was der Prof angedacht hat, ist ein freierer Organhandel, der Rest ist Fantasie der Autorin.

Dass es um Hartz4-Empfänger geht -> Interpretation des Autors
Dass es auf die Bezüge angerechnet wird -> Interpretation des Autors
Dass man Organe spenden MUSS -> Kranke Fantasie des Autors

Mal wieder die alte Masche von TP: "Wir suchen ein Zitat, das man leicht so aus dem Zusammenhang reißen kann, um einen Aufreger daraus zu machen".
Habt ihr so wenig Vertrauen in den Rechtsstaat, dass ihr sowas für möglich haltet?
Macht es euch nix, dass Überschrift und Inhalt des Artikels nichtzusammen passen?

Edit: Der Kommentar fasst es zusammen: http://www.heise.de/tp/foren/S-Das-...-Autorin-sein/forum-147081/msg-15837035/read/
 
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Byxe

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Ich denke mal, jeder halbwegs normale Mensche, Misanthropen und Religiöse ausgenommen, wird so ne Organspenderkarte bei sich tragen?
Dito.

Die Aussage vom Herrn Professor ist zwar sehr dreist, aber sollte nicht überbewertet werden. Es stellt sich mir hierbei vielmehr die Frage, ob Arbeitslose zu hohe Unterstützung bekommen, ob der Arbeitsmarkt für die "Arbeitslosensituation" verantwortlich ist und ob das Gefälle zwischen arm und reich gerechtfertigt ist, denn daraus resultieren dann andere Ideen wie die des Professors.


Ich treffe nur ein paar Äußerungen bezüglich meines persönlichen Standpunkts:

Wir haben hier viele Freelancer. Ich selbst habe mich kürzlich darüber informiert, inwiefern ich mich als freier Werbeberater nebenberuflich selbstständig machen könnte... und ich war überrascht, wie einfach und übersichtlich (bei Nichtüberschreitung der Umsatzgrenze) die Verwaltungsaufgaben sein können. Die Kosten sind, soweit ich das überschauen konnte ebenfalls nahezu null. Als arbeitsloser Handwerker sollte es demnach kein Problem sein, einen Service einzurichten, womit er die Haushaltskasse am Leben halten könnte. Das ist zumindest meine persönliche Ansicht dazu: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Der Arbeitsmarkt ist zur Zeit noch nicht gesättigt. Finanzkrise hin oder her: Aktuell werden noch einige Arbeitskräfte gesucht. Auch hier gilt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich arbeitete kürzlich Bewerbungen für meinen Chef durch und mir sträubten sich bei manchen Anschreiben die Nackenhaare. Rechtschreib- und Grammatikfehler, gravierende Ausdrucksfehler, unpassende Informationen, völlig kontraproduktive Darstellung seiner Persönlichkeit. Ich unterhielt mich anschließend mit einem Kollegen über Bewerbungen im Allgemeinen und er erzählte mir, dass er keinen tabellarischen verwenden würde, weil er seine Lebensgeschichte auf diese Weise nicht darstellen könnte. Ich habe den Lebenslauf daraufhin zu lesen bekommen und musste ebenfalls die Stirn runzeln: Eine Biographie ohne Zweck zum Selbstverkauf. Wenn ich nun an den ein oder anderen Arbeitslosen denke, den man so in den Medien vorgestellt bekommt, wundere ich mich nicht, dass die über fünfzig Bewerbungen schreiben und nicht einmal ein Bewerbungsgespräch erhalten. Wer sich da nicht wenigstens professionell beraten lässt, sollte in meinen Augen auch Konsequenzen dafür tragen.
Ich kann hierbei aus eigener Erfahrung sprechen. Kurz nach dem Abi habe ich mich über Bewerbungen informiert. Es gibt online einige Seiten, die da sehr gute Ratschläge haben (und diese kosten noch nicht einmal etwas!). So konnte ich mir eine wirklich gute Bewerbungsmappe zusammenstellen, mit der ich kurzfristig eine Ausbildung ergattern konnte. Im nächsten August bin ich mit dieser fertig und werde (nach erfolgreicher Bewerbung) mit einem Abiturschnitt von 2,6(!) ein BA-Studium im Bereich BWL-Bank beginnen. Fehlende Ausbildungsplätze? Keine Ahnung!

Wenn man die Anzahl der Nutzer des Luxusguts Arbeitslosengeld verringern möchte (und es steht ja außer Frage, dass einige sich darin sehr wohl fühlen), hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man macht das Nichtarbeitslos sein attraktiver, oder man macht das Arbeitslosendasein unattraktiver. Da es aber immernoch Arbeitslose gibt, die arbeitslos sind, gerne einen Job hätten, keinen finden und mit dem Geld, das sie bekommen, fast nicht klar kommen, kann man dieses Geld nicht verringern.

1-Euro-Jobs fand ich eine gute Maßnahme, um arbeitslose daran zu hindern, auf der faulen Haut zu liegen. Offiziell haben die ja glaube ich den Zweck, dass man sie langsam wieder in den Arbeitsalltag bringt.
Andere Maßnahmen sind durchaus denkbar. Weshalb sollte ein Langzeitarbeitsloser nicht einen Dienst an die Gesellschaft leisten, wenn er schon seit vier Jahren monatlich Geld gepumpt bekommt?
 
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