Müssen berufliche Schulungen gezahlt werden?

minimalwerk

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huhu liebe Leute,

ich hoffe ich poste dies hier an der richtigen Stelle im Forum!?

Meine Frage geht wohl in die Richtung des Arbeitsrechts, aber vielleicht kann mir ja einer hier helfen.

Folgende Sachlage liegt vor:

Ich soll im Auftrag von meinem Chef an einer Schulung teilnehmen. Dort geht es darum eine neue Büroorganisations Software zu erlernen. Ich werde diese Schulung jetzt an 4 Samstagen zu jeweils ca. 4 Std. bekommen.

Ich bin hier im Unternehmen Grafik Designer aber auch für die System Administration zuständig. Dieses Programm soll ich halt jetzt lernen um es in Zukunft allen Mitarbeitern beibringen zu können. Im Grunde genommen sind Schulungen ja ganz positiv... zumindest wenn sie mir was bringen und ich irgendwelche Zertifikate erhalte.

Zu meinem Problem... mein Chef will zwar dass ich an diesen Samstagen (an denen ich normalerweise nie arbeite) an den Schulungen teilnehme will mir aber weder diese Zeit als Urlaubszeit noch als Überstunden anrechnen. Er begründet es damit, dass ich doch froh sein soll eine Schulung von ihm zu bekommen (er zahlt diese Schulung ja schließlich auch).

Also ehrlich gesagt finde ich das nicht in Ordnung aber wer weiß wie da die Rechtslage aussieht!?

Ist mein Arbeitgeber dazu verpflichtet mir diese Stunden zu entlohnen oder habe ich bei Schulungen die nicht in die normale Arbeitszeit fallen Pech gehabt?

gruß, elGringo
 

schdeffan

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Ich bin jetzt kein Arbeitsechtler, aber wenn du von der Firma entsandt auf eine Schulung gehst, dann ist das Arbeitszeit. Du müsstest ja auch nicht die Tage nacharbeiten, wenn die Schulung unter der Woche wäre.
 

clonie

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Zahlt er Dir einen höheren Lohn nach der Schulung?
Du bist ja dann besser qualifiziert ;)
Ich seh das auch so, dass das Arbeitszeit ist.
 

minimalwerk

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Hallo,

danke für die schnellen Antworten.
Habe ich euch jetzt richtig verstanden, dass ihr auch der Ansicht seid, dass mein Arbeitgeber mir diese Stunden anrechnen muß?

Und nein, ich bekomme keine Lohnerhöhung durch diese Schulung.

gruß, elGringo
 

schdeffan

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Ja, ich bin der Ansicht aber bei weitem kein Experte. Es ist mein rein persönliches Verständnis von der Sache.

EDIT: Ne Lohnerhöhung kommt aber wenn nicht durch die Schulung sondern höchstens durch neue Aufgaben die sich aufgrund der besseren Qualifikation ergeben.
 

clonie

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Aber Rückversichern würde ich mich doch irgendwie.
Kann man da nicht mal unverbindlich bei nem Rechtsanwalt anrufen?
(musste ich noch nie)
Vielleicht meldet sich noch jemand, der mehr Ahnung hat :)
 

MacOSY

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Dein Chef will sich ja auch noch eine Menge Geld sparen, indem er dich zum neuen Ausbilder für all die anderen Leute macht. Damit wirst du auch noch zum Multiplikator.

Es ist wirklich das Mindeste, dass er dir die Fortbildungsstunden vergütet.
 

Hemi Orange

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Arbeitsrechtlich ist das sicherlich als Arbeitszeit anzusehen (bin aber kein Jurist).

Faktisch ist es so, dass man keine Karriere macht, wenn man bei solchen Angelegenheiten genau auf die Uhr schaut und das Arbeitsrecht aus dem Regal holt. Es ist ein Geben und Nehmen.
 

Mure

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Schickt Dein Chef Dich zu einer Schulung dann ist das Arbeitszeit auch wenn er die Schulung bezahlt.

Andersrum muss man manchmal auch mal was investieren und wenn ich Chef wäre und einer würde wegen so etwas auf Freizeit drängeln oder so wäre er für die Zukunft der letzte Mitarbeiter dem ich etwas gutes tun würde.

Es geht um das Geben und Nehmen.
 

Internetlady

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Das Wort “muss“ würde ich nicht soooo deutlich setzen.. z.B. kann dir dein Arbeitgeber ja auch einen Fernlehrgang bezahlen den du aber in deiner Freizeit lernen sollst (von Fortbildungen hat ja nicht nur dein Arbeitgeber was, sondern du für deine komplette berufliche Laufbahn auch) dann wird dir diese Zeit auch nicht als Arbeitszeit angerechnet.

Ich habe so was sogar schon recht häufig erlebt, dass du dich in deiner Freizeit weiterbildest und der Arbeitgeber dir die Kurse/Schulungen bezahlt.

Das ist gar nicht so ungewöhnlich.
Natürlich die meisten Schulungen finden in der Woche statt und sind somit automatisch während der Arbeitszeit….. aber es gibt jedenfalls auch andere Regelungen.

Allerdings kannst du selbstverständlich deinen Boss einfach fragen oder da nicht was machen kann (wenigsten Zeit anrechnen oder halbe/halbe) Oder Handel einen finanziellen Bonus (Entschädigung…) aus.

Die Frage ist nicht ob er dir dafür Arbeitszeit anrechnen muss sondern ob er dich zwingen kann, dass du den Kurs am Wochenende machen musst….
Denn das kann er glaube ich nicht machen, dich zwingen! (ausser da steht was dazu in deinem Arbeistvertrag) Du musst deine Zeit schon freiwillig opfern wollen… ich würde an deiner Stelle mal schauen ob es den Kurs nicht auch in der Woche gibt und deinem Boss vorschlagen das du den belegen kannst.

Ansonsten kommt es noch darauf an was genau in deinem Arbeitsvertrag so alles steh.. und wie geschickt du mit deinem Boss verhandelst.. :)
 

minimalwerk

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also es ist ja nicht so, dass ich Weiterbildungen nicht gerne annehme. Wenn er mir z.B. eine InDesign Weiterbildung zahlen würde dann würde ich diese auch unentgeltlich am WE machen... Aber ich soll diese Büroorganisations Software ja nur machen, um wie oben schon gesagt, allen neuen Mitarbeitern diese bei zu bringen.

Ich werde ja nicht mal im täglichen Geschäft mit dieser Software arbeiten da diese eher für die Sekretärinnen sind... also bringen die mir persönlich überhaupt gar nichts. Und das ist es ja auch was mich stört. Ich habe von diesem Lehrgang nichts und soll dafür dann auch noch Freizeit opfern und dafür nichts bekommen :/

gruß, el
 

Zaphod3000

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Überrasch ihn mit unternehmerischem Denken und frag ihn nach Unternehmensanteilen, die Du aufgrund der Schulung erwirbst :)

Wenn er Dich nicht rauswirft, hast Du fortan ein Stein im Brett :)
 

micki-mac

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elGringo schrieb:
also es ist ja nicht so, dass ich Weiterbildungen nicht gerne annehme. Wenn er mir z.B. eine InDesign Weiterbildung zahlen würde dann würde ich diese auch unentgeltlich am WE machen... Aber ich soll diese Büroorganisations Software ja nur machen, um wie oben schon gesagt, allen neuen Mitarbeitern diese bei zu bringen.

Ich werde ja nicht mal im täglichen Geschäft mit dieser Software arbeiten da diese eher für die Sekretärinnen sind... also bringen die mir persönlich überhaupt gar nichts. Und das ist es ja auch was mich stört. Ich habe von diesem Lehrgang nichts und soll dafür dann auch noch Freizeit opfern und dafür nichts bekommen :/

gruß, el

ALLERDINGS!! Das kann ich nur unterstützen. Wenn du zu deinem Chef gehst und sagst, du möchtest einen Kurs besuchen und ob er was dazu bezahlt, weil das auch ihm zugute kommt, ist das klar deine Privatsache und findet in deiner Freizeit statt und du kannst dich freuen, wenn er was dazu bezahlt. Aber wenn er dich auffordert (anordnet?), daran teilzunehmen, muss er das nicht nur bezahlen, sondern die Zeit ist Arbeitszeit. Das ist ganz klar. Wie du damit umgehst, ob du darauf bestehst oder nicht, ist eine andere Frage, aber einfach so auf seine Bezahlung zu verzichten, als wäre das das Selbstverständlichste, kann es ja wohl nicht sein! Und wenn mein Chef das einfach so voraussetzen würde, wäre der für mich unten durch. Euch, die ihr die Sache hier nur aus der Sicht des Chefs gesehen habt: Glaubt ihr wirklich, so kann man mit seinen Leuten umgehen? Schon mal was von innerer Kündigung gehört? Es ist ein Geben und Nehmen, ganz klar, aber von beiden Seiten, auch der Chef muss zeigen, dass er das anerkennt. Wenn nicht: ICH würde weigern. Nofalls mir einen anderen Job suchen. In so einer Firma mag ich eh nicht bleiben.
 

h.wollgien

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Hm, wenn ich ich ehrlich sein darf:
Kann die Diskussion nicht ganz nachvollziehen. In der heutigen Arbeitsmarktsituation sollte man doch eigentlich froh sein, wenn man einen (sicheren) Job hat und in diesem sogar noch eine Weiterbildung geboten bekommt. ICH würde die Stunden gerne leisten, weil ICH dafür eine Qualifikation bekomme, nicht mein Chef.

Da muss man nicht mehr lange fragen, woher u. a. teure Lohnkosten herkommen, wenn alle Angestellten aber auch alles vergütet, bezahlt, angerechnet und wasweißich wollen.

Muss man immer gleich schön nach Gewerkschaftmanier Anwälte in Betracht ziehen? Irgendwelche Arbeitsrechtler befragen? Wenn der Job insg. gut ist, dann nimm´s einfach (für Dich) hin und fertig.

:rolleyes: , Hendrik
 

minimalwerk

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naja, aber du beachtest da eine Kleinigkeit nicht!

Wenn diese Schulung nur für MICH wäre und ich etwas davon hätte, also auch für meine persönliche Vitae dann wäre dies ja auch alles kein Problem. Ich bin keiner der Lernfaulen oder Gewerkschaftspocher.

Nur warum sollten immer nur Arbeitnehmer geben? Die Sachlage sieht ja so aus, dass ich es NUR lernen soll damit mein Arbeitgeber kosten spart und nicht jeder Sekretärin oder Buchhalterin dieses Programm beibringen muß. Und in dieser Situation finde ich schon, dass er mir das dann zahlen kann.

Laso ich wollte hier jetzt mit meiner Frage einfach mal den rechtlichen Hintergrund wissen ob er dies überhaupt darf. Denn ich wollte mich schon dagegen sträuben nur ohne rechtlichen Hintergrund ist es immer blöd.

Also nochmal... wenn ich eine Weiterbildung bekomme die mir hilft dann nehme ich diese gerne an... ohne wenn und aber.

Wenn ich jedoch verpflichtet werde eine zu machen ohne dass sie mir was bringt und dann auch noch damit der Arbeitgeber kosten spart dann sehe ich das nicht ein dies unentgeltlich zu machen.

gruß, elGringo
 

clonie

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Wenn ich zurück ehrlich sein darf:
Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass man uns weismachen will,
dass man noch dankbar dafür sein darf, Arbeit zu haben.
Deine Argumentation führt zu Preisdumping unter Niedriglohnniveau –
man soll froh sein, dass man überhaupt 1 Euro die Stunde verdient, oder wie?

Ich finde es schlicht und einfach angemessen, für Leistungen, die man erbringt,
entlohnt zu werden. Wie, darüber kann man sich ja einigen.
 

Hemi Orange

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Wenn man sich den Thread hier anschaut, dann weiß man auch wieder warum es manche zu was bringen und manche halt nicht. Meist ganz einfach.

"Ich...ich...ich" - klasse Mitarbeiter! :rolleyes:

...und dann auch noch gleich wieder die "unterdrückte Arbeiterklasse"-Keule rausholen, als ob das hier jetzt zum Thema gehört. Zum lachen (oder weinen, je nachdem).
 

steve80

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ich denk das Motto "eine Hand wäscht die andere" passt am besten.

Vielleicht kannst du dafür mal eine Fortbildung machen die primär dir was bringt.

Aber ich würde nicht gleich damit kommen: wenn ich das nu jetz mache will ich...

trotz allem: viel Glück dabei
 

micki-mac

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Hemi Orange schrieb:
...und dann auch noch gleich wieder die "unterdrückte Arbeiterklasse"-Keule rausholen, als ob das hier jetzt zum Thema gehört. Zum lachen (oder weinen, je nachdem).

Peinlich. Du hast gelesen, aber scheinbar nichts verstanden.
 
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