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München überschreitet EU-Grenzwert als erste Deutsche Großstadt

Dieses Thema im Forum "MacUser Bar" wurde erstellt von mj, 25.03.2005.

  1. mj

    mj Thread Starter MacUser Mitglied

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    Eigentlich nichts zum feiern, München ist rein lufttechnisch jetzt offiziell die dreckigste Stadt Deutschlands. Jahrelange verfehlte Politik (die einzige Großstadt Deutschlands ohne Autobahnumgehung) sowie verfehlte Preispolitik beim öffentlichen Nahverkehr haben München erfolgreich verdreckt.
    Die Mautdrückerkolonnen belagern seit Januar '05 erfolgreich den Mittleren Ring, so dass ein Durchkommen zur Hauptverkehrszeit völlig unmöglich ist und sogar tief Nachts noch massenweise LKWs über unsere Straßen bollern. Trotz den vielen grünen Lungen in der Stadt (Isarauen, Westpark, Ostpark, Englischer Garten, viele Wälder am Stadtrand, etc) wurde bereits gestern, am 24.03.2005 zum 35. Mal der EU-Grenzwert für Feinstaubpartikel überschritten. Und was sagen die Verantwortlichen? Ihnen würde der rechtliche Rahmen für weitere Maßnahmen fehlen. Danke Bundespolitik. Danke Landespolitik. Danke Lokalpolitik.

    Da lobe ich mir den Studenten in Berlin, der die Stadt verklagen will. Die Richtlinie ist schließlich nicht aus Spaß eingeführt worden, wird Zeit dass in München auch jemand das Heft in die Hand nimmt und die Stadt verklagt und zwingt, Maßnahmen zu ergreifen. Als da wären beispielsweise ein Fahrverbot in der Innenstadt, ausgenommen Lieferverkehr. Auch wenn der Verkehr nur einen geringen Anteil am Gesamtvolumen des Feinstaubs ausmacht, es wäre ein Anfang. Aber nein, angeblich würde der rechtliche Rahmen fehlen. Da lobe ich mir Italien, dort wird einfach und unkompliziert die Stadt auch mal für mehrere Tage für Autos gesperrt.

    Wer mehr wissen will: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,348351,00.html
     
  2. David Brent

    David Brent MacUser Mitglied

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    Was ist wichtiger?
    Wirtschaft => Arbeitsplätze
    Umweltschutz => Resultate die man vielleicht in einer normalen Lebensspanne nicht mehr mitbekommt.

    Beim Feinstaub wäre es sogar wichtig die Menge zu verringern, da es zu Gesudheitsschäden recht schnell kommen kann. Aber insgesamt sollte man meiner Meinung nach den Umweltschutz etwas einschränken. Nur ein gesunder Staat kann eine gesunde Umwelt erzeugen.
     
  3. TobyMac

    TobyMac MacUser Mitglied

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    Umweltschutz einschränken?? Meiner Meinung nach viel mehr ausweiten. Dadurch kann man übrigens auch einige Arbeitsplätze schaffen. Würde aber wohl einigen Lobbyisten nicht gefallen.
     
  4. Maulwurfn

    Maulwurfn MacUser Mitglied

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    Ich habe da letztens die entsprechende Reportage im TV gesehen. Danach werden aber noch weitere deutsche Städte in den kommenden Tagen und Wochen folgen. Mich würde es aber interessieren wie es in Großstädten außerhalb der EU aussieht (Tokio, New York City, Los Angelos...).
    Gut, dass ich auf dem Land lebe... ;)
     
  5. lengsel

    lengsel MacUser Mitglied

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    Nicht jammern, sondern selber was (besser) machen.

    Grüße,
    Flo
     
  6. mj

    mj Thread Starter MacUser Mitglied

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    Ich bin ehrlich gesagt alles andere als ein Öko-Fanatiker oder Grüner oder sonstwas. Aber ich achte zumindest darauf, nicht sinnlos die Umwelt zu verschmutzen. Was bringt uns ein gesunder Staat, der dann Milliarden ins Gesundheitssystem stecken muss aufgrund der vielen Krebserkrankungen durch Feinstaub?
    Und es würde der Stadt bestimmt nicht schaden, wenn man in der Innenstadt ein Fahrverbot ausspricht. Oder eine City-Maut wie London dies tut. Ausnahme natürlich Lieferverkehr, denn wenn Läden nicht beliefert werden wird's auch nix mit Wirtschaft und so ;) Aber die Verantwortlichen in München weigern sich ja beständig.

    Was mir aber eben besonders stinkt ist die Tatsache, dass jahrzehntelang verfehlte Politik unweigerlich dazu geführt haben. Wer beispielsweise von Stuttgart nach Salzburg will der muss zwangsweise mitten durch München durch. Wer von Nürnberg kommt und nach Süden weiter will der muss zwangsweise mitten durch München durch. Und warum? Weil man sich auf eine Umgehung nicht einigen konnte.
     
  7. lengsel

    lengsel MacUser Mitglied

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    Weisst Du auch warum?

    Grüße,
    Flo
     
  8. mj

    mj Thread Starter MacUser Mitglied

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    Ja, weiß ich. Aus zwei Gründen. Zum einen waren die Bewohner Grünwalds dagegen und haben sich Jahrzehntelang von Gericht zu Gericht geklagt (und natürlich jedes Mal verloren, Gemeinwohl geht vor Eigenwohl) um die Umgehung, die ca. 4km von Grünwald entfernt hätte verlaufen wollen zu verhindern. Und zweitens haben ein paar Landwirte (Großbauern) sich geweigert, ihr Land abzutreten. Die Stadt und das Land Bayern haben denen sogar deutlich teureres Bauland angeboten im Gegenzug für Teile deren Landes aber die wollten nicht.

    Und die Konsequenzen tragen wir jetzt alle.
     
  9. David Brent

    David Brent MacUser Mitglied

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    Ich habe doch gesagt, dass zB bei Feinstaub auch schnell gesudheitliche Schäden auftreten können und man sich darum kümmern sollte. Du hast natürlich Recht, eine kranke Bevölkerung bringt nichts.
    Aber einige Aktionen.. tsts. Was denkt ihr wieviele bürokratishe Hürden man hier auf sich nehmen muss. Habe ein Beispiel letztens bei einer Reportage gesehen, da musste der Inhaber einer Lackiererei 3 Statistiken eigens für die Art der benutzten Farben aufstellen, nur damit man für einige Farben höhere Steuern verlangen kann. Natürlich obwohl alle zugelassen sind.
    Weil er sich keine Angestellten für solche bürokratischen Unsinnigkeiten leisten konnte, musste er sein Geschäft hier in D aufgeben.

    Was bringt uns der Erhalt des Sumpfbiotops Günzelbach wenn dort eine neue Fabrik mit modernen Filteranlagen aufmachen will?
     
  10. lengsel

    lengsel MacUser Mitglied

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    Bingo. Das nennt sich Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wenn jeder der von einer Sache betroffen ist ein Mitspracherecht hat und seine Interessen mit allen ihm zur Verfügung stehenden (rechtsstaatlichen) Mitteln verteidigt.
    Das führt zwar mitunter zu unglücklichen Auswirkungen (gut gemeint ist nicht unbedingt gleich gut gemacht) wie sie jetzt zu beobachten sind, ist aber trotzdem gut so, denn das schützt Dich als Bürger vor Willkür.

    Und wie gesagt: wem dieses System nicht schmeckt ist herzlich dazu eingeladen sich aktiv einzubringen und Veränderung zu bewirken, auch das ist Demokratie (alter, kontinentaleuropäischer Ausprägung).

    Grüße,
    Flo