Mt. Everest - Tummelplatz der Egoisten

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  1. jiaolong

    jiaolong Thread Starter Mitglied

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    In der letzten Zeit liest man ueber verschiedene Menschen, die mit Behinderungen den Mt. Everest bezwingen. Gerade ist ein Deutscher am Berg gestorben, der sicher nicht fit genug fuer den Mt. Everest war:

    Es scheint mir, dass heute jeder denkt, er kommt auf den Mt. Everest oder sonst einen Berg. Im Schweizer Fernsehen gab es einmal eine mehrteilige Reportage ueber eine Gruppe, welche auf den Mt. Everest wollte. Sie haben aber klugerweise abgebrochen, obwohl der Gipfel nahe war. Doch machen es nicht, weil zu egoistisch.

    Warum wollen die Leute um jeden Preis auf diesen Berg? Sie bringen in dieser Hoehe nicht nur sich sondern auch die Bergfuehrer und Sherpas in Gefahr. In der Todeszone hat man eigentlich keine Kraft mehr, einem Anderen zu helfen. Ich verstehe auch die Bergfuehrer nicht, die Kreti und Pleti (sagt man das auch in Deutschland so?) auf den Berg fuehren. Das liebe Geld?

    In der Schweiz gibt es ein aehnliches Phaenomen - das Matterhorn. Turnschuhtouristen wollen einfach dort hoch. Schaffen es knapp nicht ueber einen Waldweg ohne zu stolpern zu gehen, aber hochalpines Gebirge soll kein Problem sein. Jetzt muessen die Leute, welche mit einem Zermatter Bergfuehrer auf das Horu (Matterhorn) wollen, einen 1-2 taegigen Kurs absolvieren. So als Minimum.

    Warum dieser Thread? Ich finde es einfach unverantwortlich nur wegen dem Ego sich und andere einem solchen Risiko auszusetzen. Ihr muesst einmal sehen, wie oft in der Schweiz die Rettungsflugwacht ausrueckt und bei Long-Line Einsaetzen das Rettungspersonal sich Gefahren aussetzt.

    Um auf das ganze auf den Punkt zu bringen: Schuster bleib bei deinen Leisten.
     
  2. Danke für den Hinweis. Ich wollte eben mit meinen guten Flip-Flops den K2 erschlendern! Ihre wichtigen Worte haben mit der notwendigen Empörung mich eines bessern belehrt!

    Weiter so - Ihr Napoleon.
     
  3. Barcelona

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    @jiaolong: Volle Zustimmung!

    Zudem: durch diese unseelige Form des Tourismus wird einmalige Natur endgültig zerstört. Und das betrifft im Übrigen nicht nur hohe Berge, auch Alaska, sog. Taucherparadise (als ob die zum Tauchen gewachsen wären...) etc. pp werden von gelangweilten Menschen in ihren Urlauben heimgesucht.

    Dumm und schlecht. Meine Meinung.
     
  4. Schade, wäre dabei gewesen. Bei guter Lektüre, die der Sherpa vortrüge. Hätte sogar Flip-Flops zum Austauschen gehabt, damit man nicht in die Bredouille käme. Die schnellen Wetterwechsel, Sie wissen schon. Das Schuhwerk ist sehr wichtig. Bis heute weiß ich nicht, wie die Pioniere auf die Gipfel kamen – damals, als es noch keine Flip-Flops gab.
     
  5. Nun, unter diesen Umständen, wäre die Sache eventuell doch wieder voller Reiz.

    Alleine eines zeigt ihre unbrauchbare weibliche Konditionierung: Unser Sherpa, auch wenn seine knarzende Stimme von den urtiefen Traditionen des Bergsteigervölkchens kündigt, sollte nicht unbedingt beim Flip-beflopten Aufstieg die Nase in ein Buch stopfen - immerhin ist er der einzige der weiß wo es lang geht! Ich würde sagen: Ich lese, der Sherpa sortiert die Lage und sie tragen den Proviant: Dosen voll gesunder kümmeliger Graupensuppe. Und guten Wein!

    Einverstanden?

    Napoleon.
     
  6. Bärenfreund

    Bärenfreund Mitglied

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    Flip Flops: Weicheier! Die Hornhaut am Fuss sollte für einen echten Mann doch reichen :D
     
  7. Itekei

    Itekei Mitglied

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    Und wie wir spätestens seit Uli Keuler wissen braucht man dafür auch kein Sauerstoffgerät, da tut es auch ein Schnorchel. Natürlich nicht für die Sherpas, die packen das auch so, mit dem ganzen Gepäck der achso mutigen und durchtrainierten Bergsteiger auf dem Buckel.

    Wenn man sich mal vor Augen führt mit welcher baumwollbasierenden Ausrüstung Norgay und Hillary auf den Everest geklettert sind und mit welchem Hightechmaterial heute viele Bergsteiger versagen kann einem ganz schwindlig werden.
     
  8. Einverstanden! Der gute Wein ist sicherlich für Sie und den Sherpa?

    [​IMG]
     
  9. Fräulein Q., ich geb' doch dem Bruder nichts zu trinken! Wer weiß wie Tibeter schweren Roten verdauen und welche Enzyme, DNS-Ketten oder Leberwerte dem Sauerstoff-entwöhnte Völkchen zur Verfügung stehen!

    Nein, nochmal: Sie als Vertreterin des schwachen Geschlechts haben sicher Reize und jede Menge mütterlichen Muts, doch die Planung der Reise und die Befehlgewalt liegen bei mir.

    Sprich: Die Graupen für Sie! Der Wein für mich! Und der Sherpa darf Schnee lutschen.

    Napoleon.
     
  10. minilux

    minilux unregistriert

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    naja, am Mt. Everest hab ich da nicht sooo ein Problem (mal abgesehen von der Umweltzerstörung, aber auch das ist besser geworden), da dort selten bis nie Rettungseinsätze stattfinden, die Leute sterben einfach.
    Da ist das Matterhorn (oder bei uns auch gerne: der Watzmann) schon deutlich nerviger, weil da die Bergwacht hoch muss um solche A****öcher wieder runter zu holen
     
  11. minilux

    minilux unregistriert

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    da gabs mal diese amerikanische High-Society Tussi, die erst ihre Espresso Maschine und dann sich selbst auf den Everest tragen liess
     
  12. PATTE

    PATTE unregistriert

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    Da sich nun schon so viele Schaulustige vor der Bildzeitung hier im Schaufenster eingefunden haben bin ich nur noch ganz kleinlaut:


    ACHTUNG, ACHTUNG!

    DER BÜRGERSTEIG IST GRAU GESTRICHEN WORDEN! BITTE TRAGEN SIE FARBLICH SIGNIFIKANTE KLEIDUNG, DA SIE SONST GEFAHR LAUFEN ÜBERRANNT ZU WERDEN.

    ACHTUNG, ACHTUNG! ICH WIEDERHOLE DIE DURCHSAGE…

    PS: Neulich kam auch ein Bericht im Fernsehen, der über die Bakterien in Lebensmitteln aufgeklärt hat. Der Bericht ist nun schon über eine Woche her… langsam droht der Hunger die Oberhand zu gewinnen.
     
  13. MacBook Pro

    MacBook Pro Mitglied

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    In diesem Thread haben sich wieder die richtigen Gefunden um ihren geistigen "hochintelektuellen" Dünnpfiff im den Threadtiefen zu hinterlassen. Der Threadersteller hatte eine interesannte Thematik angesprochen doch leider wurde Sie mal wieder wegen deplatzierter Selbstdarstellung ins OFFTopic geprügelt. :rolleyes:
     
  14. avalon

    avalon Mitglied

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    Alte biblische Weisheit:

    Wer sich in Gefahr begibt, der kommt darin um. Jesus Sirach 3, 27

    Wo er Recht hat hat er Recht!
     
  15. ricky2000

    ricky2000 Mitglied

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    Wenn es keine Ziele, Herausforderungen und Risiken gäbe: wofür dann leben? Für die "Erfüllung" vor dem Fernseher? :sleep:
     
  16. gester

    gester Mitglied

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    angesichts der threadentwicklung kann man auch eine andere weisheit vorbringen:
    'wer mit dem schwert kämpft, der kommt von der scheide um' (keine ahnung von wem ;))
    rob

    @ricky
    genau. lieber zufrieden sterben als unglücklich dahinvegetieren ;)
     
  17. Neco

    Neco Mitglied

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    Ja, das finde ich auch...aufstehen, arbeiten gehen, heimkommen, fernsehen und die menschlichen Grundbedürfnisse versorgen kann in jedem fall nicht alles sein.

    Und insbesondere für Behinderte sind ziele, die sie sich setzen und erreichen können eminent wichtig...

    Aber es gibt sowas wie kalkulierbares risiko und wenn ich mich einer tödlichen Gefahr aussetze, dann ist das schon hoch gepokert nur damit ein paar vor der Glotze auf einen aufmerksam werden...egal ob Behinderter oder nicht.

    Abe rich schätze, das ist ein psychologisches Phänomen - wenn ich den höchsten aller Berge bezwinge, dann kann ich auch alles andere - auch wenn ich mein Leben aufs Spiel setze...
     
  18. avalon

    avalon Mitglied

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    Wobei die Erfüllung "Sterben für nothing am Mont Everest" sicher ein tolles Ziel ist.

    Nichts gegen Herausforderungen, aber mit ein wenig mehr Verstand und abwägen der Machbarkeit wäre so mancher noch für ein paar neue Herausforderungen am Leben.
     
  19. ricky2000

    ricky2000 Mitglied

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    Naja, das Topic bzw. das Thema ist ja schon so angelegt, dass man über die vermeindliche Unvernunft der Herausforderer den Kopf schütteln soll. Von daher ist es recht einfach, wenn man diesem einfach nachgibt.
    Hohe Ziele und Herausforderungen üben immer eine gewisse Faszination aus. Ultimative Herausforderungen noch mehr.
    Gerade für benachteiligte Menschen mag es besonders wichtig sein, sich auf diese Weise zu beweisen.
     
  20. Itekei

    Itekei Mitglied

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    Das Verkennt die Tatsache, dass Bergsteiger den Everest nicht alleine versuchen zu bezwingen sondern im Team. Es ist für einen Bergführer sicherlich keine große Freude Teammitglieder zu führen, die sich und damit auch den anderen gegenüber unverantwortlich handeln. Wer sich beim Bergsteigen übernimmt bringt leicht auch andere in Gefahr bzw. verdirbt denen die Tour durch Festfrieren am Berg ;)
     

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