Mac-Prozessor in JDAM-Bomben auf Irak im Einsatz

Luzz

Mitglied
Thread Starter
Mitglied seit
10.03.2003
Beiträge
753
Zitat aus "Telepolis", 25. Marz 2003, Artikel von Andreas Grote
(http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/14464/1.html)

... So benutzt beispielsweise Boeing zur zielgenauen Lenkung der JDAM-Bomben ein GPS-System, mit dem auch ein Segler seine Position auf dem Meer bestimmt. Und die GPS-Koordinaten werden zur Manövrierung der Raketen in den gleichen Mikroprozessor eingespeist, der bereits 1995 in Apple Macintosh-Computern eingesetzt wurde. ...
 
A

abgemeldeter Benutzer

Damit ist ja sicherlich der PowerPC-Prozessor gemeint. Der wird außer im Mac ja noch in vielen Systemen verwerndet. Vom meteologischen Supercomputer (IBM p-Series) über den Nintendo Gamecube, über Lichtpulte für Theater und Konzerte (Wholehog www.flyingpig.com ) etc. bis zu Steuerrechnern für Einzpritzanlagen im Auto.
Selbstverständlich wird dieser Prozessor von den Militärs genauso genutzt, von Atombombensimulationen bis zu Steuerungen für Zielsuchsysteme.:(
 

mj

Mitglied
Mitglied seit
19.11.2002
Beiträge
8.743
Einen Mac-Prozessor gibt es nicht. Es gibt die RISC basierten Prozessoren 68k sowie MPC von Motorola sowie die PPC Prozessoren von IBM. Alles vor dem G3 (PPC750) war Motorola, alles nach dem G3 ist wiederum Motorola (G4 = MPC74xx)
 

martyx

Mitglied
Mitglied seit
08.01.2003
Beiträge
2.792
btw.: in den tomahawks wurden die 68060 verbaut. ich wüsste nicht, das die in einem serienmac mal zum einsatz kamen - also weder die tomahawks noch die 68060 ;-).
 
A

abgemeldeter Benutzer

Original geschrieben von D'Espice
Es gibt die RISC basierten Prozessoren 68k (...)
Der 68k ist kein RISC, der ist ganz klassisch CISC.

(...) sowie MPC von Motorola sowie die PPC Prozessoren von IBM. Alles vor dem G3 (PPC750) war Motorola, alles nach dem G3 ist wiederum Motorola (G4 = MPC74xx)
MPC ist lediglich die Motorola-interne Produktnummernbezeichnung für den PowerPC. Der PowerPC wurde von IBM, Motorola und Apple zusammen entwickelt, es gab immer eine Version von Motorola und eine von IBM.
Ausnahme ist der G4, dessen altivec-Einheit eine eigene Entwicklung von Motorola ist, so dass es keinen IBM-G4 (PPC 74xx) gibt.
64-bit-Versionen des PowerPC-Designs wurden AFAIK bisher nur von IBM gebaut.

Apple hat in den PowerMacs mal IBMs und mal Motorolas verbaut. Im PowerMac 9500 ist z.B. ein 604 von IBM, im PowerBook 1400 ein 603 von Motorola, im aktuellen iBook ein G3 von IBM, im ersten iMac jedoch einer von Motorola usw.
 

mj

Mitglied
Mitglied seit
19.11.2002
Beiträge
8.743
Original geschrieben von ._ut
Der 68k ist kein RISC, der ist ganz klassisch CISC.
 
Der 68k ist kein CISC, der ist ein klassisches Beispiel für eine RISC Architektur: Minimaler Befehlssatz, in den ersten Version teils noch fest verdrahtet, die meisten Befehle können in einem Taktzyklus durchgeführt werden weil es eben einfach und keine komplexen sind.
 
A

abgemeldeter Benutzer

Original geschrieben von D'Espice
Der 68k ist kein CISC, der ist ein klassisches Beispiel für eine RISC Architektur: Minimaler Befehlssatz, in den ersten Version teils noch fest verdrahtet, die meisten Befehle können in einem Taktzyklus durchgeführt werden weil es eben einfach und keine komplexen sind.
Nope, da täuscht Du Dich.
M68000 Operands/Instructions
Instructions are multiple of 2-byte (16bit) words, 1 to 5 words per instruction
First part is opcode, mode, etc. Later parts are addresses and immediate operands

Das ist alles nicht so extrem, wie bei x86 (speziell die Register; acht gleichwertige 32-Bit DatenregisterD0 bis D7 können für 8-, 16- und 32-Bit Daten genutzt werden, 8 Adressregister), aber es ist ein klassischer CISC (Motorola 680x0: Befehlssatz insgesamt 61 unterschiedlich lange Befehle beim 68000, 119 beim Motorola 68040).

Der 68000 wird in vielen Informatik-Vorlesungen als exemplarisches Beispiel für CISC-Prozessoren vorgestellt. (Einfach mal bei google 68000 und CISC eingeben, da findest Du alleine 3 oder 4 Folien).
 

Arminio

Mitglied
Mitglied seit
19.12.2002
Beiträge
772
es ist immer wieder interessant die unterschiedlichen Aussagen von _.ut und D'Espice zu Prozessoren zu lesen ;)
 

mj

Mitglied
Mitglied seit
19.11.2002
Beiträge
8.743
Einverstanden, nach langem Studieren der Datasheets von Motorola, dem "Handbuch der Informatik" und einem kurzen Gespräch mit meinem TGI Professor (Prof. Bode) gebe ich mich geschlagen, hat mich mein Wissen doch tatsächlich getäuscht. Der MC68000 ist ein CISC Prozessor mit 56 Befehlen, 14 Speicheradressierungsarten und weitere CISC typischen Merkmalen. Diese Runde geht an dich ;)
 
A

abgemeldeter Benutzer

Original geschrieben von Arminio
es ist immer wieder interessant die unterschiedlichen Aussagen von _.ut und D'Espice zu Prozessoren zu lesen ;)
Das kommt zu einem großen Teil daher, dass es in der Welt der Computertechnik keine wirklich klaren Klassifizierungen gibt. Viel Fragen kann man eigentlich nur mit "Es kommt darauf an" beantworten.
Beispiel CISC und RISC. Zwischen einem Komplexen und einem reduzierten Befehlssatz unterscheiden einige Leute nur anhand der Zahl der Instruktionen. Ein PPC G4 hat aber deutlich mehr Instruktionen, als ein 68000. Diese Leute behaupten dann, ein G4 wäre ja gar kein richtiger RISC-Prozessor mehr (schon oft gehört). Es heißt aber nicht Big Instruction Set Computing, sondern Complex Instruction Set Computing. Ein RISC und ein CISC unterscheiden sich nicht (nur?) in der Quantität, sondern (auch?) in der Qualität der Befehle. Im Vergleich zur verkorksten x86-Architektur könnte man die sauber designte 68000er-Architektur sicherlich als Reduced bezeichnen, im Vergleich zu wirklichen RISC-Architekturen aber keinesfalls. (Es gibt noch andere Kritereien)
Desgleichen bei der Sache mit dem Cache. Es kommt drauf an, wie Programmiert worden ist. Ist das Programm so aufgebaut, dass es häufig auf große Teile des Arbeitsspeichers zugreifen muss, wirkt sich der langsame Bus stark aus, ist der Code so optimiert, dass möglichts wenig auf den Speicher zugrgriffen werden muss, wirkt der langsame Bus kaum aus. Wie stark sich ein schnellerer Speicherbus im Allltag auswirken würde, kann keiner genau sagen.
Ich bin gestern über eine Seite von Apple gestolpert, die genau das Problem beschreibt. http://developer.apple.com/hardware/ve/performance_memory.html da heißt es Optimire den Speicherverbrauch zuerst, dann erst Micro-Optimiere den Code. Es gibt keinen Grund, die Elemente eines großen Arrays zu verschieben, wenn man doch einfach die Pointer verschieben kann. Auf so optimierte Programme wirkt sich der langsame Speicherbus nicht so stark aus.
Die ganze Prozessortechnik ist mittlerweile so komplex geworden und hat so ein Eigenleben entwickelt, dass es in der Informatik einen Zweig gibt, der das Verhalten von Prozessoren erforscht. Man sollte ja eigentlich denken, dass das Verhalten bekannt sein sollte, wo Prozessoren doch von Menschen entwickelt worden sind.
Genauso ist es aber auch in andernen Bereichen, z.B. bei der Unterscheidung zwischen Emulatoren und Virtuellen Maschinen. Schon hier gibt es keine klaren Grenzen. Was ist dann aber der Sheepshaver für Be OS oder gar die Classic-Umgebung?

P.S. @ D'Espice: BASIC ist kein Compiler, sondern ein Interpreter. Zumindesten war es damals so, bei den modernen Versionen von Basic stimmt das auch nicht mehr ganz. ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

OSX0410

Mitglied
Mitglied seit
18.07.2002
Beiträge
872
Lieber martyx,
freut mich zu sehen, wie du den Trend fort führst.
Freud zu zitieren ist eben nicht alles.
Dir alles Gute auch weiterhin!
 

conny

Mitglied
Mitglied seit
28.03.2002
Beiträge
410
D'Espice, ein 'klassisches' Beispiel für RISC-Prozessoren sind zb DSP's.

conny