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M$ patentiert Doppelklick

Dieses Thema im Forum "MacUser Bar" wurde erstellt von Thomax, 07.06.2004.

  1. Thomax

    Thomax Thread Starter

  2. Rauti

    Rauti MacUser Mitglied

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    Da wird der Quatsch noch quätscher. Um mal Herbert Wehner zu zitieren.
    Das mit den Trivialpatenten versteh ich sowiso nicht. Meines Wissens gilt in den USA doch auch die Voraussetzung: Neuheit und Erfindungshöhe.
    Oder kommt das erst ins Spiel wenn ein Konkurrent das Patent abschießt ??

    Da blüht Europa ja einiges...
     
  3. Elefant

    Elefant MacUser Mitglied

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    Fördern Patente Innovation?

    S._B. Ein Patent gewährt dem Inhaber ein zeitlich begrenztes Monopol zur Kommerzialisierung einer Innovation. Dadurch soll erfinderische Tätigkeit belohnt, Innovation gefördert werden. Den empirischen Nachweis zu führen, dass Patente den Erfindergeist tatsächlich stimulieren, ist allerdings nicht einfach. Die vielen Studien, die sich der Frage widmen, lassen widersprüchliche Beurteilungen zu. Eine der neuesten Arbeiten* zum Thema wurde vor wenigen Wochen von Petra Moser veröffentlicht. Moser ist Assistenzprofessorin an der Sloan School of Management des Massachusetts Institute of Technology.

    Moser hat nicht Patentanmeldungen ausgewertet, sondern die Kataloge von zwei Weltausstellungen des 19._Jahrhunderts, der Crystal Palace Exhibition in London 1851 und der Centennial Exhibition in Philadelphia 1876. Das hat unter anderem den Vorteil, dass sich die Erfindertätigkeit in Ländern mit Patentrecht vergleichen lässt mit derjenigen in Ländern ohne ein solches Rechtsinstitut. Rund 33_000 Innovationen hat Moser katalogisiert. Sie findet in diesem Datenmaterial «keinen Beweis, dass Patentgesetze die Höhe der erfinderischen Tätigkeit gesteigert hätten». Sie glaubt aber zeigen zu können, dass solche Gesetze die Verteilung der Innovationen auf Industriezweige beeinflusst. In Ländern ohne Patentrecht bevorzugen Erfinder Branchen, in denen sich Innovationen leichter geheim halten können. Das ist beispielsweise in der Nahrungsmittelindustrie oder beim Bau von Messgeräten der Fall. Als Beispiel für ihre These nennt Moser die Schweiz. Ein Patentrecht wurde in der Schweiz erst 1907 eingeführt. Bereits an der Crystal Palace Exhibition in London fiel die Schweiz aber durch sehr zahlreiche innovative Exponate auf. Gemessen an der Grösse der Bevölkerung konnte die Schweiz hinter Belgien die meisten Innovationen präsentieren. Unter den Schweizer Exponaten findet Moser Produkte vor allem der Lebensmittelbranche und der Uhrenindustrie.

    *_www.nber.org/papers/w9909
    Quelle: http://www.nzz.ch/2003/11/14/em/page-article980SO.html
     
  4. Rauti

    Rauti MacUser Mitglied

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    @Elefant

    Zum diesem Thema gibts eine Titelstory in der aktuellen MIT Technology Review.
    AFAIK ist die Innovationsförderung durch Schutzrechte inzwischen Makulatur und eigentlich nur noch ein frommer Wunsch. Patente sind inzwischen strategische Instrumente. So werden geschütze Erfindungen ja von diversen Abwehrpatenten flankiert um zu verhindern, daß der Konkurrent eine Umgehungserfindung macht.
    Genauso werden einfach Patente angemeldet um der Konkurrenz das Portfolio zu torpedieren.
    Von Innovationsförderung durch Umgehungserfindungen, wie es ja ursprünglich mal gedacht war, kann da keine Rede mehr sein.

    Trotzdem wird man ohne Patente nicht auskommen. Gerade in Branchen, in denen sich kaum was geheimhalten lässt. Z.B. im Maschinenbau kannst Du deine Erfindung nur solange geheimhalten bis sie auf dem Markt verfügbar ist. Dann kann ja jeder Dein Produkt kaufen und nachbauen, ohne Deine Entwicklungskosten zu haben. Naja, praktisch siehts natürlich differenzierter aus aber im großen und ganzen ist das eine ziemliche Zwickmühle.
     
  5. Elefant

    Elefant MacUser Mitglied

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    Ach ja, und der Mann auf dem Patentamt 1902 in Bern hiess? Na? ...Albert Einstein. – Sachen gibts!
     
  6. bergkamp10

    bergkamp10 MacUser Mitglied

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    Zitat aus der von thomax angegebenen Quelle:
    Laut Patent löst eine PC-Anwendung unterschiedliche Funktionen aus, je nachdem, wie oft man einen Mausknopf bedient. Normal gedrückt, wird Funktion a) ausgelöst. Sehr schnell gedrückt, wird Funktion b) gestartet. Langsam gehalten, also mindestens eine Sekunde, erhält man Funktion c). Und wer sich mehrmals schnell hintereinander des Mausknopf bedient, erhält Funktion d). Alle vier Funktionen will sich Microsoft schützen lassen. Eine davon hat es in der Patentschrift selbst als «Doppelklick» bezeichnet.


    Sagt mal, wenn ich das recht verstehe will sich MS nicht nur den doppelklick, sondern auch den normalen einfachen mausklick sichern.
    "Normal gedrückt, wird Funktion a) ausgelöst" - das kann doch alles sein, vom öffnen von kontextmenüs bis zum markiern von dateien.
    und damit würde sich MS doch das gesamte konzept der computerbedienung per maus sichern, oder sehe ich das jetzt falsch? :confused:
     
  7. rouge

    rouge MacUser Mitglied

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    Genau

    Hallo

    Hab ich heute Morgen auch gehört - Ist wirklich ein bisschen heavy, oder?

    gruss
     
  8. neptun

    neptun MacUser Mitglied

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    Diese Aufforderung von Thomax kann ich nur unterstützen; so können wir das bisschen Demokratie, das wir noch haben, in Ehren halten.
    Und wählt ja bloss keine Parteien, die in zweifelhafte Geschäfte verschiedener grosser Konzerne verstrickt sind!
    Gruss, neptun
     
  9. breiti

    breiti MacUser Mitglied

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    ... dann bleibt noch welche partei über ...???
     
  10. neptun

    neptun MacUser Mitglied

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    naja, die Auswahl ist nicht berauschend :(
    Wegen einiger Themen, die mir am Herzen liegen - darunter das der Softwarepatente - scheint mir ein grüner Stift für den europäischen Stimmzettel sinnvoll.

    Gruss, neptun