Ist das Bürgergeld/b.l. Grundeinkommen unabwendbar?

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JeZe

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Ich dachte, es wäre klar, dass beim (B)GE ein Erwerbseinkommen on top draufkommt*); bei SGB-II-Leistungen hingegen werden Einkünfte (über einem niedrigen Freibetrag) sofort vom Regelsatz abgezogen.
Also im Endeffekt arbeitest Du für meine Wohnung und ich arbeite nur für das, was ich on top noch brauche.
 
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fa66

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Das BGE ist nichts anderes als eine weitere Form eines Sklavenmarktes.
Und ich hatte das Gefühl, dass ein (B)GE es einem Arbeitnehmer ermöglicht, sich gerade nicht mehr auf dem Sklavenmarkt der Unsinnstätigkeiten prostituieren zu müssen. Und wenn doch, die Macht zu haben, sich die Unsinnstätigkeit gut vergüten zu lassen (weil sonst kann’s der Chef ja alleine machen).
 
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thesaw

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Folglich: Der Anreiz, bei einem (B)GE zusätzlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist größer als beim SGB-II.
Wenn dies so ist, traurig.
Der Anreiz für sich selber zu sorgen (wenn möglich) statt dies den "anderen" aufzulasten, sollte immer da sein.
Zu sagen, ich könnte ja Arbeit haben und für mich selber aufkommen, aber dann bekomme ich ja weniger von den anderen, hm... nicht sehr solidarisch.....
Und ich hatte das Gefühl, dass ein (B)GE es einem Arbeitnehmer ermöglicht, sich gerade nicht mehr auf dem Sklavenmarkt der Unsinnstätigkeiten prostituieren zu müssen.
Das sich das bei dir immer so drastisch anhört.
Es gibt auch viele, denen macht ihr Job Spass, haben ein super Betriebsklima und verdienen sogar, ihrer eigenen Meinung nach, angemessen.
Wäre es nicht auch eine Möglichkeit da hin kommen zu wollen?

Bei mir ist es zumindest so, und selbst wenn es nicht so wäre, und ich 1k Euro im Monat sicher hätte. Ich könnte nicht ansatzweise davon leben, also muss ich weiter arbeiten gehen, so wie viele andere auch.
Deiner Meinung nach, müssten ja dann so viel nicht mehr arbeiten wollen, damit es ein Unterangebot an Arbeitnehmern gibt, sonnst würde sich zu jetzt ja nix ändern.
Aber angeblich wollen die meisten doch weiter arbeiten gehen, also kein "Erpressungspotential" für die AN ;)
 

fa66

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das Problem, das ich damit habe, ist zum einen, daß es nur für Deutsche gilt und jeden Ausländer "vogelfrei" macht…
Hmm? Das GG regelt die Beziehung zwischen dem Bürger und dem Staat. Soweit richtig. Die Grundrechte – der erste Teil des GG – gilt aber für alle sich im Staat Befindenden.
 

magheinz

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Äh wat?
Da steht schlicht nicht, dass die anwendbaren Regelungen des GG für Ausländer in Deutschland nicht gelten.
Ich denke auf diese Thema sollte man lieber gar nicht erst eingehen. Ansonsten diskutieren wir gleich nicht die Personal-Ausweise und was weiss ich sonst noch.
Wer heutzutage noch mit solchen Argumente und Themen kommt, der will es gar nicht wirklich wissen...
 
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fa66

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Es gibt auch viele, denen macht ihr Job Spass, haben ein super Betriebsklima und verdienen sogar, ihrer eigenen Meinung nach, angemessen.
Von denen rede ich doch gar nicht.
Wohl aber von denjenigen, die durch Maßnahmen und Vorgaben der ArGe (oder um diesen zu entfliehen) niedrigbelöhnte Erwerbstätigkeiten annehmen müssen, die zwar den Hartz-IV-Bezug mindern helfen (bis hin zu Null), die – außer die sie wirklich freiwillig tun – niemand annähme. Dass es den Einen oder Anderen gibt, dem es Spaß macht, in einem super Betriebsklima Leuten Lottoscheine oder Zeitschriftenabos zu verkaufen (um nicht aufzudrücken zu schreiben), schließe ich ja nicht aus; ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass es sich dabei um eine signifikante Anzahl Erwerbssuchender handelt.

Man kann’s auch so formulieren: Was früher™ Schüler- oder Studenten-Ferienjobs waren, sind heute Tätigkeiten, in die »normale« Arbeitnehmer gedrängt werden.
 
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nonpareille8

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Wenn ich sowas höre, überlege ich, ob es zu viel ist. Gruss aus der U-Bahn! :mad:
Dann tausche doch deinen gutbezahlen Job gegen das noch besser dotierte Hartz.

Hm, wenn du 450€ dazu verdienst, hast du effektiv 70€ mehr als vorher.

Es wird doch eigentlich nicht vom H4 Satz abgezogen, sondern aufgrund deines Einkommens, brauchst du weniger H4 um auf das Existenzminimum zu kommen.

H4 ist auch nicht gedacht, Gewinn zu machen.
So wie du es schreibst, sorry, aber da liest sich so als wenn dir H4 erst mal zusteht für immer, bedingungslos wie ein BGE und wenn du dann noch arbeiten gehen sollst, muss sich dies auch richtig lohnen.
So ist es aber nicht gedacht.
Erst einmal bist du für dich selber verantwortlich und wenn du es alleine nicht schaffst, aus welchen Gründen auch immer,
dann wirst du unterstützt, mit dem Geld welches andere für dich erarbeiten.

Es gibt bei H4, Mindestlohn, Renten etc. unbestritten gewaltigen Reformbedarf, aber es muss sich erst mal jeder selber fragen was er beitragen kann, bevor immer nach den anderen gerufen wird.
Ah geil, vermutlich aus einer Heile-Hartz-Welt-BA-Broschüre zur Argumentations- und Legitimationsverstärkung der „Job“center.
Hast du einen Downloadlink dazu ?

Was nicht fehlen darf ist selbstredend der Hinweis auf Eigenverantwortlichkeit.
Logo, die Leute sind erstmal selber schuld und die Gemeinschaft wird auch noch bemüht. :sleep:

Ja, klar, die unsichtbare Kraft des freien Marktes wird das schon regeln.
Wohl eher „der Markt wird euch richten“.
 
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thesaw

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Hast du einen Downloadlink dazu ?
https://www.hartziv.org/freibetraege-einkommen.html
Wenn du andere hast, immer her damit.
Was nicht fehlen darf ist selbstredend der Hinweis auf Eigenverantwortlichkeit.
Tja, wer nach der Verantwortung der Gesellschaft ruft, sollte nicht vergessen, dass er selber Teil dieser ist ;)
Logo, die Leute sind erstmal selber schuld
Hab ich das geschrieben?
und die Gemeinschaft wird auch noch bemüht.
Hab ich geschrieben, dass ich damit ein Problem hätte, wenn jemand den Bedarf hat?
Lass doch die Polemik.
 
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magheinz

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Wohl eher „der Markt wird euch richten“.
Ein BGE sagt ja nicht, dass der Markt drumherum unreglementiert sein muss.
Es gibt diverses Möglichkeiten wie man das Problem löst. Man könnte auch eine freiwillige Müllabfuhr einrichten analog zur Feuerwehr. Bei der freiwilligen Feuerwehr gilt die Freiwilligkeit ja auch nur so lange, wie es genug Freiwillige gibt. Sind es zu wenige gibt's eine Berufsfeuerwehr oder einen Zwangsdienst.
Edit: das könnte man analog auf alle gesellschaftlich wichtigen Berufe ausweiten.
Nicht das jetzt jemand denkt das fände ich toll! Ich zeige es nur als eine Möglichkeit auf.
Die andere wäre es entsprechendes Geld in die Hand zu nehmen und zu schauen ab welcher Summe jemand den Job macht.
 

nonpareille8

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Tja, wer nach der Verantwortung der Gesellschaft ruft, sollte nicht vergessen, dass er selber Teil dieser ist ;)
Leider nichts als eine neoliberale Phrase.
Ich bezweifle dass man erwachsenen Menschen Hinweise auf Verantwortung geben muss. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Allerdings sind diese unterschwelligen oder auch deutlichen Hinweise mit dem Zeigefinger, Teil der Methodik „Blame the victims“.
Nicht das System, in dem Fall Hartz ist mies, nein, die Betroffenen sind die Verusacher ihrer Misere. Das ist der Grundton.
Irgendetwas muss ja dran sein, sonst wären sie ja nicht in der Lage und bla, bla, bra ...

Typisch hier die kleinteilige Argumentation der Neoliberalen hinsichtlich Menschen die am Arbeitsmarkt nicht teilnehmen können.
Da wird sich an Betroffenen abgearbeitet dass die Schwarte kracht.
Auch die Angst vor Macht- und Einflussverlust bei einem BGE ist deutlich lesbar.

Bringt doch diese Energie mal auf um die Missstände bei den Reichen und Superreichen aufzuzeigen.
Ereifert euch mal an den haarsträubenden Plünderaktionen dieser Gruppe inklusive der Kriegsgewinnlerschaft anlässlich der Agenda 2010.
Eine Wette ? Da wird nichts kommen, weil kein Interesse besteht, man will ja nicht stören.

Die heilige Kaste der edlen, über anderen stehenden „Leistungsträger“, wer wird denn wagen sie anzutasten.
Da ist es doch wesentlich geschmeidiger auf die einzudreschen, die sich nicht wehren können.
 

thesaw

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Wahnsinn, was man alles aus einem Beitrag raus lesen kann, was da garnicht steht.
Bringt doch diese Energie mal auf
Zu lesen was ich schreibe und interpretiere da nicht etwas rein, nur damit Du mit der großen Moralkeule hier schwingen kannst.
Alles nur kommunistische Phrasen was da kommt.

:Pfeif:
 
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pmau

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Die andere wäre es entsprechendes Geld in die Hand zu nehmen und zu schauen ab welcher Summe jemand den Job macht.
Dem würde ich sofort zustimmen, wenn nicht der Staat 40% Einkommenssteuer und 19% Mehrwertsteuer von jedem Euro nimmt, den man da großzügig in die Hand nimmt.

Versteh mich nicht falsch. Ich bin absolut bei Dir, dass Arbeit auf die wir alle angewiesen sind ordentlich bezahlt wird.
Das Problem hierbei sind neben den Lohnkosten die tatsächlichen Kosten für z.B. Abfallentsorgung.
Wenn Du jetzt noch mehr für die Mülltonne zahlen musst, hilft Dir Dein BGE nicht mehr.

Nochmal, ich bin voll bei Dir. Das Problem ist unser Staat, der sich komplett aus Steuern finanziert oder sagt "Das machen die Kommunen".
Da kannst Du Dein BGE bei 5.000 Euro monatlich netto ansetzen.

Würde ich hier mal auflisten für was mein Staat gerade meine Steuern ausgibt und warum ich das nicht mehr will, würde man mich hier vermutlich sperren :)
Irgendwann werde ich mal schreiben wie meine Lebenssituation aussieht. Ihr würdet Euch wundern.

PS: Keine Sorge, es geht mir relativ gut.
 
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pmau

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Bringt doch diese Energie mal auf um die Missstände bei den Reichen und Superreichen aufzuzeigen.
Die heilige Kaste der edlen, über anderen stehenden „Leistungsträger“, wer wird denn wagen sie anzutasten.
Ich bin normaler Arbeitnehmer.

Was mir sofort den Blutdruck auf enorme Werte bringt, ist diese "Wenn wir doch nur das Geld der Reichen umverteilen würden."
Genau das propagiert der Staat um seine Misswirtschaft zu verstecken.
Die Politik hat seit Schröder versagt.
Merkel hat den Rest erledigt.
 
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