iPhone X Garantie und Gewährleistung

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  1. Rosettenharfe69

    Rosettenharfe69 Thread Starter Mitglied

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    Hallo Apfelfreunde,

    da das iPhone X nun knapp über einem Jahr auf dem Markt ist, bei zeitigen Käufern demzufolge die Garantie vorbei ist, möchte Ich gern eure Erfahrungen lesen bezüglich folgendem Szenario:

    iPhone X ist defekt, Garantie vorbei, kein AppleCare abgeschlossen - Keine sichtbaren physikalischen Schäden, keine Einwirkung von Wasser etc. Also spontanes Versagen des Gerätes. Was ist nun mit den knapp 600€ Reparaturkosten?



    Nun meine Erfahrungen erstmal dazu, welche ich in den kommenden Tagen ergänzen werde:

    Iphone X Display ist plötzlich schwarz, keine Reaktion auch auf "blinde" Eingaben.
    Support kontaktiert - dieser meinte, dass ich aus der Garantie bin und keine Möglichkeit der kostenlosen Reparatur habe.
    Maximal durch den Händler, falls ich es über einem Händler erworben habe. Dies habe ich nicht. Ich habe es direkt bei Apple damals gekauft.
    Langes Hin und Her- Diskutieren, ob da nicht irgendwas geht, da keine äußerlichen Einflüsse das Gerät kaputt gemacht haben, Garantie eben erst ausgelaufen ist, ich die Geräte immer sanft behandel......
    Und ganz plötzlich rückt Apple mit der Sprache heraus, dass selbst die Apple Homepage an sich eine Art "Händler" ist und dass ich das Gerät einschicken soll und Apple es versucht über die Gewährleistung kostenlos zu reparieren.
    Ich vermute die lassen sich erst nach langer Diskussion drauf ein, weil Apple ja Ihr AppleCare vertreiben will. Sonst würden ja weniger das Zusatzpaket kaufen.
    Das Gerät wird morgen abgeholt und ich gebe Status- Update, sobald ich Info habe.


    Vielleicht habt Ihr eien ähnlichen aktuellen Fall und könnt eure Erfahrungen teilen bzw. habt noch Geheimtips zur Vorgehensweise.
     
  2. noodyn

    noodyn Mitglied

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    Im zweiten Jahr hast du ja die Gewährleistung... KEINE Garantie!!!... darauf musst du pochen und solang man dir keine unsachgemäße Handhabung nachweisen kann, besteht hier auch kein Grund, das Gerät nicht zu reparieren. Du hast aber keinen Anspruch auf den "Komfort" eines Apple Care Plans, wie z.B. ein sofortiges Ersatzgerät oder ähnliches.
    Lies dir auch mal https://www.macwelt.de/ratgeber/iPh...aehrleistung-oder-selbst-zahlen-10090664.html durch.
     
  3. roedert

    roedert Mitglied

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    Naja, so einfach ist das nicht.....
    Die Gewährleistung ist ab dem 7. Monat eigentlich nichts mehr wert und du bist sehr auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Er muss dir gar nichts mehr machweisem, sondern du musst eigentlich nachweisen, dass der Fehler bzw. die Fehlerursache bereits zum Zeitpunkt des Kaufs bestand.
     
  4. Peacekeeper

    Peacekeeper Mitglied

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    Meine Erfahrung mit Apple diesbezüglich ist seit ca. dem iPhone 6S, dass Geräte, die bei Apple direkt erworben wurden im 2. Jahr (also Garantie rum, Gewährleistung noch da) wie mit Garantie behandelt werden. Zumindest an der Genius Bar im Store wo ich das Gerät erworben habe. Ein Anrecht darauf hat man aber nicht.
     
  5. JeZe

    JeZe Mitglied

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    Wichtig hier ist aber, dass der Anspruch gegenüber dem Verkäufer besteht, nicht gegenüber Apple.
     
  6. packo

    packo Mitglied

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    Ich kann ähnliches berichten. Allerdings nur mit Geräten bis zum iPhone 5. Seither hatte ich keinen Termin mehr nötig an der Bar. Wäre interessant zu wissen, ob Apple immernoch sehr kulant ist oder ob sie die Einstellung bereits geändert haben.
     
  7. roedert

    roedert Mitglied

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    Klar - aber in diesem Fall ist ja Apple auch der Verkäufer.
     
  8. dtp

    dtp Mitglied

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    Rein rechtlich ist die Sache klar.

    1. Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers gegenüber dem Kunden. Wurde sie eingeräumt, muss sie natürlich auch gemäß BGB gewährt werden.
    2. Die von Apple gewährte einjährige Garantie ist abgelaufen. Ergo besteht auch kein Garantieanspruch gegenüber Apple mehr.
    3. Die gesetzliche Gewährleistung ist im BGB geregelt. Sie beträgt bis auf wenige Ausnahmen zwei Jahre und regelt die Beziehung zwischen Käufer und Händler. Dabei muss der Mangel bereits zum Gefahrenübergang vorgelegen haben. Tritt er erst danach auf, greift die Gewährleistung nicht. Innerhalb des ersten halben Jahres nach Gefahrenübergang liegt die Beweislast, dass der Mangel nicht bereits beim Gefahrenübergang vorgelegen hat, beim Händler. Danach greift die so genannte Beweislastumkehr und der Käufer muss beweisen, dass der Mangel bereits beim Gefahrenübergang vorgelegen hat. Im vorliegenden Fall sehe ich keinen Gewährleistungsanspruch mehr gegenüber Apple, die hier ebenfalls als Händler auftreten.
    4. Alles außerhalb der Garantie und der Gewährleistung basiert auf Kulanz durch den Hersteller oder den Händler. Einen Rechtsanspruch hat man hier nicht. Außnahme: Man kann nachweisen, dass der Hersteller oder der Händler seinen Kunden gegenüber in bestimmten Fällen immer kulant gehandelt hat. Dann kann man im Rahmen der Gleichstellung und ggf. des nicht gesetzlich verankerten Gewohnheitsrechts ebenfalls auf Kulanz pochen.

    Es könnte sein, dass man im vorliegenden Fall auf Punkt 4 bestehen kann. Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass man - falls Apple sich hier nicht kulant zeigen sollte - eher schlechte Karten hat. Trotzdem ist der Fall interessant, da er ggf. auch für andere Käufer in derselben Situation von Bedeutung sein könnte.
     
  9. JeZe

    JeZe Mitglied

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    Wenn ein Handy-Display nach einem Jahr einfach schwarz bleibt und das Handy normal benutzt wurde, d.h. keinerlei Anzeichen von Gewalteinwirkung oder sonstigem zu sehen ist, dann ist davon auszugehen, dass der *zugrunde liegende* technische Mangel bereits beim Gefahrübergang bestanden hat.
    Ich denke so würde das auch jeder Richter sehen, weswegen ich die Gewährleistung auch nach der Umkehr der Beweislast nach 6 Monaten keinesfalls als wertlos ansehen würde.

    Die Frage ist immer nur: muss man sein Recht durchsetzen, oder lenkt der Verkäufer schon vorher ein.
     
  10. dtp

    dtp Mitglied

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    Wie kommst du denn da drauf? Ein derartiger Mangel kann auch erst später auftreten. Hätte er bereits beim Gefahrenübergang existiert, wäre das Display ja bereits dann schwarz gewesen. Zudem liegt es mittlerweile am Käufer zu beweisen, dass der Mangel bereits beim Gefahrenübergang vorlag. Kann er das nicht zweifelsfrei tun, bleibt einem Richter nichts anders übrig, als zu Gunsten der Gegenpartei zu entscheiden.
     
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