iPad (8, iOS 14.2, 128GB) schultauglich machen

rudluc

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Zum Beispiel GIMP. Das auf Desktop-Rechnern etablierte Programm wird als iOS-Version im App-Store mit 1.5 Punkten bewertet, (..)
1. Gimp ist einfach nicht für Touch-Bedienung konstruiert. Selbst auf einem Windows-Tablet (Surface Pro) ist die Bedienung ein Graus.
2. Gimp ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine OpenSource-Software den Bach herunter geht, wenn kaum noch Entwickler dran arbeiten. Es ist fast auf dem gleichen Stand wie vor 10 Jahren. Es ist für Full-HD Auflösung gemacht. Wenn du einen höher auflösenden Bildschirm besitzt, musst du eine Lupe nehmen, um die Bedienungselemente zu erkennen. Ich habe selbst jahrelang im Kunstunterricht Grundlagen der Bildbearbeitung mit Gimp unterrichtet. Privat am 5K-Bildschirm käme ich nie auf die Idee, es zu verwenden!
Wenn du eine gute kostenlose Grafikapp fürs iPad suchst, dann nimm Autodesk Sketchbook, am besten mit Pencil.

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Apple und die smarte App-Welt, die der Konzern erschaffen hat, damit nichts zu tun haben soll. Wie die Zusammenhänge genau aussehen, weiß ich, wie gesagt, nicht. Es dürfte viel mit Schnittstellen und Standards zu tun haben, über deren Ausgestaltung und Zugriff jedoch eindeutig der Gatekeeper bestimmt. Und der will ganz offensichtlich Kommerz total, zu eigenem Nutz und Fromme.
Du solltest mal ohne ideologische Vorurteile das iPad nutzen. Apple ist auch keine bösere Firma als Microsoft oder Google. Du tust so, als verdächtigst du Apple, das Angebot von kostenloser Software zu verbieten. Ich kann dir Dutzende von ausgezeichneten Gegenbeispielen nennen. Ja, Apple liefert sogar ganz hervorragende Apps bereits kostenlos mit!
Apple stellt genau wie Microsoft Entwicklerwerkzeuge zur Verfügung, die das Erstellen von modernen Applikationen auf der jeweiligen Plattform unterstützen. Standards sind notwendig, um eine Interoperabilität und einen Datenaustausch zwischen Programmen und Plattformen zu ermöglichen bzw. sogar bereits das bloße Funktionieren.
Apple ist lediglich Gatekeeper, als dass es bei iOS/iPadOS keine Installationen aus fremden Quellen zulässt, was aber auch ein Sicherheitsmerkmal ist. Und die teilweise recht restriktiven Standards bei Apple sorgen auch dafür, dass alles dort ist, wo es hingehört. Und wenn du eine Applikation löschst, ist auch alles weg, es bleiben keine Reste übrig.
Gerade für Schulen bzw. für Schüler sind iPads perfekt geeignet. Wenn du dir nach 2-3 Jahren die Schülergeräte anschaust, sind allenfalls die Bildschirmhintergründe geändert und die App-Icons auf andere Bildschirmseiten gewandert. Aber es kann nicht vorkommen, dass ein Schüler sein Gerät vollkommen verkonfiguriert hat. Alles ist da, wo es sein soll.

Ob ich selber auch ohne Lohn arbeite? - Ja! Ich habe Wikipedia-Artikel verfasst und Lehrvideos veröffentlicht, einige Wochenenden habe ich damit zugebracht, und in meinem Job als Lehrer tue ich auch erheblich mehr, als ich eigentlich müsste, viel mehr. Das kann ich natürlich nur deshalb tun, weil ich sozial abgesichert bin. Aber gerade darum! Ganz viele Menschen tun Dinge für andere Menschen, ohne dafür gleich die Hand aufzuhalten. Ganz einfach weil sie begriffen haben, dass es glücklich macht, in seiner Tätigkeit aufzugehen und dabei mitzutun, das Leben für alle besser oder wenigstens erträglicher zu machen. Man stelle sich mal vor, die Welt würde nach Lulesis Vorstellungen funktionieren: Money for honey, alles hat seinen Preis, vielleicht selbst noch die Luft zum Atmen. Das wäre eine Welt, in der ich nicht leben wollte, Lulesi wohl auch nicht wirklich, wie ich annehme.
So sind wir Lehrer halt. ;)
 

lulesi

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Ein Wort noch zu Lulelis implizitem Vorwurf, OpenSource-Nutzer hätten eine Schmarotzer-Mentalität. Das halte ich nicht nur für unverschämt, sondern auch für verfehlt: Ich erwarte doch gar nicht, dass alle Welt kostenlos für mich arbeitet

Wo bitte habe ich etwas über "Schmarotzer Mentalität" geschrieben oder impliziert?
Der Hinweis nach kostenloser Software kam von Dir, und ich habe lediglich aufzeigen wollen dass es nicht normal ist dass jeder umsonst arbeitet.
Mancher Softwareentwickler macht dies aus Idealismus andere machen dies um ihre Familie zu ernähren und andere wieder entwickeln kostenlose
Software, die gar nicht kostenlos ist, sondern lediglich nicht direkt durch Geld der Nutzer bezahlt wird, sondern z.B. durch deren Daten.

Ich bedaure es wirklich sehr, dass anscheinend niemand eine kostenlose Software für dein spezielles Segment in den App Store
gestellt hat, aber deine Vorwürfe gegen Apple oder mich sind absolut ungerechtfertigt.
 

rudluc

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Ich kann il Castrato in einigen Punkten aus eigener Erfahrung verstehen und gut nachvollziehen: Man kann als Lehrer nicht einfach im Unterricht nach Lust und Laune kostenpflichtige Software einführen. Der Bildungsbereich hat da andere Gesetzmäßigkeiten als die Wirtschaft.
Einmal ist für einen einfachen Lehrer die Beschaffung von kostenpflichtigen Volumenlizenzen nicht immer einfach, zum Anderen stehen die nötigen Finanzmittel oft nicht und wenn dann zu ungünstigen Zeitpunkten zur Verfügung. Aktivierungspflichtige Software ist lästig und kann fehleranfällig sein (Negativbeispiel Microsoft). Software, die einen Account verlangt, ist aus Datenschutzgründen in Schulen problematisch. Und zuletzt will man Schülern/Eltern keine zusätzlichen finanziellen Hürden auferlegen. Wenn man Schüler schon motivieren will, mit einer Software zu experimentieren, dann ist es Mist, wenn sie dann auch noch etwas kostet.
Ich war damals in der iPad-Klasse extrem froh, alle wesentlichen Bedarfe für digitalen Unterricht mit der mitgelieferten Apple-Software abdecken zu können und habe vorerst keine weiteren Apps haben wollen.
 

AppleNutzer17

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Ipads und Co haben die schulischen Möglichkeiten derart erweitert dass man seinen Unterricht viel besser auf die Kinder abstimmen kann.
Ja, aber Du kannst ein iPad eben nicht auf den Overhead-Projektor legen. Und das ist nun mal ein echtes Hindernis für den Lehrer-Alltag.

Der wichtigste Punkt für Lehrende ist der Wunsch, etwas zu verändern und der Wille, sich dort einzuarbeiten. Das sehe ich sogar als essentiell an. Wenn dieser Wille fehlt, geht's garantiert schief.
Und damit haben wir im Prinzip auch schon die Problemstellung dieses Threads erfasst. Wobei ich es durchaus begrüße, dass der TE sich hier anmeldet und seine Frage stellt. Trotz Unmut gegenüber der Sache und mangelndem "Fachwissen", versucht er dran zu bleiben.
 

il castrato

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Ja, aber Du kannst ein iPad eben nicht auf den Overhead-Projektor legen. Und das ist nun mal ein echtes Hindernis für den Lehrer-Alltag.
Stimmt natürlich nicht. Lehrer unterscheiden sich von anderen Teilen der Gesellschaft überhaupt nicht, was ihre Einstellung zur Digitalisierung betrifft: Sie sind restlos begeistert von der App-Welt, die im letzten Jahrzehnt über uns kam. Man kann's ja auch verstehen: Die allermeisten erkannten zwar schon viel früher zumindest grob das Potenzial von IT, die Nutzung war aufgrund fehlender Basiskenntnisse aber immer auch mit nervtötenden Schwierigkeiten verbunden. Bestimmte Anwendungsgebiete waren einer Mehrheit komplett verschlossen. Das hat sich mit Smart radikal geändert, denn damit kommt jeder klar. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, die sich ihrer Faszination hemmungslos hingibt und weniger denn je in der Lage ist, die technischen Grundlagen zu begreifen und die Technik bzw. den Umgang damit kritisch zu hinterfragen. Einen Mangel an Digitaleuphorie haben wir jedenfalls nicht, auch bei Lehrern nicht. Zwar wird oft beklagt, dass es zu viele Vorbehalte gebe, Berührungsängste und einen hartnäckigen Unwillen, sich mit Digitaltechnik auseinanderzusetzen und hinzuzulernen. Das ist aber Quatsch. Man muss ja auch gar nicht viel lernen, weil der große Bruder alles für einen macht - man muss nur immer wieder mit Geld und Daten bezahlen, dann läuft's.
 
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