Illustrator vs. Affinity Designer vs. Corel

Veritas

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Egal wie es heißt ... sagen wir halt „PDF erzeugen“ :)
Nein. Die .indd Datei wird nicht groß, da sie nur Vorschaubilder enthält. @dreilinger schrieb ja, dass alleine die .cdr riesig ist. Und es macht einen Unterschied, ob ich 40MB oder 3GB speichern muss.
Gleiches Spiel in Affinity. Ein nondestruktives RAW in Lightroom oder Capture One wächst nur um die Settings und Vorschaubilder an, in Affinity werden aus 20MP mal schnell keine 30MB, sonder 160MB.
 

MacEnroe

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Es ging die ganze Zeit um PDFs.

Das war der Post von Dreilinger. War evtl. missverständlich, mit „Coreldatei“ meinte er Corel PDF Datei.
Am Ende des Zitats wird es klar. :)

Coreldatei mit 2,6GB. Es sind 13 Rollups. 13 Hintergrundbilder (300dpi) mit Vectorebene davor. Grundsätzlich gibt es keine Probleme das in Corel zu handeln.
Ausgabe als PDF/X3, CMYK, Bilder 300dpi verlustfrei als ZIP.
Dauer: 45 Minuten! Endgröße der PDF erwartete 2,6GB.
 

dreilinger

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Nein. Ich meinte wirklich Corel als Quelldatei.
Daraus dann eine PDF.

Ich arbeite nicht mit Verknüpfungen. Deswegen ist die Coreldatei auch so groß.

Das soll auch zeigen, dass Corel damit keine Probleme hat. Das es geht.
 

Libi

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Aber da wird dann alles im Affinity-eigenen Format gespeichert und eingebettet, oder?
Ich denke, das ist auch Workflow-abhängig. Mein Werkzeuglayout sieht in InDesign, Illustrator, Capture One und Photoshop gänzlich anders aus. Mal auf einem Monitor, mal auf beiden. Mal sind die Paletten statisch, in Illustrator werden sie immer verschoben.
Was in InDesign wirklich nervig ist... macOS und Windows zusammen über Netzlaufwerke. Bei mir heißt es z.B. /Server/Projekte beim Kollegen \\Server\P und InDesign kommt da durcheinander.
Ja, abgespeichert wird im Affinity-eigenen-Format. Alternativ als Exportdatei, wobei da kein .indd, .idml, .ai, oder .ps dabei ist.
Zumindest .idml als Importformat steht auf der Roadmap für eine zukünftige Version.

Ich habe hier einen ganz guten Test von Affinity Publisher gefunden, der auch auf den Workflow eingeht und Pro und Contras aufzeigt.
https://www.diedruckerei.de/magazin/affinity-publisher-test/

Ich werde zwar vorerst weiterhin bei Adobe bleiben (solange meine Kunden nichts anderes verlangen), aber die drei Affinity-Programme habe ich mir trotzdem gekauft, um sie zu testen und über den Tellerrand zu schauen (und in ein paar Projekten konnte ich sie auch schon unterstützend einsetzen).

Affinity hat mehrmals im Jahr Rabattaktionen. Da hat mich jedes Programm 38,- Euro abzgl. MwSt. gekostet.
Dazu gab es dann auch noch gratis Fonts, Pinsel, etc. dazu und kostenlose Updates (mal sehen wie lange ;-) )
Da kann man doch nicht meckern.
 

MacEnroe

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Nein. Ich meinte wirklich Corel als Quelldatei.
Daraus dann eine PDF.

Ich arbeite nicht mit Verknüpfungen. Deswegen ist die Coreldatei auch so groß.

Das soll auch zeigen, dass Corel damit keine Probleme hat. Das es geht.
OK. Aber wenn du das PDF gleich groß wie die Arbeitsdatei erwartest, heißt das dann,
dass Bilder schon beim Import nach CorelDraw „zusammengerechnet“ und komprimiert
werden? Also Ebenen weg, als JPG eingebettet?
Ansonsten müsste die Corel-Datei ja vielfach größer sein als ein PDF.
 

dreilinger

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Ok, ich erkläre es mal.
Die CorelDatei zu PDF Datei ist nativ 2,6GB groß. (13 Seiten a 80cmx215cm)

Ich setze zB. RollUps.
Datei Namenschema und Arbeitsweise für eine Druck-PDF:

RollUp Museum v1.cdr
RollUp Museum v2.cdr usw.
RollUp Museum final.cdr
---> das ist die letzte Version die offen ist und vom Kunden abgenickt wurde. Da sind dann auch alle Programmeffekte wie Schatten, Linsen, Powerclip, Überblendungen, Farbverläufe, Texte usw. drin.

RollUp Museum zu PDF.cdr
---> in dieser Coreldatei bereite ich die Daten für den PDF-Export vor. Also es werden alle spezifischen Coreleffekte entfernt die Probleme bereiten. Transparenzen, Schatten, Bilder usw. werden zu EINEM Hintergrundbild verschmolzen und in den gerade gebrauchten Farbraum angelegt (Offset also CMYK). In den Vordergrund kommt die Vektorebene mit Text, Logos, Grafiken.

Die so vorbereitete Corel-Datei wird dann als PDF exportiert. Parameter:
PDF/X3
Farbprofile
Auflösung der Bitmaps
Kompression der Bitmaps
Text in Kurven
Überdrucken übernehmen
Sonderfarben erhalten

Anschließend überprüfe ich die Datei noch im Acrobat gegen:
Ist wirklich pro einer Seite nur eine Bitmap enthalten?
Was wird Überdruckt?
Sind die richtigen Sonderfarben enthalten und richtig bezeichnet?
Outputintends?
Keine indizierten Farben? (Haben manche Rips mit Probleme)
Alle Schriften in Kurven?

So kann ich sicher sein, dass mit dieser PDF auch der letzte Belichter/Rip damit klar kommt und fehlerfrei ohne Überraschung gedruckt werden kann. Diese PDFs sind hochkompatibel zu jedem Programm.
Wenn man dann noch die richtige Datei zum Dienstleister schickt, gibt es keinen von mir zu verantwortenden Ausschuß.*

Nochmal zu meinen Beispiel: Nativ 2,6 GB. Das ist natürlich eine große Datei, weil die ganze RollUpFläche EINE Bitmap ist. (Die Vectorelemente sind in der Größe naturgemäß Pille Palle)
Die von Corel exportierte PDF wird erwartungsgemäß ähnlich groß, weil gleiche Auflösung und (HIER) ZIP-Kompression der Bilder in der PDF eingestellt wurde (ich schrieb oben verlustfrei).

Stelle ich bei der PDF JPG-Komprimiereung mit einem entsprechenden Faktor ein, wird die PDF natürlich kleiner. Auch ist für ein RollUp, wo der Text eh als Vector vorliegt und nicht gerastert wird, eine Hintergrundauflösung von 300 DPI völliger Blödsinn. (Bitte keine Diskussionen über DPI oder PPI usw. :D)

Wichtig ist eigentlich nur, wie langsam oder schnell Corel mit einer nativ-großen Ausgangsdatei umgeht: gemütlich.
Und ganz wichtig ist, dass ich bestimmt seit 15 Jahren den Distiller nicht mehr geöffnet habe ....


* Und doch gibt es manchmal Überraschungen. Neulich hat ein RIP ein weis, welches mit 0/0/0/0 angelegt war, als transparent interpretiert ... (nein, es wurde nicht überdruckt) :eek:
 
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MacEnroe

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Achso. Dass die 13 RollUps in CorelDraw gleich groß (2,6 GB) sind wie 1 Rollup als PDF
hat mich etwas falsches vermuten lassen. :)

Ganz schön umständlich. Wenn ich Messe-Wände gestalte, dann in Illustrator. Mit Schatten
und Effekten, wenn es sein muss. Gewöhnlich in 1:10.

RollUps, Plakate, PKW Aufkleber, Planen in Indesign in Originalgröße.

Aber ich exportiere einfach PDFs. Ohne vorher etwas „plattzurechnen“. Hatte noch nie
Probleme mit Dienstleistern, Messebauern oder Anbietern im Internet.
 

dreilinger

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Plattzurechnen, ja, manuelle Transparenzreduzuerung.
Eigentlich geht es aber recht fix. Vektoren einsammeln, wegpacken. Den Rest in eine Bitmap, die Boxen noch sauber zuschneiden und die Vektoren wieder einfügen. Das geht schnell. Und ich bin auf der sicheren Seite.

Ich kenne viele Dienstleister die KundenPDFs satt haben. Da werden PDFs einfach getifft und somit auch Schriften gerastert - ich hasse das! Es gibt Ärger mit mir, wenn meine PDFs getifft werden.
Ich traue Corel bei Farbverläufen auch nicht über den Weg. Stichpunkte Banding und Farbabrüche.
Das kann ich manuell sehr gut einregeln.
Diese Druck-PDFs kann ich auch durchaus ohne schlechtes Gewissen dem Kunden geben.
Kleine Korrekturen sind dann möglich, aber keine grundsätzlichen Layoutänderungen.
Auch kann ich davon sehr kleine PDFs schnell erzeugen die trotzdem gut lesbar sind.
Wichtig ist mir hier die hohe Kompatibilität zu Druckrips. Wer hätte schon gedacht, das manche Rips Probleme mit indizierten Farben haben? Ich will mir keine Fehldrucke leisten.

Ich weiß, dass viele PDFS erzeugen, auf Knopfdruck, diese nichtmal durch den Preflight vom Acrobat jagen. Oben wurde doch geschrieben, dass Corel der Sargnagel in der Vorstufe war. Das kam nicht von ungefähr.
Nicht mein Ding. Da bin ich ein Schisser.
Ich gehe hier auf Nummer Sicher.
 

Veritas

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Dafür hat man in InDesign Joboptions und einen Live-Preflight. Acrobat habe ich dann nur um Schriften in Pfade zu konvertieren, was InDesign nach wie vor nicht kann, um Farben zu überprüfen und evtl. fremde PDFs zu korrigieren.
 

MacEnroe

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Ja, das war schon vor 20 Jahren das Manko von Corel, jedenfalls hieß es das immer.

Auf Illustrator und InDesign kann ich mich in der Beziehung (PDFs) verlassen.

Außer den genannten Dingen (Messe, RollUps) sind meine PDFs für Verpackungen im
Lebensmittelbereich. Kartonagen, Trays, Displays und – vor allem – Folien und Blechdosen.
Gedruckt wird in Türkei, Italien, China und Deutschland. Klar muss man abstimmen, wegen
Farben, Sonderfarben, Weißformen, Prägungen usw., aber mit den PDFs gibts keine Probleme.
 

dreilinger

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Wirklich gut, dass wir die Unterschiede mal aufzeigen.

Mal ein kleines Beispiel.
Grosse Bannerplanen, schnell, schnell. Und Schriften nicht in Kurven gewandelt.
Standardschrift und somit eigentlich auch kein Problem.
Nun kamen die Planen an und ich musste noch das Wechseldatum per Folienplott einkleben.
Was sind denn das da für Punkte unter den Buchstaben? Runde Kreise, ca 4-5mm im Durchmesser. Auf Sichtabstand nicht zu sehen.
Aber mich ärgert sowas ungemein.
Tscha, Leute, da wurden die unsichtbaren Ankerpunkte der Buchstaben mit gedruckt.
Und ich war schuld! Die Pdf war nicht perfekt.

Mit Corel kann man schon ordentliche Arbeit abliefern. Manches ist wirklich top bei Corel, bei Anderem muss man sehr Gewissenhaft sein. (Wie man an meinem Pdf Workflow sieht)

Adobe ist Industriestandard. Zumindest in Deutschland. Jedem Praktikanten rate ich zu Adobe. Er kann mit dem Wissen in großen Agenturen anfangen zu arbeiten. Corel und auch Affinity ist da weniger hilfreich.
 

phonow

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Noch was zu Affinity Publisher und Designer. Habe jetzt mit anderen im Team zusammen Erfahrungen gesammelt, Daten hin und her geschoben, vom iPad zum Windows Rechner und zurück auf meinen Mac. Alles verlustfrei und am Ende eben auch druckbar. Das ist wirklich sehr entspannend.
Abgesehen davon, dass ich auch mal eben meinen Vereinskollegen sagen kann, „kauft doch Affinity Designer, dann können wir das unkompliziert ohne Word anfangen und beenden.“ 50€ sind da kein Hindernis mehr. Ein Abo sehr wohl. Vor allem habe ich keinen Bock, mich mit .docx rumzuschlagen.
 

dreilinger

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Ich bekomme jetzt etwas Lust mich etwas intensiver mit Affinity auseinander zu setzen.
Ab und zu spielt man zwar damit rum aber wenn es Ernst wird, dann nimmt man doch wieder das Programm wo man Ergebnisse schnell garantieren kann. Bei mir Corel.
Ein Programmwechsel ist doch schwerer als man denkt. Vor allem weil man im „Alter“ endlich all das Geld und die Zeit für seine Hobbys hat. Daran müsste man dann bei einem Wechsel kürzen ...

Gibt es da eine Buchemfehlung?