Glaubt ihnen kein Wort!

IceHouse

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Sagen sie mal, kommen sie sich da nicht selber ein bisschen sehr deplaziert vor? Die ganze Welt steht völlig hilflos vor einer der größten humanitären Katastrophen der letzten Jahre und wir hier in unserem Kabarett-Bunker machen Quatsch-Comdey-Business as usual. Die Oma aller Witze gegen die Mutter aller Bomben?

Erinnert sich noch irgendjemand an den 11.September 2001. Als ein paar durchgeknallte Fanatiker mit ihrem Horror-Attentat dafür sorgten, dass die Menschen in aller Welt tage- ja wochenlang wie gelähmt waren vor Entsetzen über die Grausamkeit dieser Massenmörder? Als die globale Trauer über die mehr als 3000 unschuldigen Opfer dieser Wahnsinnstat der schier grenzenlosen Genusssucht der Amusier- und Spaßgesellschaft zumindest für eine kurze Zeit den Nachschub abdrehte. Als die Fernsehverantwortlichen ihre Programme vorrübergehend säuberten von allen himmelschreienden Geschmacklosigkeiten, als die Dudelfunkanstalten das Gedudel einstellten zugunsten einer abgrundtief traurigen Betroffenheitsrhetorik, als selbst die abgeschmackteste Boulevard-Schmiere die Silikontitten von der Titelseite verbannte und sich stattdessen wochenlang mit Trauerrand präsentierte?

Und heute? In der Bildzeitung will Deutschlands Grand Prix Hoffnung Lou die Russen-Lesben schlagen, Yvonne Wussow schmilzt im Leopardenröckchen auf der Parkbank und auf Seite eins dehnt die geile Editha die obere Brustmuskulatur. Und von einer historischen Pleite ist übrigens auch die Rede. Und warum? Weil Deutschland keine Mannschaft mehr in der Champions-League hat.

Als ich heute Nachmittag versucht habe, mich im Fernsehen über den Stand der Dinge im Irak zu informieren, wissen sie was ich da erfahren habe? Dass sich Sula bei Arabella für Dominik und gegen Rikardo entschieden hat. Dass für die deutsche Biathlon-Staffel die Strafrunde zum Hauptquartier wird Und dass Konrad bei Kallwas die Ohren auf Durchzug gestellt hat. Es gibt Tage, da möchte man den privaten Dreckfunkanstalten hierzulande am liebsten einfach nur den Saft abdrehen.
Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen einem vom Fanatismus geblendeten Wahnsinnigen, der ein Hochhaus in Schutt und Asche legt und einem bis unter die Schädeldecke mit Aufputschmitteln vollgeknallten Tarnkappenbomber-Piloten, der bei einem einzigen Einsatz 20 Tonnen Bomben über Bagdad abwirft? Ich kann es ihnen sagen: der Bomberpilot fliegt wieder zurück zu seinem Stützpunkt und holt Nachschub.

Wie titelt die Bild-Zeitung vom Dienstag: 3000 Bomben regnen auf Bagdad. Jetzt mal ganz davon abgesehen, dass die nicht regnen, sondern abgeworfen werden, weiß die Bildzeitung natürlich genau, was dann passiert: "Das Inferno in Bagdad beginnt. Ununterbrochene Explosionen, Panik, riesige Staubwolken!" Das einzige, was fehlt sind die unschuldigen Opfer. Aber erstens gibt es die in Bagdad ja gar nicht, weil - wie der Kollege Pachel schon ausgeführt hat - im Irak nur potentielle Massenvernichtungs- waffen-Verstecker leben, die Anthrax-Sporen im Kühlschrank, das Chemielabor im Kinderzimmer und die Raketenabschussbasis im Keller und zweitens wissen wir spätestens seit dem Kossovo-Krieg, dass die Amerikaner ja nur noch hyperintelligente Bomben einsetzen.
Das ist ja quasi Hirnmasse pur, was da in Bagdad detoniert. Wie zum Beispiel die neue hyper-intelligente "Superbombe" , die mit ihren hyper-intelligenten 8200 Kilo Sprengstoff eine Fläche von mehreren Fussballfeldern verwüstet, und wenn im Krieg einer Fussball spielt ist er's selber Schuld. Dieses Bombe ist so schlau, die ist fast so schlau wie der amerikanische Präsident. Und die hat - genau wie ihre Vorgängerin die Daisy Cutter die Gänseblümchen-Mäherin - auch einen Spitznamen und zwar "Mother of all bombs" - die Mutter aller Bomben. Buääh, wie krank und pervers muss ein Hirn eigentlich sein, das sich so etwas ausdenkt! Und wie krank und pervers muss ein Mann wie Donald Rumsfeld sein, der die Wirkung dieser entsetzlichen Mutter aller konventionellen Massenvernichtungs- Waffen vor allem im psychologischen Bereich sieht. So nach der Art, wenn der Iraker sieht, wie wir mit einer einzigen Bombe einen ganzen Stadtteil in Schutt und Asche legen, dann scheißt der sich vor Angst in die Hosen und läuft freiwillig über.
Es sei denn, er war mittendrin in dem Stadtteil, dann hat sich das Problem sowieso erledigt. Aber von all dem werden wir hier in Deutschland genauso wenig mitbekommen wie der Rest der Welt. Dafür sorgen genau wie im ersten Irak-Krieg die Zensurbehörden der amerikanischen Freiheitskrieger. Wie das jetzt wieder zusammenpasst? Zensur und Freiheit? Na genauso wie Rechtsstaat und Todesstrafe, wie Human Rights und Rassendiskriminierung, wie Genfer Konvention und systematische Folter, wie Völkerrecht und Angriffskrieg, wie Demokratie und Bush-Administration! Ach übrigens hat dieser drittklassige Präsidenten-Darsteller in einer seiner Presse-Verscheißerungs-Konferenzen die internationale Auseinandersetzung um den Irak-Krieg mit einem Poker-Spiel verglichen.

Was er vergessen hat zu sagen, war, dass die Amerikaner seit Monaten ausschließlich mit gezinkten Karten spielen und außerdem die einzigen sind, die einen Revolver unterm Tisch haben. Und genau deshalb tut mir einen Gefallen. Was auch immer in den nächsten Tagen und Wochen von den Massenvernichtern in Washington und London an offiziellen Erklärungen, strategischen Erläuterungen und amtlichen Lage-Einschätzungen veröffentlicht wird: glaubt ihnen kein Wort!

http://www.wdr.de/tv/mitternachtsspitzen/1sendung/letzte.html

In diesem Sinne
-=IceHouse=-
 

conny

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Da fällt mir ein 'freies' Zitat aus dem Film "Jagd auf Roter Oktober" ein:
"... Sehen Sie: Ich bin Politiker. Das heißt, ich bin ein Betrüger und ein Lügner"

conny
 

MacEnroe

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Tja. Und? Kaum einer hat ihnen geglaubt, und unsere Zweifel wurden
auch amtlich bestätigt.
Ganz so einfach werden Sie es in Zukunft nicht mehr haben mit der Verarsche.
 

Saugkraft

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Im Gegensatz zu damals sind wir aber einen Schritt weiter. Wir haben uns des Problems präventiv im eigenen Lande angenommen.
Inzwischen haben wir auch interne Terrorabwehr, bei der uns gesagt wird "Wer nichts zu verbergen hat, bekommt auch keine Probleme."

Wir sprechen uns in 4 Jahren wieder. Trag dir schonmal nen Termin ein grooveboxxer. :D
 

crab

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Tja. Und? Kaum einer hat ihnen geglaubt, und unsere Zweifel wurden
auch amtlich bestätigt.
Ganz so einfach werden Sie es in Zukunft nicht mehr haben mit der Verarsche.
Leider doch. Denn diese Verarsche war auch nur eine von vielen in einer langen Reihe. Warum sollte diese Reihe plötzlich durchbrochen sein?
 

Kevin Delaney

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Saugkraft schrieb:
"Wer nichts zu verbergen hat, bekommt auch keine Probleme."

naja, na ja sag ich mal. Verdächtig ist verdächtig, warum auch immer, und als Verdächtiger bekommst du Probleme.



Termin gemerkt :D
 
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spoege

Politiker-Bashing ist öde.
Jeder kann ja selber in die Parlamente gehen und es besser machen, statt Profilneurotikern und machtgeilen Hanseln das Feld zu überassen.
Aber dazu hat man wiederum keine Lust...
 

Langeweile

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Politiker-Bashing ist öde.
Sehe ich genau so. Es gibt nichts Spiessigeres, als über Politiker zu schimpfen (Sprüche wie "Die da oben..." und Konsorten = *würg* *überdrüssig sei*)

Und dass die Bild-Zeitung ständig lügt, jeden Niveaus entbehrt und blablabla, habe ich mittlerweile schon so oft gehört, dass ich die Bild-Kritiker noch mehr verachte als die Zeitung selbst.

Das Gleiche gilt für die mittlerweile sehr nervigen "1984 ist aktueller denn je/Überwachungsstaat/Polizeistaat/schlimm/schrecklich/blabla"-Statements.
 

apfelbenutzer

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Im Gegensatz zu damals sind wir aber einen Schritt weiter. Wir haben uns des Problems präventiv im eigenen Lande angenommen.
Inzwischen haben wir auch interne Terrorabwehr, bei der uns gesagt wird "Wer nichts zu verbergen hat, bekommt auch keine Probleme."

Wir sprechen uns in 4 Jahren wieder. Trag dir schonmal nen Termin ein grooveboxxer. :D
Wird leider nicht gehen, in 4 Jahren wird erst ein Beamter der Staatssicherheit deinen Post lesen, bevor er online geht. Und Threads wie diese werden von Verbrechern wie ihr es seid nichtmehr onlinegstellt werden können.

Aber ihr könnt euch in Guantanamo oder Auschwitz bestimmt unter der Bettdecke ungestört darüber unterhalten, wie toll das alles früher mit der freien Meinung war.
 
M

M. smithii

Im Gegensatz zu damals sind wir aber einen Schritt weiter. Wir haben uns des Problems präventiv im eigenen Lande angenommen.
Inzwischen haben wir auch interne Terrorabwehr, bei der uns gesagt wird "Wer nichts zu verbergen hat, bekommt auch keine Probleme."
Und sie schauen sogar nach, ob auf deinem Computer alles in Ordnung ist.:)
 
S

spoege

Wird leider nicht gehen, in 4 Jahren wird erst ein Beamter der Staatssicherheit deinen Post lesen, bevor er online geht. Und Threads wie diese werden von Verbrechern wie ihr es seid nichtmehr onlinegstellt werden können. Aber ihr könnt euch in Guantanamo oder Auschwitz bestimmt unter der Bettdecke ungestört darüber unterhalten, wie toll das alles früher mit der freien Meinung war.
Hier wird ja eine Menge politischer Schwachsinn verzapft, den zu kommentieren es sich nicht lohnt – aber Auschwitz und Guantanamo in eine Reihe zu stellen, und das dann noch mit den Methoden der deutschen Überwachungsbehörden zu verknüpfen, das kann man absolut nicht durchgehen lassen.
Wer das schreibt, hat keine Ahnung von den Verbrechen der Nationalsozialisten und keinen Respekt vor ihren Opfern.

Lies noch mal ein bißchen was dazu, apfelbenutzer, bevor du dich zu solchen Themen äusserst.
 

biblio

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Den Politikern gebe ich gar nicht mal so die Schuld. Im Hintergund läuft mehr, als man weiß.

Das auswärtige Amt besteht nicht nur aus dem Minister.

Aber:
Was die Medien im Moment abziehen ist eindeutig Kitsch als Schutz vor der Realität, um Milan Kundera nur ansatzweise aus "Die Leichtigkeit des Seins" zu zitieren.
Wer wird DSSDDDSSSDDSDDD Megapupstar aller Zeiten für 3 Wochen, Knud als Starschnitt und jegliches Königssäuglinkskind hebt die Klatschpresse auf Seite 1.

Der Irak ist langweilig, jeden Tag die gleiche Menge Tote. Interessant ist da nur die Jagd auf Prinz Harry - dem einzigen Soldaten im Wüstenstaub.

Dafur begreift eh keiner. Kein Öl, keine Bodenschätze, kein Wert.

Ich fühle mich zur Zeit gezielt uninformiert. Dokusoaps sind billiger als echte Reportagen. Der beste Schuldenberater Deutschlands wird mir genausowenig helfen, wie die Supermummy - die erst einmal die Haushalte mit Ratschlägen einbalsamiert. Das Medium Radio und selbst die Tageszeitungen haben kaum noch Platz und Geld für Hintergrundreportagen, die es einen verstehen lassen.

Aber vielleicht geht es mir auch nur alleine so.:shame:
 

Saugkraft

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Hier wird ja eine Menge politischer Schwachsinn verzapft, ...
Wundert's dich? ;)

@schleiku: Gezielt uninformiert stimmt irgendwie. Deshalb bin ich ja mal gespannt, was wir in 4 Jahren über die aktuelle "Terrorismus im eigenen Land bekämpfen"-Diskussion sagen werden.

Ich glaub nicht, dass da die Oberknaller ans Licht kommen, aber wahrscheinlich werden wir einmal mehr feststellen, dass intern weiter gedacht wird, als wir uns vorstellen können.

Auch wenn es nicht in Auschwitz ausartet.. (Den Vergleich find ich übrigens auch ein bisschen geschmacklos.) Die politische Spitze erzählt viel wenn der Tag lang ist. Aber selten das, was einen mündigen Staatsbürger interessieren sollte.
 

Bergsun

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Sehe ich genau so. Es gibt nichts Spiessigeres, als über Politiker zu schimpfen (Sprüche wie "Die da oben..." und Konsorten = *würg* *überdrüssig sei*)

Und dass die Bild-Zeitung ständig lügt, jeden Niveaus entbehrt und blablabla, habe ich mittlerweile schon so oft gehört, dass ich die Bild-Kritiker noch mehr verachte als die Zeitung selbst.

Das Gleiche gilt für die mittlerweile sehr nervigen "1984 ist aktueller denn je/Überwachungsstaat/Polizeistaat/schlimm/schrecklich/blabla"-Statements.
Heute ist Kritik also schon spießerisch. :rolleyes: Die von dir genannten Beispiele sind vielleicht schon zig Mal durchgekaut, da hast du Recht. Aber es ist mir lieber, wenn Menschen wenigstens diese Sachen kritisieren, als sich wie zahme Schäfchen zu benehmen, die dem Hirten voll ergeben sind, und nicht kucken wo sie hingeführt werden. Wenigstens das solltest du anerkennen.

Es kann ja sein, dass es spießerisch wirkt. Aber manche Sachen können nicht oft genug wiederholt werden, denn die Menschen vergessen allzuschnell.

Ich sehe hier in Frankreich eine Rechte, die schon seit 12 Jahren an der Macht ist. Das Land ist im Stillstand. Und wenn hier nicht kritisiert würde, dann würde bei den anstehenden Wahlen wieder die Rechte Partei gewählt werden, denn sie hat die besseren Demagogen und dazu noch den größten Teil der Medien in der Hand. So können viele Menschen, die allzuschnell vergessen, sich jetzt schon nicht mehr erinnern, wer oder was sie die letzten Jahre regiert hat und sie lassen sich allzuleicht von schönen Reden und Medienberichten den Kopf waschen. Wer das nicht glaubt, der sollte sich mal ernsthaft mit Medien beschäftigen.

Ich gebe sogar ein Beispiel, wo wir schon bei Frankreich sind. Die beiden Kandidaten sind auf dem französischen Sender France2 jeweils an einem verschiedenen Abend interwievt worden. Die Senderchefin hat die Kandidatin der Linken, die als erste kam, viel schlimmer in die Zange genommen, hat sie manchmal nicht ausreden lassen und hat öfters schon in der Fragestellung wertende Annahmen zu einer möglichen Antwort gemacht.
Die gleiche Frau hat auch den Kandidat der Rechten interwievt, und siehe da, der Mann durfte frei reden, sich aussprechen und erklären, ganz ungestört. Keine Peinliche Fragen (Und die hätte es zu Hauf geben können) oder sonstiges. So etwas fällt dem normalen, unkritischen Betrachter nicht unbedingt auf. Er hat nur das Gefühl, der eine Kandidat könne besser reden als der Andere.

Aber nein, Medienbashing, Politikerbashing, alles voll spießerisch, nicht? Für mich gehört es mit zu einer funktionierenden Demokratie, dass Politiker "gebasht" werden und dass sie ersetzt werden, wenn sie keine gute Arbeit leisten.

Also, wenn du dann nächstes Mal zu den Urnen schreitest, dann wähle am Besten deine Lieblingsfarbe, denn sonst riskierst du noch die eine oder andere Partei zu "bashen" (schreckliches Wort übrigens) indem du die andere oder eine Partei bevorzugt wählst.
 
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spoege

Was die Medien im Moment abziehen ist eindeutig Kitsch als Schutz vor der Realität
Das war früher genauso.
Meinem Gefühl nach hat sich die Realitätsverweigerung innerhalb der Medien sogar etwas abgeschwächt. Die TV-Privatsender sind ja nun auch nicht das Mass der Dinge – von werbefinanziertem Mainstreamfunk kann man nichts anderes erwarten.
Als es nur die öffentlich-rechtlichen Medien gab, war es manchmal recht schwierig, an zuverlässige Informationen zu kommen. Man konnte in den 70ern von einer freiwilligen Einebnung der bürgerlichen Medienlandschaft sprechen. Da gab es nur wenige Leuchttürme, der Spiegel oder Panorama gehörte dazu.

Heute marschiert zwar der Spiegel Seite an Seite mit der "BILD", und die politischen Magazine sind nur noch ein schwacher Abglanz ihrer früheren Blütezeiten.
Dafür haben andere Medien die Rolle der objektiven Informanten übernommen, und das sind nicht weniger als früher.

Für mich gehört es mit zu einer funktionierenden Demokratie, dass Politiker "gebasht" werden und dass sie ersetzt werden, wenn sie keine gute Arbeit leisten.
Für mich auch.
Hinter dem pauschal-populistischen Bashing steht aber keine politische Analyse, nur ein undefinierbares und unreflektiertes Unbehagen.
Das Grundgesetz gibt uns allen die Möglichkeit, aktiv einzugreifen. Jeder von uns kann in alle Parlamente gehen und direkt auf die Abgeordneten Druck ausüben, und wer will, kann sich sogar selbst wählen lassen.
Es müssen ja nicht einmal Parlamente sein: Von Bürgerinitiativen über Elternvertretungen bis hin zu Stadtteil- oder Dorfvereinen gibt es zahllose Möglichkeiten, aktiv enzugreifen.
Aber da mühen sich immer dieselben Aktiven ab, weil den meisten Menschen jedes kleine Engagement zu viel Zeit und Mühe kostet, und sei es nur einmal monatlich.
Aber jeden Abend vom Sofa aus einen **** gegen "die da oben" zu lassen, das lässt sich gut machen.
 
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junicks

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Wer das schreibt, hat keine Ahnung von den Verbrechen der Nationalsozialisten und keinen Respekt vor ihren Opfern.
warum war dann mein erster gedanke, als ich erstmals von guantanamo las: "hmm, columbia-haus auf amerikanisch."