Gender-Sprache in Musik-App

lisanet

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Wenn ich als Sender eine Aussage treffe, dann habe ich als Sender eine Intention damit. Selbst wenn ich damit Rezipienten ausschließen will, ist das meine Intention und gehört bei Veröffentlichung nicht verändert. Das nennt sich Meinungsfreiheit

Ich spreche zwar von "Empfinden beim Empfänger" und nicht von bewusstem Ausschließen, aber wenn du auch bewusst so kommunizierst, dass dir das Empfinden der anderen egal ist, und das alles mit dem Argument der Meinungsfreiheit totschlagen willst, bitte schön. Meinungsfreiheit ist es dann auch, wenn andere Menschen dein Vorgehen als wenig bis nicht tolerant bezeichnen.

zurück zum Inhalt des oben verlinkten Artikels:

Es bleibt spannend, wie das Gericht hier entscheidet. Vielleicht kriegt man das ja irgendwie mit, damit wir hier nicht wild drauf los spekulieren müssen, ob nun vertragliche Regelungen das Eingreifen des Verlages erlaubt haben, ob Meinungsfreiheit auch die sprachliche Festnagelung der männlichen Wortform bedeutet oder welche anderen Aspekte das Gericht anführt.

Edit 2:

Sehr nahe am Sprachwortschatz von Verschwärungstheoretikern und Populisten finde ich übrigens den Begriff "Spachdoktrin". Bereits damit zeigt sich für mich, dass die Autorin nicht bemüht ist eine offene Diskussion zu führen, sondern durch Polemik mit dem Unterton der Unterdrückung anders denkender Menschen ein Framing zu setzen und sich als Opfer einer anonymem Macht darzustellen.
 
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MacMac512

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Sehr nahe am Sprachwortschatz von Verschwärungstheoretikern und Populisten finde ich übrigens den Begriff "Spachdoktrin". Bereits damit zeigt sich für mich, dass die Autorin nicht bemüht ist eine offene Diskussion zu führen, sondern durch Polemik mit dem Unterton der Unterdrückung anders denkender Menschen ein Framing zu setzen und sich als Opfer einer anonymem Macht darzustellen.
Und was ist mit dem Framing "bewusstes Ausschließen" und "Intoleranz", wenn man die deutsche Sprache so nutzt, wie sie grammatikalisch richtig genutzt werden sollte? ;)
 

punkreas

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Es stand dem Verlag frei den Artikel so nicht zu veröffentlichen. Haben sie aber nicht gemacht, sondern sich über die vorher getroffenen Vereinbarungen/Bedingungen hinweggesetzt.
Wir reden hier also über den spezialfall eines fachzeitschriftenverlags, der mit einer als wissenschaftlerin auftretenden autorin angeblich im vorfeld der veröffentlichung eine vereinbarung des wortlauts getroffen hatte.

Es wäre übrigens von @lisanet und dir schön gewesen, mal zu erwähnen, über was ihr redet. Ich als unbedarfter empfänger habe nicht ersehen können, dass es um einen konkreten fall geht.
 

punkreas

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Und was ist mit dem Framing "bewusstes Ausschließen" und "Intoleranz", wenn man die deutsche Sprache so nutzt, wie sie grammatikalisch richtig genutzt werden sollte? ;)
Was ist an dem begriff „zeichnende Person“ grammatikalisch nicht richtig?
 

Diplo

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hhhm, ist das nun ein bewusstes Missverständnis?

Es geht doch beim Gendern in keinster Weise darum, dass eine Einzelperson geschlechtsneutral angesprochen wird, sondern dass eine Gruppe von Menschen, die entweder anonym ist oder aus Personen unterschiedlichen Geschlechtes besteht, nicht mit der männlichen Form "Zeichner" angesprochen wird.
Wenn ich eine Gruppe anspreche, kann man das gern so machen (Gendern). Bei der Ansprache einer Person, sollte man aber wohl schon auf das Geschlecht Rücksicht nehmen!?
 
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punkreas

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Partizip 1 ist in dem fall sprachlich ungenau, aber natürlich nicht grammatikalisch falsch.
 

Mahonra

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Ich denke, die Dame wollte einen Zeichner direkt ansprechen, bzw. über einen (männlichen) Zeichner berichten!? Da ist ein Gendern fehl am Platze.
Kennst du den Artikel?🤔 Wenn Sabine Mertens Zeichner schrieb während sie eine männliche Person meinte sie hat schon gegendert🤷🏻‍♀️
 

lisanet

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ok, ich habe mir interessehalber den Artikel besorgt und gelesen. Die Autorin beschreibt darin Zeichnen als eine Methode für Therapie / Coachings.

Aus dem Kontext geht an den 2 betreffenden Stellen unmissverständlich und eindeutig hervor, dass sie allgemein schreibt und keine konkrete Person meint, sondern eben jemanden der zeichnet. Dort steht dann eben z. Bsp "... bei den zeichnenden Personen eine Nachentwicklung anzustoßen"

An anderer Stelle spricht sie dann konkret über einzelne Zeichnungen, die auch abgebildet sind. Dort wird dann selbstverständlich von einem Zeichner und seinem Bild und einer Zeichnerin und ihrem Bild gesprochen.

Wenn man den Artikel nun so liest, so empfinde ich die Aufregung hier im Forum, dass es angeblich so unmöglich sei, in einem Artikel den Begriff "zeichnende Person" zu verwenden, mittlerweile überhaupt nicht mehr verständlich.
 

kermitd

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angeblich so unmöglich sei, in einem Artikel den Begriff "zeichnende Person" zu verwenden, mittlerweile überhaupt nicht mehr verständlich.
Der Begriff ist ja nicht das Problem. Ich kann mir zB gut einen Raum voll zeichnenden Personen vorstellen.

01.jpg
 

kermitd

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Für den ein oder anderen sind das halt auch zeichnende Personen sofern sie Zeichner sind:


iu-1.jpeg


¯\_(ツ)_/¯
 

Mahonra

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Für den ein oder anderen sind das halt auch zeichnende Personen sofern sie Zeichner sind:


Anhang anzeigen 347635


¯\_(ツ)_/¯
Wenn du es aus dem Kontext nimmst🤷🏻‍♀️ Du könntest sagen 2 zeichnende Personen machen Pause auf einer Couch sie reden und sie trinken Wein während sie einen Film schauen oder du sagst 2 Zeichner*innen😊
 
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wegus

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Im Grunde findet da doch gerade ein spannender Prozess statt und da der gerade läuft ist das Ende eben noch gar nicht abzusehen ( es gibt also streng genommen kein richtig oder falsch ). Was passiert eigentlich?

(1) Die bisherige Sprache kennt generische Formen, sie sind nur historisch bedenkt maskulin
(2) Obwohl im 21sten Jahrhundert angekommen funktioniert die Gleichberechtigung noch immer nicht
(3) Schlaue Köpfe haben verstanden, dass man Denken über Sprache steuert ( und umgekehrt) und versuchen neue generische Begriffe zu definieren die eben nicht männlich vorbelegt sind. Ziel ist hier nicht eine Verbesserung der Sprache, sondern eine Verbesserung der gesellschaftlichen Situation ( mehr Frauen in Führungsjobs, gleiche Bezahlung,...).

Dadurch wird neben dem ungelösten gesellschaftlichen Feld eine weitere Baustelle aufgemacht. So finden sich Leute wie mich, die Gleichstellung und -berechtigung als selbstverständlich ansehen, aber ein Problem mit der überbordenden Sprachregelung haben ( das ganze gipfelt dann ja noch in woken Ideen). Es finden sich Fanatiker die Ihre neue Sprache zwingend durchsetzen wollen gegen alles um endlich gesellschaftlich weiter zu kommen und es gibt die ewig gestrigen die gar keine Gleichstellung wollen... ...und zwischen all dem bekommt die Sprache von allen Seiten druck und dann ist es wie immer in der Vergangenheit auch schon, die Sprache paßt sich dem gelebten an. Von daher finde ich die aktuelle Debatte und die Entwicklungsversuche spannend, auch wenn ich sie nicht alle gut finde.

Es ist doch spannend bei einer Evolution dabei zu sein. Schließlich sietzt kaum noch jemand heute seine Eltern, etwas was vor wenigen 100 Jahren noch üblich war. Wir werden sehen ob die Idee das Denken über die Sprache zu ändern wirklich verfängt und welche Sprache der tägliche Benutzer nachher akzeptiert und verwendet; ein bisschen habe ich das Gefühl, dass das ausweichen in beschreibende Worte wie "hier lebende Person" statt "Anwohner" nicht akzeptiert werden wird. Auch scheint es mir noch so zu sein, das die Kunstpause mit angefügtem *Innen nur in bestimmten Kreisen verfängt. Aber solche Änderungen finden in Generationen und somit Jahrzehnten statt - warten wir es also ab und begleiten es interessiert.
 
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