Fusion Drive aus zwei SSDs?

J4N

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Servus Zusammen!

Ich weiß… dieses Thema gab es schon des Öfteren, dennoch bin ich bislang nicht wirklich daraus schlau geworden.

Bei meinem iMac mit FD aus 128GB Blade SSD und 3TB HDD hat letztere leider vor ein Paar Tagen den Geist aufgegeben (defektes Kabel kann ich ausschließen). Kurzum habe ich mir eine Samsung 860 Evo 1TB SSD bestellt und diese eingebaut. Und nun kommen wir zu meinem eigentlichen Anliegen: Was spricht dagegen daraus wieder ein FD zu machen?

Bei dieser oder ähnlichen Fragen kam oft die Antwort, dass sich die SSDs ausbremsen würden und es daher verschenktes Potential wäre und dass man doch besser wieder eine HDD nehmen und/oder die SSDs getrennt betreiben sollte (mitunter wegen „doppelter“ Ausfallsicherheit) etc.. Soweit, so gut. Jetzt aber meine Frage: Warum sollte ich mir heutzutage noch mal eine „veraltete“ HDD einbauen, wenn ich aufgrund von iCloud (Fotos-Mediathek, iTunes) den großen Speicherplatz nicht mehr brauche, mir aber eine 128GB wiederum für System, Programme und VMs zu klein ist? Noch dazu finde ich einfach zu umständlich wieder mit zwei Laufwerken arbeiten zu müssen. Das wäre für mich ein enormer Rückschritt. Ich war echt froh, dass es hier eine derart gute Lösung in Form des FD gab.

OK, ich könnte den iMac ganz auseinandernehmen und eine 512GB Blade einbauen. Das ist mir aber definitiv zu viel Aufwand und auch zu teuer. Warum also nicht ein FD aus zwei SSDs?
 

tomric

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Was spricht dagegen daraus wieder ein FD zu machen?

Ich hätte Bedenken bzgl. Trim-Support... abgesehen davon wäre zu testen, ob der Nutzen der 128 GB Blade in Zusammenarbeit mit einer weiteren SSD wirklich signifikant ist. Ne HDD würde ich mir in den Mac auch nicht mehr einbauen, extern als Backup-Drive ist was anderes...
 

noodyn

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Was spricht dagegen daraus wieder ein FD zu machen?
Dass es an sich schon keinen Sinn macht. Ein FD hat ja eben den Vorteil, dass man die HDD beschleunigt, indem man eine SSD im Laufwerksverbund hat, die die Daten puffert. Wenn du eh nur SSDs hast, warum sollte man dann das Ausfallrisiko verdoppeln indem man sich von zwei Laufwerken abhängig macht?
 

Hausbesetzer

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Bei meinem iMac mit FD aus 128GB Blade SSD und 3TB HDD hat letztere leider vor ein Paar Tagen den Geist aufgegeben (defektes Kabel kann ich ausschließen). Kurzum habe ich mir eine Samsung 860 Evo 1TB SSD bestellt und diese eingebaut. Und nun kommen wir zu meinem eigentlichen Anliegen: Was spricht dagegen daraus wieder ein FD zu machen?
Gegenfrage: Was erhoffst Du Dir daraus?
 

Malice 313

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warum sollte man dann das Ausfallrisiko verdoppeln indem man sich von zwei Laufwerken abhängig macht?

Z.B. um nur mit einem Volume zu arbeiten. D.h. ein (kleiner) Teil des "Micro-Management" (welche Daten lege ich auf welchem Volume ab) entfiele. Wenn die kleine SSD das Startvolume mit dem System ist, entfällt auch das Umziehen des Benutzerordners an eine andere Stelle (die große SSD).

Zumindest waren das meine Beweggründe um von zwei separaten Laufwerken auf ein Fusion Drive zu wechseln. Die Beschleunigung der HDD ist dabei für mich nur ein angenehmer Nebeneffekt gewesen.

Ob sich das für die 128 GB im Verhältnis zum erhöhten Ausfallrisiko lohnt ist natürliche eine andere Frage.
 

ufo2010

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Nutze die Samsung 860 Evo 1TB SSD als Startlaufwerk und die interne 128GB Platte als Datenspeicher oder als Abbild zum Startvolume falls es mal Probleme geben sollte mit der Samsung Platte.
Den Gedanken das ganze als Fusion Drive betreiben zu wollen vergisst du am besten gleich wieder.
 

carsten_h

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So umständlich ist es doch gar nicht mit zwei Laufwerken zu arbeiten.
Du hängst einfach die eine Platte in das Dateisystem der anderen Platte ein (das macht man nur ein einziges Mal) und schon kannst Du mit nur einem Laufwerk arbeiten. Sobald Du dann auf das gemountete Verzeichnis zugreifst, bist Du auf der anderen Platte.
 

Schiffversenker

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Dabei hast du aber dennoch die Größenbeschränkung, oder? Also egal wo Platte zwo gemountet ist, du kannst dort nicht mehr Daten ablegen, als ihrer Größe entspricht. Der TE will sich wohl aber um gar nichts kümmern müssen, da wäre doch ein JBOD sinnvoller.
Oder liege ich wieder mal voll daneben?
 

Lor-Olli

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Warum also nicht ein FD aus zwei SSDs?
- Bei zwei gleich schnellen SSDs wäre dies nicht problematisch, aber
- Blade SSD sind an PCI angebunden und übertragen mit 1200 - 2500 MB/s (nach Baujahr des Mac)
- Die Samsung 860 wir über Sata III angeschlossen und limitiert den Durchsatz auf 500-550 MB/s (nahezu unabhängig vom Rechneralter, wenn nicht ganz alt = SATA II)
- Die Kombination der beiden bremst die Performance der Blade also aus…

Zwei gleich schnelle externe SSDs sollten, wenn man auf reine Geschwindigkeit Wert legt, als RAID über Thunderbolt angeschlossen werden. Im Studio haben wir z.B. ein Pegasus (4-fach) mit SSDs bestückt, das geht ab wie "Schmitz Katze" (bis zu 2000 MB/s). Das RAIDs auf Schnelligkeit getrimmt die Sicherheit gegen Ausfall herabsetzen sollte aber klar sein! (Bei uns zählt aber der Geschwindigkeitsvorteil, gerade beim Kopieren riesiger Datenmengen)

Mein Vorschlag: die Blade für das System, eine SSD für die Daten. In der Praxis wird so ein System praktisch ohne große Verzögerungen laufen, das ist dann kein "Gefrickel". Die Frage ob die zweite SSD intern oder extern laufen soll ist damit aber noch nicht entschieden, intern läuft die Samsung über SATA mit bis zu 540 MB/s, extern über Thunderbolt (leider teuer), nur ca. 10-15% langsamer, über USB 3 mit bis zu 410 MB/s.

Merkt man die Unterschiede? Beim Auslesen der Datenraten schon, beim täglichen Arbeiten, solange man keine großen GB-Mengen (z.B. 4K-Filme kopieren…) überträgt eher nicht.
 

WirbelFCM

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In meinen Augen würde das auch nur mit zwei gleich großen SSDs als RAID Sinn machen. Stornier die 1TB SSD und bestell Dir zwei 500GB-SSDs dafür und mach ein RAID0 draus. Wobei noch fraglich wäre, ob der iMac das überhaupt unterstützt bzw. die nötige Leistungsfähgkeit dafür bietet. Aber davon geh ich eigentlich mal aus.
 

Lor-Olli

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Für den "Normaluser" die einfachste Lösung ist z.B. eine portable SSD im Gehäuse
Die ist im Betrieb über USB 3.1 erheblich schneller als eine interne SSD und plug&play fähig. Nicht ganz billig, ABER ich habe so ein System (auf Thunderbolt allerdings), mit dem ich auf jedem neueren Mac (ab 2011) "meinen" Rechner dabei habe (inkl. aller speziellen Software)

edit: die Samsung T3 ist außerdem winzig, passt in JEDE Hosentasche und hinter den Rechner geklebt "verschwindet" sie völlig!
 

Lor-Olli

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@iPhill
die T3 hat einen USBC 3.1 Anschluss der ersten Generation, USB C Kabel passt die maximale Geschwindigkeit sind 10 GB/s, an einigen Rechnern /Hubs "nur" 5 GB/s. Spielt im Alltagsbetrieb aber keine Rolle.
 

J4N

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Erst mal Danke für die vielen Antworten!

OK, ich lese auch hier heraus, dass sich die beiden SSDs dadurch ausbremsen würden, bzw. die Blade ausgebremst würde. Genauso wurde mehrfach das doppelte Ausfallrisiko angesprochen. Das ist auch alles soweit klar, weshalb ich es direkt zu Beginn schon geschrieben hatte. Nur meine Frage(n) war vielmehr, ob es der Einfachheit halber wenigstens Sinn macht, wenn mir die Blade zu klein für System, Programme und VMs ist/wird, und ich nicht immer überlegen möchte wo ich was speichere oder hin- und herschieben muss. Ich könnte zwar die iCloud-Optimierung nutzen und alles in die Cloud schieben lassen was nicht passt, aber dann wird der Kram auch nicht auf meine Time Capsules gesichert. Es sei denn, ich würde die VMs auf die Datenplatte (SATA-SSD) legen. Dann käme ich vielleicht hin mit dem Platz.

Noch mal: natürlich ergibt das meiste Sinn was geschrieben/geraten wurde - keine Frage - NUR ging es mir nicht zwangsläufig darum, mich geschwindigkeitsmäßig groß zu verbessern, sondern a) bei den aktuellen SSD-Preisen keine HDD mehr zu kaufen, weil ich den Platz von 3TB o.ä. durch Cloud und Streaming ohnehin nicht mehr brauche und b) dass ich mich nicht groß umstellen muss... d.h. keinen Mehraufwand bei der Verwaltung meiner Daten habe.

Langsamer als bisher würde es mit der zweiten SSD als FD doch auch nicht, oder?

Einzige Überlegung wäre es, wie oben kurz geschrieben, die VMs auf die separierte SATA-SSD auszulagern und zu hoffen, dass ich mit den 128GB auf Dauer hinkomme. Rückschrittlich fühlt sich das dann aber trotzdem irgendwie an, also so ein bisschen wie früher zu Windows Zeiten mit verschiedenen Partitionen. Ich hoffe Ihr versteht was ich meine.

USB-C hat mein iMac 5K Ende 2014 nicht.
 

wegus

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Du hängst einfach die eine Platte in das Dateisystem der anderen Platte ein (das macht man nur ein einziges Mal) und schon kannst Du mit nur einem Laufwerk arbeiten. Sobald Du dann auf das gemountete Verzeichnis zugreifst, bist Du auf der anderen Platte.

Das ist der bisher beste Tipp den Du bekommen hast! So würde ich es umsetzen!
 

roedert

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Installier das OS doch auf die 128GB und lege deinen kompletten Benutzerordner auf die neue 1TB-SSD. Das ist einmaliger Aufwand und danach ist es kein Unterscheid im Arbeiten.
"Nachteil" wären eben nur die "mehreren Partitions wie zu früheren Windows-Zeiten"
 

FelixMacintosh

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Erst mal Danke für die vielen Antworten!

OK, ich lese auch hier heraus, dass sich die beiden SSDs dadurch ausbremsen würden, bzw. die Blade ausgebremst würde. Genauso wurde mehrfach das doppelte Ausfallrisiko angesprochen. Das ist auch alles soweit klar, weshalb ich es direkt zu Beginn schon geschrieben hatte. Nur meine Frage(n) war vielmehr, ob es der Einfachheit halber wenigstens Sinn macht, wenn mir die Blade zu klein für System, Programme und VMs ist/wird, und ich nicht immer überlegen möchte wo ich was speichere oder hin- und herschieben muss. Ich könnte zwar die iCloud-Optimierung nutzen und alles in die Cloud schieben lassen was nicht passt, aber dann wird der Kram auch nicht auf meine Time Capsules gesichert. Es sei denn, ich würde die VMs auf die Datenplatte (SATA-SSD) legen. Dann käme ich vielleicht hin mit dem Platz.

Noch mal: natürlich ergibt das meiste Sinn was geschrieben/geraten wurde - keine Frage - NUR ging es mir nicht zwangsläufig darum, mich geschwindigkeitsmäßig groß zu verbessern, sondern a) bei den aktuellen SSD-Preisen keine HDD mehr zu kaufen, weil ich den Platz von 3TB o.ä. durch Cloud und Streaming ohnehin nicht mehr brauche und b) dass ich mich nicht groß umstellen muss... d.h. keinen Mehraufwand bei der Verwaltung meiner Daten habe.

Langsamer als bisher würde es mit der zweiten SSD als FD doch auch nicht, oder?

Einzige Überlegung wäre es, wie oben kurz geschrieben, die VMs auf die separierte SATA-SSD auszulagern und zu hoffen, dass ich mit den 128GB auf Dauer hinkomme. Rückschrittlich fühlt sich das dann aber trotzdem irgendwie an, also so ein bisschen wie früher zu Windows Zeiten mit verschiedenen Partitionen. Ich hoffe Ihr versteht was ich meine.

USB-C hat mein iMac 5K Ende 2014 nicht.

Wenn du bisher mit deiner FusionDrive Konfiguration zufrieden warst, sprichst nichts gegen dein Vorhaben. Außer das es durch die SSD schneller sein wird als mit der normalen rotierenden HD.
Vorteile gegenüber irgendwelchen RAID Konfigurationen sind, dass du FileVault nutzen kannst. APFS gibt es zur Zeit noch nicht für die FusionDrives wird aber laut Apple kommen.
TRIM wird auch auf jedenfalls funktionieren.
Ich sehe da keine Probleme das so zu machen.
 
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