Für Microsoft und seine Sicherheitsfreunde!

Dieses Thema im Forum "MacUser Bar" wurde erstellt von The_Saint, 13.02.2004.

  1. The_Saint

    The_Saint MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    29.10.2003
    Beiträge:
    832
    Teile des Windows-Quellcodes sind trotz strengster Geheimhaltung im Internet aufgetaucht.

    Bei den im Netz gefundenen Programmzeilen soll es sich um Code von Windows NT 4.0 und Windows 2000 handel. Dies wurde gestern auf der Community-Site 'NeoWin' berichtet und wenig später von Microsoft-Sprecher Tom Pilla bestätigt. Bisher ist noch nicht aufgeklärt, wie der Programm-Code an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Neben einer Lücke in der Firmensicherheit bei Microsoft könnten Beschäftigte von Partnerfirmen oder einer Regierung, die Zugang zum Code erhielt, das Programm ins Netz gestellt haben. Microsoft hat inzwischen die Polizei in den Fall eingeschaltet.

    Quellcode wird durch Kompilierung in den Object Code übergeführt, also in ein Maschinenprogramm. Der Zugriff auf die Quellen könnte es Angreifern ermöglichen, neue Sicherheitslücken aufzuspüren und auszunutzen, bevor Microsoft Patches zur Verfügung stellen kann. Im Gegensatz zu Open Source-Projekten müsste die gesamte Arbeit an der Fehlerbehebung Microsoft-intern stattfinden. Eine Unterstützung durch Dritte ist nicht möglich, da der Besitz des Quellcodes illegal ist und nur in Ausnahmefällen unter strengen Sicherheitsmaßnahmen Einblick gewährt wird.

    Zuletzt waren Microsoft im Jahr 2000 Teile der streng gehüteten Quellcodes ins Internet entwischt. Ein Angreifer hatte damals einen Trojaner im Microsoft-Netz installiert und Passwörter der Mitarbeiter protokolliert. Dadurch erhielt der Eindringling, dessen Ursprung wahrscheinlich in Russland lag, letztlich Zugriff auf einen File-Server mit Sourcen von Windows und Office. (dd)
    ( 13.02.2004) :music
     
  2. Nicht lustig

    Ich kann da nichts lustiges dran finden. Das sind kriminelle Machenschaften, die Apple genauso treffen könnte.

    Diebstahl bleibt kriminell, da es jeden treffen kann. Auch dich. :rolleyes:

    Ich frage mich, warum bei digitalem Eigentum immer anders gedacht wird. Kann mir das mal jemand erklären, so als wäre ich 6 Jahre alt? ;)

    wavey

    Lynhirr
     
  3. Bin auch etwas ratlos und keineswegs voller Freude...

    Nur weil MS draufsteht in solch einer Meldung, muss
    man nicht gleich drauflos klimpern vor Freude. Den
    Kreativen unter Euch würde es auch nicht gefallen,
    wenn man Euch Eure geistigen Ergüsse wegmopst.

    Aber bezgl. des Windows-Quellcodes: Ich glaube nicht,
    dass die teilweise illegale Verbreitung irgendetwas
    bewirken wird. Sicherheitslöcher werden so oder so
    weiterhin ein Problem von Windows sein, aber eher
    wegen der großen Verbreitung. Freuen wir uns zur
    Abwechslung in solchen Momenten lieber, dass
    OS X nicht so "beliebt" ist.

    Grüße, Hondo
     
  4. Wuddel

    Wuddel MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    26.05.2002
    Beiträge:
    3.763
    Kriminell, gefährlich, zu verurteilen: JA!

    Musste es irgendwann so kommen: Wahrscheinlich.

    Könnte es Apple genauso treffen: Auch ja!

    Wären die möglichen Konsequenzen ähnlich schrecklich: Nein! Denn den das Basissystem (Dariwn) und viele sicherheitsrelevate Tools (kA ssh?) werden in einem OpenSource-Modell entwickelt, dessen Code ohnehin offen liegt und viele Entwickler an der Verbesserung mitarbeiten können und legal Lücken melden können. Würde z.B. der GUI oder iApps Code durchsickern wäre das ärgerlich aber sicher nicht so verheerend.

    Das ganze ist mehr ein "Sieg" von OpenSpource über Closed Source
     
  5. tsuribito

    tsuribito MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    13.07.2003
    Beiträge:
    733
    Es gibt kein Geistiges Eigentum. Wissen darf niemandem gehören.
     
  6.  

    Doch, das gibt es. Auch Opensource (GNU) bejaht dieses.
    Wenn jemand programmiert (kreative Leistung), komponiert (kreative Leistung) oder malt (kreative Leistung), dann hat die/der schon ein Urheberrecht dran.

    Grüße, Hondo
     
  7. Wuddel

    Wuddel MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    26.05.2002
    Beiträge:
    3.763
    Die Meldung ist schon auf n-tv
     
  8. tsuribito

    tsuribito MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    13.07.2003
    Beiträge:
    733
    Natürlich hat er Copyright darauf. Er kann den Anspruch erheben es erschaffen zu haben.
    Die Kopie des Codes als Diebstahl zu bezeichnen impliziert aber IP und das ist nicht im Sinne von Copyright zu verstehen sondern in dem Sinne, dass die Codezeilen dem Verfasser gehören. Verglichen damit kann sich Pythagoras rühmen uns den a^2+b^2=c^2 Satz gegeben zu haben, nicht jedoch verbieten ihn anzuwenden, zu beweisen, abzuschreiben oder sonstwas damit zu tun.
     
  9. Tatcher a Hainu

    Tatcher a Hainu MacUser Mitglied

    Mitglied seit:
    03.02.2004
    Beiträge:
    711
    Ich kann mich nicht wirklich darüber freuen!

    Ich denke, dass es wahrscheinlich die Open Source Gemeinde am härtesten Treffen wird. Denn jetzt hat Microsoft die Gelegenheit bei jeder zukünftigen Entwicklung die dem Quellcode nur im entferntesten ähnelt zu sagen:" Der Teil stammt von uns -> Klage!"

    Weiters kann Microsoft ein weiteres Argument für ihr TCPA Projekt ins Feld führen (Sicherheit, Windows jetzt ungeschützt, blabla)
     
  10.  


    Pythagoras ist aber auch schon länger als 70 Jahre tot...

    Nein, im Ernst: Wissenschaftliche Erkenntnisse und Programmierung als solche werden unterschiedlich behandelt. Nach allgemeiner Auffassung ist ein Stück Software eine kreative Leistung und es steht dem Urheber frei, wie er damit umgeht und umgehen lässt. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind in dem Sinne frei, dass sie bisher immer frei verfügbar für jedermann waren.
     
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